Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Definition: Was ist Freiarbeit? 3
2.1. Die geschichtliche Situation. 3
2.2. Merkmale der Freiarbeit. 4
2.3. Was versteht man unter „offenem Unterricht“? 5
2.4. Der Bezug zur Montessori - Pädagogik: 5
2.5. Organisation der Freiarbeit. 7
2.6. Die pädagogischen Ziele der Freiarbeit 9
3. Definition: Lernen an Stationen: Was ist der Lernzirkel? 10
3.1. Die Merkmale des Lernzirkels 12
3.2. Phasen des Stationenlernens. 15
3.3. Organisation des Lernzirkels. 15
3.4. Welche pädagogischen Ziele werden durch das „Stationenlernen“ erreicht? 18
5. Schlussfolgerung: 18
6. Literaturverzeichnis: 19
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1. Einleitung
Die Arbeit in der Schule hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Viele Lehrer stehen vor Problemen, die es ihnen erschweren, Kinder entsprechend ihrem Auftrag zu erziehen und zu unterrichten. Unterricht vollzieht sich vor allem in der Sekundarstufe immer noch lehrerorientiert und nicht schülerorientiert. Der lehrerorientierte Frontalunterricht, das Unterrichtsgespräch, das Lesen und Arbeiten in Büchern sind für die Schülerinnen und Schüler nach wie vor in der Primär- sowie Sekundarstufe hauptsächliche Unterrichtsverfahren.
Die wachsende Unzufriedenheit seitens der Lehrerinnen und Lehrer, als auch der Eltern führte v. a. in der Grundschule zu alternativen offenen Unterrichtsformen wie Stationenlernen, Projekt- und Gruppenunterricht sowie Freiarbeit. Zusätzlich werden zur Wissensvermittlung andere Faktoren und Kompetenzen, wie Teamfähigkeit, soziale Kompetenz, Verantwortlichkeit, und Selbstständigkeit gefordert.
Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich mit den bekanntesten Formen des Offenen Unterrichts: der „materialgeleiteten Freiarbeit“ und des „Lernzirkels“. Auch soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit das Lernen an Stationen, sowie die Freiarbeit zu mehr Selbstständigkeit und eigenes Handeln anregt und worin die Gemeinsamkeiten, bzw. die Unterschiede dieser neuen Formen des offenen Unterrichts liegen.
Im Folgenden verwende ich den Begriff der „Freiarbeit“, wie er im Allgemeinen verstanden wird, nämlich als „materialgeleitete Freiarbeit“.
2. Definition: Was ist Freiarbeit?
2.1. Die geschichtliche Situation
Der Begriff der „freien Arbeit“ oder „Freiarbeit“ kommt aus der reformpädagogischen Diskussion der 20er Jahre. Die Reformpädagogik ist eine eigenständige Periode der
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Pädagogik zwischen dem Ende des vorigen Jahrhunderts bis ungefähr 1938. Ziel der Reformpädagogik war und ist die Veränderung der Gesellschaft durch die Schule. Die bekannten Reformpädagogen wie Peter Petersen, Freinet oder die Pädagoginnen Maria Montessori oder Helen Parkurst hatten eigene Vorstellungen, wie die "Freiarbeit" oder eben "Freie Arbeit" aussehen sollte. Die Hauptaufgabe der Reformpädagogen und somit auch Aufgabe des „offenen Unterrichts“ bestand darin, den Kindern Materialien anzubieten, die sie zum selbstständigen Arbeiten anregen. Damit sollte auch Zeit und Rahmen zur Bearbeitung der Materialien den Kindern weitestgehend selbst überlassen bleiben.
2.2. Merkmale der Freiarbeit
Zunächst möchte ich auf die Freiarbeit im Allgemeinen eingehen. Der Begriff Freiarbeit steht für eine Arbeitsphase des Unterrichts, in welcher die Kinder weitgehend selbst bestimmt arbeiten. Sie haben die freie Wahl bei Lerninhalten, Arbeitsmitteln, Sozialformen, Arbeitsplatz und Lerntempo. Insgesamt sind die Aufgaben, die von der Lehrperson angeboten werden, frei wählbar. Der Lehrer bzw. die Lehrerin sollte jedoch darauf achten, dass sie in Zusammenhang mit dem Lehrplan stehen. Jedoch dürfen die Kinder eigene Themen und Inhalte wählen, während das Lehrpersonal berät und hilft.
Doch was bedeutet „Freiarbeit“ eigentlich? Die Freiarbeit setzt sich aus den Begriffen „frei“ und „Arbeit“ zusammen. „Mit „Arbeit“ ist ausschließlich schulisches Arbeiten gemeint und „frei“ charakterisiert die äußeren und inneren Bedingungen, in der der Lernende tätig sein kann“. 1
Selbstverständlich ist mit dem Begriff „frei“ nicht gemeint, dass die Schülerinnen und Schüler in jeder Beziehung sich selbst überlassen sind. In der Freiarbeit kann nicht jeder tun und lassen, was er will. „Freiarbeit setzt pädagogische Grenzen und gemeinschaftliche Regeln voraus, die den Lernenden Orientierung bieten und an die sich jeder zu halten hat.“ 2 In seinem Buch „Wege zu offenen Unterrichtsformen“ von Claus Georg Krieger steht Freiarbeit für ein schülerorientiertes pädagogisches Prinzip einer Erziehung zur Selbstständigkeit und für ein Konzept der Öffnung von Schule nach innen und außen. Nach Claus Georg Krieger zählen zu den besonderen Merkmalen der Freiarbeit u. a. die Bewegungsfreiheit, die Wahlfreiheit in Bezug auf Arbeitsthema und Arbeitsmaterial, sowie
1 Krieger, Claus Georg: Wege zu offenen Arbeitsformen, S. 122
2 Krieger, Claus Georg: Wege zu offenen Arbeitsformen, S. 123
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die Entscheidungsfreiheit über die Reihenfolge, die Zeit, sowie die Sozialform. Freiwilligkeit und Motivation zu eigeninitiativem Lernen sind ihre wichtigsten Vorbedingungen. Die “Freie Arbeit“ auch „Freiarbeit“ ist somit eine Art Zwischenglied zwischen „Offenem Unterricht“ und „Projektunterricht“. 3
Grundsätzlich gilt, dass keine Unterschiede zwischen dem Begriff der „Freiarbeit“ und der „freien Arbeit“ bestehen.
2.3. Was versteht man unter „offenem Unterricht“?
Wie bereits oben erwähnt, steht die „Freiarbeit“ bzw. „freie Arbeit“ für eine bestimmte Form des „Offenen Unterrichts“. Jedoch ist auch der Begriff des „Offenen Unterrichts“ nicht eindeutig definiert, sondern steht für einen Sammelbegriff unterschiedlicher Reformansätze. Offenheit bedeutet immer, offen zu sein für die Bedürfnisse, Interessen und Erfahrungen der Schüler.
Während der Freiarbeit können die Schülerinnen und Schüler innerhalb eines festen Zeitrahmens in der Woche selbst bestimmen, welche Aufgaben oder Vorhaben sie bearbeiten wollen, allein oder in Gruppen und nach eigenem Rhythmus. Freiarbeit steht daher für die weitestgehende Arbeitsform eines Offenen Unterrichts.
Die Schülerinnen und Schüler können sich dabei in allen Bereichen frei entscheiden, sei es bei der Themenauswahl, den Wegen und Mitteln der Erarbeitung, den Partnern für ihr Lernen sowie den zeitlichen Rahmen und die räumliche Umgebung.
Charakteristisch für alle Formen des offenen Unterrichts ist, dass die Schülerinnen und Schüler bis zu einem gewissen Grade frei entscheiden können mit welchen Lernmaterialien und mit welchen Themen sie sich beschäftigen können.
Die zwei bekanntesten Formen des Offenen Unterrichts sind die Freiarbeit und die Projektarbeit. In der Freiarbeit erbringt der Lernende die Leistung nicht in erster Linie für gute Noten, sondern für sich selbst. Die Leistungsmessung in der Freiarbeit ist also ein Verfahren, das ganz am Individuum orientiert ist.
2.4. Der Bezug zur Montessori - Pädagogik:
3 Vgl. Krieger, Claus Georg: Wege zu Offenen Arbeitsformen, S. 77
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Um nun auf die materialgeleitet Freiarbeit einzugehen, werde ich auf eine der bekanntesten Reformpädagoginnen des 20. Jahrhunderts zurückgreifen: Maria Montessori (1870 - 1952). Sie entwickelte die Idee der „vorbereiteten Lernumgebung“ nach dem Grundsatz: „Hilf mir, es selbst zu tun“.
Die Montessori Pädagogik ist deshalb so bedeutungsvoll, weil sie sich pädagogisch wie auch didaktisch am Kind orientiert und somit auch die Grundbedürfnisse des Kindes berücksichtigt. Kern der Montessori Pädagogik ist die individuelle und freie Entwicklung des Kindes. Der Begriff der Freiarbeit stammt jedoch nicht von Montessori selbst. 4 Die Freiarbeit erfordert in der Montessori - Pädagogik ein neues Selbstverständnis des Lehrers. Seine pädagogischen Maßnahmen sind in erster Linie am Schüler orientiert, und die Hilfestellungen des Lehrers sollten im Sinne einer „Hilfe zur Selbsthilfe“ erfolgen. Nach Montessori vollzieht sich die Entfaltung des Kindes nach seinem individuellen inneren Bauplan, nach welchem das Kind und nicht der Erwachsene das Tempo des Lernens bestimmt.
Das Kind soll als vollwertiger Mensch angesehen werden. Die Kinder sollen in ihren Entscheidungen gefördert werden und zu selbstständigem Arbeiten angeregt werden. Ebenso neu und wichtig für uns Pädagogen ist es, zu erkennen, dass das eigentliche Interesse des Kindes auf die Ausführung und den Weg einer Tätigkeit gerichtet ist, und weniger auf das Ergebnis.
Seit der Zeit der Reformpädagogik spricht man vom Begriff der Freiarbeit. Vor allem die Grundsätze der Montessori Pädagogik prägen heute die materialgeleitete Freiarbeit. Diese Freiarbeit soll sich am Kind und dessen Entwicklungsphasen orientieren und dementsprechend sollte auch die „Lernwelt“ gestaltet werden.
Laut Montessori durchläuft das Kind verschiedene Entwicklungsphasen, in welchen es in der Lage ist, eigene Kräfte entwickeln zu können, was wiederum zu mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Kindes führt. In der Schule bedeutet dies, dass den Kindern, gemäß ihrem Entwicklungsstand, Arbeitsmaterial und Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wird, dass sie sich selbst aussuchen und bearbeiten können: Dabei spricht man auch von „materialgeleiteter Freiarbeit“. Die Freiarbeit ermöglicht der Lehrperson gezielt auf schwächere Schüler einzugehen, diese über einen längeren Zeitraum zu beobachten und so Hilfestellungen bei Problemen zu geben.
4 Vgl. Heimbring, Darko: Montessori - Pädagogik und naturwissenschaftlicher Unterricht, S. 73 - 93
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Arbeit zitieren:
Isabelle Haser, 2008, Verschiedene Formen der Freiarbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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