Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung 3
2. Empowerment - eine definitorische Annäherung 4
2.1. Begriffsbestimmung 4
2.2 Historische Entwicklung 6
2.3. Ansätze und Methoden 10
2.4 Empowerment in der SA mit Migranten 16
3. Kinder und Empowerment 19
3.1. Entstehung der Kinderrechte 20
3.2. Kinderrechte in Deutschland 23
3.3. wie kann man Kinder befähigen ? 25
3.4. Lösungsansätze 27
4. Die Präsentation im Rahmen des IPS „Kultur und Identität“30
4.1. Einleitung - Die IPS Präsentation 30
4.2. Didaktik 30
4.3 Zieldefinition und Methoden 30
4.4 Auswertung 32
4.5 Persönliches Fazit des IPS „Kultur und Identität“ 32
5. Resumée 33
6. Literaturverzeichnis 35
1. Einleitung 1. Einleitung 1. Einleitung 1. Einleitung
In jedem von uns steckt Kraft.
Genug Kraft, um uns selbst aus scheinbar (un-) möglichen Situationen zu befreien, Probleme zu lösen, selbst wieder auf die Beine zu kommen. Utopie ? Wunschdenken ? Hört sich doch irgendwie wie ein Werbeslogan... Und ist DIE neue Konzeptidee: Weg mit den Defizitdenken, her mit der Stärke. Ob alt oder jung, schön oder hässlich, deutsch oder nicht:
Nie mehr zum Psychotherapeuten ( wir ermutigen uns selbst und brauchen niemanden mehr, der dies für uns tut), Sozialarbeiter oder Hilfesteller...
Kann durchaus möglich sein, ist aber nicht wirklich einfach:
Empowerment, ( dt.Selbstbefähigung) heißt das Zauberwort, das so einfach klingt und so schwierig umzusetzen ist:
Denn abgesehen von den externalen Faktoren, die die Selbstbefähigung manchmal erschweren, können, kommen die internalen Faktoren dazu: Mündigkeit, innere Stärke und Freiheit, welches die logischen Konsequenzen des Empowerments sind, bringen auch mehr Eigenverantwortung und Pflichten mit sich. Und die kann und will nicht jeder tragen.
Manchmal ist eben doch einfacher, abhängig und schwach zu leben, denn dadurch ist immer wer anders schuld.
In dieser Arbeit möchte ich die Entstehung dieser Konzeptidee nachgehen, die Methoden und Ansätze durchleuchten und Empowerment in Verbindung mit Migration und Kindern betrachten.
Zudem eine Reflektion der Präsentation meines Feldprojektes im Rahmen des IPS- Seminars „Kultur und Identität“ und eine kritische Schlußbetrachtung des Seminars.
3
2. Empowerment -eine definitorische Annäherung
Der Begriff es Empowerments ist einerseits simpel und gleichzeitig schwer zu interpretieren. Definitorisch kann er als solches verstanden werden:
„ Empowerment als Prozess der Selbsbemächtigung bzw. -ermächtigung zielt auf die selbstbestimmte Nutzung persönlicher sowie kollektiver Ressourcen vor allem von Menschen in marginaler Position (Benachteiligung, Behinderung, Ausgrenzung) ab „ 1
Denn kontrovers bereiten die Schlagwörter wie Ausgrenzung, Diskriminierung und Ohnmächtigkeit einen großen Interpretationsspielraum, der es nicht einfach macht, den Empowerment begriff einzudämmen. Hier ein Versuch: 2
1) Empowerment als Selbstbemächtigung problembetroffener Personen Definitionen in diesem ersten Wortsinn betonen die aktive Aneignung von Macht, Kraft, Gestaltungsvermögen durch die von Machtlosigkeit und Ohnmacht Betroffenen selbst. Empowerment wird hier als ein Prozeß der Selbst-Bemächtigung und der Selbst-Aneignung von Lebenskräften beschrieben: Menschen verlassen das Gehäuse der Abhängigkeit und der
1 Vgl. vgl. Lexikon Sociologicus, Stichwort Empowerment http://www.socioweb.de/lexikon/, 14.10.08, 10:39
2 Vgl.Norbert Herriger (Hrsg.):Empowerment in der Sozialen Arbeit- eine Einführung.Stuttgart; Berlin;
Köln:Kohlhammer, 2002, S. 11 f
4
Bevormundung. Sie befreien sich in eigener Kraft aus einer Position der Ohnmacht und werden zu aktiv handelnden Akteuren, die ein Mehr an Selbstbestimmung, Autonomie und Lebensregie erstreiten. Empowerment bezeichnet hier also einen selbstinitiierten und eigengesteuerten Prozeß der (Wieder-)Herstellung von Selbstbestimmung in der Gestaltung des eigenen Lebens. Diese Definition betont somit den Aspekt der Selbsthilfe und der aktiven Selbstorganisation der Betroffenen. Sie findet sich vor allem im Kontext von Projekten und Initiativen, die in der Tradition der Bürgerrechtsbewegung und der Selbsthilfe-Bewegung stehen.
(2) Empowerment als professionelle Unterstützung von Autonomie und Selbstgestaltung Definitionen, die aus der Tradition der professionellen psychosozialen Arbeit entstammen, betonen hingegen die Aspekte der Unterstützung und der Förderung von Selbstbestimmung durch berufliche Helfer. Der Blick richtet sich hier also auf die Seite der Mitarbeiter psychosozialer Dienste, die Prozesse der (Wieder-)Aneignung von Selbstgestaltungskräften anregen, fördern und unterstützen und Ressourcen für Empowerment-Prozesse bereitstellen. Empowerment ist in diesem Wortsinn programmatisches Kürzel für eine psychosoziale Praxis, deren Handlungsziel es ist, Menschen das Rüstzeug für ein eigenverantwortliches Lebensmanagement zur Verfügung zu stellen und ihnen Möglichkeitsräume aufzuschließen, in denen sie sich die Erfahrung der eigenen Stärke aneignen und Muster solidarischer Vernetzung erproben können 3
3 Vgl.Norbert Herriger (Hrsg.):Empowerment in der Sozialen Arbeit- eine Einführung.Stuttgart; Berlin;
Köln:Kohlhammer, 2002, S. 11 ff
5
Die Wiege des Empowerment- Ansatzes liegt in der Bürgerrechtsbewegung (civil-rightsmovements) der afro-amerikanischen Minderheitsbevölkerung in den USA, die durch ihre jahrhunderte lange Unterdrückung und Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe und Herkunft den Weg der Selbstbefähigung geebnet hat. 4
Zwei ausschlaggebende Anlässe in der Geschichte der Black-Power-Bewegung können als bedeutende Auslöser benannt werden:
Zum einen die Unabhängigkeitsbewegung der schwarzafrikanischen Staaten und zum anderen das endgültige Ende der Besatzungsmächte der Kolonien. 5
Durch die fortwährende Unruhen, wird der “Ruf nach Freiheit “ (Gandhi) immer lauter, was schlussendlich zu einer starken Gruppierung von politischen Bewegungen führt mit dem Ziel gegen Diskriminierung, Unterdrückung, Exploitation und ökonomische Verarmung zu kämpfen.
Mitte der 50 iger Jahre kommt in die Bewegung in Form des charismatischen Afroamerikaner Martin Luther King jr. 6 eine neues Idol und auch frischer Wind in die Aktivistengruppen.
4 Vgl.Norbert Herriger (Hrsg.):Empowerment in der Sozialen Arbeit- eine Einführung.Stuttgart; Berlin;
Köln:Kohlhammer, 2002, S. 20
5 Vgl. Ebd., S. 21
6 . Anmerkung: Martin Luther King jr. wurde am 15.01.1929 als mittlerer Sohn des afroamerikanischen
Predigers Martin Luther King sen. und der Lehrerin Alberta Williams in Atlanta, USA geboren. M.L.K wurde in
den 50 iger Jahren zur Leitfigur und Idol für die friedliche Einforderung der gleichen Recht der schwarzen
6
Luther King jr. wird zum Führer der “black nation” und gruppiert mit anderen politisch Gleichgesinnten die Southern Christian Leadership Council ( 1957 in Atlanta),die zwei Ziele verfolgt:
(1) Durch gewaltfreie Aktionen Widerstand zu leisten in Form von Sitzstreiks, Boykotts, Bestzungen von öffentlichen Ämtern, um die rassistische Segregation deutlich werden zu lassen, die unter den Oberfläche sehr tief verankert war. (2)Die andere Strategie verfolgte verschiedene Programme zur Aufklärung und Bewußtseinsbildung der Bevölkerung, welche verschiedene Ziele anstrebten: die Abschaffung aller Restriktionen; Alphabetisierung; Gesundheitsförderung der schwarzen Bevölkerung; die Anwendung des Wahlrechts und die Absicherung im Arbeitsbereich.
Fast zeitgleich kommt es jedoch zu militanten Gruppierungen unter der Hand von Elijah Muhammad (Nation of Islam) und MalcomX ( Organization of Afro- American Unity), welche einen dunklen Schatten über die friedvolle Bewegung der anderen Seite wirft und die Bewegung in zwei Lager spaltet. 7
Nach dem Attentat von Martin Luther King jr. am 04.04.1968 erleben viele der Aktivisten und Anhänger einen tiefen Rückschlag, laßen sich aber nicht entmutigen, weiterhin für ihre Rechte einzustehen. Unumstritten hat die zivilrechtliche Bewegung der schwarzen Bevölkerung den Grundstein für die Praxis des Empowerment geschaffen:
die eigene Befähigung von Menschen, sich aus einer scheinbar hoffnungslosen Lage zu befreien, Ohnmächtigkeit in Macht umzuwandeln, das kollektive Bewusstsein zu stärken und die Gemeinschaft damit zu solidarisieren und letztendlich das aktive Handeln jedes Einzelnen, um sich aus der Ohnmacht zu befreien. 8
Bevölkerung in den USA, kämpfte gegen die Rassenunruhen, Diskriminierungen und Gewalttaten, die die meisten
seiner Landsmänner widerfuhren. Er mobilisierte tausende von Menschen für die gewaltfreie Lösung des
Rassenproblems nach seinem Vorbild Mahatma Gandhi. Luther King wurde mit seiner Rede “ I have a dream”
weltberühmt und fiel am 04.04.1968 in Memphis,Tennesse, einem Attentat zum Opfer. Er hatte mit Coretta Scott
King vier Kinder.
Vgl.Gerd Presler, Beate Kusenberg und Klaus Schröter (Hrsg): Martin Luther King, Hamburg, Rowohlt
Taschenbuch Verlag, 1984, S. 28f.
7 . Vgl.Norbert Herriger (Hrsg.):Empowerment in der Sozialen Arbeit- eine Einführung.Stuttgart; Berlin;
Köln:Kohlhammer, 2002, S. 22
8 ebd. S. 23
7
“ Feminismus sollte den Geist befreien
Einen weiteren wichtigen Grundstein für das Konzept, legte der Feminismus: 9 1. Der radikale Feminismus untersucht die Unterdrückung und Machtpositionen der Weiblichkeit im sozialen Kontext. Dazu gehört die Verhäuslichung der Frau, das traditionelle Ehebild, die hierarchische Unterwerfung der Frau vor dem Mann(...) 2. Der liberale Feminismus hat das Ziel, politisch und gesellschaftliche Ungleichheiten abzuschaffen und den Frauen mehr Rechte in der Beschaffung und dem Zugang auf dem Arbeitsmarkt zu erkämpfen, das soziale Sicherungssystem auszubauen und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen ( Erziehungsjahre, bessere Einstiegsmöglichkeiten nach der Geburt )
3. Der sozialistische Feminismus fokussiert sich auf die universellen rechtlichen Unterschiede der Frauen in Bezug auf Geschlecht, Rasse und Klassenzugehörigkeit. 10
In den 60iger Jahren vollzieht sich in radikalem Tempo ein bedeutender Wandel für die Frauen und deren Rechte. Der Kampf des Feminismus ist auf dem Zenith und die Forderungen nach einer geschlechtlichen Gleichberechtigung werden immer lauter.
9 Anmerkung: Der Feminismus ist eine aus der abendländischen Philosophie hergeleitete Weltanschauung,
die sich an den Interessen, den Werten und der Würde insbesondere des einzelnen Menschen orientiert. Toleranz,
Gewaltfreiheit, Gewissensfreiheit, aber vor allem die Gleichberechtigung der Geschlechter gelten als wichtige
feministische Prinzipien menschlichen Zusammenlebens. Der Feminismus ist somit auch eine politische Bewegung
mit dem Ziel, die Gleichwertigkeit, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit von Frauen, die Selbstbestimmung
über deren Leben und ihren Körper zu erreichen. Er zielt auf eine Veränderung der Gesellschaft ab, in der die vom
Feminismus analysierte geschlechtshierarchische Unterdrückung von Frauen nicht mehr vorkommt und die
gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse durch Ebenbürtigkeiten geprägt sind. Der Feminismus sieht die in der
bisherigen Geschichte vorherrschenden Gesellschaftsordnungen als androzentrisch an und interpretiert diesen
Umstand als Männerherrschaft (Patriarchat). Er interpretiert Ungerechtigkeiten als patriarchal verursacht und
bezieht daraus seine Existenzberechtigung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus, 01:12, 06.10.2008
10 Vgl.Norbert Herriger (Hrsg.):Empowerment in der Sozialen Arbeit- eine Einführung.Stuttgart; Berlin;
Köln:Kohlhammer, 2002, S. 23 f
8
Arbeit zitieren:
Jamila Vidas, 2008, Empowerment von Kindern und Migranten , München, GRIN Verlag GmbH
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