Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschichte, Entstehung und Wortschatz 3
2.1. Arabisch 3
2.2. Maltesisch 3
2.3. Wortschatz 4
3. Grammatische Kategorien 5
3.1. Definitheit 5
3.2. Person 7
3.3. Genus 9
3.4. Numerus 10
3.5. Komparation 13
3.6. Kasus 14
4. Fazit 15
5. Literatur 16
6. Anhang 17
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1. Einleitung
Maltesisch und Arabisch gehören zu den nordarabischen Sprachen, die zu den semitischen Sprachen zählen und somit zur Sprachfamilie der afroasiatischen Sprachen. Diese umfassen 350 Sprachen mit ca. 350 Millionen Sprechern in Nordafrika, Arabien und dem Nahen Osten. Es dürfte darum so manchen in Erstaunen versetzen, dass eine arabische Sprache Amtsprache der Europäischen Union ist.
Die Abspaltung des Maltesischen vom Arabischen vollzog sich jedoch vor über 1000 Jahren, weswegen sich die Frage stellt, inwieweit man es noch zu den arabischen Sprachen zählen kann. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, verschiedene grammatische Kategorien beider Sprachen miteinander zu vergleichen. Damit sollen bestehende Unterschiede und Ähnlichkeiten herausgearbeitet werden, um eine Aussage über den Grad der noch bestehenden Verwandtschaft in diesen Bereichen treffen zu können. Aus Gründen des Platzes und der Übersicht, wird auf die Erläuterung der jeder Sprache eigenen zahlreichen Sonderfälle und Ausnahmen verzichtet. Die Beispiele in arabischer Sprache wurden nach DIN 31635 transliteriert.
2. Geschichte, Entstehung und Wortschatz
2.1. Arabisch
Wie der Name schon andeutet, entstand die arabische Sprache und Schrift ab dem vierten Jahrhundert nach Christus auf der arabischen Halbinsel. Es gibt Vermutungen, dass die Anfänge sogar schon im ersten Jahrhundert nach Christus liegen (vgl. Versteegh 1997: 32). Anfangs hauptsächlich als Dichtersprache gebräuchlich, wurde sie mit der Ausbreitung des Islams ab dem siebten Jahrhundert bis an die Grenzen Europas und im Falle Spaniens auch darüber hinaus getragen. Die endgültige Festlegung der arabischen Grammatik und Orthographie erfolgte im 9. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit entwickelten sich jedoch aufgrund der räumlichen Entfernung und wirtschaftlicher Faktoren (z.B. das Sesshaftwerden von Nomaden) aus dem im Koran gebräuchlichen klassischen Hocharabisch zahlreiche, unter-einander teilweise unverständliche Dialekte des Arabischen. Das klassische Hocharabisch hat sich dennoch, wohl dank des Korans, als im gesamten arabischen Raum gebräuchliche Schriftsprache erhalten - mit an die heutige Zeit angepassten Wortschatz. Dieses Phänomen wird als Diglossie bezeichnet.
Die folgende Analyse wird ebenfalls Hocharabisch als Grundlage haben.
2.2. Maltesisch
Die maltesische Sprache hat sich aus einem maghrebinischen Dialekt des Arabischen entwickelt. Die Insel Malta wurde im Jahr 870 von nordafrikanischen Arabern erobert, welche die gesamte byzantinische Bevölkerung töteten. Ihre Herrschaft währte nur etwas mehr als zwei Jahrhunderte, bis 1090. Bis zur Unabhängigkeit 1964 fiel die Insel abwechselnd in
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den Herrschaftsbereich von Normannen, Deutschen, Franzosen, Italienern und Engländern. Die größten Einfluss auf den Wortschatz hatte jedoch das Italienische. Der Wortschatz besteht heutzutage zu 70 Prozent aus Wörtern arabischen Ursprungs, 20 % kommen aus dem Italienischen und 10 Prozent aus dem Englischen. Da der Einfluss des Islam schon früh abbrach, hat sich das Maltesische zu einer eigenständigen Sprache entwickelt. Dies zeigt, welche Bedeutung der Islam und insbesondere der Koran für die Einheit der arabischen Sprache besitzt. Seit 1914 ist Maltesisch außerdem die einzige semitische Sprache, die das lateinische Alphabet verwendet (mit Sonderzeichen).
2.3. Wortschatz
Das erste Anzeichen für die Verwandtschaft zwischen der maltesischen und der arabischen Sprache ist die Ähnlichkeit im Wortschatz. Hier ein paar Beispiele:
Aus Zeit- und Platzgründen wird es im Rahmen dieser Arbeit leider nicht möglich sein, weitere Wortschatzvergleiche durchzuführen. Dafür wären umfangreiche Computeranalysen notwendig. Zudem liefern schon die unterschiedlichen Grammatiken eine Bandbreite an Möglichkeiten des Vergleichs.
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3. Grammatische Kategorien
3.1. Definitheit
Die maltesische Sprache unterscheidet zwischen definiten und indefiniten Nomen und Adjektiven. Ein unbestimmter Artikel existiert nicht. Der bestimmte Artikel lautet „l“, der abhängig vom zu bestimmenden und vorangegangenen Wort seine Form ändert. Er wird mit einem Bindestrich an das Nomen oder Adjektiv affigiert. Fängt das Wort mit einem Vokal an, wird „l-“ vorangestellt (1), fängt es mit einem Konsonanten an, ändert sich der bestimmte Artikel zu „il-“ (2). Endet das vorangehende Wort auf einen Vokal, fällt das „i“ wieder weg, wie (3) zeigt (vgl. Fabri 1993: 41).
(2) il-ktieb (3) il-bozza l-ħamra (4) ktieb (1) l-omm DEF-Mutter DEF-Buch DEF-Birne DEF-rot Buch die Mutter das Buch die rote Birne ein Buch
Fängt das zu bestimmende Wort mit den Konsonanten d, t, s, z, š, ts, tš, n oder r an, findet eine Assimilation durch den bestimmten Artikel statt:
(5) dinja (6) zija id-dinja iz-zija Welt DEF-Welt Tante DEF-Tante eine Welt die Welt eine Tante die Tante
Auch hier fällt das „i“ wieder weg, wenn das vorangegangene Wort mit einem Vokal endet. Wie später deutlich wird, treten hier verbliebene arabische Lautregeln zutage. Definitheit wird im Maltesischen nicht nur am Substantiv, sondern auch am Adjektiv markiert, wie Beispiel (3) zeigt. Ist das Substantiv definit kann es das Adjektiv auch sein, muss es aber nicht. Hier spielen komplexe semantische und pragmatische Faktoren eine Rolle, die an dieser Stelle nicht weiter analysiert werden können.
Im Arabischen gibt es ebenfalls keinen unbestimmten Artikel. Der bestimmte Artikel lautet „’al“ ْ َل und ist nach Genus, Kasus und Numerus unveränderlich. Er wird direkt an das Wort affigiert, ohne Bindestrich. In den Beispielen wird der Bindestrich trotzdem verwendet, um Wort und Artikel besser unterscheiden zu können (vgl. Schulz 2004: 126f). Gelegentlich gibt es Diskussionen darüber, ob „’al“ überhaupt als Artikel bezeichnet werden kann, da es nie alleine steht, sondern immer als Affix auftritt. So gibt es Vorschläge, den Begriff „Bestimmtheitsmarkierung“ zu verwenden (vgl. Maas/Selmy/Ahmed 2000: 16). Da diese Frage hier jedoch nicht von Belang ist, werden wir das nicht tun und weiter von Artikeln sprechen.
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Arbeit zitieren:
Johny Varsami, 2007, Grammatische Kategorien: Vergleich Arabisch - Maltesisch, München, GRIN Verlag GmbH
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