Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften
Institut für Sportwissenschaft
Theoriefeld: Trainingswissenschaft
Seminar: Leistungssteuerung in Training und Wettkampf
Datum: 15.08.2006
Spezielle Leistungssteuerung
am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport
Verfasserin: Ina- Maria Göllnitz
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Inhaltsverzeichnis
:
Seite
1 Einleitung
03
2 Definition von Technik
04
3 Definition von Techniktraining
05
4 Ziele des Techniktrainings
06
5 Komponenten des Techniktrainings
06
6 Phasen des Techniktrainings
08
7 Arten und Formen
12
8 Methoden des Techniktrainings
14
9 Zusammenfassung
19
10 Literaturnachweis
21
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1
Einleitung
Die Bewegung ist ein wichtiges Grundbedürfnis eines jeden Kindes. Wer sie
in dieser Hinsicht fördert, wird immer eine Bereitschaft und Teilnahme von
den Kindern zurückbekommen. In Deutschland waren die Philanthropen die
Wegbereiter für die Entstehung des Sportunterrichts. Sie sahen
Leibesübungen als fundamentalen Bestandteil einer ganzheitlichen
Erziehung (Bildung, körperliche Vervollkommnung, Glück). Adolf Spieß und
Ludwig Jahn gelten als Urväter der Turnbewegung im deutschsprachigen
Raum. Sportliche Aktivitäten sahen sie als Grundlage physischer und
moralischer Stärke.
Auch heute verfolgt der Sportunterricht noch Ziele wie die Ausbildung der
sportlichen Handlungsfähigkeit, welche die Schüler dazu befähigen soll,
Bewegungen räumlich und zeitlich zu gestalten und ihre Körperkräfte
angemessen einzusetzen. Ein weiteres Ziel ist, dass die Schüler lernen,
sportliche Fertigkeiten, taktisches Wissen, taktische Fähigkeiten und
Fertigkeiten leistungsbezogen, sinnvoll und variabel anzuwenden und vor
allem sportartbezogenes und trainingsmethodisches Wissen in der Praxis
umzusetzen. Auch die sozialen Kompetenzen sollen im Klassenverband
gefördert werden und die Schüler sollen selbständig durch bestimmte
Übungen ihre individuelle Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern oder
eventuell wiederherstellen (vgl. Rahmenrichtlinien, 2003).
Zu der speziellen Leistungssteuerung gehört u.a. die Ausbildung von
Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und die Ausbildung der
Technik. Die erstgenannten Leistungsvoraussetzungen treten im
Sportunterricht meist in den Hintergrund. Für den Sportlehrer steht die
Ausbildung der Technik oft im Mittelpunkt und zählt mit zu seiner
wichtigsten Hauptaufgabe.
Deshalb soll es sich in der folgenden Arbeit hauptsächlich um die spezielle
Leistungssteuerung am Beispiel des Techniktrainings im Schulsport drehen.
Dabei werde ich zunächst die sportliche Technik nochmals definieren, bevor
ich auf Ziele, Arten, Formen und Phasen des Techniktrainings eingehen
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werde. Die Arbeit soll aufzeigen, welchen Sinn und Zweck das
Techniktraining hat, wie es zu planen ist und wie die 3 Phasen der
Technikbeherrschung aussehen.
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Definition von Technik
Die sportliche Technik ist eine ,,in der Praxis entstandenes und erprobtes
Verfahren zur bestmöglichen Lösung einer bestimmten sportlichen Aufgabe"
(Meinel, 1961, S.242). Des weiteren kann man die sportliche Technik als
eine Art Idealmodell oder Leitbild einer Bewegung bezogene auf eine
Sportdisziplin betrachten. Es geht vor allem bei der sportlichen Technik um
die Realisierung einer angestrebten Idealbewegung, beziehungsweise um
das Lösungsverfahren zur Ausführung der optimalen Bewegungshandlung
(vgl. Grosser & Neumaier, 1982, S.8).
Die sportliche Technik ist eine Fertigkeit, welche als die überdauernde
Erfolgswahrscheinlichkeit beim Versuch, ein Vorhaben effektiv und
ökonomisch zu verwirklichen, definiert. Sie kann durch die Kategorie der
Schnelligkeit, der Genauigkeit, der Effizienz und der Anpassungsfähigkeit
oder eine beliebig gebildet Kombination beschrieben werden.
Zwischen den koordinativen Fähigkeiten und den sporttechnischen
Fertigkeiten besteht ein enger Zusammenhang. Des weiteren ist die
Realisierung einer sportlichen Technik abhängig von vier weiteren
Leistungsvoraussetzungen.
Die konstitionellen Leistungsvoraussetzungen, wie die Größe oder die
konstitutionelle
Komponente
der Beweglichkeit, muss bei der Auswahl der
Technik berücksichtigt werden.
Die konditionellen Leistungsvoraussetzungen entscheiden auch darüber, ob
eine Technik überhaupt erlernt beziehungsweise ausgeführt werden kann.
Manche Techniken nehmen die Kraft- oder Schnelligkeitsfähigkeit sehr stark
in Anspruch. Wenn diese nicht ausreichend ausgeprägt sind, kann die zu
einem Nichtgelingen der Technik führen.
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Von der Motivation ist zum einem der Aneignungsprozess und grad
sporttechnischer Fertigkeiten wie auch die koordinativen Fähigkeiten
abhängig, zum anderen spielt auch die Motivation für korrekte
Technikrealisierung im Sportunterricht eine wesentliche Rolle.
Da mit der Technikrealisierung auch kognitive Prozesse verbunden sind,
erfordert die sportliche Technik auch kognitive Leistungsvoraussetzungen
(vgl. Schnabel, Harre, Krug & Borde , 2003, S. 118).
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Definition von Techniktraining
Ein wichtiger Hauptbestandteil des sportlichen Trainings und wesentlicher
Bestandteil bei der Ausbildung von Bewegungsfertigkeiten ist das
Techniktraining. Es ist die ,, Gesamtheit aller Maßnahmen zu verstehen, die,
zielgerichtet
organisiert,
den
Sportler
befähigen
sollen,
Bewegungshandlungen mit einer zweckmäßigen und koordinativ
beherrschten Technik auszuführen"(Meinel, 1961, S.242). Des weiteren
dient das Techniktraining dazu, Techniken mit sportmotorischen
Fertigkeiten, dessen Anwendung sowie den technischen Einsatz zu erlernen
und in sportartenspezifischen Handlungssituationen Erfahrungen zu
sammeln (vgl. Martin, 1991, S. 45). Deshalb kann das Techniktraining auch
als motorisches Lerntraining betrachtet werden, welches sich an die
Theorien des motorischen Lernens anlehnt.
Die Handlungen des Lehrers oder Trainers und deren gewählte Methode
sollen Schüler und Sportler dazu befähigen, sportmotorische Handlungen zu
erlernen, zu vervollkommnen und am Ende zu stabilisieren, aber auch zu
verändern und sie zu erhalten.
Als Voraussetzung zur Umsetzung von sportmotorischen Handlungen
benötigen Schüler koordinaive und konditionelle Fähigkeiten und
technikrelevante Kenntnisse.
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Ziele des Techniktrainings
Zu den allgemeinen Zielen des Techniktrainings gehört die Aneignung von
neuen technischen Bewegungsfertigkeiten bzw. von Fertigkeitselementen,
die Vervollkommnung von technischen Fertigkeiten bis hin zur
Beherrschung und Stabilisierung der Grundstruktur. Des weiteren sollte die
Stabilisierung der Bewegungsausführung unter zunehmender physischer
und psychischer Belastung trainiert werden. Bei ständig wechselnden
Situationsbedingungen sollen die Schüler dazu befähigt werden,
situationsgerichtete Variationen einer Technik zu erfahren und zu erlernen.
Auch die Anpassung an veränderliche schwer oder nicht antizipierbare
Handlungssituationen durch schnelle geeignete Technikauswahl oder
Technikvariation sind wichtige Ziele des Techniktrainings (vgl. Neumaier
1997).
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Komponenten des Techniktrainings
Zu den wichtigsten Bestandteilen des Techniktrainings gehören das
Technikleitbild, die individuelle und gruppenspezifische Voraussetzungen
und Bedingungen, die Ableitung der Zieltechnik, die Planung des
Techniktrainings und dessen Durchführung sowie die Kontrolle und
Auswertung.
Ehe mit der Durchführung des Techniktrainings begonnen wird, sind einige
vorbereitende Schritte notwendig. Bevor Informationen über die individuellen
und gruppenspezifischen Voraussetzungen und Bedingungen vorliegen,
muss ein Technikleitbild existieren. Ein Technikleitbild sollte so aussehen,
dass es dem Regelwerk der jeweiligen Sportart entspricht und sollte im
Idealfall möglichst ,,
störunanfällig"
gegenüber äußeren und inneren
Bedingungen sein. Es ist immer leichter für einen Sportlehrer, wenn er
eigene Praxiserfahrungen mit der jeweiligen Technik gemacht hat oder er
die Technik bei Leistungssportlern beobachtet hat. Ein Sportlehrer muss
auch die Anforderungen kennen, die eine Technik an den Schülern stellt.
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