-1-
INHALTSVERZEICHNIS
EINF ÜHRUNG. 3
1 DIE GERIATRISCHEN „I´S“ 4
2 INTELLEKTUELLER ABBAU 5
2.1 Symptome von Demenzerkrankungen 6
2.2 Formen der senilen Demenz - primäre und sekundäre Demenz. 7
2.3 Therapie und Prävention. 8
3 IMMOBILITÄT 9
3.1 Pathogenese 9
3.2 Therapie. 11
4 INSTABILITÄT 11
4.1 Pathogenese 12
4.2 Therapie und Sturzprävention. 13
5 INKONTINENZ. 13
5.1 Harninkontinenz 14
5.2 Stuhlinkontinenz 15
6 INSOMNIA 16
6.1 Schlafstadien und altersbedingte Veränderungen des Schlafes 17
6.2 Ursachen und Therapie 17
7 IMPAIRED EYES AND EARS. 18
7.1 Impaired eyes. 18
7.2 Impaired ears 18
8 IRRITABLES KOLON 19
9 IATROGENE ERKRANKUNG 20
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10 ISOLATION 21
11 IMPECUNITY - ARMUT. 21
ZUSAMMENFASSUNG 23
LITERATURVERZEICHNIS 25
ANHANG 27
Einführung -3-
EINFÜHRUNG
Ältere Menschen sind häufiger von Erkrankungen betroffen als jüngere. Dies führt nicht selten zu einer Gleichsetzung von Alter und Krankheit. Wenn sich im Alter Gesundheitseinbußen einstellen, sind diese meist in den Bereichen körperlicher Funktionen wie dem Hören, Sehen oder der Bewegung zu finden. Es ist eine Zunahme chronischer Erkrankungen festzustellen, Multimorbidität kann sich einstellen, Gedächtnisleistungen können nachlassen und die Gefahr an einer Demenz zu erkranken steigt.
Der alternde Mensch ist in der Geriatrie aus den oben genannten Gründen besonders zu betrachten. Die Entwicklung und das Altern eines Organismus sind dabei eng miteinander verknüpft. Der geriatrische Patient unterscheidet sich wesentlich von Patienten jüngerer Altersgruppen. Er zeichnet sich durch veränderte Beschwerdebilder, Multimorbidität und dem vermehrten Vorkommen von Syndromen aus. Die vier großen Syndrome der Geriartrie werden in der Literatur als die „geriatrischen „I´s“ bezeichnet. Benannt werden diese mit den Syndromen des intellektuellen Abbaus, Immobilität, Instabilität und der Inkontinenz. Neben diesen vier „Riesen“ der Geriatrie werden in der Literatur weitere geriatrische Syndrome benannt, die in enger Verbindung mit den oben genannten stehen und sich gegenseitig beeinflussen oder bedingen können. Zu nennen sind dabei die Isolation, Insomnia, iatrogene Erkrankungen, das irritable Kolon, impaired eyes and ears sowie Impecunity.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick über die vier „Riesen“ der Geriatrie, intellektueller Abbau, Immobilität, Instabilität und Inkontinenz, gegeben. Die geriatrische Bedeutung des jeweiligen Syndroms, dessen Erkrankungsrisiko, das Krankheitsbild, sowie Therapiemöglichkeiten sollen einen Einblick in die bedeutensten geriatrischen „I´s“ geben. Die weiteren geriatrischen „I´s“ sollen darauf folgend kurz in ihrem Auftreten und Charakteristik dargestellt und ihre Verknüpfung und Beeinflussung untereinander skizziert werden.
Ziel der Darstellung der geriatrischen Syndrome ist es, zu verdeutlichen, dass im Alter selten eine Erkrankung alleine auftritt, sondern die „I´s“ durch einzelne Erkrankungen begründet sein können. Eine Häufung von Erkrankungen als Risikofaktoren sowie persönliche Dispositionen und Ressourcen bzw. Defizite beeinflussen das Auftreten der „I´s“. So sind mehrere Erkrankungen ein Zeichen für Multimorbidität, Syndrome treten verstärkt auf. Ein Syndrom kann das nächste folgen lassen bzw. bedingen.
Die Geriatrischen „I´s“ -4-
1DIE GERIATRISCHEN „I´S“
„Die Einengung der physiologischen Leistungs- und Reaktionsbreite erklärt die erhöhte Anfälligkeit des alternden Organismus gegenüber potentiell schädigenden Umwelteinflüssen. Hierdurch werden Erkrankungen nicht nur leichter und schneller akquiriert, sondern sie nehmen auch in bezug [sic] auf Krankheitsbild und Rekonvaleszenz einen langwierigeren und meist andersartigen Verlauf als bei Jüngeren. Altern und Krankheit nähern sich einander an und können sich gegenseitig beschleunigen. Die sich hieraus ergebenden Besonderheiten und Charakteristika unterscheiden den geriatrischen Patienten deutlich von jüngeren Patientengruppen.“ (Füsgen, Naurath 1989, S.22).
Geriatrie ist die Altersheilkunde bzw. die Lehre von den Erkrankungen des alten Menschen. Sie wird als fächerübergreifendes Gebiet der Medizin betrachtet (vgl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2002, S. 588). Die Geriatrie ist nach der Definition der WHO 1 ein „Zweig der Medizin, der sich mit der Gesundheit im Alter und den
klinischen, präventiven, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt.“ (Hafner, Meier 1996, S.2). Wesentliche Aspekte und Annahmen der Geriatrie sind das geriatrische Assessment, Angehörigenberatung, die Irreversibilität von Alterungs- und Krankheitsprozessen, Multimorbidität, Rehabilitation, Demenz sowie Sterbebegleitung (vgl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2002, S. 588).
Die WHO unterscheidet fünf Dimensionen von Gesundheit: die körperliche, psychische, soziale, ökonomische und funktionelle Gesundheit. Beim Auftreten einer Geriatrieerkrankung ist davon auszugehen, dass eine parallele und aktive Erkrankung in wenigstens drei der fünf Gesundheitsdimensionen vorliegt (vgl. Hafner, Meier 1996, S.3f.).
Als klassische Geriatriesyndrome 2 werden die vier „Riesen“ bzw. die vier geriatrischen „I´s“ bezeichnet:
1 World Health Organization.
2 Das Zusammentreffen verschiedener Symptome wird als Syndrom bezeichnet, wobei Symptome die
Krankheitszeichen eines bestimmtes Krankheitsbildes meinen (vgl. Hafner, Meier 1996, S.31).
Intellektueller Abbau -5-
(Übersichtnach Hafner, Meier 1996, S.31 und Füsgen, Naurath 1989, S.25f.). Die geriatrischen Leitsymptome erfordern durch ihre jeweilige Verzahnung und gegenseitige Beeinflussung eine breitere Behandlung und Betreuung über den allgemeinen medizinischen Behandlungsrahmen hinaus 3 . Die geriatrische Bedeutung und Beachtung dieses Grundsatzes entscheidet in der Praxis nicht selten über die Möglichkeit der häuslichen Versorgung bzw. einen erforderlichen Heimeinzug der Betroffenen 4 (vgl. Füsgen, Naurath 1989, S.25f.).
2 INTELLEKTUELLER ABBAU
Der intellektuelle Abbau im Rahmen der geriatrischen „I´s“ ist der Demenz zuzuordnen. Nach dem ICD-10 5 wird Demenz folgendermaßen definiert:
„Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen einschließlich des Gedächtnis, Denken, Orientierung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Die kognitiven Beeinträchtigungen werden gewöhnlich von
3 An der verbreiteten Praxis der Behandlung älterer Patienten wird Kritik geübt bezogen auf die „(…)
Diskrepanz zwischen der auf die aktuelle Situation bezogene symptom- und organzentrierte
„Normalversorgung“ und dem geriatrisch erforderlichen individuenbezogenen und ganzheitlichen Ansatz.
Die bisherige gesetzlich geregelte Grundversorgung steht dem Bedürfnisprinzip und der Vernetzung von
medizinischen und sozialen Problemen sowie von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen
entgegen.“ (Kompetenznetz für das Alter 2005, S.3f.)
4 Für die frühzeitige Erfassung von Risikofaktoren und Erkrankungen sowie Rehabilitationsmöglichkeiten ist
das geriatrische Assessment die zentrale Grundlage (vgl. Kruse u.A. 2005, S.15).
5 International Classification of Diseases.
Intellektueller Abbau -6-
Veränderungender emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet (…).“ (ICD-10 2002, Kap.V).
Eine dementielle Erkrankung führt zu Beeinträchtigungen in den persönlichen Aktivitäten des täglichen Lebens und damit zu Einschränkungen in der Alltagskompetenz (vgl. Füsgen 2004, S.32).
Die Demenzerkrankungen bzw. der intellektuellen Abbau hat eine wichtige geriatrische Bedeutung. „Je älter wir werden, desto mehr Demenzkranke wird es geben.“ (vgl. Hafner, Meier 1996, S.31). Demenzen sind altersabhängige Erkrankungen. Vom intellektuellen Abbau ist nicht nur der einzelne Patient/Patientin 6 an sich, sondern das gesamte psychosoziale Umfeld, insbesondere seine Angehörigen betroffen. Demenz ist eine der Hauptursachen für Langzeitinstitutionalisierung (stationäre Pflege) auf Grund wachsender Betreuungsschwierigkeiten. Damit verursacht die Demenz im Gesundheitssystem hohe Kosten (vgl. Hafner, Meier 1996, S.35). Die Prävalenz steigt ab einem Alter von 60 Jahren im Abstand von jeweils 5,1 Jahren um das Doppelte, tritt demnach absolut gesehen sehr häufig auf.
Abbildung 1: Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung nach Alter
30%
25%
20%
15%
10%
(Abb. nach Füsgen 2004, S.34).
2.1 Symptome von Demenzerkrankungen
Primäre und sekundäre Symptome sind bei der Demenz zu unterscheiden. Primäre Symptome sind obligatorische Defizite, die nicht entscheidend therapierbar sind. Hingegen sind sekundäre Symptome nicht obligat und therapeutisch beeinflussbare reaktive Zusatzsymptome (vgl. Füsgen 2004, S.37).
6 Im Folgenden wird durchgehend die männliche Form genutzt, gemeint sind beide Geschlechter.
Arbeit zitieren:
Andrea Schulz, 2006, Die geriatrischen „I´s“ - Syndrome der Geriatrie -, München, GRIN Verlag GmbH
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