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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Biographie des Autors 3
3 Hintergrund zur Erzählung und historische Einordnung 5
4 Inhaltsangabe 6
5 Analyse: Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der
wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre 6
5.1 Die einzelnen Charaktere im Überblick 7
5.1.1 Die Zhangs 7
5.1.1.1 Frau Zhang 8
5.1.1.2 Herr Zhang 8
5.1.2 Sekretär Li 9
5.1.3 Die zweite Schwägerin Li 10
5.1.4 Die Haushälterin 10
5.2 Sprache und Erzählperspektive 10
5.3 Die Position der wohlhabenden Chinesen gegenüber den ärmeren Schichten und
Mao Duns Kritik an der Guomindang-Regierung 11
5.4 Weitere Kritikpunkte und Intention des Autors 14
6 Fazit 15
7 Literaturverzeichnis 17
3
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit über die Kurzgeschichte „Unrecht“ (chinesisch: N/ weiqu), welche der Feder des chinesischen Schriftstellers Mao Dun entspringt, behandelt die Auseinandersetzung des Autors mit der vermögenden Schicht Chinas, die sich sowohl desinteressiert als auch ignorant gegenüber der ärmeren Mitbevölkerung gibt. Die Analyse dieser Auseinandersetzung erfolgt daher unter dem Thema „Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre“. Zunächst wird die Biographie des Autors ausführlich dargelegt. Dann erfolgen eine Erläuterung des historischen Rahmens von „Unrecht“ sowie eine Inhaltsangabe der Geschichte. Im Anschluss daran widmet sich der Hauptteil der Arbeit der Analyse von „Unrecht“, bei der zuerst eine ausführliche Charakterisierung aller in der Handlung auftretenden Akteure und darauf eine Beschreibung von Sprache und Erzählstil folgen. Mit der kritischen Herausarbeitung der Einstellung der vermögenden Schicht gegenüber der armen Landbevölkerung soll im Besonderen Aufschluss über die gesellschaftlichen Hintergründe und das Verhältnis zwischen den armen und den reichen Bevölkerungsteilen zu diesem Zeitraum der chinesischen Geschichte gegeben werden. Die Analyse schließt dann mit einer Darstellung weiterer, in der Geschichte auftretender Kritikpunkte an der Regierung und eine kurzen Zusammenfassung der Intention des Autors. Den Abschluss der Arbeit bildet dann ein persönliches Fazit.
2 Biographie des Autors
Mao Dun (J*) wurde als Shen Dehong (ÿ«o), mit Höflichkeitsnamen Shen Yanbing am
04. Juli 1896 in Qingzhen, im Distrikt Tongxiang der Provinz Zhejiang als Sohn eines Arztes,
Shen Yongxi, und einer Lehrerin, Chen Aizhu, geboren, die ihm sowohl eine moderne als auch traditionelle Schulbildung ermöglichten. Nach dem Abschluss der Mittelschule 1913 in Hangzhou nahm er ein Studium der Naturwissenschaften an der Beijing Daxue auf, brach es aber zwei Jahre später aufgrund finanzieller Probleme ab und bewarb sich erfolgreich als Redakteur und Übersetzer bei dem renommierten Verlag „Commercial Press“ in Shanghai. Im Februar 1918 heiratete Shen Dehong Kong Dezhi und zog später mit ihr und seiner Mutter nach Shanghai. Kurz nach ihrer Gründung in Shanghai im Jahr 1921, trat er in die neu gegründete Kommunistische Partei Chinas (kurz: KPCh) ein und schuf zusammen mit Ye Shengtao, Wang Tongzhao, Zheng Zhenduo und Zhou Zuoren die „Literarische
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Studiengesellschaft“, die sich dem Studium, der Publikation und Redaktion von Weltliteratur widmete. Als mediales Organ dieser Gesellschaft fungierte die eigens publizierte „Monatszeitschrift für Erzählkunst“ (<&Õ), die Shens erster Beitrag zur chinesischen Literatur darstellte. In den 20er Jahren entschloss sich Shen Dehong zu dem Pseudonym Mao Dun (©*, zu Deutsch Widerspruch), den er aufgrund der widersprüchlichen Verhältnisse in China zu jener Zeit wählte. Später noch änderte ein Freund die Zeichen seines Pseudonyms zu J*, um ihn vor der Gefahr politischer Verfolgung zu schützen. 1925 engagierte sich Mao Dun bei der Bewegung des 30. Mai und nahm auch an einer öffentlichen Protestkundgebung teil. Weitere, aktive politische Schritte unternahm Mao Dun dann im Januar 1926 als Shanghaier Abgeordneter im 2. Nationalen Kongress der Guomindang (kurz: GMD). Nach dem Kongress blieb er in Kanton als Sekretär von Mao Zedong, dem Direktor der Propagandaabteilung der GMD, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine Einheitsfront mit der Kommunistischen Partei Chinas gebildet hatte. 1927 veröffentliche er seine erste Erzählung mit dem Titel „Shi“ (°, zu Deutsch „Verdunklung“). Nach dem Bruch der Einheitsfront im Juli 1928, trat Mao Dun aus der KPCh aus und siedelte nach Japan über. 1930 kehrte er nach Shanghai zurück und trat der „Liga linksgerichteter Schriftsteller Chinas“ bei und versuchte erfolglos, seinen Austritt aus der KPCh rückgängig zu machen. Während dieser Zeit publizierte er zahlreiche Werke, darunter 1930 „hong“ ( , „Regenbogen“) oder „Chuncan“ (Ó, „Seidenraupen im Frühling“) im Jahr 1932. Sein bedeutendstes Werk „Ziye“ ( ʪ), welches hierzulande unter „Shanghai im Zwielicht“ bekannt ist, veröffentlichte Mao Dun 1933. Während des zweiten sino-japanischen Krieges von 1937 bis 1945 hielt er sich vorwiegend in den von den Guomindang kontrollierten Gebieten auf, war aber nach Kriegsende dazu gezwungen nach Hong Kong zu gehen. Mit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs und der Ausrufung der Volksrepublik China am 01. Oktober 1949 wurde Mao Dun ein Ministerialposten, nämlich der des Kulturministers, zuteil. Darüber hinaus wurde er zum Vorsitzenden des chinesischen Schriftstellerverbandes gewählt. Das Amt des Kulturministers übte er bis 1964 aus, dann schied er im Zuge einer Kritikkampagne gegen die Filmversion von „Der Laden der Familie Lin“, welchem Bourgeoisiebeschönigung vorgeworfen wurde, aus. Von direkten Attacken und Verunglimpfungen während der Kulturrevolution war Mao Dun kaum betroffen. Er starb im Alter von 85 Jahren am 27. März 1981 in Bejing. Erst posthum wurde er am 31. März 1981 wieder in die KPCh aufgenommen. 1 1 Vgl. Ballhaus, Dorothee: Die moderne Frau im Frühwerk des Schriftstellers Mao Dun. In: Chinathemen Band
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3 Hintergrund zur Erzählung und historische Einordnung
Die Handlung von „Weiqu“ ($U, Unrecht) spielt an einem regnerischen Nachmittag im April 1943 vermutlich in einem Haus in Chongqing. Die Erstveröffentlichung von „Weiqu“ fand in der „Wenxue Chuangzao“ (eÛK2) 2: 3 im Jahr 1943 statt. 2 Historisch umrahmt wird dieser Zeitpunkt von der sich anbahnenden Endphase des 2. sino- japanischen Krieges, der von Juli 1937 bis zum 15. August 1945 Ostasien erschütterte. Die Regierung der Republik China und Teile der Bevölkerung waren damals vor der japanischen Armee nach Westen geflohen. Nachdem vorher Nanjing Hauptstadt gewesen war, zog sich die Guomindang-Regierung über Hankou nach Chongqing zurück, das zur neuen Hauptstadt des Landes erklärt wurde. 3 Im gleichen Jahr der Handlung traten die Vereinigten Staaten von Amerika und das Vereinigte Königreich nach einer Kriegserklärung Japans dem Krieg bei, wonach sich binnen kurzer Zeit schon die drohende Niederlage Tokios abzeichnen sollte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Geschichte arbeitete Mao Dun unter Guo Muruo in der Unterabteilung Propaganda der Abteilung für politische Bildung der GMD-Regierung. 4 Diese Zeit war ebenso geprägt von einem steten Auseinanderklaffen der Schere zwischen der Minderheit an wohlhabenden chinesischen Bürgern und einer Mehrheit an armen Bauern und damit verbunden von einer bipolaren Parteienlandschaft, die sich zum einen aus der die Interessen der vermögenden Chinesen vertretenden Guomindang (¥¹* sowie der den Bauern und Armen wohlgesonnenen Kommunistischen Partei Chinas ( F\¹×) zusammensetze. Der Krieg Chinas gegen die imperialistischen Bestrebungen des gemeinsamen Feindes Japan verwischte zumindest zum Ende des Krieges im August 1945 mehr oder weniger die innerpolitischen Grenzen zwischen den beiden Parteien, ließ dennoch vordergründig die gesellschaftliche Spaltung in die beiden oben genannten konträren Schichten weiter bestehen. Die Problematik des Zweiklassensystems zu dieser Zeit ist auch Thema einiger Werke Mao Duns, so auch in der vorliegenden Erzählung „Unrecht“. 5
43, S. 1-10 und http://www.chineseliterature.com.cn/xiandai/maodun-zdxs/001.htm, letzter Zugriff: 10.02.2006 2 Vgl. Krott, Martin: Demütigungen. In: Orientierung 12. Jg. (2000) Nr.2, S.113 [siehe Fußnote] 3 Vgl. Spence, Jonathan: Chinas Weg in die Moderne, S.523f 4 Vgl. Ballhaus, Dorothee: „Die moderne Frau im Frühwerk des Schriftstellers Mao Dun. In: Chinathemen Band 43. S. 9 5 Vgl. Spence, Jonathan: Chinas Weg in die Moderne, S.523f
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Niclas Dominik Weimar, 2006, „Unrecht“ (1943) - Das Unrecht der zu unrecht Bevorteilten: Mao Duns Kritik an der wohlhabenden Schicht Chinas der 40er Jahre, Munich, GRIN Publishing GmbH
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