GLIEDERUNG:
1. Einleitung
Zur Person: Samuel P. Huntington
2.
Definitionen nach Huntington
3.
3.1 Die Geschichte des Zivilisationsbegriffs
3.2 Zivilisation vs. Kultur
4. Kulturkreise
4.1 Merkmale der Kulturkreise
4.2 Abgrenzung zum Begriff „Rasse“
4.3 Kriterien und Schwierigkeiten ihrer Einteilung
und Zugehörigkeit
4.4 Die großen zeitgenössischen Kulturkreise
Probleme und Kritik an Huntingtons Kulturkreis-
5.
Konzept
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Sind die aktuellen weltpolitischen Konflikte auf kulturelle Verschiedenheiten der Menschen zurückzuführen? Wie und nach welchen Kriterien kann man die unterschiedlichen Kulturen der Menschheit voneinander abgrenzen? Existieren sogenannte Kulturkreise in der Realität oder sind sie lediglich ein theoretisches Konstrukt?
Diese Fragen wurden in der Öffentlichkeit zuletzt kontrovers diskutiert. Versucht man Antworten zu finden, so ist es unumgänglich, sich mit Samuel P. Huntingtons Kampf der Kulturen zu beschäftigten und sich auf die Suche nach dem eigentlichen Wesen der Kulturen zu begeben. Huntington bezieht sich in seinem Werk einerseits auf bereits erschienene Forschungsansätze namhafter Wissenschaftler und kreiert andererseits seine eigene Theorie über das Wesen der Kulturen.
Die folgenden Seiten geben zunächst einen biografischen und personellen Hintergrund zu Samuel P. Huntington, um seine Thesen im Gesamtbild besser einordnen zu können. Weiterhin wird sich auf die fachbezogene Terminologie bezogen und es werden Definitionen und Erklärungen zu den Begriffen Zivilisation und Kultur erläutert, da diese in der Geschichte und auch von verschiedenen Autoren auf unterschiedliche und oftmals subjektive Art und Weise ausgelegt wurden. Das vierte Kapitel dieser Arbeit beschäftigt sich mit den Kulturkreisen. Es werden dabei die hauptsächlichen Merkmale und Kriterien von Kulturkreisen aufgezeigt und eine Abgrenzung zum Begriff „Rasse“ vorgenommen, um bezüglich der Begrifflichkeiten Klarheit zu schaffen. Bevor die großen zeitgenössischen Kulturkreise nach Huntington vorgestellt werden, wird zudem auf Kriterien und Schwierigkeiten bei der Einteilung in Kulturkreise hingewiesen. Letztlich liegt der Fokus auch auf den Problemen von Huntingtons Kulturkreis-Konzept und es wird außerdem auf die Kritik eingegangen, die sich in der Folge der Veröffentlichung vom Kampf der Kulturen auf internationaler Ebene entwickelt hat. Dabei geht es vor Allem um den Realitätsbezug der theoretischen Erläuterungen. Aber auch Huntington selbst relativiert seine eigenen Aussagen und bezieht Stellung zur aktuellen weltpolitischen Lage. Allumfassend bleibt letztendlich lediglich zu prüfen und zu beurteilen, ob das Wesen der Kulturen nach Huntington in diesem Sinne auch in der Realität existiert.
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2. Zur Person: Samuel P. Huntington
Um Rückschlüsse auf Einflüsse und Motivationen der Entstehung von Huntingtons Konzept der Kulturkreise ziehen zu können, ist eine kurze Vorstellung der Persönlichkeit Samuel Phillip Huntingtons essenziell. Der US-amerikanische Politikwissenschaftler wurde am 18. April 1927 in New York geboren und ist als Dozent am John M. Olin Institute for Strategic Studies an der Harvard-Universität tätig (Wikipedia 2008b). Weiterhin war er Berater des US-Außenministeriums (Wikipedia 2008b), was einerseits seine politische Involvierung und seinen Einfluss in den Vereinigten Staaten unterstreicht. Andererseits war er in dieser Funktion thematisch mit dem exakten Thema seines späteren Werkes The Clash of Civilizations (Kampf der Kulturen) konfrontiert, welches er 1996 veröffentlichte. Die schon zuvor in einem Essay in der politischen Zeitschrift Foreign Affairs ausgedrückte These Huntingtons, dass neue Konflikte zwischen und innerhalb der Nationalstaaten kulturell geprägt sein würden, wurde seitdem auch populärwissenschaftlich und in der breiten Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. 2004 veröffentlichte Huntington ein weiteres Werk mit dem Titel Who Are We - Die Krise der amerikanischen Identität, in dem behauptet wird, die amerikanische Nation würde ihre Identität verlieren (Kreye 2004, S.1). Somit widmete er sich erneut einem empfindlichen Thema in einer provokanten Art und Weise und lieferte dadurch zum zweiten Mal weltweiten Diskussionsbedarf. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Huntingtons Thesen auf den ersten Blick zwar sorgfältig und wissenschaftlich exakt argumentiert scheinen, andererseits jedoch auch Lücken und Differenzen in der Logik enthalten, die im Folgenden im Bezug auf das Wesen der Kulturen genauer untersucht werden sollen. 3. Definitionen nach Huntington
3.1 Die Geschichte des Zivilisationsbegriffs
Bevor man sich genauer mit dem Begriff der Zivilisation befasst, gilt es eine grundlegende Unterscheidung bezüglich dieses Begriffes vorzunehmen. Im nichtdeutschen Sprachgebrauch existiert zum einen der Begriff „Zivilisation“ im Singular, welcher ein Synonym für „Kultur“ ist. Zivilisiert sein bedeutet kultiviert sein. Andererseits gibt es Zivilisationen (im Plural), welche Kulturkreise bezeichnen (Huntington 2002, S.52).
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Weiter argumentiert Huntington, dass das Konzept der Zivilisation im 18. Jahrhundert in Frankreich als Gegenstück zur Barbarei entstanden ist. Der ungezügelten Rohheit der Barbaren standen somit Attribute wie Sesshaftigkeit, Leben in städtischen Gesellschaften und die Alphabetisierung gegenüber (Huntington 2002, S. 52). Folgt man dieser Argumentation, so ergeben sich positive Assoziationen mit dem Begriff „Zivilisation“, hingegen negative Gedanken bezüglich Unzivilisiertheit. Kurz gesagt entwickelte sich der Begriff Zivilisation zu einem Maßstab für die Beurteilung von Gesellschaften (Huntington 2002, S. 52). Weiterhin wurde aus einer eurozentrischen Perspektive nach Kriterien gesucht, welche nichteuropäische Gesellschaften auf den Grad ihrer Zivilisiertheit beurteilen konnten um ihre Integration in das internationale System zu prüfen. Daraus entwickelte sich jedoch die Begriffsverwendung von „Zivilisation“ im Plural, das heißt, es wurde der Begriff der Kulturkreise verwendet. Dadurch wendete man sich von einer idealen Zivilisation ab und schaffte eine neutralere Diskussionsgrundlage, mit der man die Elemente und Kriterien von Zivilisiertheit objektiver und präziser untersuchen konnte (Huntington 2002, S. 52). Huntington bezieht sich durchweg in seinen Ausführungen auf den Begriff der Zivilisation im Plural, demnach also auf Kulturkreise. Trotzdem führt er an, dass es auch wichtig sei, dem Begriff im Singular Bedeutung beizumessen, denn er impliziert das Konzept einer „universalen Weltzivilisation“ (Huntington 2002, S. 52). „Zivilisation“ im Plural hilft also vor Allem auch bei der Untersuchung der Frage, ob man von einer „Zivilisierung von Zivilisationen“ sprechen kann (Huntington 2002, S. 52).
3.2 Zivilisation vs. Kultur
Generell bezeichnet Zivilisation eine kulturelle Größe. Doch existiert auch bei diesen Begriffen eine Differenz zwischen dem allgemeinen Konsens im internationalen Sprachgebrauch und der deutschen Definition der beiden Begriffe (Huntington 2002, S. 53). Die Deutschen bezeichnen mit Zivilisation unter Anderem „Mechanik, Technik und materielle Faktoren“ (Huntington 2002, S. 53). Zur Kultur gehören wiederum „Werte, Ideale und die höheren, geistigen, künstlerischen, sittlichen Eigenschaften einer Gesellschaft“ (Huntington 2002, S. 53). Somit gibt es in der deutschen Sprache eine strikte Trennung beider Begriffe, welche sich international jedoch nicht durchsetzen konnte. Im Englischen bezeichnen Zivilisation und Kultur beide die komplette Lebensart eines Volkes. Mit dieser
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Arbeit zitieren:
Nico Reiher, 2008, Das Wesen der Kulturen nach Huntington, München, GRIN Verlag GmbH
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