Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS...................................................................................................... 1
1. EINLEITUNG 2
2. DER AUTOR BERNAL DÍAZ DEL CASTILLO UND SEIN WERK. 4
2.1. BIOGRAPHIE DES AUTORS. 4
2.2. DAS WERK: HISTORIA VERDADERA DE LA CONQUISTA DE LA NUEVA ESPAÑA (1632) 4
3. MALINTZIN - LA MALINCHE - DOÑA MARINA. 6
3.1. NAMENSURSPRÜNGE DER MALINCHE 6
3.2. ZUR HERKUNFT UND VITA MALINCHES 6
4. DIE REPRÄSENTATION DER MALINCHE IN BERNAL DÍA’Z HISTORIA
VERDADERA DE LA CONQUISTA DE LA NUEVA ESPAÑA. 9
5. DIE BEDEUTUNG DER MALINCHE FÜR DIE CONQUISTA UND DIE
MEXIKANISCHE NATION. 12
5.1. DIE ROLLE MALINCHES BEI DER CONQUISTA DE LA NUEVA ESPAÑA 12
5.1.1. Malinche als Dolmetscherin. 12
5.1.2. Malinche als Informantin 13
5.1.3. Malinche als Missionarin 13
5.2. DIE BEDEUTUNGSWANDLUNG DER FIGUR DER MALINCHE FÜR DIE MEXIKANISCHE
NATION UND IHRE IDENTITÄT. 13
6. TODOROVS THESEN ZU MALINCHE UND DER HYBRIDITÄTSASPEKT IN
BEZUG AUF DIE CONQUISTA 15
6.1. DIE THESEN TODOROVS ZUR FIGUR DER MALINCHE IN DER HISTORIA VERDADERA 15
6.2. DER ASPEKT DER HYBRIDITÄT IN DER CONQUISTA DE LA NUEVA ESPAÑA 16
7. FAZIT. 18
8. LITERATURVERZEICHNIS 19
9. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 21
1. Einleitung
Mallinalli, Malintzin, Malinche, Marina- die verschiedenen Namen für die Figur der Malinche deuten schon daraufhin, um welch eine umstrittene und vielfältige Thematik es sich bei dieser Person handelt. Malinche ist die indígena, die einst Cortés bei der Eroberung des Nueva España als Übersetzerin zur Seite stand und die in Bezug auf die Conquista jahrhundertelang in den Geschichtsbüchern lediglich eine Nebenrolle einnahm. Die Unabhängigkeitsbewegungen Mexikos im 19. Jahrhundert waren ein Grund dafür, dass die Malinche zu einem Symbol für die verschiedenen Identitätsdiskurse des Landes wurde. Da von ihr und ihrem Leben nur äußerst wenig geschichtliche Fakten zu finden sind, bat ihr symbolhafter Charakter den Wissenschaftlern und Autoren einen großen Spielraum für komplexe und nicht selten gegensätzliche Interpretationen. Die Folge dieser literarischen Rezeption der Malinche, war die Entstehung eines ambivalenten Bildes ihrer Person, keine eindeutige Definition preisgibt. Das Werk Historia verdadera de la conquista de Nueva España von Bernal Díaz del Castillo bildet hierbei die Grundlage für die diversen Darstellungen und Interpretationen der Malinche im Verlauf der Geschichte. Zu Beginn der Arbeit werde ich eine Übersicht über die Person, den Autor und den Soldaten Bernal Díaz del Castillo geben und etwas zur Entstehung und Bedeutung seines Werkes, der Historia verdadera de la conquista de Nueva España sagen. Dabei soll herausgestellt werden, um welche Art von historischer Schrift, es sich handelt, um die Darstellung der Malinche in diesem Buch zu verstehen. Denn dieses Werk gilt immerhin als die Hauptquelle zum Leben und der Herkunft der Malinche.
Das Kapitel 3 beschäftigt sich ausschließlich mit der Figur der Malinche, den Ursprüngen ihrer verschiedenen Namen und einer ansatzweisen Biographie ihrer Person. Ihre Namen spielen in dem Maße eine Rolle, da sie in von verschiedenen Autoren unterschiedlich verwendet werden, je nachdem welchen Aspekt ihres Lebens oder ihrer Figur sie betonen wollen. Ihre Biographie beruht hauptsächlich auf dem Werk von Bernal Díaz und wird sich als lückenhaft und vage erweisen.
Im Kapitel 4 werde ich auf die Repräsentation der Malinche in der Historia verdadera anhand von ausgewählten Textstellen eingehen. Im folgenden Kapitel dann erfolgt eine Ausarbeitung der Bedeutung der Malinche für die Conquista und auch für die Identität der Mexikaner. Dabei gehe ich im besonderen auf die Rolle der Malinche als Dolmetscherin, Informantin und Missionarin während der Eroberung ein.
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Im 6. und letzten Kapitel stelle ich Todorov und seine Thesen zur Rolle der Malinche bei der Conquista in den Mittelpunkt. Todorovs Vorstellungen zur Person der Malinche basieren hauptsächlich auf dem Werk Bernal Díaz’. Todorov entwickelt nicht nur eigene Interpretationen aus den Beschreibungen des Bernal Díaz, sondern hebt auch den besonderen Symbolcharakter der Malinche hervor. Weiterhin geht es im letzten Kapitel um Aspekte der Hybridität, die sich in der Historia verdadera und in der Figur der Malinche selbst wiederfinden. Der Aspekt der Hybridität ist ein wichtiger Teil der Analyse dieses geschichtlichen Werkes und sollte nicht vernachlässigt werden.
2. Der Autor Bernal Díaz del Castillo und sein Werk
2.1. Biographie des Autors
Bernal Díaz del Castillo wurde zwischen 1492 und 1493 in Medina del Campo geboren. Sein Vater, ehemaliger Gouverneur, und seine Mutter waren nicht reich und standen im Dienste der Krone. Bernal Díaz erhielt nur eine minimale Ausbildung, denn er war weder auf der Universität noch konnte er Latein. Im Jahr 1514 tritt er als einfacher Soldat in den Dienst des Pedro Arias Dávila ein und unternimmt mit ihm seine erste Expedition nach Kuba. Er blieb nach dieser Expedition 2 weitere Jahre auf Kuba, jedoch eröffneten sich ihm dort keine neuen Möglichkeiten oder Vorteile. Im Jahr 1517 nimmt er an seiner nächsten Expedition zu den kleinen Karibischen Inseln teil, unter der Führung des Francisco Hernández de Córdoba. In dieser Expedition erkundeten sie die Küsten von Yucatán und kamen jedoch nach einiger Zeit in katastrophalem Zustand wieder in Kuba an. Das Jahr 1519 wird das wichtigste im Leben Bernal Díaz’: er tritt in den Dienste des Hernán Cortés. In den folgenden Jahrzehnten nimmt er an allen Eroberungszügen Cortés’ teil, worunter die Eroberung Nueva Españas (heutiges Mexiko) wohl die bedeutendste war. Nach der Eroberung Mexikos wird Bernal Díaz del Castillo um 1541 Gouverneur von Santiago de Guatemala. Im Alter von 84 Jahren kehrt er nach Spanien zurück und beginnt seine Geschichte von der Eroberung Mexikos aufzuschreiben. Korrekterweise wäre es besser zu sagen, Bernal Díaz beginnt sie aufschreiben zu lassen, durch eine dritte, historisch unbekannte Person. In der Zeit von 1581 bis 1582 stirbt Bernal Díaz del Castillo. Sein Werk Historia verdadera de la conquista de la Nueva España wird erst postum im Jahr 1632 veröffentlicht.
2.2. Das Werk: Historia verdadera de la conquista de la Nueva España (1632)
„ […] mas lo que vi y me hallé en ello peleando. Commo buen testigo de vista yo lo escribiré, con la ayuda de Dios, muy llanamente, sin torcer a una parte ni a otra, […].“ (Bernal Díaz 1639: 47)
Mit diesen einleitenden Worten, die er seinem Werk vorangestellt hat, beschreibt Bernal Díaz seine Vorgehensweise, seine Intentionen beim Verfassen seines Buches. An diesem Zitat erkennt man, dass das seine Historia verdadera ein Augenzeugenbericht eines einfachen, ungebildeten Soldaten ist. Bernal Díaz erzählt das, was er sieht, hört und erlebt, das heißt er
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stellt keine tiefsinnigen Betrachtungen an. Er spricht das aus, was er denkt und übt Kritik an anderen, auch an Cortés. Somit stellen seine Erzählungen einen eindeutigen Gegensatz zu den geschliffenen rhetorischen Schriften des Hernán Cortés dar. Die Mehrzahl der Historiker sehen das Werk Bernal Diáz’ als die zuverlässigste und informationsreichste Quelle zur Eroberung von Mexiko an. Außerdem ist seine Historia verdadera die wesentlichste und bedeutendste Quelle für die Figur und das Leben der Malinche. Die Autorin Fernanda Núñez Becerra schränkt die Sichtweise der Historiker jedoch ein, in dem sie sagt, dass die Wahrheit, über die Bernal Díaz zu schreiben angibt, seine persönliche Sicht ist, nicht mehr, und dass diese wahre Geschichte sich somit in eine relativ wahre Geschichte verwandelt (vgl. 2002: 32). Infolgedessen befindet sich nun der Leser in der Lage, diese Historia verdadera nach seinem Ermessen zu beurteilen, genauso wie die Historiker es taten. Einige andere Autoren sind auch der Meinung, dass das Werk Bernal Díaz’ in seiner Form und Erzählweise den Ritterromanen aus dieser Zeit glich. Dazu äußert sich auch Fernanda Núñez Becerra: „[…] por ciertos aspectos podemos considerar a Bernal como a una cronista-testigo, debemos tener siempre claro que su «historia» no es un relato frío cientifíco […], sino una gesta, […] donde de hecho todas las afirmaciones sin fundamento no sólo son permitidas, sino casi obligatorias.“ (2002: 38)
In Bezug auf die Figur der Malinche und die Fakten, die Bernal Díaz in diesem Buch darstellt, ist man sich größtenteils einig, dass diese der Wahrheit entsprechen. Jedoch, vermutet Sonia Rose-Fuggle (vgl. 1991: 77-87), dass Bernal Díaz an einigen Stellen der Fiktionalität Raum gegeben hat und der Malinche möglicher weise Worte in den Mund gelegt hat, die er nie direkt von ihr gehört hat. Er versucht somit das Bild zu komplettieren, das er dem Leser von der Figur der Malinche geben möchte. Trotz dieser teils kritischen Ansichten, ist es nicht abzustreiten, dass Bernal Díaz’ Werk ein Augenzeugenbericht ist und deswegen die wichtigste Quelle zur Vita der Malinche darstellt. Die Tatsachen über die Bedeutung und das Leben der Malinche, die in diesem Werk beschrieben werden, sind durch verschiedene andere Quellen unterstützt worden. Zu diesen Quellen gehören unter anderem die Cartas de Relacion von Hernán Cortes und die Zeugnisse der Eroberten, die indianischen Dokumente.
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Arbeit zitieren:
Noreen Huhold, 2008, Repräsentation der Malinche in der "Historia verdadera de la conquista de la Nueva España" von Bernal Díaz del Castillo, München, GRIN Verlag GmbH
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