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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................... 2
1. Einleitung 3
2. Totalitarismus (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) 5
2.1 Antisemitismus. 6
2.2 Imperialismus 7
2.3 Totale Herrschaft. 9
3. Das Politische (Vita activa oder Vom tätigen Leben) 13
3.1 Das Herstellen 13
3.2 Das Arbeiten. 15
3.3 Das Handeln 16
3.4 Der private und der öffentliche Raum. 17
3.5 Das Politische. 18
Grunenberg definiert das Politische in Anlehnung an Arendt wie folgt: 19
Hannah Arendt schreibt in ihren nachgelassenen Fragmenten, die unter dem Titel „Was ist
Politik ?“ posthum erschienen sind bezüglich der Politik und des Politischen: 19
4. Schlussbetrachtung/Fazit. 19
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1. Einleitung
Hannah Arendt (1909-1975) lehnte es ab, als Philosophin bezeichnet zu werden, obwohl Sie studierte Philosophin war. Sie beschäftigte sich ihrem Selbstverständnis nach mit politischer Theorie, die sich ihrer Ansicht nach nicht mit der Philosophie vertragen würde. Das Denken habe sich vom Handeln und das Handeln habe sich vom Denken verabschiedet seit dem Prozess gegen Sokrates. Während das Handeln nur auf der Grundlage der Akzeptanz vielfältiger Meinungen habe funktionieren können, sei das Denken auf der Suche nach der einen Wahrheit gewesen. Das Handeln sei auf den Dialog Vieler angewiesen gewesen, während das Denken stets ein Dialog mit sich selbst geführt habe. In ihren politisch theoretischen Schriften arbeitete Arendt dessen ungeachtet stets mit philosophischen Begriffen und Konzepten. Ihre Schriften sind rundweg Plädoyers dafür, die alleinige Wahrheit zugunsten der Meinungsvielfalt und des Dialogs zu opfern. Den von den totalitären Regimen unternommenen Versuch, die Pluralität als Grundbedingung menschlicher Existenz abzuschaffen, wurde explizit auch in ihrem Buch über den Totalitarismus beklagt. Gegen die abgesonderte Welt des Philosophen setzte Arendt die Präferenz für das perspektivistische Denken und eine von Pluralität bestimmte Welt. Zu einer politischen Denkerin par excellence geworden, verschaffte ihr dies die Einsicht, dass Geschichte nicht von Philosophenkönigen, sondern von Zufälligkeiten und Belieben der handelnden Menschen beeinflusst wird (vgl. Vowinckel 2006: 7). Für das Verständnis ihres politischen Denkens wurde innerhalb der Arendt-Forschung die Bedeutung des Totalitarismus lange Zeit unterschätzt. In jüngster Zeit wurde jedoch der besondere Stellenwert ihrer Totalitarismus-Analyse für das Arendtsche Gesamtwerk erkannt. Dass der Totalitarismus im Zentrum von Arendts politischem Denken steht und ihr Verständnis der Politik und des Politischen im Allgemeinen aus ihren Reflexionen über dieses Phänomen entstanden ist, wird mittlerweile weithin anerkannt. Ohne Verständnis ihres Totalitarismusbegriffes, kann es leicht sein, dass wir ihr übriges Denken, insbesondere den Begriff des Politischen, leicht missverstehen. Deshalb wird in dieser vorliegenden Arbeit auch versucht, darzulegen, wie ihr ungewohntes Verständnis des Totalitarismus in ihrer politischen Theorie einen zentralen Referenzpunkt hat. Die Kenntnis über die Ereignisse in den NS- Konzentrationslagern war für Arendt nicht nur ein persönlicher Schock, sondern war für ihr
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politisches Denken ein fundamentaler Einschnitt. Deutlich wird dies, als sie mehr als 20 Jahre später in einem Interview mit Günter Gaus auf die Frage, wie sie damals auf die Geschehnisse in den Konzentrationslagern reagiert hätte, antwortete (vgl. Marx 2007: 5): "(...) Das war wirklich, als ob der Abgrund sich öffnet. Weil man die Vorstellung gehabt hat, alles andere hätte irgendwie noch einmal gutgemacht werden können, wie in der Politik ja alles irgendwie einmal wiedergutgemacht werden kann. Dies nicht. Dies hätte nie geschehn dürfen. Und damit meine ich nicht die Zahl der Opfer. Ich meine die Fabrikation von Leichen und so weiter - ich brauche mich ja darauf nicht weiter einzulassen. Dieses hätte nicht geschehen dürfen. Da ist irgend etwas passiert,
womit wir alle nicht fertig werden (...)." (Arendt 1997: 59 f.)
Für Arendt stellte die fabrikmäßige Ermordung von Menschen in Konzentrationslagern ein in der Geschichte bisher fremde Novität dar. Die fabrikationsmäßige Vernichtung von Menschen empfand sie als einen radikalen Bruch in der abendländischen Geschichte und des tradierten politischen Denkens überhaupt (vgl. Marx 2007: 5).
Die freiheitliche Übereinkunft gleichberechtigter Menschen und die uneingeschränkte Unterdrückung und Vernichtung im Konzentrationslager erzeugen die zwei Pole, zwischen denen sich das politische Denken Arendts bewegt. In ihrem Buch über den Totalitarismus beschwört sie diese beiden Pole in mahnerischer Absicht (vgl. Wagenknecht 1995: 10 f.): „So könnte die von der Angst vor den Konzentrationslagern geleitete Einsicht in die Natur totaler Herrschaft dazu dienen, alle veralteten politischen Differenzierungen von rechts bis links zu entwerten und neben oder über sie den politisch wesentlichsten Maßstab für die Beurteilung von Ereignissen in
unserer Zeit einzuführen, nämlich: ob sie einer totalen Herrschaft dienen oder nicht.“ (Arendt 1986: 681)
Den Nullpunkt des Politischen schildert Arendt in ihrem Buch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Die Bedingungen, in denen das Politische in humanen Gemeinschaften gedeihen kann, werden insbesondere in ihrem politisch philosophischen Hauptwerk, „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ dargetan (vgl. Wagenknecht 1995: 12). Das Hauptinteresse Arendts gilt dem Phänomen des Politischen, dessen Blütezeit, Bedrohung oder gar Tilgung im Zentrum ihrer historisch philosophischen Werken steht (vgl. ebd.: 120). In der hier vorliegenden Arbeit geht es maßgeblich darum, anhand der zwei Hauptwerke Hannah Arendts (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft und Vita activa oder Vom täti- gen Leben) „das Politische“ und die Konzeption des Totalitarismus darzulegen. Im Schlussteil
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wird u.a. versucht, aufzuzeigen, wie das Politische und die Erfahrungen und Reflexionen Hannah Arendts mit dem Totalitarismus in Verbindung stehen.
2. Totalitarismus (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft)
Nach Arendt ist der Totalitarismus oder die totale Herrschaft eine neue Staatsform, etwas nie Dagewesenes, eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts. Das Neue dieser totalitären Herrschaft, die jene von allen anderen Herrschaftsformen unterscheidet, ist nach Arendt der Typus der Verbrechen dieser Regimes. Mit den bis anhin allgemein gültigen Vorstellungen von Sünde und Gräueltaten waren diese neuartigen Verbrechen nicht vereinbar (vgl. Heermann/Vornholz 2003: 9 f.). Hinsichtlich der Versuche, den Totalitarismus aus seinen Ursprüngen und Elementen heraus zu erklären, betont Arendt, dass dies nicht möglich sei. Nicht zutreffend ist infolgedessen die Überzeugung, die Geschichtswissenschaft könne kausale Zusammenhänge rekonstruieren. Der allgemeine Schrecken über die Verbrechen totalitärer Herrschaft gilt somit nicht dem noch nie Dagewesenen, sondern unserer Ungläubigkeit darüber, dass „dies Neue den Kontinuitätszusammenhang unserer Geschichte und die Begriffe und Kategorien unseres politi-
schen Denkens sprengt.“ (Arendt 1986: 946) Unterschieden wurde bis zum Erscheinen totalitärer Diktaturen nur zwischen gesetzmäßiger Regierung und tyrannisch gesetzlosem Despotismus. Auf die totalitäre Herrschaft scheinen jedoch jegliches positive Recht, an die Stelle derer wird jedoch nicht der despotische Wille eines Machthabers gesetzt, sondern als neue Autorität kommt das „Gesetz der Geschichte“ oder das „Recht der Natur“ zum Zuge; der Totalitarismus gilt insofern nicht als willkürlich (vgl. Heermann/Vornholz 2003: 9 f.). Im Zusammenhang ihres Buches über den Totalitarismus (Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft) schreibt Ernst Vollrath in einem Aufsatz über die totalitäre Herrschaft:
„Ihre apokalyptische Interpretation des Totalitarismus ist heftig kritisiert worden. Aber wichtige Momente, die sie an ihm herausgearbeitet hat - der Bewegungscharakter, der die staatlichen Strukturen aufzehrt. Die Partei neuen Typs, die „Zwiebel“-Struktur der Organisationen, die Rolle der Geheimor-
ganisationen -, gehören auch heute noch zu den wichtigsten Einsichten in das Phänomen.“ (Vollrath 1990: 16 f.)
In Hannah Arendts Buch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, das im Jahre 1951 unter dem Titel „The Origins of the Totalitarism“ erschien, wurde ein groß angelegter Versuch unternommen, Stalinismus und Nationalsozialismus im Kontext der europäischen Ge- schichte im Zeitalter der Nationalstaaten zu erklären. Zum Gegenstand hat das Werk, das aus
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drei Teilen besteht, den Antisemitismus (erster Teil), den Imperialismus (zweiter Teil) und die totale Herrschaft (dritter Teil) (vgl. Vowinckel 2006: 23 f.). Berühmt geworden ist Arendt für diesen dritten Teil des Buches, während die beiden anderen Teile heute eher in den Hinter-grund getreten sind. Der Totalitarismus, dieser neue Typus einer Herrschaftsform, so geht aus dem Argumentationsfluss des Buches hervor, ist ohne die Entstehung eines neuartigen Antisemitismus und ohne den Zerfall der europäischen Staatenordnung im Zeitalter des Imperialismus nicht zu verstehen. Der innere Zusammenhalt und die Grundzüge dieses dreibändigen Konvoluts sind somit in Kürze dargelegt. Arendt wehrt sich jedoch wiederholt dagegen, dass ein Determinismus, in diesem Fall ein starker Antisemitismus oder die Machtentfaltung des Imperialismus, notwendigerweise zum Totalitarismus hätte führen müssen. Der Fluss der Geschichte wird nach Arendt immer wieder durch Kontingenzen und durch den freien Willen der geschichtlichen Akteure beeinflusst (vgl. Grunenberg 2003: 61).
2.1 Antisemitismus
Arendt behandelt im ersten Teil des Buches die Geschichte des Antisemitismus in Preußen und Frankreich bis zum Ende der Dreyfus-Affäre. Die Ursachen des Antisemitismus sind für sie in der geschichtlichen Entwicklung des Verhältnisses von Juden und Nichtjuden in den europäischen Nationalstaaten zu suchen; der Antisemitismus kann ihrer Ansicht nach nicht mit sozialpsychologischen Konzepten wie die Sündenbocktheorie etc. zureichend erklärt werden. Arendt will am Beispiel Preußens aufweisen, dass der Antisemitismus ein eher am Rande liegendes Phänomen gewesen sei, solange die „Hofjuden“ oder die „generalprivilegierten“ Juden, wie sie zur damaligen Zeit in Preußen genannt wurden, innerhalb des Staates eine klar festgelegte Funktion innehatten. Den Staatshaushalt zu finanzieren, ohne politischen Einfluss ausüben zu können, war die vorrangige Funktion der Juden in Preußen. Aus ihren Positionen wurden die Juden erst zu jener Zeit verdrängt und für „überflüssig“ beurteilt, als sie diese Funktion verloren hatten (vgl. Arendt 1986: 90).
Die Ressentiments gegen die Juden, die vorerst eher sozialer Natur gewesen waren, luden sich in der zweiten Hälfte des 19. Jh. kontinuierlich auf und fanden sich innerhalb kurzer Zeit in den Programmen neu gegründeter Antisemitismusparteien wieder. Die Antisemitismusparteien waren darauf bedacht, die Juden aus allen Bereichen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens herauszumanöverieren, wobei sie von sich behaupteten, überparteiliche Interessen zu vertreten und den Staat in seiner Gesamtheit gegen die Juden verteidigen zu wollen. Da eine Partei, nach dem Verständnis von Arendt, immer nur partikulare Interessen in der Auseinan- dersetzung mit anderen Parteien vertreten, nie jedoch den gesamten Staat repräsentieren kann,
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offenbarten sie mit ihrem Ansinnen auch ein vollständiges Unverständnis demokratischer Grundregeln. Die Antisemitismusparteien wurden zu Pionieren der faschistischen oder totalitären Bewegungen und somit zu Gegnern der Demokratie, die mit einer gewissen Verzögerung im 20. Jh. für eine radikale Veränderung der politischen Landschaft in Europa verant-wortlich sein sollten (vgl. Arendt 1986: 82).
Die Ressentiments der christlichen Mehrheit gegen die jüdische Minderheit, die nach Ansicht Arendts noch nachvollziehbar, jedoch nicht zu rechtfertigen waren, weil es sich vorwiegend um Konflikte im sozialen und politischen Leben handelte, entwickelten sich nun im Zusammenhang mit der gobineauschen Vererbungslehre zu einer bis dahin unbekannten Form des Antisemitismus. Die Begründungen für die Ressentiments gegen die jüdische Minderheit waren somit nicht mehr sozialer und politischer Natur, sondern wurden durch rassentheoretische Diskurse unterlegt; dieser rassistisch begründete Antisemitismus wurde dann wenige Jahrzehnte später auch von Hitler als Argumentationsgrundlage und Rechtfertigungshilfe für die physische Vernichtung aller Juden instrumentalisiert (vgl. Vowinckel 2006: 27 f.). Das Neue und zugleich Provozierende im ersten Teil dieses Buches über den Antisemitismus ist die Entschiedenheit, mit der Arendt darauf besteht, dass der europäische Antisemitismus, der seine mörderische Gestalt vor allem in Deutschland gezeigt hat, präzedenzlos ist. Er muss als Antisemitismus einer neuen Erscheinungsform wahrgenommen werden. Dieser neue Typus von Antisemitismus ist nicht gleichzusetzen und zu erklären mit dem christlichen Judenhass oder mit der sozialpsychologischen Sündenbock-Theorie, nach der Juden büßen müssen für innere soziale Spannungen oder politische Intrigen im Sinne stellvertretender Opfer (vgl. Grunenberg 2003: S. 62).
2.2 Imperialismus
Hannah Arendt behandelt im 2. Teil der Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft den Imperialismus (vgl. Arendt 1986: 207 ff.). Die Wende von sozialen und politischen Konflikten zu biologisch-rassistischen Ressentiments, die sie bereits im ersten Teil ihres Buches beschrieben hat, sind auch im zweiten Teil über den Imperialismus zentral (vgl. Arendt 1986: 217). Das Phänomen des Imperialismus setzt sie auf die zweite Hälfte des 19. Jh. fest und erklärt diesen aus den Erfordernissen des Kapitals. In den europäischen Staaten stößt das Wirtschaftswachstum an seine Schranken und angelegt kann das überschüssige Kapital nur werden, wenn neue Arbeiter und Abnehmer rekrutiert werden. Der Erwerb neuer Kolonien ist insbesondere in diesem Zusammenhang zu sehen. Für Arendt steht der Bereich des Wirt-
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schaftlichen im schroffen Gegensatz zum Politischen und stellt für dieses eine Gefahr dar. Im Imperialismus wird diese Gefahr allgegenwärtig (vgl. Wagenknecht 1995: 15 f.). Ähnlich wie im ersten Teil bildet der Ausgangspunkt eine Darstellung der europäischen Bourgeoisie im Zeitalter des Kolonialismus. Mit der Unterwerfung des afrikanischen Kontinents durch die europäischen Nationalstaaten beginnt der von Arendt untersuchte Zeitraum und endet im Jahr 1947 mit der Aufgabe der britischen Herrschaft über Indien. Die drei Jahrzehnte von 1884 bis 1914, in denen die Europäer die Länder Afrikas und Asiens unter sich aufteilten, werden von ihr als die Blütezeit des Imperialismus beschrieben (vgl. Arendt 1986: 217). Die Ausbreitung der europäischen Nationalstaaten folgt eigens wirtschaftlichen Interessen und nicht politischen Überlegungen. Die Bewohner in den Kolonien werden dabei verwaltet und nicht regiert. Sie sind dem Belieben der Kolonialbeamten mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert, die durch Verfügungen regieren (vgl. Wagenknecht 1995: 15 f.). Geprägt war der Imperialismus einerseits durch den Willen zur Expansion und von der ideologischen Abgrenzung der weißen Europäer gegenüber den Schwarzafrikanern und den Juden, während sich gleichzeitig die Bürokratie als eine neue Herrschaftsform entwickelte, die auf der Grundlage einmalig ausgesprochenen Verordnungen agierte, anstatt auf der Basis von Gesetzen. In der bürokratischen Herrschaft wurde Rechtsgültigkeit dadurch unterwandert, dass Anordnungen nicht mehr eingeklagt werden konnten, da diese zeitlich befristet waren. Im Nationalsozialismus erlangte diese Form von Herrschaft ihren negativen Höhepunkt, die vorgängig typisch für die Kolonien waren (vgl. Vowinckel 2006: 31 f.). Der Niedergang der demokratischen Nationalstaaten in Europa, der dann in den Ersten Weltkrieg und schlussendlich zum Zerfall der europäischen Nationalstaaten führte, wird von Arendt primär in den Blick genommen. Mit dem Niedergang der demokratischen Nationalstaaten meint Arendt besonders, dass die innere demokratische Ordnung eines Staates außer Kraft gesetzt wurde (Gewaltenteilung, parlamentarische Kontrolle der Exekutive, Organisierung des politischen Volkswillens in Parteien sowie Rechtsstaatlichkeit), ohne dass dies auf größeren Widerstand der Bevölkerung stieß. Nach Arendt ist das Gegenteil der Fall: Im Glauben, dass sie damit auch eine politische Mission vollbringt, die Suprematie der weißen Rasse, unternimmt die europäische Bourgeoisie ihre imperialistische Raubzüge. Diese pervertierte Vorstellung von politischer Macht trägt jedoch nach Arendt zum Zerfall aller in Freiheit geschaffenen Regularien zur Organisierung des Volkswillens bei (vgl. Arendt 1986: 217 f.). Den Nährboden für das totalitäre System des Nationalsozialismus, das sie im dritten Teil des hier besprochenen Buches untersucht und mit der totalitären Herrschaft in der Sowjetunion unter
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Stalin vergleicht, sieht Arendt in einem Konglomerat von Antisemitismus, völkischer Ideologie, Bürokratie, in der Entstehung des Mobs, der Zersetzung der europäischen Nationalstaaten und in der imperialistischen Expansion (vgl. Vowinckel 2006: 32).
2.3 Totale Herrschaft
Arendt unternimmt im dritten Teil der „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ den Versuch, die totale Herrschaft als eine neue Staatsform darzustellen und als Forschungsgegens-tand in der komparativen Politikwissenschaft zu etablieren. Für diese Staatsform nennt sie das NS-Regime und den Stalinismus als einzige Beispiele. Unter die sechs von Aristoteles beschriebenen Staatsformen (Demokratie, Aristokratie und Monarchie bzw. deren Verfallsformen Ochlokratie [Pöbelherrschaft], Oligarchie und Diktatur) sind ihrer Ansicht nach beide -Stalinismus und NS-Regime - nicht zu subsumieren. Nationalsozialismus und Stalinismus weisen nach Arendt jeweils diktatorische Elemente auf, von einer klassischen Diktatur unterschieden sie sich jedoch durch eine größere Anzahl von Charakteristika, die für diese unspezifisch oder historisch neu sind wie das „Führungsprinzip, die Zwiebelstruktur des Herrschaftsapparates, Stiftung von organisatorischem Chaos durch unklare Kompetenzverteilung und Ämterdoppelung, Transformation einer Partei zu einer Bewegung, Ausbildung einer handlungsanweisenden Ideologie, Ausübung von Terror und die Einrichtung von Konzentrationslagern“. Alle diese Elemente ergeben für Arendt das Modell ab für eine totalitär beherrschte Gesellschaft (vgl. Arendt 1986: 621 f.).
Dadurch, dass Arendt den Geltungsbereich des Totalitarismusbegriffes auf den Stalinismus zwischen 1930 und 1950 und den Nationalsozialismus zwischen 1938 und 1945 beschränkt, unterscheidet sie sich gleichermaßen von den konservativen oder liberalen Totalitarismusthe-orien wie von den orthodox marxistischen Faschismustheorien (vgl. Hauke Brunkhorst 1999: 56).
In diesem dritten Teil des Buches spitzt Hannah Arendt so die Erkenntnisse der ersten beiden Teilen zu. Sie beschreibt den Zusammenbruch der bürgerlichen bzw. halbbürgerlichen politischen Kultur in Deutschland und Russland und erläutert, wie allmählich die antistaatlichen und antipolitischen Bewegungen die parlamentarische Selbstherrschaft ersetzen. Dabei verbünden sich die nationalen Eliten mit diesen Bewegungen, werden jedoch mit der Zeit von der sich neu etablierenden gesellschaftlichen und politischen Hegemonie wieder abgestoßen (vgl. Grunenberg 2003: 70). Deutlich tritt vor diesem Hintergrund der totalitäre Charakter der Massenprotestbewegungen hervor. Arendt widmet sich im Kapitel über die „totalitäre Bewe-
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gung“ den Organisationsprinzipien dieser Bewegungen. Charakteristisch für diesen Typ einer Massenorganisation ist ihre Antistaatlichkeit. Die totalitären Bewegungen richten sich gegen jede demokratische Staatsbildung und nicht nur gegen den bestehenden Staat und die verächtlich „System“ genannte eigene politische Ordnung (vgl. Grunenberg 2003: 69). Nach Arendt war der Aufbau einer politischen Bewegung für Hitler ebenso zentral wie für Stalin, da diese die Integration der Massen und die Übertragung der „Bewegungsenergie“ auf die gesamte Bevölkerung sicherte. War man in der Bundesrepublik der fünfziger und sechziger Jahre noch der Ansicht, die deutsche Bevölkerung sei durch Propaganda und Gehirnwäsche zur Unterstützung für den Nationalsozialismus bewegt oder gezwungen worden, ist Arendt der Ansicht, dass sich ohne eine breite Unterstützung durch die in Bewegung versetzte Bevölkerung das NS-Regime unmöglich zwölf Jahre lang hätte halten können; das Gleiche gelte für den Stalinismus, der sich anfangs auch auf die Unterstützung einer Mehrheit der Bevölkerung habe verlassen können. Die Transformation alter Klassengesellschaften mittels politischer Bewegungen in Massengesellschaften, sei sowohl Hitler als auch Stalin gelungen. Diese haben sich vom Mob verleiten lassen, ihre traditionellen politischen Positionen aufzugeben (vgl. Arendt 1986: 537).
„Der Ausdruck ‚Masse’ ist überall da zutreffend und nur da, wo wir es mit Gruppen zu tun haben, die sich, entweder weil sie zu zahlreich sind oder weil sie zu gleichgültig für öffentliche Angelegenheiten sind, in keiner Organisation strukturieren lassen, die auf gemeinsamen Interessen an einer gemeinsam erfahrenen und verwalteten Welt beruht, also in keinen Parteien, keinen Interessenverbänden, keinen
lokalen Selbsterwaltungen, keinen Gewerkschaften, keinen Berufsvereinen“ (vgl. Arendt 1986: 502).
Totalitäre Bewegungen unter einer Diktatur haben nach Arendt die Eigentümlichkeit, dass sie jederzeit mobilisiert werden können, jedoch keine eigenen Interessen haben und so dazu gebracht werden können, ihrer eigenen Liquidierung zuzustimmen. Ohne die Wirkung totalitärer Ideologien ist es gemäß Arendt überhaupt nicht zu begreifen, wie nun eine solch paradoxe Lage entstehen kann, dass interessengeleitete und politisch organisierte Klassen ohne großen Widerstand zu einer willenlosen Masse werden. Die Führer der totalitären Regimes schaffen mittels Propaganda eine fiktive Welt, die die Welt der individuellen Erfahrung substituieren soll (vgl. Grunenberg 2003: 69). Die Betonung des Zusammenhangs von Ideologie und Terror ist die Besonderheit der Arendtschen Perspektive auf die totale Herrschaft. Andere Totalita-rismusforscher oder Politikwissenschaftler nahmen im Unterschied dazu eher Aspekte wie die Rolle des Staates und der Wirtschaft (Frank Neumann), die Transformierung des Rechtsstaats
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in den „Maßnahmenstaat“ (Ernst Fraenkel) oder die Veränderung in der Herrschaftsorganisation (Carl J. Friedrich und Zbiginiew Brezinski) in den Blick. Arendt stellte den Terror als Selbstzweck dar, wohingegen diese den Terror in der Regel als Mittel zum Zweck interpretierten (vgl. Grunenberg 2003: 71 f.). In der totalen Herrschaft sieht Arendt einen Frontalangriff auf die Wirklichkeit unserer Welt und von daher fragt sie - phänomenologisch - nach dem eigentlichen Wesen der totalen Herrschaft. Worauf beruht das Prinzip des Handelns in dem sich die totale Herrschaft realisiert und was ist die spezifische Natur des Totalitarismus (vgl. Breier 2001: 143)?
„Das Wesen totalitärer Herrschaft (...) ist der Terror“, allerdings mit der entscheidenden Besonderheit, dass dieser „nicht willkürlich und nicht nach den Regeln des Machthungers eines Einzelnen (wie in der Tyrannis), sondern in Übereinstimmung mit außermenschlichen Prozessen und ihren natürlichen oder geschichtlichen Gesetzen vollzogen wird“ (Arendt 1986: 711). Der Terror der totalen Herrschaft tritt als Vollstrecker eines als notwendig gedeuteten Geschichts- oder Naturgesetzes in Aktion, während z.B. die Tyrannis eine pure Willkürherrschaft darstellt (vgl. Breier 2001: 143). Der Unterschied zwischen Arendts Konzept und der totalen Herrschaft besteht im Vergleich zu anderen Auffassungen in der Gewichtung des Gebrauchs von Terror und hier insbesondere in den Konzentrations- und Vernichtungslagern im Nationalsozialismus und Stalinismus. Die zentrale Institution der totalen Herrschaft waren in Arendts Augen diese Lager, die in ihrer Auffassung bezüglich des Totalitarismus viel prägender wirkten im Vergleich zu anderen:
„Um diese Transformation (der menschlichen Natur selbst) handelt es sich in den Konzentrationslagern und nicht um das dort verursachte menschliche Leiden, von dem es immer zu viel auf der Erde
gegeben hat, und nicht darum, wie viele Menschen dort zugrunde gehen.“ (Arendt 1986: 701) Es gehört nach Arendt zum Wesen der menschlichen Existenz, ein von anderen unterscheidbares Individuum zu sein, welches in einer Pluralität von Personen zu Spontaneität und Initiative fähig ist. Im Unterschied zu Tieren haben die Menschen keine voraussehbare „Natur“. Im Zusammenhang des Totalitarismus ist Arendt der Überzeugung, dass es sich um einen entschiedenen Angriff gegen jene Merkmale des Menschen handelt, die uns von Tieren unterscheiden: die Pluralität und die Spontaneität in Denken und Handeln. Die Individualität voll- ständig überflüssig zu machen und die Menschen zu identischen und berechenbaren Gat-
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tungswesen einer Tierart zu machen, ist das in den Lagern vollständig entfaltete Ziel. Das spontane Handeln wird durch einen unaufhörlichen und willkürlichen Terror unterdrückt und gleichzeitig behindert die Ideologie die Möglichkeit, dass die Menschen noch einen unabhängigen Gedanken haben können. Die Degradierung jedes Einzelnen ist das Ziel totaler Herrschaft: Der Mensch ist somit halb Tier, halb Roboter und völlig entmenscht (vgl. Canovan 1997: 56).
Diesem „eiserne(n) Band des Terrors (...) gelingt es, Menschen so zu organisieren, als gäbe es sie gar nicht im Plural, sondern nur im Singular, als gebe es nur einen gigantischen Menschen auf der Erde, dessen Bewegungen in den Marsch eines automatisch notwendigen Natur- oder Geschichtspro-
zesses mit absoluter Sicherheit und Berechenbarkeit einfallen.“ (Arendt 1986: 713 f.) Arendt legt großen Wert darauf, dass im Nationalsozialismus und Stalinismus ein System oder eine Struktur (z.B. staatliche Strukturen) kaum vorhanden sind. Struktur und System beinhalten Grenzen und Stabilität. Ein wesentliches Merkmal der totalen Herrschaft, wie sie Arendt verstand, ist die endlos rasende Bewegung, die sich mit keiner anderen Begrenzung als mit der Eroberung der gesamten Welt zufrieden gibt (vgl. Canovan 1997: 59). Eine unwiderstehliche Tendenz zur Selbstradikalisierung und zur Selbststörung ist dem Totalitarismus zu eigen. Totalitäre Bewegungen erweisen sich als unfähig, die Macht, die sie haben, auf Dauer zu erhalten. Wenn sie den Staatsapparat übernehmen, zerstören sie ihn und mit der Zerstörung des Staates vernichten sie jede Möglichkeit, sich selbst zu begrenzen. Nachdem sie alles vernichtet haben, werden sie immer radikaler und vernichten sich selbst. Die Fremdherrschaft, die sie im eigenen wie in andern Ländern errichten, wüten schlussendlich nirgendwo furchtbarer und blutiger als im eigenen Land (vgl. Arendt 1986: 644). Mit den Einteilungen Bürokratie, Tyrannis oder Diktatur kann der Totalitarismus nicht angemessen verstanden werden. Totalitarismus, wie ihn Arendt charakterisiert, zerstört Politik als Form vernunftmäßiger Herrschaft, die auf der Hierarchie von Ämter und bürokratischer Amtsführung beruht. Ihre eigenen Bewegungsstrukturen - einmal zur Macht gekommenwerden von der totalitären Bewegung auf den Staat übertragen und dieser wird dadurch zerstört (vgl. Arendt 1986: 620 und Mattern/Weinert 2000: 257).
Hannah Arendts Begriff des Politischen ist nur vor diesem oben skizzierten Hintergrund der Erfahrung des Totalitarismus möglich. Ihre Hauptaussagen zum Wesen der Politik finden sich in ihrem Werk “Vita activa oder Vom tätigen Leben”, das im nachfolgenden Kapitel bespro- chen wird.
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3. Das Politische (Vita activa oder Vom tätigen Leben)
Das philosophische Hauptwerk von Hannah Arendt, „Vita activa oder Vom tätigen Leben“ erschienen 1958 unter dem Titel „The Human Condition“, beginnt mit der sehr grundsätzlichen Frage, „was wir eigentlich tun, wenn wir tätig sind“. Das Motiv dafür, das im Hinter-grund steht, ist, herauszufinden, wo die Ursprünge und die Hintergründe für die Erosion der politischen Sphäre liegen, die ermöglichten, dass sich eine totale Herrschaft konstituieren konnte. Die drei Tätigkeiten Arbeiten, Herstellen und Handeln, ihre geschichtliche Entwicklung, ihr Verhältnis zueinander und ihre Bedeutung für den politischen Raum stehen im Zentrum der Reflexion. Fragt Arendt, wie es geschehen konnte, dass das Arbeiten in der gesellschaftlichen Wertigkeit an die Stelle des öffentlichen Sprechens und Handelns treten konnte, so spricht sie über die Arbeit. Streicht sie heraus, wie die Anerkennung des Herstellens als höchste menschliche Tätigkeit alle Beziehungen zwischen Menschen in Zweck-Mittel-Verhältnisse umwandeln konnte, spricht Arendt über das Herstellen. Hinterfragt Arendt das Verschwinden des öffentlichen gemeinsamen Handelns hinter dem „Machen“ professioneller Politiker, führt sie das Handeln als Kategorie ein. Arendt setzt der Tendenz zur totalen Entgrenzung menschlichen Lebens und Tätigseins, insbesondere durch Wissenschaft und Technik, die These entgegen, dass das Politische und somit das politische Handeln einen Raum erfordert, auf den es sich beziehen kann. Vom begrenzten Raum der Welt und seinen Bedingtheiten, von den Veränderungen innerhalb des menschlichen Vermögens tätig zu sein und vom Verschwinden des Gemeinsinns handelt das Buch (vgl. Grunenberg 2003: 78 f.).
3.1 Das Herstellen
Das Herstellen beginnt mit einer Idee in der Vorstellung des Herstellers und mit der Realisierung der Idee in einem materiell greifbaren Produkt gelangt es zu seinem Ende: z.B. ein Stuhl, ein Fenster oder ein Werkzeug. Die hergestellten Dinge sind im Gegensatz zu den flüchtigen Produkten des Arbeitens, die schnell konsumiert werden, beständig (vgl. Arendt 1983: 14). Es gibt ein Verständnis oder Unverständnis, in dem Politik als ein Herstellen begriffen wird. So wollen einige durch Einblick in die Geschichtsprozesse und durch technokratische Maßnahmen politische Zustände herstellen, wie der Techniker mithilfe seiner Einsichten in die Naturprozesse dienliche Dinge herstellt. Arendt bekämpft diese unwirkliche Vorstellung, dass man Geschichte oder Politik herstellen könne, wie man einen Tisch oder eine Türe herstellt. Für Arendt ist das Konzept des Herstellens deshalb so bedeutungsvoll, weil dieses im Bereich des Politischen so verwerfliche Konsequenzen nach sich zieht (vgl. Wagenknecht 1995: 37).
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„Die Werktätigkeit von Homo faber, der die Welt herstellt, vollzieht sich als Verdinglichung. Selbst den zerbrechlichsten Dingen verleiht er eine gewisse Konsistenz, die er dem Material entnimmt, aus
dem er sie verfertigt.“ (Arendt 1983: 127)
Homo faber, der Erschaffer und desgleichen Subjekt im Ablauf des Herstellens, benutzt Material und das Resultat des Vorganges ist ein Ding. Für Arendt sind Dinge stets hergestellte Dinge und alle Dinge miteinander ergeben die vom Menschen gemachte und von Arendt so genannte Welt (Dingwelt) im Unterschied zu der diese umgebende Natur (vgl. Wagenknecht 1995: 37).
„Was nun den den Herstellungsprozess selbst angeht, so ist er wesentlich von der Zweck-Mittel-Relation bestimmt.“ (ebd.: 39)
In erster Linie dieser Gesichtspunkt des Herstellens hat nach Arendt verwerfliche Effekte auf das Politische, wenn versucht wird, diese Ansicht (die Zweck-Mittel-Relation) auf das Politische zu übertragen. Arendt schreibt im Bezug auf die Ablehnung der Zweck-Mittel-Kategorie, wo sie diese ablehnt als „Degradierung der Politik zu einem Mittel für die Erreichung eines höheren, jenseits des Politischen gelegenen Zwecks“. (Arendt: 1983: 224) Sie führt als Zweck-Mittel-Relation im Zusammenhang des Politischen die Produktivität und den Fortschritt der Gesellschaft an (vgl. Wagenknecht 1995: 39). Arendt ist der Ansicht, dass dem Politischen keine äußeren, sogenannten „höheren“ Zwecke übergestülpt werden dürfen: Das Politische muss als unabhängiger Bereich mit eigener Qualität betrachtet werden. Das Politische hat einen intrinsischen Wert mit einer eigenen Qualität, das nicht für andere, „höhere“ Zwecke instrumentalisiert werden darf.
Ausgerichtet ist beim Herstellen alles auf den Endzweck: nämlich das fertige Produkt. Das Herstellen ist mit dem Erreichen dieses Endzwecks zu Ende:
„Denn ein Herstellungsprozess - im Unterschied zu den niemals voll übersehbaren Prozessen, die wir loslassen, wenn wir zu handeln beginnen - hat einen klar ersichtlichen Anfang und ein nicht minder
klar absehbareres Ende. Er ist am Ende, wenn das Objekt fertiggestellt ist.“ (Arendt 1957: 104) Wie ein einzelner Herstellungsvorgang im Erreichen seines Zieles zu Ende geht, geht es um die Vorstellung, die Gesamtheit aller Politik könne auf die gleichwertige Art und Weise betrieben werden. Nur für einzelne Herstellungsvorgänge gilt diese Endlichkeit, für die Ganz- heit allen Herstellens und noch viel weniger für die Gesamtheit der Politik gilt sie nicht.
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Glaubt man allerdings daran, an die Vollendung der Politik zu gelangen, dann liegt es nicht mehr fern, für die Vollendung jedes Mittel einzusetzen; das Ziel heiligt dann die Mittel - zum Beispiel Gewalt, Terror, Diktatur, Krieg etc. Nach Arendt entstellt ein solcher Endzweck das Politische aufs Übelste (vgl. Wagenknecht 1995: 44).
Das Politische konstituiert sich durch das Handeln und steht somit in einem schroffen Gegensatz zum Herstellen, bei dem ein Subjekt der Objektwelt gegenübertritt.
„Das Handeln ist die einzige Tätigkeit der Vita activa, die sich ohne die Vermittlung von Materie, Material und Dinge direkt zwischen Menschen abspielt.“ (Arendt 1983: 14) Das Politische spielt sich nach Arendt immerzu zwischen mehreren Personen ab, während beim Herstellen ein Subjekt (der Hersteller) mehreren Gegenständen (Arbeitsgerät, Material etc.) gegenübersteht. Im Politischen ist es nicht möglich, eine Entscheidung ebenso zielbewusst herbeizuführen, wie ein Subjekt ein Objekt nach seinem Willen herstellen kann. Das Gegenüber ist im Politischen kein Objekt, kein Material, das gestaltet werden kann. Lediglich im Bereich des Politischen hat die Art und Weise des Herstellens nichts zu suchen, in anderen Gebieten stellt dies für Arendt kein Problem dar (vgl. Wagenknecht 1995: 46 ff.).
3.2 Das Arbeiten
Das Handeln ist für das Politische von zentraler Bedeutung, weil das Politische durch das Handeln konstituiert wird. Bedeutungsvoll ist das Konzept des Herstellens deshalb, weil sich seine Übertragung auf das Politische hinderlich auswirkt. Für das Politische ist der Begriff der Arbeit im Kontrast zum Herstellen von keiner großen Bedeutsamkeit, weil nie versucht worden sei, dem Politischen das Modell der Arbeit aufzuerlegen.
Das Arbeiten wird von Arendt vom Herstellen dadurch unterschieden, dass das Herstellen ein unvergängliches Produkt hinterlässt, die Ergebnisse der Arbeit hingegen sogleich wieder verbraucht werden. Dazu gehören z.B. Waschen, Putzen, Kochen oder die Feldbestellung etc. Im Unterschied zum Herstellen hat die Arbeit kein festes Etwas als Endprodukt, sondern es geht um die Erfordernis zur Erhaltung des menschlichen Lebens im direkten Metabolismus mit der Natur (vgl. Arendt 1983: 76 ff.). Das Endziel der Arbeit ist allein das Leben selbst, sie hinter- lässt nichts, was nicht binnen kürzester Zeit verbraucht würde.
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Mit der Etablierung einer Gesellschaft, deren höchste Geltungen im Arbeiten und Herstellen liegen, die die Grundlagen für ein Handeln in Freiheit zum Verschwinden gebracht hat, liegt nach Arendts Sicht das Dilemma der Moderne (vgl. Grunenberg 2003: 86).
3.3 Das Handeln
Das Handeln, das ohne jede gegenständliche Vermittlung gesondert zwischen Menschen stattfindet, ist gänzlich verschieden von den Tätigkeiten des Arbeitens und des Herstellens. Grundlage des Handelns ist die Mannigfaltigkeit, denn die Menschen setzen sich handelnd zueinander in Beziehung. Dabei ist bedeutsam, dass sich jeder handelnde Mensch in einen Erscheinungsraum begibt, indem er in Erscheinung tritt - in dem wichtig ist, wer er ist und nicht, was er ist. Ableitbar ist dieses „Wer“ nicht aus biografischen Daten, sondern es offenbart sich im Sprechen und Handeln: Persönlichkeit ist der Mensch, indem er handelt und spricht (vgl. Arendt 1983: 14 f.).
Hannah Arendt gebraucht den Begriff des Handelns in zwei verschiedenen Bedeutungen: einer speziellen und einer allgemeinen. Im Allgemeinen bedeutet Handeln ein Spezialfall der Ursächlichkeit: Der handelnde Mensch ist die Ursache für etwas; indem der Mensch handelt, wirkt, verursacht er. Der Grund des Handelns ist demzufolge nicht auf andere Ursachen außerhalb dieses handelnden Menschen zurückzuführen (vgl. Arendt 1983: 166). Im Speziellen meint Arendt mit Handeln diejenige menschliche Tätigkeit, die sich essenziell zwischen Menschen abspielt und aus diesem Grunde dem Politischen entspricht. In allgemeiner Bedeutung ist demnach das Handeln das freie Tätigsein eines Menschen. Per definitionem ist Handeln folglich immer eine freiheitliche Tätigkeit. Ein und dasselbe ist dieses Handeln für Arendt mit politischem Handeln. Für Arendt gibt es lediglich die drei Wirklichkeitsbereiche Natur, Welt und Politik und die den zugehörigen Grundtätigkeiten Arbeiten, Herstellen und Handeln. Nicht frei ist das Arbeiten, das in den Bereich der Natur gehört und deren Erfordernis unterliegt und aus diesem Grunde kein Handeln sein kann. Gleichermaßen kein Handeln ist das Herstellen, das durch seinen Zweck - Herstellung eines Produktes - bestimmt ist und demzufolge keine freie Handlung darstellt. Freiheit hat folglich ihren Standort weder in der Welt, in der das zweckgebundene Herstellen vorherrscht, noch in der Natur, die durch Arbeit und Notwendigkeit bestimmt ist. Nach Arendt kann dementsprechend der Raum der Freiheit lediglich im Politischen liegen, gegebenenfalls dieser überhaupt besteht. Existenziell mit dem Handeln im Kontext des Politischen ist das Sprechen verbunden (vgl. Wagenknecht 1995: 63 ff.):
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„Menschen sind nur darum zur Politik begabte Wesen, weil sie mit Sprache begabte Wesen sind.“ (Arendt 1983: 10)
Das Zuhören, als wechselseitige Tätigkeit zum Sprechen, gehört selbstredend dazu, sonst hat ein politisches Handeln keinen Sinn: Der politische Raum ist der öffentliche Bereich, in dem der Bürger sich zeigen kann: um zu hören und gehört zu werden, um zu sehen und gesehen zu werden (vgl. ebd.). In Arendts von der Antike geprägtem Verständnis des Handelns im öffentlichen Raum ist erst einmal zweckfreies Handeln. Die gemeinsame Vorstellung von einem Gemeinwohl, das über die Summe der Einzelinteressen hinausgeht, ist sein einziger Zweck (vgl. Grunenberg 2003: 87 f.).
„Insofern artikuliert ihr Begriff des ‚Handelns’ als Praxis, den sie in der ‚Vita activa’ entwickelt, die historischen Erfahrungen und die normativen Perspektiven dessen, ‚was wir
heute partizipative Demokratie’ nennen.“ (Deppe 2007: S. 687)
3.4 Der private und der öffentliche Raum
Hannah Arendt fragt sich, wie es in der Moderne dazu kommen konnte, dass das „Machen“ (Herstellen) an die Stelle des Handelns treten konnte und Arbeiten höherwertig eingestuft wurde als das Denken und damit der öffentliche Raum verschwand und mit ihm die Trennung zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum. Sie bezeichnet den öffentlichen Raum, in dem sich die Menschen aufeinander beziehen, als das kostbarste Gut, das die Menschen überhaupt besitzen. Zu den wichtigsten Bedingungen menschlicher Existenz gehört nach Arendts Sicht dieser öffentliche Raum. Das menschliche Dasein beruht demnach auf zwei Bereichen: dem Oikos, dem Bereich des Privaten und der Polis, dem Raum des Öffentlichen. Im Reich der Privatheit, mit all seinen Notwendigkeiten und Bedürfnissen wurde in der griechischen Antike dafür gesorgt, dass das Überleben der Gattung gesichert war. Diejenigen, die an diese Aufgabe gebunden waren: die Frauen, die Fremden, die Sklaven, aber auch die Handwerker und sogar die Künstler, waren nicht frei, sondern mit der Verrichtung dieser Arbeit beschäftigt. Nur diejenigen galten als frei, die Gelegenheit hatten, sich für anderes frei zu halten. Diejenigen, die von der Notwendigkeit des alltäglichen Lebens befreit waren, gründeten eine Polis, ein Gemeinwesen, um sich darin zusammenzufinden und darüber zu räsonnieren, welches die beste Regierungsform sei und um Gesetze zu beschließen und auszuführen. Der Raum der Notwendigkeit, des Privaten, wird also getrennt vom Raum des Öffentlichen, der Freiheit. Im Zusammenhang der Freiheit bedeutet dies, dass diese nur dort existent ist, wo das menschli-
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che Handeln nicht von Dringlichkeiten beherrscht wird und folglich nicht mit Macht und Herrschaft gekoppelt ist (vgl. Grunenberg 2003: ff.).
„Freisein bedeutet ebenso ein Nichtbefehlen, wie es die Freiheit von dem Zwang der Notwendigkeit und den Befehlen eines Herren beinhaltete.“ (Arendt 1983: 34) Arendt beharrt darauf, dass nur ein geschützter privater Raum, in dem sämtliche Erfordernisse geregelt sind, die politische Freiheit ermöglicht; es geht ihr insofern mitnichten darum, den privaten Raum gegenüber dem politischen für untergeordnet zu erklären. Die Erosion des privaten und öffentlichen Bereichs beginnt für Arendt mit dem Beginn des modernen Wirtschaftens. Zwischen beiden Sphären ist nun eine Trennung nicht mehr möglich. Ihres Grund und Bodens, zumeist auch ihres Hauses beraubt, entstehen entwurzelte Massen, die keine geschützte Privatsphäre mehr haben. Ihre privaten Probleme werden mit der Zeit zum öffentlichen Objekt. Arendt vertritt im Unterschied zu Marx die Auffassung, dass das Arbeiten nicht produktiv ist. Das Produkt der Arbeit dient der Konsumation, wird verbraucht und folglich zerstört. Zur Welt außerhalb des Arbeitszyklus ist die Arbeit ohne Bezug. Ohne, dass diese einen Schutz bieten würde, verbleibt die Arbeit im Raum des NichtÖffentlichen. Zu einer Art öffentlichem Bereich für den Herstellenden wird der Tauschmarkt. Anders als in der Antike ist jedoch diese Öffentlichkeit funktional: Sie ist nur dann etwas wert, wenn sie dem Verkauf der Waren dient. Vollständig im Verborgenen bleibt freilich der Arbeiter (vgl. Grunenberg 2003: 79 ff.). Das, was Arendt „das Politische“ nennt, entsteht jedoch nur zwischen Handelnden im öffentlichen Raum.
3.5 Das Politische
Nach all dem Gesagten fragt sich nun, was Arendt genau unter dem Politischen verstanden haben könnte: Achim Wagenknecht definiert das Politische im Zusammenhang der Schriften von Arendt wie folgt:
„Eine Menge Menschen kommt zusammen, versammelt sich; spricht miteinander, berät sich; und einigt sich schließlich auf ein Gemeinsames. Ein solches Geschehen soll politischer Vorgang heißen, die Menge aller politischen Vorgänge nenne ich das Politische.“ (Wagenknecht 1995: 7)
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Grunenberg definiert das Politische in Anlehnung an Arendt wie folgt:
„Alle Beziehungen, die Menschen miteinander eingehen - ob bewusst oder zufällig - um ihrer verschiedenen und gemeinsamen Interessen an einem Gemeinwesen willen, das ihr eigenes Leben überdauert, sind politisch.“ (Grunenberg 2003: 130 f.)
Hannah Arendt schreibt in ihren nachgelassenen Fragmenten, die unter dem Titel „Was ist Politik?“ posthum erschienen sind bezüglich der Politik und des Politischen:
„Die Philosophie hat zwei gute Gründe, niemals auch nur den Ort zu finden, an dem Politik entsteht. Der erste ist: (...) Zoon politikon; also ob es im Menschen etwas Politisches gäbe, das zu seiner Essenz gehöre. Dies gerade stimmt nicht; der Mensch ist a-politisch. Politik entsteht in dem Zwischen-den-Menschen, also durchaus außerhalb des Menschen. Es gibt daher keine eigentlich politische Substanz. Politik entsteht im Zwischen und etabliert sich als Bezug.“ (Arendt 1993: 11)
Arendt versteht demnach „das Politische“ als ein Geflecht von willentlichen oder zufälligen Bezügen von Menschen aufeinander, die auf ein gemeinsames Drittes hin orientiert sind, um diesbezüglich zu einer gemeinsamen Übereinkunft zu kommen und beim Handeln entstehen.
4. Schlussbetrachtung/Fazit
Hannah Arendt verstand unter dem Begriff des Totalitarismus nicht dasjenige, was Andere dabei verstehen. Eine andere Frage ist die, ob ihr Bild des Totalitarismus eine Kongruenz hat mit den Begebenheiten im Nationalsozialismus oder Stalinismus. Die historische Dimension ihrer Analyse ist z.B. von manchen Kritikern als lückenhaft bezeichnet worden (vgl. Mommsen 2008: 14 f.); der Inhalt dieser Arbeit war jedoch ihre politisch-theoretische Bedeutung. Wie bereits in der hier vorliegenden Arbeit in der Einleitung angedeutet, hat ihr außergewöhnliches Verständnis des Totalitarismus für ihr übriges politisches Denken, eigens auch für das Konzept des Politischen, nachhaltige Implikationen. Arendt fasste, metaphorisch gesprochen, den Totalitarismus eher als einen Hurrikan, denn als einen Gletscher auf. Die Metaphern Hurrikan versus Gletscher sind in diesem Zusammenhang deshalb geeignet, weil wichtige Eigenschaften ihrer Sichtweise bezüglich des Totalitarismus mit Bewegung und Unbeweglichkeit zu tun haben. Sie war viel stärker um Grenzen und Stabilität in der Politik be- sorgt, weil sie den Totalitarismus als Hurrikan und nicht als Gletscher wahrnehmen konnte,
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als man dies auf den ersten Blick ihrer Schriften vermuten würde. Weil Arendt die Gefahren des Handelns erkannte, weil es Prozesse auslösen kann, die nicht absehbar sind und nicht so leicht kontrolliert werden können, setzte sie gerade deswegen die Betonung auf Gründung, Stabilität, Institutionen und Grenzen. Der Totalitarismus entspross aus der Sicht von Arendt genau dort, wo die Menschen Gesetze, die der Mensch selbst gemacht hatte, zurückwiesen (vgl. Canovan 1997: 59 ff).
Arendt hat zur Untersuchung des Totalitarismus und der Reflexion über die politische Philosophie wesentliche Erkenntnisse beigetragen. Einer ihrer gewichtigsten Leitgedanken war, alles zu vermeiden, was das Politische entarten und den Totalitarismus befördern könnte. Zu den bedeutendsten Vermächtnissen Arendts zählt sicher, dass sie zur Wiederversöhnung von Denken und Handeln sowie von Politik und Philosophie beigetragen hat. Sie störte sich daran, wenn die Meinung vorherrschte, die Politik sei nicht wahrheitsfähig und die Philosophie nicht Gegenstand einer pluralen Welt. Die Philosophen forderte sie auf, das Nachdenken über die politischen Obliegenheiten nicht allein Politikern und Politikwissenschaftlern anheim zu geben und folglich der Vielfalt menschlichen Lebens in ihrem Denken Rechnung zu tragen. Eine humanere Gesellschaft konnte nach Ansicht Arendts nur mit einer erneuerten Art und Idee von Politik geschaffen werden. In der derzeitigen Welt, mit ihren Gefahren und den allezeit abermals aufflammenden Kriegen, dem Terrorismus und den zahllosen Konfliktherden der Weltpolitik, ist dieses Bestreben weiterhin genau so zeitgemäß wie nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges. Man kann sich jedoch fragen, ob der Rückgriff auf die aristotelische Dreiteilung von Arbeiten, Herstellen und Handeln eine Analyse der entwickelten kapitalistischen Arbeitsgesellschaft ersetzen vermag oder ob nicht die Ablehnung gegenüber dem Begriff der Gesellschaft ein analytisches Defizit in der politischen Theorie von Hannah Arendt darstellt. Zu fragen wäre des Weiteren, wie sehr der von Hannah Arendt gebrauchte Begriff der Freiheit realistisch ist und ob die Ausblendung von strukturalistischen Theorien (Theorie der Strukturierung, Strukturfunktionalismus, Systemtheorie etc.), die eher eine strukturgeschichtliche Determiniertheit (in Verbindung mit einer Handlungstheorie: Dualität von Handeln und Struktur) des Menschen propagieren, nicht eine Verkürzung der Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse offenbart. Arendt verstand unter politischer Theorie etwas anderes als ihre Zeitgenossen, denen es um Theorien im Sinne von kausalen Gesetzen der Tagespolitik ging und deshalb paradoxerweise ihre Hauptbedeutung darin liegt, dem Bereich des Politi- schen, der seine Strahlkraft verloren hatte, wieder eine Würde zurückzugeben, die letztendlich
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ph änomenologisch bzw. philosophisch begründet ist - und das, obwohl sie den Begriff „Phi-
losophin “ streng ablehnte
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Literatur Primärliteratur
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Marx, Christoph 2007: Analyse der Totalitarismustheorie von Hannah Arendt, München. Mommsen, Hans 2008: Hannah Arendt und der Prozess gegen Adolf Eichmann, in: Arendt, Hannah: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München, S. 9 -48.
Vollrath, Ernst 1990: Hannah Arendt, in: Ballestrem Karl G. (Hrsg.): Politische Philosophie des 20. Jahrhunderts, München, S. 13 - 32. Vowinckel, Annette 2006: Hannah Arendt, Leipzig.
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http://www.rosalux.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Utopie_kreativ/201-202/201-202Deppe.pdf, (Zugriff 12.10.2008).
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Mattern, Jochen/Weinert, Viola 2000: Die Hölle auf Erden. Eine Annäherung an Hannah Arendts Analyse totaler Herrschaft, in: UTOPIEkreativ, H. 113 (März 2000), S. 251 - 263, entnommen von
http://www.rosaluxemburgstiftung.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/113_Weinert.pdf, (Zugriff 09.10.2008).
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Daniel Reinhard, 2008, Hannah Arendts Begriff des Politischen und die Kritik des Totalitarismus, München, GRIN Verlag GmbH
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