FRAGESTELLUNG
Entlang welcher Vektoren verläuft die Verschmelzung von Fernsehen und Internet und führt sie zu intelligenteren Inhalten, die uns zu mündigen Bürgern macht? Erlaubt die Demokratisierung der Medien eine neue Nachhaltigkeit und Solidarität für eine zusammenwachsende Weltgemeinschaft?
SCHLAGWORTE
Unterhaltungsindustrie, Internet, Beteiligungsformen, Verschmelzung von Fernsehen und Internet, Sinn stiftende Inhalte, Vermischung, Fragmentierung und Rückkopplung, Netz, Neuigkeitswerte, Gesamtzusammenhänge, Vernetzung, Aufmerksamkeit, gesamtgesellschaftliches Bewusstsein, Nachhaltigkeit, Solidarität, Weltgemeinschaft.
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INHALT
Vorwort 4
Fernsehen 5
Nachrichten. 7
Datenkapital. 9
Globalisierung. 11
Indiviualisierung 13
Kommunikation. 14
Semantik 16
Spezialisierung 17
Gesellschaftsvertrag 17
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VORWORT
Wird die Unterhaltungsmaschinerie im Internet durch die Rückkopplung mit ihren Konsumenten und die Konkurrenz zu anderen Inhalten und Beteiligungsformen intelligenter, interessanter und verantwortungsvoller werden? Wird uns die Verschmelzung von Fernsehen und Internet tatsächlich eine Verschiebung in Richtung sinnstiftender Inhalte bringen?
Die Hoffnung liegt in der Nähe, welche die verschiedenen Inhalte nun zueinander haben und dass die Demokratisierung, Vermischung, Fragmentierung und Rückkopplung an vielen Stellen inspirierende Kräfte freisetzt. Das Netz ist voll von kurzlebigen Informationen, die vor allem durch ihren Neuigkeitswert erregen. Alle anderen Inhalte hingegen, welche den Blick auf einen sinnvollen Gesamtzusammenhang richten, ziehen durch ihre Vernetzung auf Dauer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Somit mögen sie zu einem gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein beitragen, welches das Fundament einer nachhaltigen und solidarischen Weltgemeinschaft darstellt.
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„Bei aller Schnelllebigkeit und trotz aller neuen und kommenden technischen Entwicklungen - das grundlegende menschliche Bedürfnis, sich zurückzulehnen, zu entspannen und sich unterhalten zu
FERNSEHEN
Die Digitalisierung des Fernsehens geht momentan mit einer Verlagerung ins Internet einher, da hier die technologischen Voraussetzungen für die Interaktivität bereits gegeben sind. Neben dem bisher bekannten Streaming linearer Inhalte etablieren sich bereits On-Demand Angebote auf den diversen Internetseiten der bekannten Senderportale. Der gestreamte Bereich im Stil des alten Fernsehens, bietet lediglich noch eine Ergänzung zu anderen Verbreitungswegen. Die Digitalisierung ist gekennzeichnet durch die immer schneller zunehmende Fragmentierung der Zuschauermärkte, die Entstehung neuer Verbreitungswege, und die Entwicklung gänzlich neuer Unterhaltungsformen. Die Fragmentierung des Mediums verläuft dabei komplementär zu der Spezialisierung der Interessen seitens der Rezipienten. Die bekannten Vollprogramme des Fernsehens werden dabei unrentabel, denn die Erweiterung des Internets um das bewegte Bild bietet in seiner Gesamtheit ein demokratisches und dynamisches Vollprogramm. Was das traditionelle Streaming angeht, wird sich das zeitintensive Zudrönen mit festgelegten Inhalten, auf Dauer nicht gegen das on-Demand Angebot wählbarer Inhalte halten können, da die Akteure einer durch Technologie beschleunigten Gesellschaft, aus Zeitknappheit und Überangebot, dazu tendieren, ihren Interessen gezielter nachzugehen. Diese Entwicklung wird vom Wechsel der Konsumentengeneration beschleunigt, welche durch den Einfluss der neuen Formate nur noch ihre spezifischen Interessen, seien es auch die ihrer Peergroup, nachzugehen gewohnt sind, und für die eine mangelnde Interaktion unbefriedigend geworden ist. Das Streaming-Format wird natürlich in allen Sparten immer noch seine Zielgruppen finden, wobei ein kontemplatives „sich berieseln lassen“ im Vordergrund stehen wird, eine Art Entspannungsfernsehen. Alteingesessene Sender und Produktionsfirmen, die auf Unmengen preiswerten Archivmaterials zurückgreifen können, wie z.B. die BBC, haben hier sicher einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Dieser Vorsprung traditioneller Senderfamilien, in Form archivierten Materials, wird jedoch, aufgrund der Konkurrenz zu freien Inhalte im gleichen Medium, auf Dauer keine direkte Rendite erzielen können. Das On-Demand Angebot wächst derzeit im Verhältnis zu der Anzahl gestreamter Inhalte rasant an, wobei die Finanzierung über Pay-per-View oder Werbeeinblendungen läuft. Werbeschaltende Firmen kooperieren direkt mit individuellen Clipproduzenten, wobei der ehemalige Umweg über Produktionsfirmen oder Kanalbetreiber umgangen wird. Filmemacher und Künstler werden direkt gesponsort, was in vielen Fällen die Grenze zwischen Werbeclip und Kunstprodukt verwischt. Dabei stellt sich die Konkurrenz zu den kleinen Produzenten, für die Großen meist als Wettbewerbsnachteil heraus, denn auch individuelle Produzenten können heute preiswert,
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qualitativ hochwertiges Material, mit meist höherem Innovationsgrad erzielen. Wächst die Flexibilität größerer Strukturen, wächst aber auch ihre Anziehungskraft auf Kreative. Es ist zu hoffen und dies lässt sich heute schon an vielen gereiften Internetkonsumenten beobachten, dass durch das gezielte Wählen, zum einen die Medienkompetenz gefördert wird, zum anderen der zeitintensive Umgang mit dem Überangebot, ein Bewusstsein für Lebensaspekte jenseits des Medienkonsums fördert. Rezipienten werden sich in Zukunft ihre Inhalte nach ihren Interessen auswählen, und auch bereit sein, für die spezifischen Beiträge direkt zu bezahlen, in Form von Werbegenuss, Kauf, Sponsoring oder Spende. Und obwohl jeder nur sieht, was er sehen will, kann dieses fragmentierte System, im Verhältnis zu den realen Kosten, eine höhere Rendite erzielen, als das alte, da es effizienter und gezielter arbeitet. Eine Win-Win Situation. Die jederzeit abrufbaren Informationen stellen sich aber vor allem aus zwei Richtungen als wichtige gesellschaftliche Entwicklung heraus; einerseits schafft dieses immer offene Gedächtnis, der Gesellschaft als Ganzes und den Individuen im besonderen, die Möglichkeit der Erinnerung, was gerade in Form von Bildern und Tönen, ein starkes Bewusstsein für historische und überregionale Zusammenhänge ermöglicht. Zum zweiten verschiebt sich durch die Speicherung, unterstützt durch die semantischen Verknüpfungen, der Mehrwert des Netzes vom aktuellen Prozess, hin zu seiner zusammenhängenden Struktur und den Möglichkeiten des Informationsvergleiches. Das Nebeneinander der Schrift- und Bildzeichen, das Aneinandergrenzen der Bücher mit dem Fernsehen, mag auf Dauer dafür sorgen, das die Reflexionsbereitschaft der Massen zunimmt, da sie stets der Gefahr ausgesetzt sind, versehentlich, an die für komplexere Zusammenhänge nötigen Informationen zu stoßen. Die Entscheidung für ein digitales BILD-, SPIEGEL-, SÜDDEUTSCHE-, LE MONDE DIPLOMATIQUE-, oder HEISE-Abonnement bleibt zwar immer noch dem Leser überlassen, doch führen Suchfunktionen zu vergleichenden Methoden, welche die Grenzen des Bewusstseins und die individuellen Interessen zu vertiefen im Stande sind. All die Faktoren hängen natürlich maßgeblich von den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ab, denn solange das ewig Neue seine willigen Abnehmer findet, wird es sich natürlich auch finanzieren lassen.
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Arbeit zitieren:
Master (Diplom) Alec Crichton, 2008, Heterarchie der Kommunikation - Die Verschmelzung von TV und Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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