Schulz, Raimund: Athen und Sparta, Darmstadt 2008 - 2 -
HausarbeitBuchrezension:
Schulz, Raimund: Athen und Sparta, Darmstadt 2008
(WBG). 180 Seiten, 14,90 € .
Aus der Reihe Geschichte Kompakt erschien 2008 der Band Athen und Sparta. Geschrieben von Althistoriker Raimund Schulz und von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft in Darmstadt veröffentlicht, gibt er einen groben Einblick in die Entstehungsgeschichte und Folgen des Konflikts der beiden bedeutenden antiken Großmächte.
Die verhältnismäßig knappen 180 Seiten geben dabei in chronologischer Anordnung und in narrativem Stil Aufschluss über den Zeitraum von 479 v. Chr. bis 362 v. Chr. und enden mit einer Zusammenfassung und einer Aussicht auf die Folgen der Geschehnisse.
Zielgruppe des Autors sind dabei nicht nur Wissenschaftler, sondern durchaus auch interessierte Laien, was an dem Umgang mit Quellen einerseits und der Präsentation andererseits erkennbar ist; so werden zum Beispiel keine Fußnoten benutzt, dafür wird am Ende relevante Literatur zum Thema sehr umfangreich aufgeführt. Ein Vorteil des Buches ist allerdings nicht nur die „Einsteigerfreundlichkeit“, sondern ebenso die transparente Arbeit (viele Auszüge verschiedener antiker Quellen) und wissenschaftliche Analyse und Deutung der Ereignisse. Der schwierige Spagat zwischen Verständlichkeit und Vertiefung gelingt Schulz somit hervorragend.
Die Offenlegung der Quellen (in Ansätzen auch die Kritik daran) und der Erkenntnisgewinn daraus hat bei Schulz einen hohen Stellenwert. Direkt zu Beginn beschäftigt er sich mit dem bedeutendsten antiken Historiker Thukydides. Ebenso zählen Aristoteles, Xenophon und viele andere zu den antiken Autoren, deren Schriften sich Schulz bedient. Zu erwähnen ist dabei noch, dass nur deutsche Übersetzungen angegeben werden, was den Lesefluss und das Verständnis eines ungeübten, eventuell nur deutschsprachigen Lesers begünstigt. Die graphische Gestaltung des Buches trägt ebenso sehr viel zum Verständnis bei, ist allerdings nicht in jeder Hinsicht perfekt gelungen. Auf der einen Seite ist die Gliederung omnipräsent, neue Kapitel und Unterkapitel werden mit großen grauen
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Balkeneingeführt und es existieren zahlreiche Einschübe (Quellenauszüge, markiert mit „Q“ und Begriffserklärungen, markiert mit „E“). Auf der anderen Seite stören die vielen Einschübe vielleicht den Lesefluss mancher Leser, da der Text teilweise doch etwas auseinander gerissen wird. Ebenfalls stört, dass lediglich eine Karte („Athen und sein Seebund[…]“, S. XIII), existiert. Auf dem Rückumschlag ist von Grafiken (im Plural) die Rede, was sich auch grade bei der gegebenen Thematik anbieten würde, da die geographische Beschaffenheit Griechenlands ziemlich komplex ist. Zeitlich gesehen stellen dafür allerdings die jedes Kapitel einleitenden Zeittafeln eine große Hilfe dar, wobei man es für fraglich halten kann, ob dies diese als „Grafiken“ anpreisen sollte.
Untersucht man die Gliederung im Hinblick auf den Inhalt, so fällt dem Leser sofort eine große Stärke von Athen und Sparta auf. Logisch und chronologisch absolut schlüssig und mit sinnvollen Gliederungseinheiten versehen, beginnt das Buch mit „Athens Aufstieg zur maritimen Großmacht“, dem ersten der sechs Kapitel. Für den Einstieg ins Thema ist dies gut gewählt, da alle nötigen Grundlagen für die folgenden Ereignisse dem Leser bekannt gemacht werden. So werden Probleme der Athener mit ihren Bündnern des Seebundes besprochen, bevor das Kapitel mit Perikles und der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Struktur seines Reiches endet.
Das zweite Kapitel „Athen und Sparta in der Mitte des 5. Jahrhunderts“ beschäftigt sich mit der sowohl ähnlichen als auch gegensätzlichen Struktur der beiden griechischen Mächte Athen und Sparta. Dabei wird wieder einmal der sachliche Standpunkt des Autors deutlich, indem er sich von den das Bild der Spartaner verfälschenden Schriften athenischer Schriftsteller deutlich distanziert und auf den aktuellen Forschungsstand verweist.
So zieht er eine wichtige Parallele in der Reaktion beider Stadtstaaten auf die anhaltende Kriegslage (Perserkriege, Peloponnesischer Krieg), die sich u.a. in der Verfassung und militärischer Ideologie äußert.
Ein eminenter Vorteil Athens besteht nach Schulz in der kulturellen Entwicklung (Poesie, Dramatik, Architektur) und der wirtschaftlichen und militärischen Ausrichtung auf das Mittelmeer.
Dem zentralen und wichtigen Inhaltsaspekt, „de(s) Peloponnesische(n) Krieg(es)“ widmet er das ganze dritte Kapitel. Beschrieben werden dort sehr umfassend die Ereignisse, die zum Peloponnesischen Krieg führen, so z.B. die aggressive Politik
Arbeit zitieren:
Nils Terborg, 2008, Rezension zu Schulz, Raimund: Athen und Sparta, Darmstadt 2008, München, GRIN Verlag GmbH
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