der sekundären Sozialisation nicht mehr notwendig ist. Daher schlägt er vor, diesen Begriff im Zusammenhang mit der sekundären Sozialisation nicht mehr zu gebrauchen (vgl. Griese, 150f). Allerdings schlägt er keinen Alternativbegriff vor. Ein weiterer Kritikpunkt von Griese ist die Sozialisation als solche und die erfolgreiche Sozialisation im speziellen, die bei Berger und Luckmann immer nahezu perfekt ist und die signifikanten Anderen, nach Meinung von Griese, zu undifferenziert gesehen werden und nicht berücksichtigt wird, dass auch deren Sozialisation fehlerhaft sein könnte, da sie ja auch Mitglieder der Gesellschaft und somit von ihr beeinflusst sind, und somit inkonsistente Welten oder Ideologien vermittelt werden könnten. Zudem werden die Widersprüche, die unter Umständen zwischen objektiver und subjektiver Wirklichkeit entstehen nicht auf die Gesellschaft und deren Strukturen, sondern nur auf die Person als solches zurückgeführt (vgl. Griese, 152).
Gerade gesellschaftliche Veränderung und Abweichung ist mit diesem Konzept nur schwer bis gar nicht zu erklären. Zwar wird auf eine komplette Änderung eines Weltbildes eingegangen, was Berger und Luckmann als „Verwandlung“ (Berger / Luckmann, 170) bezeichnen, doch ist dies eher ein Ausnahmefall und wird auch wieder von außen gesteuert. Das ist meiner Einschätzung nach auch eine der Lücken im Konzept. Die Menschen scheinen den signifikanten Anderen schutzlos ausgeliefert zu sein. Veränderungen gehen also immer nur von den signifikanten Anderen aus. Je nach dem was sie ihren Kindern vermitteln. Das erscheint mir nicht sehr realitätsnah. Zwar mag ein kleines Kind noch alles glauben, was ihnen ihre Eltern oder andere erzählen, doch spätestens mit der Pupertät hört dies auf. Jede Einwirkung von Außen trifft ja auf ein vorhandenes Weltbild und auf vorhandenes Wissen. In dieser Phase kann es auch zu einem eigenen Gegenentwurf zur Gesellschaft kommen. Eine Rückkopplung zwischen Lehrer und Schüler, wie es Mannheim in seinem Generationenkonzept beschrieben hat findet hier nicht statt. Für die Erklärung von Erziehungsproblemen ist die Theorie also denkbar ungeeignet. Darauf weist auch Griese hin (vgl.Griese 152). Dabei sollte eine Sozia-lisationstheorie gerade dies mit einbeziehen. So lässt sich nur der generelle Vorgang der (erfolgreichen) Integration eines Individuums in die Gesellschaft beschreiben.
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Arbeit zitieren:
Jens Röcher, 2008, Berger / Luckmann: Gesellschaft als subjektive Wirklichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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