Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Textkritik. 4
3 Sprachliche Analyse 5
3.1 Sprachliche Form 5
3.2 Kontextanalyse 6
3.3 Pragmatik 6
4 Entstehungsgeschichte des Textes 7
4.1 Literarkritik/Quellenkritik 7
4.2 Überlieferungskritik 7
5 Formale und inhaltliche Vorgaben des Textes 8
5.1 Form -und Gattungskritik 8
5.2 Traditionskritik. 8
6 Klärung von Einzelaspekten. 9
7 Zusammenfassung der Ergebnisse 11
8 Anhang 12
I) Markus 2, 23-28: Elberfelder Bibel (rev. 1985): 12
II) Markus 2, 23-28: Luther Bibel (rev. 1984): 12
III) Markus 2, 23-28: Gute Nachricht Bibel (rev. 1997): 13
IV) Markus 2, 23-28: Einheitsübersetzung (1980): 13
V) Synoptischer Text aus Matthäus 12, 1-8 (rev. Luther 1984): 13
VI) Synoptischer Text aus Lukas 6, 1-5 (rev. Luther 1984): 14
9 Literaturverzeichnis. 15
2
1 Einleitung
Ich habe mich in meiner Exegese für diese Textstelle entschieden, da ich schon als Kind im Religionsunterricht und im Kindergottesdienst viel über das Ährenraufen am Sabbat in der Bibel gehört und erfahren habe. Auch damals fand ich es schon immer sehr spannend. Zu dieser Zeit habe ich mich gefragt, ob wir Christen vielleicht aufgrund dieser Textstelle heute anstatt des Sabbats den Sonntag haben, der eine etwas harmlosere Form darstellt? Außerdem habe ich darüber nachgedacht, dass ja besonders Vers 27 „Schuld“ sein könnte, dass der Sonntag manchmal nicht mehr so ernst genommen und die Rede vom heiligen Sonntag eher in den Hintergrund gerückt wird? Allerdings stellt sich dann wiederum die Frage, ob wir wollen, dass der Sonntag irgendwann ein Tag wie jeder andere werden soll? Oder sehen sogar manche Menschen diese Textstelle als eine Erlaubnis und Rechtfertigung dafür, überhaupt keine Gesetze mehr beachten zu müssen?
Ich werde in meiner Exegesearbeit nun so vorgehen, dass ich zuerst die rev. Lutherübersetzung, die rev. Gute Nachricht Übersetzung, die rev. Elberfelder Übersetzung und die Einheitsübersetzung miteinander vergleiche. Diese vier Texte sind meiner Meinung nach gut geeignet für die Analyse. 1
Anschließend werde ich dann die weitere Analyse dieser Bibelstelle fortsetzen und mit der rev. Lutherübersetzung weiterarbeiten. 2
Nach der Analyse folgt noch die Klärung von Einzelaspekte und schließlich die Zusammenfassung meiner Ergebnisse.
1 vgl. Anhang I)-IV)
2 vgl. Anhang II)
3
2 Textkritik
Für die Textkritik werden die rev. Lutherübersetzung (LU), die rev. Gute Nachricht Übersetzung (GN), die rev. Elberfelder Übersetzung (ELB) und die Einheitsübersetzung (EH) verwendet. 3
Schon der Anfang der Bibelstelle ist unterschiedlich gewählt. Die GN und die EH beginnen mit: „An einem Sabbat […]“. Dies ist keine wirkliche Einleitung für den Text. Die ELB und LU starten dagegen mit sehr einleitenden und schönen Worten: „Und es geschah […]“ bzw. „und es begab sich […]“. Dieses „und“ zieht sich dann durch die gesamten sechs Verse und steht außerdem in Verbindung zu den Geschichten, die vorher im Markusevangelium geschrieben sind. Diese Aneinanderreihung macht deutlich, dass es sich um wichtige Elemente handelt.
Auch bei der Nennung Jesu ist ein weiterer Unterschied zu erkennen. Die ELB und LU nennen ihn in der gesamten Textstelle nicht beim Namen, die GN hingegen durchlaufend und die EH nur am Ende.
Weiterhin ist auffällig, dass die GN noch einen Satz mehr besitzt, der nur hier vorkommt: „Er hat zu bestimmen, was an diesem Tag getan werden darf.“
Bei der Anklage der Pharisäer wird der Vorwurf bei der GN und EH in einem Ausruf bzw. einer Aussage ausgedrückt, in der ELB und LU dagegen in einer Frage. Das „Sieh“ ist jedoch bei allen vier Übersetzungen gleich.
Beim Vers 25 kann man bei der Darstellung des Hungers eine Steigerung feststellen. Die GN redet von „hungrig“, in EH hatten sie „nichts zu essen“, ELB spricht von einem „Mangel“ der da war und schließlich die LU, die verdeutlicht, dass David und seine Gefährten „in Not“ waren.
In Vers 27 sind wieder Unterschiede zu erkennen. Bei der EH sagt Jesus, dass der Sabbat „für den Menschen da“ ist. LU meint dagegen, dass der Sabbat für den Menschen „gemacht“ ist. Die ELB und GN reden von Gott als „Erfinder“ des Sabbats. Dieser wurde hier für den Menschen „geschaffen“.
Beim letzten Vers weichen dann alle vier Übersetzungen etwas voneinander ab. Bei ELB ist der „Sohn des Menschen“ der Herr über den Sabbat, für LU „ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat“, GN bringt dann noch
einen Nachsatz und die EH spricht ebenfalls davon, dass „der Menschensohn Herr auch über den Sabbat“ ist.
3 vgl. Anhang I) - IV)
4
3 Sprachliche Analyse
Die sprachliche Analyse der Bibelstelle wird nun mit der rev. Lutherübersetzung fortgesetzt. 4
3.1 Sprachliche Form
Die Geschichte über das Ährenraufen am Sabbat ist in einem einfachen und gut verständlichem Wortschatz verfasst. Er konzentriert sich auf die Schilderung des Sabbats, was die Jünger an diesem Tag Unerlaubtes getan haben und wozu er dann schließlich gemacht wurde.
Innerhalb der Wortarten kommen viele Verben vor, die die Situation beschreiben. Zum Beispiel, dass die Jünger „anfingen“ und Ähren „ausrauften“ während sie über das Kornfeld „gingen“ (V.23). Auch in den weiteren Versen, als Jesus mit den Pharisäern redet und ihnen Begründungen für diesen Vorfall gibt, kommen viele Verben vor („sprachen“, „gelesen“, „hungerte“, „essen“, „gemacht“ etc.).
Jeder Vers, außer Vers 26 und 28, wird mit „und […]“ eingeleitet. Dies ist sehr auffällig und bestätigt ebenfalls die einfache Sprache des Textes.
Zwischen Vers 24 und 25f kommt es zu einem Wechsel der Ebenen in der Geschichte. Aus dem Sabbatbruch wird ein allgemeines Gespräch um das Gesetz. Dies wird dann in den letzten beiden Versen wieder miteinander vermischt.
In Vers 24 stellen die Pharisäer Jesus eine Frage, die er dann allerdings nicht mit einer Antwort., sondern mit einer Gegenfrage kontert. Man könnte es sogar als einen Vorwurf auffassen, dass sie sich nicht einmal mit der Geschichte des König Davids auskennen. Außerdem wird hier eine Parallele zwischen dem gesetzesbrüchigen David und dem sabbatbrüchigen Jesus hergestellt. Auffallend ist auch, dass die Pharisäer nach ihrer Frage keine Antwort oder
Richtigstellung mehr äußern, sie kommen in den restlichen Versen gar nicht mehr zu Wort. Die beiden letzten Verse sind etwas abgegrenzt von den anderen, da sie wieder neu mit „und er sprach zu ihnen“ eingeleitet werden. Hier ist der Chiasmus in Vers 27 auffällig: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“. Es wird gesagt, dass der Sabbat für den Menschen geschaffen wurde und somit keinen Nachteil darstellt, weil er von Gott eingesetzt wurde. Der zweite Teil verstärkt dies noch zusätzlich, dass hier der Mensch eindeutig nicht wegen dem Sabbat gemacht wurde. Jesus
4 vgl. Anhang II)
5
Arbeit zitieren:
Christiane Prokscha, 2008, „Das Ährenraufen am Sabbat“ (Mk 2, 23 – 28), München, GRIN Verlag GmbH
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