Zukunftsbild). Somit ist die Auferstehung in der Apokalyptik ein einmaliges kosmisches Ereignis in der Zukunft.
2 Die weisheitstheologischen Auferstehungsvorstellungen
im Vor- und Umfeld des Neues Testaments
Die in der jüdisch-hellenistischen Welt des zweiten Jahrhunderts vor Christus ansässige Weisheitstheologie geht von einem dualistischen Weltbild aus, wobei sich das Licht, bzw. die Weisheit und die Dunkelheit in einem unversöhnlichen Kampf befinden. Ziel eines jeden, der von Anfang an dem Bösen angehört, sich also in der Finsternis befindet, ist es, zum Guten, dem Licht, der Weisheit zu streben. Diese Abkehr vom Bösen und das Zuwenden zum Guten, wird bereits als Auferstehung bezeichnet. Die Begrifflichkeit von Tod und Leben ist weiter gefasst: Wer im Bereich der Finsternis ist, ist tot, und auch der, dem es an Bestandteilen des Lebens, wie Gemeinschaft, Tatkraft, Wohlstand, Freude, Glück und Gottglaube fehlt, ist tot. So wird auch im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15, 24-32), die zerbrochene Beziehung als wahrer Tod und deren Wiederherstellung als wahres Leben angesehen.
So sind Tod und Auferstehung kein einmaliges, kosmisches Ereignis mehr, sondern ein ganz persönlicher, sich immer wieder ereignender Vorgang. Jeder Mensch kann sich ganz persönlich für die Auferstehung vom Tod entscheiden, wodurch die Auferstehung also selbstverständlich leiblich ist, da sie den ganzen Menschen betrifft.
Durch diese lebensbegleitende Auferstehungsvorstellung tritt der biologische Tod in den Hintergrund, da durch die Entscheidung für ein Leben in Weisheit der eigentliche Übergang schon getan ist.
3 Das apokalyptische Modell im Neuen Testament
Im Neuen Testament stehen also nun beide Modelle zur Anknüpfung zur Verfügung. Nach der gängigen Meinung ist die Vorstellung der Apokalyptik im Judentum deckungsgleich mit der aktuellen christlichen Vorstellung der letzten Dinge. In der Tat ist aber nur eine Stelle (Offb 20,11-15) innerhalb des Neuen Testamentes explizit apokalyptisch, in der ein körperliches Aufstehen der Toten und ein sehr bildliches Auferstehen darstellt werden. Der Zeitpunkt ist analog zur jüdischen Apokalyptik nicht definiert. Punktuell ist diese Vorstellung insofern, als ein Zeitpunkt der Zukunft, der jüngste Tag, genannt oder durch daraus
Arbeit zitieren:
cand.theol. Benjamin Wasner, Nicole Kaiser, Miryam Losch, 2005, Was bedeutet eigentlich Auferstehung?, München, GRIN Verlag GmbH
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