1. Einleitung
Thema dieser Ausarbeitung (auf Grundlage unseres Referates vom 05.07.2007) ist „Spanisch in Lateinamerika: ein Vergleich zwischen Mexiko und Paraguay“. Wir haben uns mit diesem Themenkomplex beschäftigt, da uns Lateinamerika im Allgemeinen sehr interessiert. Vor einigen Jahren hielt ich mich persönlich für einige Monate in Mexiko auf, so dass mir die vorgeschlagene Länderauswahl sehr zusagte. So gestalteten sich die Recherchen sowohl für das Referat, als auch für die Ausarbeitung als sehr interessant und aufschlussreich. Denn: Mexiko und Paraguay sind nicht nur hinsichtlich ihres geschichtlichen Hintergrundes sehr verschiedene Länder. Auch in der Größe des Hoheitsgebietes und der Einwohnerzahl differieren sie sehr voneinander.
Wir wollen in dieser Ausarbeitung nun aufzeigen, worin und wie sehr sich Mexiko und Paraguay unterscheiden. Besonderes Augenmerk legen wir natürlich auf die sprachlichen Aspekte wie Syntax und Semantik.
Zunächst werden wir einen kurzen geschichtlichen Überblick über die Eroberung Mittel- und Südamerikas geben.
Anschließend spezialisieren wir uns auf das jeweilige Land; Alexandra Jímenez wird sich ausschließlich mit Paraguay beschäftigen, Verena Picken mit Mexiko. Nach einer kurzen Einführung in die Landeskunde der beiden Länder möchten wir gerne auf ein sehr wichtiges Thema für die spanische Syntax und Semantik eingehen: die Indiosprachen.
Dazu werden wir jeweils einen Vergleich der beiden Länder darbieten, um die vorher genannten Unterschiede zu betonen.
Darauf folgend möchten wir den offiziellen Status der jeweiligen Indiosprachen in Mexiko und Paraguay kurz erläutern.
Den bedeutsamsten Teil nimmt die Darstellung der Unterschiede zwischen Syntax und Semantik des Spanischen in beiden Länder Lateinamerikas ein. Abschließend nehmen wir einen Vergleich sowie eine Schlussbetrachtung vor.
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2. Historische Entwicklung
Mittlerweile gibt es geschätzte 388 Millionen Muttersprachler des Spanischen und zusätzlich etwa 59 Millionen Zweitsprachler.
Gesprochen wird das Spanische inzwischen auf 4 Kontinenten. Lediglich in Australien sind keine nennenswerten Sprachstämme bekannt. Die so genannte Conquista spielt eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Spanischen. Als Conquista bezeichnet man den über ein Jahrhundert dauernden Prozess der Eroberung des mittel- und südamerikanischen Festlandes ab dem Jahr 1492. Die so genannten Conquistadores waren spanische Eroberer, Offiziere oder Abenteurer, die mit Billigung der spanischen Krone Expeditionen zur Erforschung, Unterwerfung und Kolonialisierung der „Neuen Welt“ unternahmen. Generell wurden solche Unternehmungen privat finanziert. Die Krone verlangte allerdings für die Legalisierung dieser Eroberungsfeldzüge einen Anteil an der Beute oder den zukünftigen Einnahmen.
Das Jahr 1492 war entscheidend für die „Alte Welt“. Christoph Columbus entdeckte Amerika, wodurch dort die Geschichte der spanischen Sprache begann. Nicht nur durch die Kolonisierung, auch durch die Vertreibung der Juden wurde das Spanische auf die Kanarischen Inseln, nach Amerika, in den Mittelmeerraum, den Balkan und gar bis auf die Philippinen getragen.
Lateinamerika war das letzte Ziel der Kolonisierung. Deren Weg führte über Sevilla, die Kanaren und die Karibik bis hin nach Mexiko (vgl. Prescott, 2001).
2.1 Die Geschichte Mexikos
Die Geschichte Mexikos begann im Jahre 1517, als Francisco Hernández de Córdoba bei einer Expedition die Halbinsel Yucatán entdeckte und somit - ohne es zu wissenauf das mittelamerikanische Festland stieß. Dort traf er auf einen Stamm der Maya. Nur knapp konnte er seine Männer vor deren Angriffen retten. Aufgrund von Berichten über ein weiteres, sehr reiches Volk auf dem Festland wurde im Jahr darauf Juan de Grijalva mit der Durchführung einer weiteren Erkundungsfahrt beauftragt. Auch er wurde in Kämpfe mit den Maya in Yucatán verwickelt. Danach ließ er die Halbinsel hinter sich und segelte nach Westen, etwa bis zum heutigen Standort von Veracruz. Dort traf er mit seiner Mannschaft als erster Europäer auf das Volk der Azteken. Die Azteken bildeten seinerzeit eine mesoamerikanische Kultur in Zentralmexiko
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Am 12. März 1519 fand eine zweite Landung statt. Nach einem erfolgreichen Kampf mit den dort ansässigen Maya erhielten die Spanier als Zeichen der Unterwerfung zwanzig Sklavinnen als Geschenk. Unter ihnen befand sich eine junge Frau, die von den Spaniern „La Malinche“ genannt wurde. Dadurch, dass sie das Nahuátl sprach, war sie sehr hilfreich und wurde später gar Cortéz’ Geliebte. Die Spanische Eroberung Mexikos 1519-21 führte zum Untergang des Reiches der Azteken und begründete die Herrschaft der Spanier über Mesoamerika. Entscheidend für den Erfolg der Spanier waren dabei ihre überlegene Waffentechnik, die Anfälligkeit der indigenen Bevölkerung für die von den Eroberern eingeschleppten Krankheiten und die Ausnutzung der innen- und außenpolitischen Schwachpunkte des aztekischen Reiches.
Nach der Eroberung des Aztekenreiches gründeten die Spanier das Vizekönigreich Neuspanien.
In der Folgezeit kamen viele Siedler aus Spanien nach Zentralmexiko, wodurch die einheimische Religion vom Christentum mehr und mehr verdrängt und die aztekische Kultur zu einem großen Teil von den Spaniern ausgelöscht wurde. Im Jahre 1810 wurde die Unabhängigkeit von Spanien erklärt (vgl. Tobler, 1992).
2.2 Die Geschichte Paraguays
Die Ureinwohner Paraguays waren Indianer verschiedener Stämme, die kollektiv Guaraní genannt wurden, da ihnen diese Sprache gemeinsam war. Als erster Europäer kam der portugiesische Entdecker Alejo García vermutlich um 1525 ins Land.
Auf der Suche nach Gold kamen ab1537 spanische Abenteurer an den Fluss, darunter war Juan de Salazar, der die Hauptstadt Asunción gründete. Im Jahr 1776 schuf Spanien das Vizekönigreich „Río de la Plata“, welches das Gebiet der heutigen Staaten Argentinien, Paraguay, Uruguay und Bolivien umfasste. Am 14.Mai 1811 erklärte Paraguay seine Unabhängigkeit von Spanien (vlg. Encarta 2003-2006: „Paraguay“).
2.3 Ein Vergleich
Allgemein lässt sich an der oben dargestellten Geschichte Mexikos und Paraguays sagen, dass Paraguay immer etwas im Schatten Mexikos steht. Auch fand die Eroberung in Mexiko bereits ab 1517 statt und in Paraguay erst einige Jahre später,
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im Jahre 1525. Weiterhin ist zu erwähnen, dass der erste Konquistador Mexikos ein Spanier, der in Paraguay ein Portugiese war.
Außerdem erklärte Mexiko bereits im Jahre 1810 die Unabhängigkeit von Spanien, Paraguay erst im Jahr 1811.
3. Landeskunde
Um die Unterschiede zwischen den beiden Ländern Mexiko und Paraguay noch etwas deutlicher machen zu können, werden wir nun kurz auf die Landeskunde der Länder eingehen.
3.1 Landeskunde Mexiko
Mexiko oder Estados Unidos Mexikanos (Vereinigte Mexikanische Staaten) liegt im nördlichen teil Mittelamerikas und grenzt im Norden an die USA und im Süden an Belize und Guatemala. Mexiko verzeichnet über 103 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt des Landes ist Mexiko City, Ciudad de Mexiko. Mexiko-Stadt ist das kulturelle Zentrum des Landes mit geschätzten 9 Millionen Einwohnern. Die Bevölkerung der gesamten Metropolregion, d.h. inklusive des besiedelten Umlandes, eingeschlossen, kommt das Landeszentrum sogar auf fast 30 Millionen Einwohner. Der Name Mexiko stammt von den Ureinwohnern und bedeutet „Der Platz wo der Nabel der Maguey (=Agavenplanze) liegt.
Die mexikanische Bevölkerung setzt sich aus drei Hauptgruppen zusammen: dem Bevölkerungsanteil spanischer Herkunft, den Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung und der Gruppe mit sowohl spanischen als auch indianischen Vorfahren, den so genannten Mestizos (vgl. Bernecker, Hölz, Zimmermann: 2004). Circa 76 % der Mexikaner leben in Städten (2005). Die Bevölkerung ist sehr ungleichmäßig verteilt. Auf ungefähr 14 % der Gesamtfläche leben etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Die Mestizen sind mit einem Bevölkerungsanteil von circa 60% die bei weitem größte Gruppe. Der Anteil der indigenen Bevölkerung beträgt etwa 30%. Weiße machen ungefähr 9 % aus. Das restliche Prozent bilden Einwohner anderer Abstammung, zumeist Afrikaner.
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3.2 Landeskunde Paraguay
Paraguay ist ein Binnenstaat in Südamerika. Das Land grenzt im Nordwesten und Norden an Bolivien, im Osten an Brasilien und im Süden und Südwesten an Argentinien.
Hauptstadt des Landes ist Asunción. Die Einwohnerzahl Paraguays beträgt etwa 6,51 Millionen.
Die ethnische Zusammensetzung ist überaus homogen, circa 90 % der Paraguayer sind Mestizen. Zahlenmäßig stärkste Minderheiten sind die in Regenwaldgebieten lebenden Guaraní (3 %), Weiße (2 %), von denen die meisten in Asunción leben, und Asiaten (1 %).
Paraguay ist ein bilinguales Land. Zudem ist Paraguay das einzige Land Lateinamerikas, dessen Bevölkerung zum größten Teil eine indigene Sprache spricht: das Guaraní. Der Spanisch- Guaraní Bilingualismus wird dadurch erklärt, dass zur Kolonialzeiten eine prototypische Familie aus einer Guaraní sprechenden Mutter und einem Spanisch sprechenden Vater bestand (vgl. Encarta 2003-2006: „Paraguay“)
3.3 Ein Vergleich
Der wohl größte Unterschied zwischen Mexiko und Paraguay ist die stark abweichende geografische Größe und Einwohnerzahl beider Länder. Paraguay hat gerade einmal 6,51 Millionen Einwohner, während Mexiko über 302 Millionen Einwohner hat, davon die Metropolregion Mexiko Stadt allein schon fast 30 Millionen.
In Mexiko ist das Nahuátl lediglich anerkannt, das heißt die Indiosprache wird lediglich unterstützt und gefördert. Es ist aber keineswegs eine Amtssprache.
4. Indiosprachen
Im Folgenden werden wir auf die jeweiligen Indiosprachen der beiden Länder eingehen, jedoch nicht alle erwähnen, da dies einfach zu umfangreich wäre.
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Arbeit zitieren:
Verena Picken, 2007, Das Spanische in Mexiko und Paraguay, München, GRIN Verlag GmbH
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