Über die ästhetische Erziehung des Menschen
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG
2 SCHILLERS GEDANKEN ZU SEINER ZEIT
3 NATUR UND VERNUNFT
3.1 Der Naturstaat
3.2 Der Vernunftstaat
3.2.1 Die Wildheit
3.2.2 Die Barbarei
3.2.3 Der menschliche Charakter
4 ZUM BEGRIFF DER ÄSTHETIK
4.1 Die Schönheit
4.2 Die Triebe des Menschen
4.2.1 Der Stofftrieb
4.2.2 Der Formtrieb
4.3 Das Verhältnis der Triebe
4.4 Die Verbindung der Triebe
5 PÄDAGOGIK UND SPIEL
5.1 Der Spieltrieb
5.2 Die lebende Gestalt
5.3 Der ästhetische Zustand: „der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er
spielt “
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Über die ästhetische Erziehung des Menschen
5.4 Die ästhetische Erziehung
6 FAZIT
7 LITERATURVERZEICHNIS
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Über die ästhetische Erziehung des Menschen
1. EINLEITUNG
Der Begriff des Spiels ist wohl jedem Menschen bekannt. Seit undenkbarer Zeit beschäftigen sich Kinder, wie erwachsene Menschen mit den verschiedensten Arten von Spielen. Vom Phantasiespiel, über Fangspiele, Nachahmungsspiele, Rollenspiel, Würfelspiele oder die unterschiedlichsten Arten von Wettbewerbsspielen bis hin zur Spieltherapie bei Sigmund Freud.
Doch was genau kennzeichnet den Begriff des Spiels? Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Spiels von Friedrich Schiller. Schiller hat in seinen Briefen „über die ästhetische Erziehung des Menschen“ u. a. seine Spieltheorie formuliert, auf die ich in der folgenden Arbeit näher eingehen möchte.
Zu Beginn werde ich das Gesellschaftsbild der damaligen Zeit näher erläutern. Davon ausgehend möchte ich anschießend auf das schillersche Menschenbild eingehen. Es stellt sich u. a. die Frage, in welcher Weise Schiller den idealen Gesellschaftszustand bzw. das ideale Staatswesen sieht?
Weiterhin werden die Begriffe der „Ästhetik“ und die Triebe des Menschen erläutert. Schließlich wird der Zusammenhang zwischen Pädagogik und Spiel verdeutlicht. In diesem Kapitel möchte ich ausführlich auf den Begriff des „ästhetischen Spiels“ eingehen.
2. SCHILLERS GEDANKEN ZU SEINER ZEIT
Schiller lebte in der Zeit der Aufklärung und des Umbruchs. Die damalige französische Revolution fordert eine von Vernunft herrschende Gesellschaft. Schiller hingegen protestiert gegen diesen Gedanken der Aufklärung, weil aus ihm zwangsläufig Tyrannei entstände. Schiller hegt den Wunsch nach einer Veränderung des Staates. Diese Veränderung soll jedoch auf dem Wege der Erziehung stattfinden, nicht auf dem Weg der Gewalt durch die französische Revolution. Freiheit kann nach Schillers Überzeugung nur über die Schönheit, d.h. über den Weg der Ästhetik erlangt werden. Auf die Schönheit werde ich in den folgenden Abschnitten noch näher eingehen. Schiller wendet sich in seinen Briefen „über die ästhetische Erziehung des Menschen“ direkt gegen die Französische Revolution, und gegen die von Vernunft besessene Gesellschaft. Er spricht von einer Freiheit, die der Mensch nur dann erreichen wird, wenn er die Schönheit bzw. die Ästhetik entdeckt. Erst wenn der Mensch die Harmonie in sich
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Über die ästhetische Erziehung des Menschen
selbst wiedergefunden hat, kann auch politische Veränderung stattfinden. Mit diesem Gedanken befasst sich Schiller bereits im zweiten Kapitel seiner Briefe: „Ich hoffe, Sie zu überzeugen, … dass man, um jenes politische Problem in der Erfahrung zu lösen, durch das ästhetische den Weg nehmen muss, weil es die Schönheit ist, durch welche man zu der Freiheit wandert.“ (Kap.2, Z. 5) Was passiert, wenn man diesen Weg über die Schönheit zur Freiheit nicht wählt, zeigt Schiller in den folgenden Kapiteln.
3. NATUR UND VERNUNFT
In den Briefen eins bis fünf beschreibt Schiller ausführlich den Zusammenhang zwischen Natur und Vernunft.
3.1 Der Naturstaat
Der Mensch befindet sich im 3. Brief in einer Art „Naturzustand“. Der Mensch gründet diesen Naturzustand, um sich aus der damaligen staatlichen Ordnung und Form zu lösen. Schiller hegt den Wunsch nach einer Veränderung der gesellschaftlichen und staatlichen Verhältnisse. Um die politische Ordnung neu auszurichten, muss man jedoch zuerst die politischen Verhältnisse auflösen. Die Frage die sich dabei stellt, ist, ob sich der Staat aus einem gedachten Naturzustand neu errichten kann? Schiller schreibt im dritten Kapitel: „Man muss also für die Fortdauer der Gesellschaft eine Stütze aufsuchen, die sich von dem Naturstaate, den man auflösen will, unabhängig macht.“ (Kap.3, Z.25)
Schiller folgt weiter und spricht indem von zwei Charakteren, des Menschen. Auf der einen Seite steht die Natur der Menschen, mit dem Bedürfnis nach Befriedigung der Triebe, auf der anderen Seite steht die Vernunft und die Moral der Menschen, die die eigene Natur und die Triebe unterwirft.
Während der natürliche, physische und triebhafte Charakter des Menschen danach strebt, selbstsüchtig und gewalttätig zu sein, so wie die Natur des Menschen es verlangt, gewährleistet der moralische, vernunftbesessene Charakter des Menschen die Sittlichkeit. Die natürlichen „Auftriebe“ des Menschen halten ihn am Leben, während die Moralität in uns danach strebt, gewisse Regeln zu befolgen und vernünftig zu handeln. Schiller äußert den Wunsch, dass die Menschen sich vom Zwange dieses „Naturstaates“ befreien. Wenn dies nicht geschähe, d.h. wenn Natur und Vernunft nicht miteinander in
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Über die ästhetische Erziehung des Menschen
Beziehung gesetzt werden, bilden sie jeweils einen „Staat der Not“ aus. Um eine sichere Basis für den künftigen Staat zu schaffen, soll jedes Subjekt seine Triebe mit seiner Vernunft in Einklang bringen, d.h. Vernunft und Natur bzw. die Triebe müssen ausgeglichen sein.
Aus den beiden Charakteren soll nun ein dritter Charakter gebildet werden. Dieser dritte Charakter verbindet die Vernunft, d.h. die Moral mit den Trieben der Natur. Beide Charaktere des Menschen zusammen, sollen eine harmonische Einheit bilden.
3.2 Der Vernunftstaat
Schillers Prinzip besteht aus der Überzeugung, dass die Entwicklung der inneren Harmonie des Menschen und damit auch des „Vernuftstaates“ nur über den Weg des Ästhetischen möglich ist. Schillers Ziel ist also der sittliche Vernunftstaat und der damit verbundene „ästhetische Zustand“.
Im fünften Brief geht Schiller davon aus, dass es den sogenannten „Naturstaat“ bzw. den realen Staat gibt. Dieser Staat ist jedoch geprägt von autoritären Strukturen. Schiller bezeichnet daher den Staat als sogenannten „Notstaat“, da die Menschen in diesem Staat in Unfreiheit leben.
Während im Naturstaat der Mensch dem Staat fremd ist, er in der Masse der Gesellschaft untergeht, so ist der Mensch im Vernunftstaat nicht länger fremdbestimmt. Er lebt als eigenständiges Individuum in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen. Bei der Veränderung vom Naturstaat zum Vernunftstaat, darf jedoch die Gesellschaft nicht verletzt oder gar gefährdet werden. Der Staat muss währenddessen weiterfunktionieren. Dies funktioniert, in der Ausbildung der Harmonie zwischen den beiden Trieben. Es geht darum, den Charakter des Menschen zu veredeln, d.h. die Vernunft und die Natur sollen gemeinsam eine Einheit bilden. Nur so kann irgendwann der sogenannte „Idealstaat“ ermöglicht werden. Die menschliche Veränderung soll durch die Veredelung des Charakters, durch die Bildung am Gegenstand des Schönen vollzogen werden, nicht durch politische Revolution. Doch genau darin sieht Schiller das Problem. Der Mensch in sich trägt nämlich zwei Zustände in sich: „Der Wilde“ und „der Barbar“. Während „der Wilde“ seine Gefühle nicht über seine Gedanken herrschen lassen darf, darf „der Barbar“ mit seinen Grundsätzen nicht seine Gefühle zerstören: „Entweder als Wilder, wenn seine Gefühle über seine Grundsätze herrschen, oder als Barbar, wenn seine Grundsätze seine Gefühle zerstören.“
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Arbeit zitieren:
Isabelle Haser, 2008, Friedrich Schiller - Über die ästhetische Erziehung des Menschen, München, GRIN Verlag GmbH
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