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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Leben der Frau im Mittelalter: ein Überblick
2.1. Fürstinnen, Städterinnen und Heilige - zwei Portraits
2.2. Ärztinnen im Mittelalter
2.3. Schulmeisterinnen
2.4. Prostituierte
3. Das Alltagsleben der Städterin (12. bis 17. Jahrhundert)
3.1. Die Armen
3.2. Zünfterinnen
3.3. Kaufmannsgattinnen
4. Fazit
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1. Einleitung
Das vielseitige Leben der Frauen im Mittelalter wird sehr oft unzureichend debattiert und bei uns trat das Gefühl auf, dass den damaligen Frauen zu wenig Respekt und Aufmerksamkeit gezollt wird. Das Ziel unserer Hausarbeit soll die Heranführung an ein Thema sein, dass uns auch noch heute gegenwärtig ist, der Aufgabenbereich der Frau und die damit eventuell verbundene Emanzipation. Frauen im Mittelalter werden allzu oft als unselbständig und von den Männerdomäne unterdrückt. Wir glauben, dass letzteres sehr oft zutreffend ist, jedoch beweisen Biographien das Gegenteil und zeigten uns, dass Frauen auch vor vielen hundert Jahren Mut, Selbstdisziplin und vor allem Intelligenz besaßen. Informationen zu diesem Thema bekamen wir ausschließlich von gedruckten Quellen. Diese Informationen mussten wir teilweise in das Hochdeutsche übersetzen, jedoch entfiel diese Aufgabe bei den meisten Werken, die wir als Informationsquellen herangezogen haben. Im Laufe dieser Hausarbeit beschäftigen wir uns zunächst mit der allgemeinen Darstellung des durchschnittlichen Frauenlebens, um einen Überblick über Tätigkeiten der Frau zu verschaffen. Die Heranziehung zweier Biographien nutzten wir, um zu zeigen, dass bedeutende Persönlichkeiten aus dem Mittelalter auch Frauen sein konnten. Frauen fanden sich in den verschiedensten Berufszweigen wider, was wir durch die Auflistung verschiedener Berufe zeigen möchten, um auch die negative Seite des Lebens erläutern und darzustellen zu können.
Frauen befinden sich schon seit vielen hundert Jahren im Berufsleben und belegten wichtige Positionen im Handwerkswesen und als Kaufmannsfrauen. Unsere Hausarbeit beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten der Arbeit und Organisation, denen sich die Frauen unterwarfen, um Erfolg zu haben, bzw. weil sie eine Familie alleine ernähren mussten.
2. Das Leben der Frau im Mittelalter: ein Überblick
Die Stellung der Frau nach germanischer Sicht basierte auf das soziale Umfeld, in dem sich die jeweiligen Frauen aufhielten. Im heutigen 20. Jahrhundert sind Frauen genauso unerlässlich wie im Mittelalter. Frauen waren auf dem Land, in der Politik genauso zu treffen wie im Kloster, Stift und als Mägde auf Höfen, ebenfalls als hörige Bauersfrauen. Demgemäss mussten die Frauen unterschiedlich hart um das tägliche Leben kämpfen und mussten mit den alltäglichen Problemen zurechtkommen, die die heutige, moderne Frau zum Teil noch immer belasten.
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Im Mittelalter war die Frau nicht rechtlos, jedoch rechtlich handlungsunfähig, die Frau durfte vor Gericht nicht selbständig auftreten und ihr Vermögen nicht verwalten, was demzufolge bedeutete, dass ihr Erbrecht ebenfalls eingeschränkt war. Hier ist wiederum zu erwähnen, dass sich die Frau gemäß ihres Umfeldes fügen musste, denn jede Umgebung hatte andere Regeln und Normen.
Die am wenigsten beachteten Frauen waren die Mägde und Bauersfrauen, deren Rechte in langen Diskussionen viel später durchgesetzt wurden als beispielsweise in der Stadt. Die Tätigkeiten dieser erwähnten Frauen waren absolut geschlechtsspezifisch, da sie sich hauptsächlich der Binnenwirtschaft zuwenden mussten. Frauen bereiteten das Bad, sie mahlten das Getreide auf der Handmühle, brauten das Bier, sie putzten und kochten und mussten bei den alljährlichen Ernten eine tatkräftige Hilfe sein. Bauernfamilien waren im Vergleich zu den großen Familienverbänden des Adels klein, wobei selbst grundhörige Bauern dennoch Knechte und Mägde besaßen. Durchschnittlich zogen die Frauen drei bis vier Kinder auf, was immer Früh- oder Totgeburten beinhaltete bzw. Tod eines der Kleinkinder aus anderen Gründen. Das Verhalten zwischen Eltern und Kind war liebevoll und herzlich. Die große Anzahl der Kinder, die insgesamt in einer Ehe geboren wurden, der Tod so vieler Säuglinge und Kleinkinder hatte natürlich zur Folge, dass dem einzelnen Kind nicht das große Maß elterlicher Liebe zukam wie heute, aber auch damals traf der Tod kleiner Kinder die Eltern schwer.
Starb das Oberhaupt der Familie, rückte die Ehefrau mit dem Tod ihres Mannes an dessen Stelle, gab sie aber oft an einen der Söhne ab, der dann Mutter und Geschwister solange bei sich behielt, bis dieser eine eigene Familie gründete. Auch an diesem Beispiel ist die Vorrangstellung des Mannes unverkennbar, dennoch stieg das Ansehen der Frau mit ihrem Alter an.
Die Frauen waren selbst über die Stadtgrenze hinaus sehr gesellig. Während die Männer sich trafen, um politisch zu diskutieren, verlangte es den Frauen eher nach Klatsch und Tratsch, den sie oftmals bei der örtlichen Mühle austauschten. Die Mägde nahmen eine wichtige Funktion im Kommunikationssystem der Gemeinde wahr, denn oftmals erledigten sie die Botengänge innerhalb des Dorfes und hatten die Möglichkeit, Informationen auszutauschen.
Die Stellung der Frau und der damit verbundene Aufgabenbereich war in der Stadtgesellschaft grundverschieden. Es war ein Unterschied, ob die Frau in einer Großstadt, Kleinstadt oder in einer Handelsstadt lebte. Stadtfrauen kamen eher in den Genuss einer höheren Stellung als Frauen, die auf dem Land lebten und somit einer härteren Arbeit
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ausgesetzt waren. „Die Stadtfrauen“ bekamen frühzeitig in den Genuss des Luxus, der zunächst in die Städte kam bevor die Menschen auf dem Land Erfindungen nutzen konnten. Es ist sehr interessant zu erfahren, dass Frauen im späten Mittelalter in einigen Städten vor Gericht voll anerkannt wurden. Vor Gericht galt in Köln das Zeugnis der Frau ebensoviel wie das eines Mannes. In wirtschaftlichen und Handelsangelegenheiten wurde ihre eidliche Aussage voll anerkannt, was leider nicht überall der Fall war. Die Stadt Köln informierte sogar die Stadt Metz und Antwerpen, das Frauenzeugnis grundsätzlich anzuerkennen. Die Rechtsfähigkeit der Frau war in Köln ungewöhnlich hoch. Als Besonderheit des Kölner Rechts kann gelten, dass Frauen auch Testamentsvollstrecker sein konnten. Ebenfalls durften Frauen Vormund sein, über eigene wie fremde Kinder, häufig neben weiteren Personen, gelegentlich allein. In der Stadt Köln profilierten sich die Frauen erstaunlich gut. Die Frauen nahmen im Dienste der Stadt die unterschiedlichsten Aufgaben wahr. So waren, wieder in Köln, gegen Ende des 14. Jahrhunderts Conegundis und Sophia als „candelatrix“ tätig - sie zündeten die beiden einzigen Laternen an, die es zu dieser Zeit gab. Frauen arbeiteten auch als Wirtinnen, und zwar nicht nur als Schankwirtinnen, als sog. „Krogersche“, wie es in Lübeck oft vorkam, sondern auch als Kommissionärinnen wie in der Stadt Köln. Diese Wirtinnen nahmen Waren auf Lager und verkauften sie für ihre Auftraggeber. Sie galten als Beamtinnen, da sie vom Rat beeidigt wurden. In Köln übten diese Tätigkeit, eigentlich eine Männerdomäne, sehr viele Frauen aus. Trotz allem betätigten sich die Frauen nur wirtschaftlich, denn an den Unruhen, Kriegen, politischen Auseinandersetzungen und Revolutionen haben sie keinen nachweisbaren Anteil genommen. Zudem verdienten Frauen nicht sehr viel Geld, obwohl es kaum Wirtschaftszweige gab, in denen sie nicht zu finden waren. In Köln fungierten Frauen zumeist als Garnmacherinnen, Goldspinnerinnen und im Seidengewerbe. Besonders die Goldspinnerei und die Seidenstickerei waren in Köln von Anfang an Frauenarbeit und wurde von den Männern weitesgehend gemieden. In Mitteleuropa wohnten auf dem Land auch Herren, Ritter, Amtleute und Schultheissen. Zum Dorf gehört die Kirche mit Pfarrhof und Zehntscheune, in den Einzelhofgebieten ein kleines Zentrum um die Kirche gruppierter Häuser. Die bäuerliche Bevölkerung selbst ist geschichtet: in Vollbauern, Seldner oder Kötter, in wohlhabende Pächter und arme Zinsbauern, wieder der jeweiligen Region entsprechend. Erwähnenswert ist es, dass schwangere Frauen ganz besondere Behandlungen genossen. Die Frauen durften sich aus dem herrschaftlichen Weinberg Trauben abschneiden und ihre Männer im Herrenweiher einen Fisch für sie fangen. Der Hof zu Hillenheim in der Eifel öffnete u.a. seine Pforten für die Schwangere in Kriegszeiten, wobei sie dort bleiben
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durfte, bis die Gefahr gebannt war. Ein Weistum wies die Bäcker an, der Schwangeren den Teig zu kneten und ihr, während sie warten musste, einen Sessel mit einem Kissen hinzustellen. Im allgemeinen ist es ersichtlich, dass vor allem schwangere Frauen ein leichteres Leben hatten.
Die Frauen besaßen kein Stimmrecht in der Gemeinde. Sie waren zur Aussage über ihre Morgengabe und über Notzucht zugelassen, vielerorts auch zur Ablegung eines gerichtlichen Zeugnisses fähig, wobei sich die Frauen in den grundherrlichen Gerichten einzufinden hatten und dort auch ihren durch Not verhinderten Ehemann vertreten durften. Nach Johannes Bolmus (um 1500) 1 war die Lage der Bauern recht bedauernswert und hart. „Ihre Hütten bestehen aus Lehm und Holz, ragen wenig über die Erde empor, sind mit Stroh bedeckt. Geringes Brot, Haferbrei, gekochtes Gemüse ist ihre Speise, Wasser und Molken ihr Getränk. Ein leinener Rock, ein Paar Stiefel, ein brauner Hut ist ihre Kleidung.“ Wiegelmann dagegen errechnet für das 16. Jahrhundert einen enorm hohen Fleischgenuss, hierbei könnte es sich auch nur um diverse Festspeisen gehandelt haben. Tatsache ist, dass es sehr schwierig ist, generelle Erklärungen über das tägliche Leben im Mittelalter zu treffen, da Quellen schon vor Jahren entweder unzureichend oder falsch interpretiert wurden. Letzteres wird vor allem in der heutigen Zeit revidiert, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen.
2.1. Fürstinnen, Städterinnen und Heilige - zwei Portraits
Elisabeth von Thüringen
Im Mittelalter traten sich viele Frauen durch besondere Dienste hervor und sich noch heute eine Legende für sich. Elisabeth, thüringische Landgräfin und Heilige, lebte nur 25 Jahre und die Taten, der im Jahre 1207 geborenen, ungarischen Königstochter, werden noch heute gerühmt. Elisabeth wurde im Alter von vier Jahren nach Thüringen geholt, wobei schon in diesen Jahren ihre Hochzeit, aus politischen Gründen, mit dem Landgrafensohn Ludwig vereinbart wurde. Manches deutet darauf hin, dass Landgraf Hermann mit dieser Ehe vor allem das Bündnis mit der Familie Andechs-Meranien, der Elisabeth mütterlicherseits entstammte, bekräftigen wollte.
Selbst in ihrer Kindheit unterschied Elisabeth sich von den anderen Kindern, ihren Altersgenossen. Elisabeth soll sich altersgemäßen Kinderspielen, durch die Flucht in die
1 Ennen, E; Frauen im Mittelalter, C.H. Beck, München, 1984, S. 223
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Arbeit zitieren:
Nicole Rümpker, 1999, Das Leben der Frauen im Mittelalter - Zünfterinnen und Kaufmannsgattinnen, München, GRIN Verlag GmbH
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