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Inhaltsverzeichnis
Inhalt Seite
I. Einleitung 3
II. Das Werk „Der Funke Leben“ von Erich Maria Remarque 3-6
1. Inhaltsangabe von „Der Funke Leben“ 4-5
2. Allgemeine Informationen über das Werk 5-6
III. Der Autor Erich Maria Remarque 6-9
1. Biographie Erich Maria Remarques 6-8
2. Einordnung des Werkes „Der Funke Leben“ in die Biographie 8-9
IV. Untersuchung des Werkes „Der Funke Leben“ auf biographische 9-12
Bez üge zum Autor
1. Untersuchung auf einen Zusammenhang zur Hinrichtung von 9-10
Remarques Schwester
2. Untersuchung auf einen Zusammenhang zwischen Namen, 11-12
Charakteren und Orten mit Remarques Umfeld
V. Intentionen des Autors 12-14
1. „Re-education“ 12-13
2. Aufarbeitung seiner psychischen Probleme 13
3. Erinnerung an seine Schwester 13-14
VI. Quellen Remarques 14-15
1. Woher nahm Remarque sein Wissen über Konzentrationslager? 14-15
2. Bericht „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon 15
VII. Abschließendes Fazit und eigene Stellungnahme 16
VIII. Anhang 17
Literaturverzeichnis 17
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I. Einleitung
Das Ziel meiner Bearbeitung des Romans „Der Funke Leben“ von Erich Maria Remarque wird es sein, biographische Bezüge zum Autor zu finden und zu analysieren. Hierzu werde ich mich zunächst, mit Hilfe des Osnabrücker Remarque-Archivs und entsprechender Sekundärliteratur, sehr ausführlich über Remarques Leben informieren und dieses nach dem Lesen des Romans mit einzelnen Charakteren, Ereignissen und Orten des Werkes vergleichen.
Falls Bezüge vorhanden sind, werde ich diese dann zusammen mit allgemeinen Informationen über Remarque und seinem Werk, die mir zum Verständnis des Romans oder dieser Bearbeitung wichtig erscheinen, differenziert darstellen. Ich hoffe auf diese Art und Weise nach der sechswöchigen Bearbeitungsphase zu einem informativen Gesamtbild über Remarque und seine Werke, insbesondere „Der Funke Leben“, zu kommen und so die biographischen Bezüge verständlich analysieren zu können.
II. Das Werk „Der Funke Leben“ von Erich Maria Remarque
1. Inhaltsangabe von „Der Funke Leben“
Erich Maria Remarques Roman „Der Funke Leben“ handelt von einem Konzentrationslager kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, dessen Insassen aufgrund der nahenden Übernahme durch die Alliierten wieder neuen Mut fassen. Häftling Nr. 509 des Konzentrationslagers Mellern schöpft das erste Mal nach zehn Jahren Gefangenschaft Hoffnung auf Befreiung, als die nahe gelegene Stadt in der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges von Alliierten bombardiert wird.
Er lebt mit einigen Mitgefangenen, den „Veteranen“, in Baracke 22 des „Kleinen Lagers“, in dem die kranken und schwachen Häftlinge - zur Arbeit nicht mehr fähig - untergebracht sind. Zunächst reagieren seine Mithäftlinge mit Zurückhaltung auf seine Hoffnung, aber mit der Zeit erleben sie mehr und mehr Situationen, wie beispielsweise das erste Singen des Deutschlandliedes nach vielen Jahren, die sie in ihren Gedanken an ein baldiges Kriegsende bestärken.
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Als der Arzt Wiese beim Lagerkommandanten Neubauer sechs Häftlinge für medizinische Experimente beantragt, erlaubt dieser ihm, im „Kleinen Lager“ nach Freiwilligen zu suchen. Unter diesen „Freiwilligen“, die vom Lagerführer Weber ausgesucht werden, befinden sich auch 509 und Bucher, einer der Jüngsten der Veteranen. 509 fürchtet, dass er nun bald sterben wird, und versucht beim Verlassen des Lagers den Mitgefangenen seine Hoffnung zu übermitteln. Ausschließlich Lewinsky, der der Untergrundbewegung des Lagers angehört, versteht ihn. Bucher und 509 weigern sich aber, eine Freiwilligen-Erklärung zu unterschreiben, werden deswegen von Weber zusammengeschlagen und müssen für zwei Tage in den Bunker. Dies ist unter den im Lager herrschenden Umständen eine sehr milde Strafe.
Das Überleben der beiden und ein Zeitungsbericht über den Vormarsch der Amerikaner bis über den Rhein schenken den Gefangenen neue Kraft, und das „Kleine Lager“ wird als Versteck aktiv mit in die Untergrundbewegung einbezogen.
Die Organisation des Lagers beginnt schwieriger zu werden, als ein Gefangenentransport eines aufgelösten Lagers eintrifft, was für die Häftlinge einerseits Hoffnung und andererseits Angst vor der Auflösung ihres Konzentrationslagers bedeutet, da die entkräfteten Insassen des „Kleinen Lagers“ einen Marsch in das nächste Lager nicht überleben würden.
509 hat das erste Mal seit langem wieder Todesangst, weil er sich mit seinem Blockältesten Handke anlegt. Er kann ihn allerdings zunächst mit 20 Mark und dem Versprechen auf 2500 Schweizer Franken bestechen.
Als Lewinsky von 509 einen Revolver im „Kleinen Lager“ verstecken lässt, verspürt dieser wieder soviel Lebenswillen, dass er sich mit seinem richtigen Namen Friedrich Koller ansprechen lässt. Um 509 weiterhin vor Handke schützen zu können, tauscht der im Krematorium des Lagers arbeitende „Veteran“ Berger die Kleider eines Toten aus, so dass 509 nun unter dem Namen Flormann weiterexistiert.
Nachdem ein weiterer Transport mit 500 Juden im Lager eintrifft, beginnt langsam eine Unordnung Platz zu greifen, in der die SS keine Übersicht mehr hat. Bei einem Bombenangriff auf das Lager wird Handke von der Untergrundbewegung umgebracht. Einer der Führer der Bewegung, der Kommunist Werner, ein früherer politischer Gegner von 509, wird im „Kleinen Lager“ versteckt und diskutiert mit 509 über die politische Zukunft Deutschlands nach dem Krieg. Es wird deutlich, dass 509 gegen jede Art von totalitärem Staat ist, auch wenn er kommunistisch geführt wird.
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Das Chaos im Lager vergrößert sich noch, als Neubauer und Weber gegensätzliche Befehle erteilen, weil sie sich beide bereits mit der Übernahme des Lagers durch die Alliierten innerhalb der nächsten Tage abgefunden haben und mit dieser Situation unterschiedlich umgehen.
Weber betrinkt sich mit einigen SS-Führern und stürmt mit ihnen das Lager. Sie zünden die Holzbaracken an und erschießen die flüchtenden Häftlinge. In diesem Tumult erschießt 509 Weber mit dem im „Keinen Lager“ versteckten Revolver und stirbt selbst bei dem Versuch anderen Gefangenen zu helfen.
Die Untergrundbewegung übernimmt die Organisation des Lagers und die „Häftlinge“ brechen bald in viele verschiedene Richtungen auf, um Verwandte zu suchen, in die Heimat zurückzukehren oder ein neues Leben zu beginnen. 509 wird an der Stelle begraben, auf der die Baracke 22 gestanden hat.
2. Allgemeine Informationen über das Werk
Der fiktive Roman „Der Funke Leben“ ist eines der am wenigsten bekannten und am meisten diskutiertesten Werke Remarques, was sich wohl auf das - in der damaligen wie zum Teil auch noch in der heutigen Zeit - schwierige Thema „der Bewahrung der Menschenwürde in extremen Situationen“ 1 am Beispiel eines Konzentrationslagers zurückführen lässt. Die schwierige Thematik ist wohl auch der Grund dafür, dass Remarque sehr viel für diesen Roman recherchierte und ihn innerhalb der fünf Jahre, die er an diesem Werk gearbeitet hat, vier Mal völlig neu konzipierte. Es handelt sich bei „Der Funke Leben“ um den ersten Roman Remarques, bei dem er voll und ganz auf die Informationen anderer angewiesen ist. Die Situationen, die er in seinem Werk darstellen will, hatte er nämlich nie selbst erlebt. Gerade dieser Punkt führte zu kontroversen Diskussionen über sein Werk und wurde "in 66 von 105 deutschsprachigen Rezensionen aus dem Zeitraum 1952-55 […] direkt und explizit aufgegriffen und diskutiert“ 2 .
Die Beurteilungen über Remarques Recherche und Hintergrundwissen für den Roman fallen in den Rezensionen sehr unterschiedlich aus. Einige Kritiker sind der Meinung, Remarque habe Tatsachen falsch dargestellt und sei aufgrund seiner eigenen
1 Schneider, Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): < Reue ist undeutsch >, am angegebenen Ort (a.a.O.), S. 9
2 ebenda, S. 23
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Unerfahrenheit mit dem Thema Konzentrationslager nicht geeignet, einen solchen Roman zu schreiben. Andere dagegen argumentieren, gerade durch die Distanz zum Thema sei Remarque in der Lage, einen vorurteilsfreien und aufgrund seiner gründlichen Recherche realitätsnahen Roman zu verfassen.
Trotz der sehr geringen Verkaufszahlen und der teilweise sehr negativen Kritik wurde „Der Funke Leben“ insgesamt in 30 verschiedene Sprachen übersetzt.
III. Der Autor Erich Maria Remarque
1. Biographie Erich Maria Remarques
Erich Paul Remark (1921 Namensänderung in Erich Maria Remarque) wird am 22. Juni 1898 in Osnabrück als Sohn eines Buchbinders geboren. In den Jahren 1900 und 1903 kommen seine Schwestern Erna und Elfriede Remarque zur Welt, sein älterer Bruder stirbt 1901 im Kindesalter.
Nachdem Remarque von 1904 bis 1912 die Volksschule und danach bis 1915 die katholische Präparande besucht hat, wird er am 21. November 1916 in die Armee einberufen. Schon sieben Wochen nach seiner Verlegung an die Westfront wird Remarque am 31. Juli 1917 durch Granatsplitter verletzt und ins Feld-Lazarett in Duisburg überführt. Im Januar 1919 setzt Remarque seine Ausbildung zum katholischen Volksschullehrer fort und besteht am 25. Juni seine Lehramtsprüfung. Nachdem er in der Zeit vom 1. August 1919 bis zum 20. November 1920 drei Stellen als Aushilfslehrer inne gehabt hat, quittiert er seinen Schuldienst und übernimmt Gelegenheitsjobs, wie z.B. Buchhalter, Grabsteinverkäufer und Klavierlehrer in Osnabrück.
Im Frühjahr 1921 beginnt er Theaterkritiken zu schreiben und arbeitet für die Zeitschrift Echo Continental der Continental-Gummiwerke. Am 29. April siedelt Remarque nach Hannover über um dort als Werbetexter und Redakteur für Echo Continental zu arbeiten. 1924 wird er Chefredakteur der Berliner Zeitschrift Sport im Bild. Remarque heiratet am 14. Oktober 1925 Ilse Jutta Zambona und tritt mit ihr gemeinsam im Februar 1927 aus der katholischen Kirche aus.
Im Herbst diesen Jahres schreibt er seinen Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“, der am 29. Januar 1929 beim Propyläen-Verlag erscheint und von dem innerhalb der ersten sechs Monate etwa eine halbe Million Exemplare verkauft werden. Bei der deutschen Premiere
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des Films All quiet on the Western Front zu Remarques Roman kommt es zu massiven Störungen durch die NSDAP und im Dezember 1930 wird der Film von der Filmoberprüfstelle Berlin verboten.
Nach fast fünf Ehejahren lässt Remarque sich am 4. Januar 1930 von Ilse Jutta Zambona scheiden. Im August 1931 kauft er die Villa „Casa Monte Tabor“ am Lago Maggiore in der Schweiz, die er ab 1932 als ständigen Wohnsitz nutzt. Hier gewährt er Emigranten Unterschlupf und unterstützt sie mit Geld und neuen Pässen. In der Schweiz macht er Bekanntschaften mit vielen anderen Künstlern und Schriftstellern wie z.B. Thomas Mann und Carl Zuckmayer.
Am 10. Mai 1933 werden Remarques Bücher in Berlin öffentlich wegen literarischem Verrat am Soldaten des Weltkrieges 3 verbrannt.
Nachdem sich Anfang September 1937 zwischen Marlene Dietrich und Remarque eine enge Beziehung aufbaute, die sich etwa über vier Jahre hinzieht, heiratet er Ilse Jutta Zambona am 22. Januar 1938 zum zweiten Mal, um ihr eine Einreise in die USA und damit die Flucht aus Europa zu ermöglichen. Am 4. Juli diesen Jahres wird Remarque aus dem Deutschen Reich ausgebürgert und emigriert im Juli 1939 endgültig in die USA. Erst im Juni 1946 erfährt Remarque von der Verurteilung und anschließenden Hinrichtung seiner Schwester Elfriede Scholz am 16. Dezember 1943 wegen Wehrkraftzersetzung und beginnt daraufhin mit der Arbeit an seinem Roman „Der Funke Leben“. Er erwirbt am 7. August 1946 die amerikanische Staatsbürgerschaft und kehrt im Mai 1948 das erste Mal nach neun Jahren Exil zurück nach Europa.
Für Remarque beginnt die ruhige Phase seines Lebens, nach dem er ab November 1948 schwer unter der Ménièrschen Krankheit litt und 1952 bei ihm Leber-Diabetes diagnostiziert wird. Außerdem leidet er zu dieser Zeit sehr stark unter psychischen Problemen sowie unter seinem Hang zum Alkohol.
Im Juli 1952 kehrt Remarque zum ersten Mal nach 20 Jahren in seine Geburtsstadt Osnabrück zurück, um seinen Vater zu besuchen, der am 9. Juni 1954 stirbt. Um seine langjährige Freundin Paulette Goddard heiraten zu können (25. Februar 1958), lässt sich Remarque 1957 wieder von Ilse Jutta Zambona scheiden.
Ab 1963 wird Remarques Leben von Krankheiten geprägt; er erleidet innerhalb von zwei Jahren zwei Herzanfälle sowie Ischämie und eine Thrombose. Im August und November 1967 folgen zwei weitere Herzanfälle und am 25. September 1970 stirbt Erich Maria Remarque in Locarno im Tessin an Aortenaneurisma.
3 vgl. Biographie des Remark-Archivs
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Er wird 1964 mit der Möser-Medaille der Stadt Osnabrück und 1967 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Außerdem benennt die Stadt Osnabrück den Erich Maria Remarque-Ring nach ihm und die Elfriede-Scholz-Straße nach seiner Schwester.
2. Einordnung des Werkes „Der Funke Leben“ in die Biographie
Remarque beginnt im Juli 1946 mit der Arbeit an seinem KZ-Roman „Der Funke Leben“. Er hatte bereits seit 1930 Lektüren über Konzentrationslager gelesen und nimmt nun Kontakt zu ehemaligen Häftlingen auf, um genug Hintergrundwissen für einen Roman mit einem solch heiklen Thema zusammenzutragen.
Parallel dazu arbeitet Remarque bis zum Januar 1948 an seinem Roman „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“, widmet sich dann allerdings ausschließlich dem KZ-Roman, weil ihm die Thematik persönlich sehr wichtig ist.
Sowohl zu diesem Zeitpunkt als auch im April 1948 entscheidet sich Remarque seinen Roman völlig neu zu überarbeiten. Dies lässt darauf schließen, dass er sich die Arbeit an seinem Werk nicht leicht gemacht hat und er sehr gewissenhaft vorging. Die Selbstzweifel an der Qualität seiner Arbeit werden auch durch seine Tagebucheinträge bestätigt:
„Buch von vorne angefangen, wieder mal. Vielleicht besser, in Europa zu arbeiten. Näher.“ 4
„Gestern große Zweifel an der Arbeit. Nicht genug Material; nicht gut geschrieben.“ 5
Nachdem Remarque im Mai 1948 nach Europa zurückkehrt, beginnt er erneut zu recherchieren und Überlebende zu befragen, schreibt aber zunächst wegen seiner schweren Erkrankung an der Ménièrschen Krankheit nicht weiter.
Im September 1949 unterzeichnet er einen Vertrag mit dem Schweizer Verlag Alfred Scherz, dem allerdings weder das Thema noch der Inhalt des Romans bekannt sind, und stellt das Werk am 4. November 1950 fertig.
Kurz darauf jedoch liest Remarque den Bericht „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon und konzipiert seinen Roman daraufhin noch einmal völlig neu, da er in Kogons Bericht seine
4 Schneider Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): Erich Maria Remarque, Briefe… a.a.O., S. 397, 22.April 1948 in New York
5 ebenda, S. 427, 14. Aug. 1950 in Porto Ronco
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eigenen Intentionen in Zusammenhang mit detailgetreuen Informationen über Konzentrationslager findet.
Remarque schließt seine Arbeit an dem nun stark von Kogon beeinflussten Roman „Der Funke Leben“ am 24. Mai 1951 endgültig ab. Der Vertrag mit dem Scherz-Verlag wird im Herbst 1951 wieder annulliert, da „in Deutschland Kriegs- und Konzentrationslagerberichte von den Käufern abgelehnt würden“ 6 .
Das Buch erscheint im Januar 1952 unter dem Titel „Spark of Life“ im Appleton-Century-Verlag, die deutsche Buchausgabe folgt im Juli beim Verlag Kiepenheuer&Witsch. Die Gründe dafür, dass Remarque so lange an „Der Funke Leben“ schreibt, sind nicht nur die zeitintensive Recherche, sondern auch seine psychischen Probleme, die er während der Arbeitsphase an diesem Roman mit der Psychoanalytikerin Karen Horney aufarbeitet (vgl. V. 2.). Sehr deutlich wird dies an seinen Tagebucheinträgen, die in dieser Zeit sehr viel ausführlicher sind als zuvor, und sich fast nur mit dem Thema der Psychoanalyse beschäftigen:
„Da steckt irgendeine Neurose: Opferkrebs; Weggeber; jemand der nur Freude empfindet, wenn er sie mitteilen, weggeben kann;“ 7
„Immer wollte ich mehr sein oder scheinen als ich bin. Immer.“ 8
„Daher Wunsch, ein anderer zu sein, als ich selbst, um ,lovable’ zu werden.“ 9
IV. Untersuchung des Werkes „Der Funke Leben“ auf biographische Bezüge zum Autor
1. Untersuchung auf einen Zusammenhang zur Hinrichtung von Remarques Schwester
Einen Monat nachdem Remarque von der Hinrichtung seiner Schwester Elfriede Scholz erfahren hat, also im Juli 1946, beginnt er mit der Arbeit an seinem Werk „Der Funke Leben“. Bereits am 16. Dezember 1943 war Elfriede wegen Wehrkraftzersetzung durch Roland Freislers Volksgerichtshof verurteilt und hingerichtet worden.
6 Schneider, Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): < Reue ist undeutsch >, a.a.O., S. 22
7 Schneider Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): Erich Maria Remarque, Briefe… a.a.O., S. 428
8 ebenda, S. 428
9 ebenda, S. 429
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Einem Brief einer Zuhörerin der Gerichtsverhandlung kann man entnehmen, dass die Verhandlung, wie damals üblich, kein faires Verfahren war:
„Sie machte mit bewunderungswürdiger Ruhe ihre Aussagen, sie hatte aber keine Gelegenheit, ihre politischen Ansichten zu begründen, [...]“ 10
„Eine Verhandlung am Volksgerichtshof dauerte durchschnittlich eine Stunde, eine Vereidigung der Belastungszeugen fand nicht statt, weil der deutsche Mann und die deutsche Frau auch ohne Eid die Wahrheit sagen.“ 11
Aufgrund der Widmung „To the memory of my sister Elfriede“ und dem direkten Arbeitsbeginn an „Der Funke Leben“ nachdem Remarque von ihrer Hinrichtung erfahren hat, könnte man den Tod von Remarques Schwester als einen Grund für die Erstellung des KZ-Romans ansehen, wie es auch in einigen Analysen zu dem Roman der Fall ist. Ich persönlich halte Elfriedes Tod jedoch eher für einen Auslöser, nicht für einen Grund. Die relativ nüchterne Erwähnung des Todes seiner Schwester in seinem Tagebuch:
„Die ersten Nachrichten aus Deutschland.[…] Meine Schwester Elfriede 1943, wegen staatsfeindlicher Bemerkungen, gefangen, von einem Volksgerichtshof verurteilt, im Dez. 1943 hingerichtet.“ 12
lässt darauf schließen, dass ihn der Tod seiner Schwester nicht so sehr getroffen hat, als dass er nur aus diesem Grund einen solch aufwendigen und - aufgrund der psychischen Aufarbeitung (vgl. V.2.) - für Remarque teilweise belastenden Roman schreibt. Vielmehr ist diese Nachricht der Anstoß zu seiner Arbeit, da er sich jetzt mit den grausamen Taten der Nazis nicht nur als objektiver Beobachter auseinandersetzen muss, sondern seine eigene Familie damit konfrontiert sieht.
Hiermit ist die Distanz, die er durch seinen Exilaufenthalt zu Deutschland und zu den Kriegsverbrechen aufgebaut hat, relativiert und Remarque beginnt ernsthaft über die Verbrechen und Fehler der Nazis und ihre weit reichenden Folgen nachzudenken. Diese intensive Auseinandersetzung verarbeitete er unter anderem auch in seinem Roman „Der Funke Leben“.
10 Elfriede Scholz, geb. Remark, Im Namen des deutschen Volkes, Dokumente..a.a.O., S. 147 f.
11 ebenda, S. 148
12 Schneider Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): Erich Maria Remarque, Briefe… a.a.O., S. 393
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2. Untersuchung auf einen Zusammenhang zwischen Namen, Charakteren und Orten des Werkes mit Remarques Umfeld
Eine Auffälligkeit in Remarques Arbeitsweise ist es, dass er häufig Namen und Orte, die er kennt, in seine Romane mit einbezieht. Das populärste Beispiel hierfür ist wohl die Hauptfigur seines Erfolgsromans „Im Westen nichts Neues“ 13 Paul Bäumer, benannt nach seinem eigenen früheren Vornamen Paul und dem Nachnamen seiner Großmutter mütterlicherseits Bäumer.
In seinem Roman „Der Funke Leben“ kommen allerdings nur recht wenige solcher Bezüge vor. Am auffälligsten ist hierbei sicherlich der Name der Stadt bzw. des Konzentrationslagers ‚Mellern’. Hierbei handelt es sich um eine Mischung der beiden Ortsnamen ‚Melle’ und ‚Hellern’, beides Ortschaften in der Nähe von Osnabrück, Remarques Geburtsstadt.
Der einzige Name einer Person des Romans, die einen Zusammenhang zu seinem eigenen Leben haben könnte, ist Ruth Holland. In Remarques Leben selbst tauchen zwei Frauen namens Ruth auf, zunächst Ruth Albu, mit der er eine enge Bekanntschaft hat und die ihn 1930 zu dem Kauf von Kunstgegenständen und später zum Kauf seiner Villa in Porto Ronco anregt. Im Jahr 1939 lernt er dann Ruth Marton, eine gute Freundin, kennen. Da Remarque allerdings keinerlei Charakterzüge seiner eigenen Mitmenschen in seine fiktiven Romanfiguren mit einarbeitet, kann man nicht sicher sagen, ob hier überhaupt ein wirklicher Zusammenhang besteht.
Ein weiterer Bezug zwischen „Der Funke Leben“ und Remarques Biographie ist der frühere Beruf des Protagonisten 509, der vor seiner Zeit im Lager Redakteur gewesen ist, genau wie Remarque selbst.
Solche Zusammenhänge tauchen in Remarques Romanen auch untereinander auf, so fällt
„wenn man ‚Die Nacht von Lissabon’ […] liest, […] eine Ähnlichkeit zwischen Josef Schwarz und dem […] Häftling 509 auf. Wie 509, vormals ebenfalls Redakteur, will auch Schwarz anfänglich seinen früheren Namen vergessen.“ 14
Auch der Name Ruth kommt noch öfter vor, beispielsweise in dem Roman „Liebe deinen Nächsten“.
Weitere formelle Bezüge zwischen Remarque selbst und dem Roman sind allerdings nicht zu finden.
13 Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2003
12
Die thematischen Zusammenhänge beschränken sich im Wesentlichen darauf, dass „Viele seiner Freunde und auch seiner Familie […] Opfer der Nazis geworden“ 15 sind. Man weiß allerdings über niemanden in Remarques Umfeld ganz sicher, ob eine Gefangenschaft in einem Konzentrationslager wirklich stattgefunden hat. Somit ist also auch dieser Bezug auf die allgemeinen Verbrechen der Nazis zu beziehen.
V. Intentionen des Autors
1. „Re-education“ 16
Remarque ist es sehr wichtig zu verhindern, dass die schlimmen Ereignisse während der Zeit des Nazi-Regimes von den Deutschen einfach verdrängt werden. Wie man an seinen Tagebucheinträgen dieser Zeit erkennen kann, ist er sehr geschockt über das, was die Medien aus den deutschen Konzentrationslagern berichteten:
„Gefangenenlager u. Konzentr. Lager für forced fremde Arbeiter befreit. Grauenhafte Photos. Viele tausende verhungert. Buchenwald, Belsen, Erla. Menschen eingesperrt u. lebendig verbrannt, verkommen lassen.“ 17
Er befürchtet, dass etwas Ähnliches wieder geschehen könnte, wenn man sich nicht intensiv mit dieser Zeit auseinandersetzt und die Geschehnisse verarbeitet. Schon 1944 schreibt er das Essay „Praktische Erziehungsarbeit in Deutschland nach dem Krieg“ für den OSS (Office for Strategic Services), in dem er seine Sichtweise über die Wichtigkeit und die Umsetzung einer „Re-Education“ des deutschen Volkes darstellt. Auch in „Der Funke Leben“ versucht Remarque das Augenmerk des Lesers auf diese Problematik zu lenken, indem er das Leid an einigen wenigen Personen deutlich macht, da ihm „eine Zahl von 5 Millionen Toten zu abstrakt“ 18 erscheint, um die Tragweite der Grausamkeiten verständlich zu machen.
Er konfrontiert den Leser nicht nur indirekt, durch die Verhaltensweisen der Charaktere, sondern auch direkt mit seiner ablehnenden Haltung gegenüber der Politik des
14 Placke, Heinrich: Nazizeit, Exil und Krieg in… a.a.O.
15
von Sternburg, Wilhelm: <
16 Schneider, Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): < Reue ist undeutsch >,a.a.O., S. 15
17 Schneider Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): Erich Maria Remarque, Briefe… a.a.O.,28 April 1945 in New York
18 Glunz, Claudia: Funktionalität und Zeitzeugenschaft…a.a.O., S. 1
13
Nationalsozialismus, beispielsweise durch die Diskussion zwischen den Häftlingen 509 und Werner über die politische Zukunft Deutschlands:
„,Dann’ sagte Werner, erstaunt über so viel Unwissenheit, ,dann muß selbstverständlich eine Partei da sein, die die Macht übernimmt. Eine geschlossene Partei; nicht ein Haufen zusammengewürfelter Menschen.’ ,Also deine Partei. Die Kommunisten.’ ,Wer sonst?’ ,Jede andere’ sagte 509. ,Nur nicht wieder eine totalitäre.’ […] ,Sag mir lieber, was mit denen geschähe, die gegen euch sind, wenn ihr gewinnen würdet und die Macht hättet?’ […] ,Da gibt es viele verschiedene Wege’, sagte er dann. ‚Ich kenne welche. Du auch. Töten, Foltern, Konzentrationslager - meinst du die auch?’ ‚Unter anderem. Je nachdem, was notwendig ist.’“ 19
Hier macht Remarque durch die Meinung von 509 auch seinen eigenen politischen Standpunkt bzw. seine eigenen Ängste deutlich. Gleichzeitig ist es eine Warnung davor, ein weiteres Mal auf ein totalitäres Regime hereinzufallen, das zwar zunächst völlig andere Ansichten hat, letztendlich aber die gleichen Methoden nutzen wird.
2. Aufarbeitung seiner psychischen Probleme
Wie bereits in III. 2. erwähnt, befindet sich Remarque, während er an „Der Funke Leben“ schreibt, in psychoanalytischer Therapie. Der Roman ist mit großer Sicherheit auch eine persönliche Aufarbeitung der Kriegsgeschehnisse für Remarque, da er sich selbst, trotz seiner Ausbürgerung, durchaus als Deutscher sieht und sich mit Deutschland identifiziert. Während seiner Exilszeit hatte er durch teilweise exzessiven Alkoholgenuss, Parties und viele wechselnde Beziehungen versucht, diese Tatsache und damit die Auseinandersetzung mit diesem Thema zu verdrängen.
Erst durch seine Therapie in Zusammenhang mit der literarischen Aufarbeitung durch „Der Funke Leben“ kann Remarque selbst mit den Geschehnissen umgehen. Gerade dadurch ist die Arbeit an dem Roman für ihn allerdings auch oft belastend und unbefriedigend, was wohl auch zu den vielen Neuanfängen und der langen Entstehungszeit beiträgt.
3. Erinnerung an seine Schwester
Wie schon durch die Widmung des Romans deutlich wird, will Remarque durch „Der Funke Leben“ auch an seine hingerichtete Schwester erinnern, da auch sie Opfer der Nazis geworden war.
19 Remarque, Erich Maria: Der Funke Leben…a.a.O., S. 300 ff.
14
Es sprechen allerdings zwei Tatsachen dagegen, dass seine Schwester diesen Roman wirklich stark beeinflusste.
Erstens ist Elfriede Scholz nie in einem Konzentrationslager gewesen, sondern hatte die Grausamkeit der Nazis auf eine ganz andere Art und Weise kennen gelernt. Zweitens wirkt die Widmung eher wie eine Entschuldigung Remarques, nachdem er erfahren hatte, dass der Präsident des Volksgerichtshofes bei der Verhandlung folgende Worte gesprochen haben soll: “Ihr Bruder ist uns leider entwischt, Sie aber werden uns nicht entwischen.“ 20
Das bereitet Remarque möglicherweise ein schlechtes Gewissen, weil seine Schwester für ihn büßen musste. Um ihr seinen Respekt zu zollen und seine Dankbarkeit zu zeigen bzw. sich zu entschuldigen widmet er ihr seinen Roman.
VI. Quellen Remarques
1. Woher nahm Remarque sein Wissen über Konzentrationslager?
Für Remarque stellt sich, wie bereits erwähnt, vor Beginn seiner Arbeit an „Der Funke Leben“ das Problem, dass er selbst nie in der Situation gewesen war, die er darstellen will. Da ihm die Thematik aber sehr wichtig ist (vgl. V.1.), versucht er die Umstände und Handlungsstränge möglichst realitätsnah zu konzipieren. Deswegen nutzt er eine große Bandbreite verschiedener Quellen zur Informationsbeschaffung, z.B. Lektüren und Vorträge über Konzentrationslager, Augenzeugenberichte von ehemaligen Häftlingen und die Berichterstattung in den Medien.
Schon seit den 30er Jahren liest Remarque Lektüren wie Willi Bredels „Die Prüfung“ und Karl Billingers „Schutzhäftling 880. Aus einem deutschen Konzentrationslager“. Außerdem stellt der im Jahr 1950 von Remarque gelesene Bericht „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon eine sehr wichtige Quelle für den Inhalt des Romans dar (vgl. VI. 2.). Remarque hat des Weiteren Kontakt mit ehemaligen Gefangenen, wie dem Ehepaar Sussmann, welches das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt hat sowie Edgar Kupfer, einem ehemaligen Gefangenen des Konzentrationslagers Dachau. So werden beispielsweise die von Remarque sehr deutlich erläuterten Machtstrukturen der Konzentra-
20 Elfriede Scholz, geb. Remark, Im Namen des deutschen Volkes, Dokumente..a.a.O., S. 149
15
tionslagerführung den Informationen eines Briefes von Peter Sussmann zugeschrieben, „in dem dieser die SS-Ränge und die damit korrespondierenden Wehrmachtsränge erläutert“ 21 . Vor allen Dingen Berichte wie „Foreign News - Germany“, die zusammen mit schrecklichen Photos über die Zustände der Gefangenen berichteten, gehen Remarque sehr nahe (vgl. den zu diesem Artikel in Bezug stehenden Tagebucheintrag vom 28. April 1945; V.1.) und bilden eine Grundlage für die Beschreibung der Grausamkeiten in seinem fiktiven Roman.
Durch all diese Quellen baut Remarque im Laufe der Jahre, die er an „Der Funke Leben“ arbeitet, ein großes Detailwissen über Konzentrationslager, deren Führung und Strukturen sowie die schrecklichen Erlebnisse und Entwicklungen der Gefangenen auf.
2. Bericht „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon
Die Quelle, die Remarques Roman „Der Funke Leben“ wohl am weitreichendsten beeinflusst hat, ist der Bericht „Der SS-Staat“ von Eugen Kogon. Der Grund hierfür sind wahrscheinlich die weitgehend gleichen Intentionen dieser beiden Schriftsteller: Auch Kogon verstand sein Werk als Mahnung und Hilfe zur Selbsterkenntnis.
Die große Wichtigkeit dieses Berichtes für Remarque wird daran deutlich, dass er seinen Roman, nachdem er ihn 1950 bereits fertig gestellt hatte, aufgrund der Lektüre des „SS-Staates“ ein weiteres Mal ganz neu konzipierte. Kogon war selbst von 1939 bis 1945 Häftling des Konzentrationslagers Buchenwald gewesen und hatte auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrungen sowie etwa 150 Aussagen von Mitgefangenen seinen Bericht verfasst.
Aus den Notizen in Remarques Exemplar von „Der SS-Staat“ wird deutlich, dass er Teile der Figur des Lagerkommandanten Neubauers von Kogon übernommen hat. Außerdem ähnelt der Aufbau des Konzentrationslagers in Remarques „Der Funke Leben“, insbesondere das „Kleine Lager“, sehr stark dem von Kogon geschilderten Aufbau des KZs Buchenwald.
21 Glunz, Claudia: Funktionalität und Zeitzeugenschaft…a.a.O., S. 7
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VII. Abschließendes Fazit und eigene Stellungnahme
Die zu untersuchenden Bezüge zwischen Remarques Biographie und seinem KZ-Roman „Der Funke Leben“ sind zwar vorhanden, aber leider nicht in dem Maße, wie ich es mir für die Bearbeitung meiner Facharbeit gewünscht hätte. So war ich gezwungen, den Schwerpunkt meiner Analyse auf die Quellen und die Intentionen Remarques sowie die Entstehung des Romans zu verlegen und den eigentlichen Hauptteil (IV.) sehr kurz zu halten.
Dies ist jedoch meiner Meinung nach nicht sehr problematisch, da Remarques Recherche und die Gründe für das Schreiben des Werkes gerade bei diesem Roman sehr interessante Gesichtspunkte darstellen. Außerdem kann Hintergrundwissen gerade in diesen Themenbereichen das Verständnis für die fiktive Geschichte des Romans sehr unterstützen.
Trotz der Schwierigkeit des Informationsmangels zu Beginn der Facharbeitszeit, hat mir die Bearbeitung des, meiner Meinung nach sehr interessanten Themas, auch Freude bereitet. Es war allerdings trotz zweier Besuche des Remarque-Archivs und einer intensiven Beschäftigung mit Sekundärliteratur sowie der Verlegung des Schwerpunktes sehr schwierig, eine Facharbeit im geforderten Umfang anzufertigen. Meine anfangs skeptische Haltung, ob ein Buch zur Bearbeitung der Facharbeit im Leistungskurs Deutsch in Zusammenhang mit einem bereits verstorbenen Autor wirklich interessant und zeitgemäß sein kann, habe ich bei näherer Einarbeitung in das Thema relativ schnell revidiert.
Remarques Werk führt dem Leser auch heute noch vor Augen, was die Bewahrung der Menschenwürde bedeutet, und wie schnell ein Mensch von nebenan, den man zu kennen glaubt, durch äußere Einflüsse zu einem menschenverachtenden Wesen werden kann. Der Roman kann in der heutigen Zeit als eine Art Aufklärung und Erinnerung für die Generationen gesehen werden, die den Krieg und seine grausamen Ereignisse nicht mehr miterlebt haben und dementsprechend aus eigener Erfahrung kein Urteil über den Krieg fällen können. Diesen Faktor halte ich persönlich für sehr wichtig, weil durch das Verblassen der Erinnerung an die Schrecken des Krieges der Weg zu neuen Kriegen erleichtert wird.
Abschließend kann ich sagen, dass ich den Roman „Der Funke Leben“ sehr gerne gelesen habe und ihn nur weiterempfehlen kann.
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VIII. Anhang
Literaturverzeichnis
Primärliteratur
→ Remarque, Erich Maria: Der Funke Leben, Westphalen Tilman (Hrsg.), Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, 3. Auflage
Sekundärliteratur
→ Schneider, Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): < Reue ist undeutsch>, Erich
→ Schneider Thomas / Westphalen Tilman (Hrsg.): Erich Maria Remarque, Briefe und Tagebücher, Band 5, Kiepenheuer & Witsch, Köln → Elfriede Scholz, geb. Remark, Im Namen des deutschen Volkes, Dokumente einer justitiellen Ermordung, Universitätsverlag Rasch, Osnabrück 1997 → Placke, Heinrich: Nazizeit, Exil und Krieg in E. M. Remarques Roman Die Nacht von Lissabon (1961) - Das Sich-Erinnern und Aussprechen, aus Remarque-Archiv
→
von Sternburg, Wilhelm: <
→ www.remarque.uos.de [Stand:12. Februar 2004]
→ www.dhm.de [Stand: 12. Februar 2004]
Arbeit zitieren:
Sonja Karthaus, 2004, Remarque, Erich Maria - Der Funke Leben - Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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