Inhaltsverzeichnis
1. Das Schilfröhrricht. 3-5
1.1 Allgemeine Definition/Ökologische Bedeutung. 3-4
1.2 Gefährdung. S.5
1.3 Schutz. S.5
2. Der Auwald. 6-7
2.1 Allgemeine Definition/Ökologische Bedeutung. S.6
2.2 Gefährdung. S.6
2.3 Schutz. S.7
3. Die Riedwiese/Feuchtwiese. 8-13
2.1 Entstehung. S.8
2.2 Ökologische Bedeutung. S.9
2.3 Gefährdung. S.10
2.4 Schutz. S.12
Das Wollmatinger Ried - Riedwiesen, Röhrricht und Auwald 2
Röhricht
Allgemeine Definition/Ökologische Bedeutung
Das Schilfrohr gehört zur Familie der Süßgräser und ist einer der größten Vertreter dieser Pflanzengruppe. Eine große Ansammlung von Schilfrohr bezeichnet man als Röhricht. Von Natur aus würde Schilfrohr rund um den Bodensee wachsen, mit Ausnahme des Obersees, wo die Uferböschung zu steil und zu grobkörnig ist. Obwohl die Halme sehr leicht sind, haben sie dennoch genügend Festigkeit um drei bis fünf Meter hoch zu werden. Grundsätzlich wächst Schilf in flachem Wasser, es kann aber auch in Tiefen von ein bis zwei Meter gedeihen. Außerdem kann es drei bis vier Zentimeter am Tag wachsen, was außerordentlich schnellwüchsig ist. Die Frühjahrstriebe von Schilf treiben erst bei Lufttemperatur von 8-10°C aus. (Zum Vergleich: Wiesen und Wälder schon bei 5°C.) Auch die weitere Entwicklung verläuft verzögert. Die Blütezeit liegt in August oder September. Bei der Vermehrungsweise gibt es drei unterschiedliche Varianten:
1. Rezomenverbreitung: Die Verbreitung erfolgt über die Wurzelstöcke. Die neue Pflanze hat das gleiche genetische Material. So kann es vorkommen, dass ganze hektargroße Gebiete genetisch identisch sind.
2. Vegetative Vermehrung: Teil eines Schilfrohrs (Steckling), der sich von der Pflanze löst/abschneidet und woanders selbstständig Wurzeln schlägt.
3. Generative Vermehrung (Verbreitung über Samen) : Der
Das Wollmatinger Ried - Riedwiesen, Röhrricht und Auwald 3
Samen ist erst im Januar reif. Obwohl eine Schilfrispe tau-
sende von Blüten hervorbringt, ist der Samenansatz meist nur sehr gering.
Auch dient der Schilfgürtel rings um den Bodensee als eine Art “biologische Kläranlage” und bildet gleichzeitig als natürliche “Uferverbauung” den besten Schutz gegen Erosionen. Schilfröhricht ist eine Monokultur. Es gibt nur vereinzelt noch weitere Pflanzen im Röhricht. Dazu zählen zum Beispiel die Zaunwinde und das nach Deutschland eingeschleppte Springkraut, die hier nur überlebt weil sie auf etwas Anderes spezialisiert ist als die heimischen Pflanzen und daher keine Konkurrenz hat. Diese Monokultur lässt sich darauf zurückführen, dass Schilfrohr sehr robust ist und eine der Pflanzen ist, die auch Überflutungen standhalten. Auch durch seine enorme Höhe und ungeheure Ausläufervermehrung ist das Schilf anderen Pflanzen in seinem Lebensraum überlegen.
Ein weiterer Vorteil im Vergleich zu Landpflanzen ist, dass das Schilfrohr auch bei großer Hitze im Sommer immer genügend Wasser zur Verfügung hat. Es ist daher in der Lage auch bei starker Sonneneinstrahlung Fotosynthese zu betreiben, im Gegensatz zu Landpflanzen, die bei großem Wasserverlust die Spaltöffnung ihrer Blätter schließen, wodurch sie auch kein Kohlendioxid für die Fotosynthese aufnehmen können. Schilfröhricht betreibt daher mehr Fotosynthese als ein vergleichbarer Buchenwald. Schilf lagert 2/ 3 der gebildeten Nährstoffe in seinen Rezomen (unterirdisches Stengelgeflecht).
Das Schilfröhricht bietet viele unterschiedliche Lebensräume für zahlreiche Tierarten, dass heißt es gibt viele ökologische Nischen. Es bietet Brutraum für Enten, Rohrsänger, Laichplatz für Fische und Amphibien und Nahrungsraum für spezialisierte Insekten und Spinnen.
Das Wollmatinger Ried - Riedwiesen, Röhrricht und Auwald 4
Gefährdung
Durch Strandbäder, Hafenanlagen usw. sind große
Lücken im
Schilfgürtel des Bodensees entstanden. Doch es gab noch weitere Faktoren, die große Teile des Röhrrichts absterben ließen. Es blieben riesige Stoppelfelder am Seeufer zurück. In erster Linie führte man dieses Absterben auf die Überdüngung (Eutrophierung) des Sees zurück. Um dem entgegenzuwirken, ergriff man folgende Gegenmaßnahmen: Man mähte das Röhricht großflächig ab oder verbrannte weite Flächen, um die Regenerierung zu fördern. Wie man später herausfand, war jedoch ein ungewöhnlich frühes stürmisch verlaufendes und langanhaltendes Hochwasser für das Absterben des Schilfröhrichts verantwortlich. Das Wasser stieg dabei schneller als die jungen Pflanzen wachsen konnten. Die Folge davon war, dass die Pflanzen verfaulten. Schilf kann nur überleben, wenn es Blätter über der Wasseroberfläche besitzt und Nährstoffe bilden kann. Ein weiteres Problem war auch, dass durch die Lücken im Schilfgürtel das Wasser ungehindert an das Ufer des Bodensees klatschte. Dadurch wurden Erosionen ausgelöst und die überlebenden Schilfbestände und Uferbäume unterspült. Außerdem bildeten sich vielerorts hohe Kliffkanten.
Schutz
Um den heute gefährdeten Schilfbestand zu schützen, legt man große neue Schilfflächen an. Man versucht die Uferpartien möglichst naturnah befestigt, jedoch gelingt es nicht sie naturgetreu nachzuahmen. An manchen Stellen beseitigt man sogar
Ufermauern, um Standorte für neues Schilfröhricht zu schaffen. Mittlerweile versucht man von vornherein das Schilfröhricht zu schützen, bevor es zu einer Zerstörung kommt. Man versucht heute die unnötige Bebauung von Gebieten, in denen Schilfröhricht vorkommt, zu unterlassen. Besonders durch Naturschutzgebiete wie beispielsweise das Wollmatinger Ried wird für die Erhaltung des Schilfröhrichts gesorgt.
Das Wollmatinger Ried - Riedwiesen, Röhrricht und Auwald 5
Arbeit zitieren:
Jonas Schubach, 2008, Riedwiesen, Röhricht und Auwälder am Beispiel des Wollmatinger Rieds, München, GRIN Verlag GmbH
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