Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als Leitbild für das Curriculum Mobilität -
Eine inhaltliche Überprüfung am exemplarisch gewählten Baustein „Führerschein im Kopf“
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Das Niedersächsische Curriculum Mobilität. 3
2.1 Von der Verkehrserziehung zum Curriculum Mobilität 4
2.2 Struktureller Aufbau des Curriculums Mobilität 6
3 Inhaltliche Überprüfung: Inwieweit orientiert sich das CM am
Leitbild der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung? 8
3.1 Exkurs: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung 8
3.2 Betrachtung des exemplarisch gewählten Bausteins „Führerschein im Kopf“ 12
3.3 Diskussion 14
4 Schlussbetrachtung. 16
5 Literatur- und Quellenverzeichnis 17
6 Anlage. 18
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1 Einleitung
Das Curriculum Mobilität (CM) wurde im Oktober 2002 vom Niedersächsischen Kultusministerium in den Allgemeinbildenden und den Berufsbildenden Schulen des Landes eingeführt. Es steht in Nachfolge zu den Rahmenrichtlinien für die Verkehrserziehung, die damit ihre Gültigkeit verlieren. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das seine tradierte Verkehrserziehung aufgegeben hat (Curdt et al. 2005, S. 13), denn das Curriculum Mobilität versteht sich als innovatives Gesamtkonzept für den fächerübergreifenden Lernbereich Mobilität mit seinen vielfältigen Facetten, der auf diese Weise spiralförmig von der Primarstufe bis in den Sekundarbereich II verankert werden soll. Erklärtes Leitbild des Curriculums ist die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE). Auf dieses zugrunde liegende Konzept weisen die Autoren des Curriculums in ihrer Einführung explizit hin und benennen als Ziel „die Fähigkeit auszubilden, ein verantwortungsvolles Mobilitätsverhalten im Sinne von Gestaltungskompetenz zu leben“ (Curriculum Mobilität 2002, Einführung S. 1/5). Im Laufe der intensiven Auseinandersetzung mit Inhalten und Zielsetzung dieses neuen Curriculums, begleitet durch die Arbeit und Diskussionen im Rahmen von Seminaren im Fach Sachunterricht der Universität Lüneburg, stellte sich Frage, ob das Konzept der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung tatsächlich in allen Bereichen des Curriculums Mobilität als Leitbild zu identifizieren ist. Anhand des exemplarisch gewählten Bausteins „Führerschein im Kopf“ möchte ich mit dieser Arbeit nach einem kurzen Einblick in die Struktur des Curriculums und einem Exkurs zum Thema Bildung für eine nachhaltige Entwicklung eine inhaltliche Überprüfung vornehmen.
2 Das Niedersächsische Curriculum Mobilität
Auf Grundlage eines im Jahre 2002 abgeschlossenen Kooperationsvertrages zwischen dem Niedersächsischen Kultusministerium und der zum Volkswagenkonzern gehörenden Autostadt GmbH 1 konnte das Curriculum Mobilität realisiert werden. Auf
1 Die Autostadt bei Wolfsburg als Kommunikationsplattform des Volkswagen Konzerns wurde am 01. Juni 2000 unter dem damaligen Namen „Weltforum der (Auto-) Mobilität“ im Rahmen der Expo Hannover eröffnet. Beweglichkeit, Unterwegssein, menschliche Mobilität in all ihren Erscheinungsformen sind die großen Themen der Autostadt. Um den Interessen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden, wurde eine eigene Abteilung, die „Inszenierte Bildung“ gegründet. Das Angebot richtet sich direkt
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Grundlage dieses Kooperationsvertrages hat sich seit 2003 eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern der Curriculum Kommission, Mitarbeitern von Autostadt und externen Wissenschaftlern zusammengesetzt. Ihre Aufgabe ist es, die Ausarbeitung von Inhalten fortzuführen, das Curriculum auf die Praxis bezogen im Rahmen der Autostadt umzusetzen sowie Materialien zur bildungswirksamen Umsetzung zu entwickeln.
2.1 Von der Verkehrserziehung zum Curriculum Mobilität
Anstoß für die Ausarbeitung dieses neuen Konzeptes war die unbefriedigende Situation mit der traditionellen Art der Verkehrserziehung in der Schule. Sie war in erster Linie als eine „Sicherheitserziehung“ (Schroeter 2006, S. 3) konzipiert und inhaltlich so ausgerichtet, die Schülerinnen und Schüler an die Straßenverkehrssituation anzupassen. In dieser Form zeigten sich deutliche Defizite, die die Autoren Curdt, Lindenberg und Ulbrich (Curdt et al. 2005, S. 13f) auf zwei grundlegende Ursachen zurückführen: 1. Aus heutiger Sicht zeigen sich konzeptionelle Schwächen der
Kultusministerkonferenz (KMK)-Empfehlungen.
• Die Leitgedanken der KMK-Empfehlungen konzentrieren sich auf Fragen, die primär die Verkehrssicherheit und das Verkehrsverhalten thematisieren.
• Es fehlt ein umfassendes Leitbild, welches das Phänomen Verkehr in einen globalen Zusammenhang einordnet und den Ursachen-Wirkungskomplex des Lernbereichs thematisch tiefer ausleuchtet.
• Die Empfehlung möglichst viele Fächer an der Integration verkehrerzieherischer Fächer zu beteiligen hat sich als realitätsfremd erwiesen.
2. Die einzelnen Bundesländer verfahren auf Grundlage der föderativen Verfassungsstruktur der BRD sehr unterschiedlich in welcher Weise Beschlüsse der
an die Heranwachsende aber auch an sie begleitende Personen wie Eltern oder Lehrerinnen und Lehrer. Spezielle Lernorte, „Mobilitätsdeck“, „Werkstadt“, „Mobiversum“ bieten Lernarrangements und sollen richtungsweisend helfen, die zentrale Frage zu beantworten: Kann und wenn ja, wie kann der Wunsch nach individueller Mobilität mit den Zielen einer Bildung für ein nachhaltige Entwicklung vereint werden?
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KMK umgesetzt werden. Einige Ansprüche sind seit 1972 nicht einmal ansatzweise realisiert worden. Beispielhaft dafür nennen die Autoren
• die fehlenden Etablierung der tradierten Verkehrserziehung in die Lehramtsstudiengänge deutscher Hochschulen,
• die fehlende systematische und kontinuierliche Integration von Lerninhalten in die Fächer
• und die fehlende didaktische Vernetzung der Verkehrerziehung mit der Sozial-, Gesundheits- und Umwelterziehung.
Das Curriculum Mobilität versteht sich nicht allein als Nachfolgekonzept der Verkehrerziehung, sondern stellt sich deutlich erweiterten aber selbst gesetzten Ansprüchen. Nach Curdt et al. (2005, S. 14f) geht es im Kern dabei um folgende Punkte:
- Mit dem CM soll die tradierte Verkehrerziehung inhaltlich um die Begriffe „Mobilität“ mit dem Leitbild einer BNE erweitert werden.
- Lerninhalte der „Mobilität“ sollen in ausgewählte Fächer integriert werden können.
- Mit seinem charakteristischen Bausteinprinzip soll es geeignet sein, curricular relevante Lerninhalte zur Mobilität vom Primar- bis in den Sekundarbereich II zu finden und dabei die Struktur des Spiralcurriculums aufgreifen. Der Lernbereich Mobilität soll damit eine Systematik und Kontinuität erreichen, wie sie aus anderen Fächern bekannt ist.
Ein wesentliches Ziel dieses neuen Konzeptes ist es, Heranwachsende zu einem selbstständigen und reflektierten Umgang mit Verkehrsmitteln und Mobilität im Allgemeinen zu befähigen. Der Begriff Mobilität geht dabei weit über die bloße Fortbewegung von einem Ort zum anderen hinaus. Er umfasst alle Bereiche des menschlichen Lebens, in denen Beweglichkeit eine Rolle spielt. Die Abkehr vom Begriff der Verkehrserziehung bedeutet nach Spitta jedoch nicht, auch auf bewährte Elemente der tradierten Herangehensweise zu verzichten (Spitta 2005, S. 9), sondern die Teile um die neuen Gedanken zu erweitern.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Ing. L. Theodor Breul, 2007, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung als Leitbild für das Curriculum Mobilität, München, GRIN Verlag GmbH
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