Universität Kassel
Textlinguistik
Sommersemester 2008
Textsorten
Maria Hesse
Germanistik, Geschichte
Erstellt zum: 6. Oktober 2008
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Inhalt
Einleitung... 3
Textsorten- eine Begriffsklärung... 4
Definitionen ... 4
Welche Textsorte liegt vor? ... 5
Klassifikationskriterien nach Linke ... 6
Differenzierungskriterien nach Brinker ... 8
Die Terminologische Drei-Ordnung ... 11
Textsorten im schulischen Unterricht... 12
Fazit... 14
Literaturverzeichnis ... 15
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Einleitung
Texte begegnen uns in unserem alltäglichen Leben. Es sind die unterschiedlichsten
Sorten von Texten, mit denen wir in Schule, Beruf und in den Medien konfrontiert
werden. Doch können wir immer eindeutig sagen, um welche Sorte es sich handelt?
Und nach welchen Kriterien entscheidet sich die Zuordnung eines Textes zu einer
bestimmten Sorte?
Diese und weitere Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit behandelt und geklärt
werden. Dabei werden vor allem die textlinguistischen Ansätze von Linke/
Nussbaumer/ Portmann und Brinker eine Rolle spielen, weshalb auch die Bücher
,,Studienbuch Linguistik" von Angelika Linke, Markus Nussbaumer und Paul R.
Portmann und ,,Linguistische Textanalyse" von Klaus Brinker vorrangig Verwendung
finden werden.
Zunächst soll der Begriff ,Textsorte` und seine Definitionen behandelt werden.
Hierbei werden nur die Gebrauchstexte im Mittelpunkt stehen. Die literarische
Gattungslehre mit den sog. Großgattungen Epik, Lyrik und Dramatik wird sich
deshalb nicht im Zentrum nachfolgender Betrachtung befinden, sondern nur
zeitweise anklingen. Im Anschluss daran werden verschiedene Kriterien besprochen,
die zu einer Zuordnung zu einer bestimmten Textsorte führen können. Nach der
genaueren Betrachtung einiger im Alltag verwendeter Textsorten, wird die
Vermittlung von Textsortenwissen in der Schule thematisiert.
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Textsorten- eine Begriffsklärung
Die Auseinandersetzung mit dem Begriff ,Textsorte` erfordert unweigerlich auch die
Thematisierung des Terminus ,Text`. Was ist ein Text und wann ist ein Text ein Text?
Dieser Frage ist die sprachwissenschaftliche und textlinguistische Forschung schon
häufig auf den Grund gegangen. Die wohl häufigste Antwort auf die Frage nach
einem typischen Erkennungsmerkmal eines Textes ist die Aneinanderreihung
inhaltlich aufeinander bezogener Sätze. Doch reicht dies bei weitem nicht aus, um
eine konkrete Definition formulieren zu können. Ein integrativer Textbegriff, der
sowohl dem sprachsystematischen als auch dem kommunikationsorientierten Ansatz
gerecht wird
1
, könnte laut Brinker wie folgt aussehen:
,,Der Terminus ,,Text" bezeichnet eine begrenzte Folge von sprachlichen
Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare
kommunikative Funktion signalisiert."
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Diese allgemeinen Bedingungen, die einen Text zu einem Text werden lassen,
werden in der Textlinguistik unter dem Begriff der Textualität zusammengefasst. Nun
kann man einen konkreten Text aber auch nicht nur als Realsierung eben genannter
Bedingungen ansehen; viel mehr ist jeder Text auch ein Repräsentant einer
bestimmten Textsorte, womit wir zu dem eigentlichen Kern dieser
Auseinandersetzung gekommen sind.
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Definitionen
Der Begriff ,Textsorte` ist in der Forschung nicht einheitlich definiert. Drei mögliche
Definitionen sollen im Folgenden näher betrachtet werden. Zunächst soll Brinkers
Worterläuterung genannt werden:
,,Textsorten sollen [...] als komplexe Muster sprachlicher Kommunikation
verstanden werden, die innerhalb einer Sprachgemeinschaft im Laufe der
historisch-gesellschaftlichen
Entwicklung
aufgrund
kommunikativer
Bedürfnisse entstanden sind."
1
Vgl. Brinker, Klaus (2005): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und
Methoden. 6., überarb. und erw. Auflage. Berlin. (Grundlagen der Germanistik; Bd.29).S.138.
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Brinker (2005), S.17.
3
Vgl. Brinker (2005), S.138.
5
Diese Definition rückt die kommunikative Funktion von Textsorten in den Mittelpunkt,
womit ihre fundamentale Bedeutung für die kommunikative Praxis deutlich wird.
4
Als Bedingung für die Zuordnung zu einer Textsorte nennt Brinker außerdem das
Vorhandensein komplexer Muster. Auf diesen Aspekt stützt sich vorrangig die
Definition von Linke
5
: Textsorten sind ,,Gruppen von Texten, die sich durch
bestimmte Bündel von Merkmalen auszeichnen".
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Auch Ulla Fix bespricht den Begriff
,Textsorte` und kommt bezüglich der Worterläuterung zu einem ähnlichen Ergebnis:
,,Unter einer Textsorte ist [...] eine Klasse von Texten zu verstehen, die einem
gemeinsamen Textmuster folgen".
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Als Textmuster ist hier laut Fix ,,eine Anweisung
mit prototypischen Elementen und Freiräumen"
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zu verstehen, die kennzeichnend für
eine bestimmte Textsorte ist.
Alle drei Begriffserklärungen weisen den Aspekt der Muster auf, nach denen ein Text
kategorisiert werden kann. Doch welche Kriterien nun genau zur Zuordnung zu einer
bestimmten Textsorte führen und welche Aspekte bezüglich der formalen wie
inhaltlichen Gestaltung eine Rolle spielen, sollen nun im Folgenden näher betrachtet
werden.
Welche Textsorte liegt vor?
Es gehört zu unserer Intuition, dass wir Texte spontan kategorisieren und sie einer
Gruppe gleichartgier Texte zuordnen können. Die Zuordnung zu einer bestimmten
Textsorte erfolgt also fast rein intuitiv.
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Doch einen wichtigen Aspekt diesbezüglich
merkt Ulla Fix in ihrer Abhandlung an: Dieses sog. Textmusterwissen muss
vorhanden sein und so können wir nur mit Textsorten umgehen, die uns auch
geläufig sind und mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden.
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Doch welche konkreten Kriterien helfen uns bei der Kategorisierung? Welche
textlinguistischen Ansätze diesbezüglich gibt es?
4
Vgl. Brinker (2005), S.138.
5
Trotz der Verwendung nur eines Autorennamens sind alle drei Autoren Linke, Nussbaumer und
Portmann gemeint. Diese stilistische Anpassung dient nur der Leserfreundlichkeit.
6
Linke, Angelika/ Nussbaumer, Markus/ Portmann, Paul R. (2004): Studienbuch Linguistik. 5., erw.
Auflage. Tübingen. (Reihe Germanistische Linguistik; Bd.121). S.278.
7
Fix, Ulla (2008): Texte und Textsorten. Sprachliche, kommunikative und kulturelle Phänomene.
Berlin. S.26.
8
Ebd.
9
Vgl. Linke u.a. (2004), S.278.
10
Vgl. Fix (2008), S.24/25.
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