II
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 Die Corporate Governance Forschung - Wesen und Funktion. 1
3 Der Resource Dependence-Approach - Ein Erklärungsansatz für
Unternehmensverhalten 3
3.1 Der Resource Dependence-Approach - Eine Einordnung
in die Organisationstheorie. 3
3.2 Der Resource Dependence-Approach. 4
3.2.1 Austauschorientierte Überlegungen - Die Umwelt als
Beschr änkung und Unsicherheitsquelle 4
3.2.2 Machtorientierte Überlegung - Macht - interne und
externe Machtverteilung. 6
3.2.3 Maßnahmen der Unsicherheitsreduktion 6
4 Empirie des Resource Dependence-Approach - Ausgewählte
Forschungsgebiete 8
4.1 Forschungsaktivitäten zur Kooptation 8
4.2 Forschungsaktivitäten zur Machtperspektive 10
5 Bewertung des Potentials des Resource Dependence-Approach 11
6 Schlussbetrachtung 12
Inhaltsverzeichnis 13
1 Einleitung
Vor dem Hintergrund der oft zitierten Missmanagementfälle gewinnt die Corporate Governance Forschung zunehmend an Bedeutung. Oftmals steht bei dieser Debatte die Prinzipal-Agenten Theorie im Vordergrund. Jedoch bietet der Resource Dependence-Approach ebenso Möglichkeiten der Untersuchung. So erachten es Pfeffer/Salancik als notwendig, um organisationales Verhalten zu verstehen, den Kontext in dem dieses Verhalten steht, näher zu analysieren. 1
Thema dieser Seminararbeit ist es das Potential des Corporate Governance für das Unternehmensverhalten zu analysieren. Dazu soll in einem ersten Schritt das Wesen und die Funktion der Corporate Governance erklärt werden. Im Anschluss daran erfolgt eine Darstellung des Resource Dependence-Approach. Mit diesen Basisannahmen erfolgt dann die Darstellung und Potentialbewertung der ausgewählten Forschungsgebiete. Mit diesen Erkenntnissen soll ein abschließendes Fazit zur Problemstellung gezogen werden.
2 Die Corporate Governance Forschung - Wesen und Funktion
Es existieren eine Vielzahl von Perspektiven, die den Begriff der Corporate Governance erklären. Dennoch kann man Corporate Governance in einer aggregierten Sichtweise als den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Überwachung und Leitung eines Unternehmens bezeichnen. 2
Dies impliziert eine interne und externe Governnacesicht. In der Innensicht befasst sich Corporate Governance mit Kompetenzen und Zusammenspiel der Unternehmensorgane. Zum Model der deutschen Aktiengesellschaft gehören drei Organe: die Hauptversammlung der Anteilseigner, der Aufsichtsrat als Aufsichtsorgan der Anteilseigner und der Vorstand als Leitungsorgan. 3 Die Überwachung und Kontrolle des Vorstands wird durch die Anteilseigner an den Aufsichtsrat delegiert, denn sonst haben die Anteilseigner keine Möglichkeit der
1 vgl. PFEFFER/SALANCIK (1978), S. xi.
2 vgl. V. WERDER (2001), S. 2.
3 vgl. V. WERDER (2005), S. 103.
Corporation nur zwei Organe: die Generalversammlung der Anteilseigner und den Board of Directors. 4 Als Besonderheit sei an dieser Stelle die häufig anzutreffende Konzentration der Unternehmensleitung in den Händen einer Person, gleichzeitig Chief Executive Officer und Chairmen of the Board, zu nennen. 5 Diese direktoriale Prägung der Leitung einer Corporation offenbart das Kontrollproblem dieser Governance-Struktur.
Da die Innenperspektive aber die Einbettung des Unternehmens in sein Umfeld vermissen lässt, ist die zusätzliche Betrachtung der Außensicht, die das Verhältnis des Managements zu seinen Stakeholdern oder Stakeholdergruppen mit einbezieht, von mindestens ebenso großer Bedeutung. 6 So thematisierten bereits Berle/Means die Trennung von Eigentum und Verfügungsmacht indem sie den Kontrollkonflikt zwischen Management und Eigentümern betrachteten. 7 Unter der heutigen Annahme der Unternehmen als Vertragsnetzwerke wird die Governancedebatte auf alle Stakeholder übertragen.
Demnach besitzt ein Unternehmen ein Vertragsnetzwerk von unvollkommenen Verträgen zu verschiedenen Transaktionspartnern oder Bezugsgruppen. 8 Aufgrund des Zukunftsbezuges und der hohen Transaktionskomplexität unvollständiger Verträge, können Vertragspartner die Unvollständigkeit durch opportunistisches Handeln ausnutzen. Vor dem Hintergrund des Seminararbeitsthemas sei bemerkt, dass der Spielraum des Handelns ganz wesentlich von der Machtposition der einzelnen Akteure abhängt.
Dementsprechend hat die Corporate Governance Forschung die Aufgabe, Ansätze zu entwickeln, um die Spielräume für opportunistisches Verhalten einzuschränken. So hat der Gesetzgeber bereits einen groben Rahmen gesetzt, um das opportunistische Verhalten einzuschränken und das Handeln der einzelnen Bezugsgruppen untereinander zu regeln. Für all die Fälle, die der Gesetzgeber unberücksichtigt lässt muss die Unternehmensleitung eine Leitmaxime, eine
4 vgl. POTTHOFF (1996), S. 253.
5 vgl. BLEICHER/PAUL (1986), S. 266/272.
6 vgl. V. WERDER (2005), S. 35.
7 vgl. BERLE/MEANS (1968), S. 112 ff.
8 vgl. V. WERDER (2005), S. 37.
Governanceforschung noch am Anfang, da aufgrund der außerordentlichen Komplexität dieses interdisziplinären Forschungsgebietes noch viele Punkte ungelöst sind. So ist beispielsweise noch nicht geklärt, wer in welchem Maße Einfluss auf die Unternehmensressourcen nimmt. 9 Der Resource Dependence-Approach, der im Folgenden dargestellt werden soll, stellt eine Möglichkeit dar, sich dem Forschungsgegenstand zu nähern.
3 Der Resource Dependence-Approach - Ein Erklärungsansatz
für Unternehmensverhalten
3.1 Der Resource Dependence-Approach - Eine Einordnung in die Organisationstheorie
In der Organisationstheorie konkurrieren diverse Theorien und Perspektiven um Erklärungs- und Gestaltungsrelevanz für das Unternehmensverhalten. Innerhalb dieser Vielzahl von Strömungen und Schulen nimmt der systemtheoretische Ansatz eine bedeutende Rolle ein, da es ihm gelingt, die Außenbezüge der Organisation systematisch in einer Theorie zu erfassen. 10 Dabei spielt die überaus komplexe und dynamische Umwelt, der sich die Organisationen permanent anpassen müssen, eine zentrale Rolle. Vor dem Hintergrund des Resource Dependence-Approach spielt hierbei besonders die interaktionale Perspektive eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zur
kontingenztheoretischen Perspektive, bei der die Umwelt als determinierende Kraft bestimmte Organisationsstrukturen erzwingt, ist die Interaktionstherie der Theorie der offenen Systeme zuzuordnen. Die Interaktionstheorie betont, dass die Organisation zwar unter starkem Umwelteinfluss steht, aber dennoch auch selbst gestaltend auf die Umwelt einwirken kann. 11 Innerhalb dieser wechselseitigen Beeinflussung von Organisation und Umwelt lässt sich nun auch der Resource
9 vgl. PRIGGE (1999), S. 149 ff.
10 vgl. SCHREYÖGG (2003), S. 29, 83f.
11 vgl. STEINMANN/SCHREYÖGG (2005), S. 69.
Arbeit zitieren:
Marcel Tulke, 2006, Das Potential des Resource Dependence-Approach für die Corporate Governance-Forschung , München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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