Inhaltsverzeichnis Seite
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0. 1. Einleitung und Problemstellung
0. 2. Forschungsstand und Belegmaterial 3
0. 3. Ziel der Arbeit 4
0. 4. Aufbau der Arbeit 4
1. Zu den Wortarten im Deutschen 7
1. 1. Allgemeines zu den Wortarten 7
1. 2. Zum Begriff "Wortarten" im Deutschen 9
1. 3. Kriterien für Wortarten 11
1. 4. Sind "Pronomen" eine selbständige Wortart? 17
2. Zu den Pronomina im Deutschen 20
2. 1. Zum Begriff "Pronomen" im Deutschen 21
2. 2. Merkmale der Pronomina 25
2. 2. 1. Morphologische Merkmale 25
2. 2. 2. Semantische Merkmale 25
2. 2. 3. Syntaktische Merkmale 26
2. 3. Gebrauch und Funktion der Pronomina 27
2. 4. Klassifizierung der Pronomina 33
2. 4. 1. Personalpronomina (Persönliche Fürwörter) 35
2. 4. 2. Reflexivpronomina (Rückbezügliche Fürwörter) 39
2. 4. 3. Possessivpronomina (Besitzanzeigende Fürwörter) 41
2. 4. 4. Relativpronomina (Bezügliche Fürwörter) 44
2. 4. 5. Demonstrativpronomina (Hinweisende Fürwörter) 46
2. 4.6. Interrogativpronomina (Fragende Fürwörter) 52
2. 4. 7. Indefinitpronomina (Unbestimmte Fürwörter) 54
3. Zu den „Indefinitpronomen“ im Deutschen. 55
3. 1. Zum Begriff Indefinitpronomina 55
3. 2. Merkmale und Gebrauch der Indefinitpronomina 56
3. 3. Einteilung der Indefinitpronomina 58
3. 4. Indefinitpronomina im Einzelnen 62
3. 4. 1. all, alle, alles 62
3. 4 2 andere 64
3. 4. 3. einer, eine, eines 65
3. 4. 4. ein bisschen, ein wenig, ein paar 67
3. 4. 5. einige, etliche 68
3. 4. 6. etwas, irgendetwas 69
3. 4. 7. irgendein 70
3. 4. 8. jeder, jedweder, jeglicher 71
3. 4. 9. jedermann 71
3. 4. 10. jemand und niemand 72
3. 4. 11. kein 73
3. 4. 12. man 74
3. 4. 13. manch 74
3. 4. 14. mehrere 76
3. 4. 15. meinesgleichen 77
3. 4. 16. nichts 77
3. 4. 17. sämtlich 78
3. 4. 18. viel 78
3. 4. 19. welch 79
3. 4. 20. wer, was 80
3. 4. 21. wenige 81
4. Zu den Wortarten im Arabischen 83
4. 1. Allgemeines zu den Wortarten im Arabischen 83
4. 2. Zur Einteilung der arabischen Wortarten in vier Arten 84
4. 3. Zur Einteilung der arabischen Wortarten in sieben Arten 85
4. 4. Pronomen im Arabischen 86
4. 5. Klassifizierung der Pronomina im Arabischen 86
4. 5. 1. Personalpronomina im Arabischen 87
4. 5. 1. 1. Die Einteilung der arabischen Personalpronomina 87
4. 5. 2. Arabische Demonstrativpronomina 93
4. 5. 3. Arabische Relativpronomina 97
4. 5. 4. Arabische Interrogativpronomina 98
4. 5. 5. Reflexivpronomina 98
4. 5 6 Possessivpronomina 99
0. 1. Einleitung und Problemstellung
Die Beschäftigung mit der Fremdsprache ist weltweit bekannt. Millionen von Menschen zeigen ein großes Interesse, eine Fremdsprache zu erwerben, da wie wir alle wissen, die Welt ist wie ein kleines Dorf geworden und es internationale Beziehungen zwischen allen Völkern der Welt gibt. Daher befassen sich auch viele Forscher mit Fragen der Spracherwerb und der Übersetzungswissenschaft. Es bleiben aber immer große Lücken beim Sprachgebrauch. Zur Deckung dieser Lücken sind schon Beiträge zu Teilbereichen der arabisch-deutschen kontrastiven Grammatik geleistet worden. Aber Arbeiten, die einen Überblick über dieses Gebiet gewährleisten, gibt es meines Wissens bis heute nicht. Bei der Konzeption dieser Arbeit sind wir also davon ausgegangen, dass diese Lücken erst dadurch gedeckt werden können, dass den Lernenden die Strukturen ihrer Muttersprache und Fremdsprache bewusst gemacht werden.
Die vorgeschlagene Arbeit stellt eine der grammatischen Strukturen des Deutschen dar und zwar die Problematik der deutschen Indefinitpronomen. Eine solche Arbeit gewinnt heutzutage an Bedeutung, da jede Sprache ihre eigenen Besonderheiten hat, die für sie charakteristisch sind. Selbstverständlich gibt es Unterschiede jeglicher Art zwischen dem Arabischen und den anderen Sprachen der Welt. Man interessiert sich auch zurzeit für die Übersetzungswissenschaft, besonders nach den wichtigsten Ereignissen, die die Welt nach dem 11. September 2001 erlebt hat. Aus der Tatsache, dass alle Sprachen nach ihren historischen sowie ihren idiomatischen, lexikalischen und syntaktischen Eigenschaften besondere Merkmale haben, stellen wir fest, dass der Übersetzer bzw. Dolmetscher eine schwierige Aufgabe hat. Diese besteht darin, einen ausgangssprachlichen Text oder Textteil in die Zielsprache zu übertragen, so dass trotz der unterschiedlichen Erscheinungen der beiden Sprachen eine (inhaltlich sowie stilistisch) qualitativ-gleichrangige Übersetzung entsteht.
Ferner dient das Erlernen von Fremdsprachen der Verständigung zwischen verschiedenen Völkern mit unterschiedlichen Sprachen.
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Auf diese Weise können Gedanken bzw. Informationen von einer Sprache in eine andere übernommen werden, was jedoch voraussetzt, dass die Bedeutungsstrukturen genau wiedergegeben werden müssen, damit die richtige Vermittlung eines Textes in die andere Sprache erfolgt.
Die verschiedenen Übersetzungsmodelle befassen sich insbesondere mit Bedeutungsstrukturen von Texten, denn das Übersetzen eines Textes setzt voraus, dass die lexikalische und kontextuelle Bedeutung der sprachlichen Elemente innerhalb eines Textes dem Vermittler deutlich und klar sein muss, eher er in die Zielsprache übersetzt.
Beim Übersetzungsprozess stellt sich die Schwierigkeit, einen passenden Ausdruck in einer Sprache zu finden, der als Äquivalent für einen anderen Ausdruck in einer anderen Sprache gilt. Der Bedeutungsinhalt der Wörter bzw. der Ausdrücke unterscheiden sich jedoch von Sprache zu Sprache. Daraus entstehen verschiedene Übersetzungsprobleme, zu denen auch die Übersetzungsproblematik der deutschen Indefinitpronomen gehört.
Unter dem Begriff Indefinitpronomen versteht man solche Fürwörter (Pronomen), die man um jemanden oder etwas zu nennen braucht, dessen Name unbekannt ist, oder wenn man den Namen nicht sagen will z. B. Ich war mit jemandem im Kino. Man spricht über dich.
Sie stehen also für eine nicht näher bekannte oder genauer bezeichnete Person oder Sache. Sie werden substantivisch gebraucht. Diese Indefinitpronomen werden auch in der eingeschlagenen Literatur als "unbestimte Fürwörter" bezeichnet. Zu den Indefinitpronomen gehören: Einer, keiner, irgendein, irgendwer, jeder, jedermann, jeglicher, jemand, niemand, alles, nichts, man, einige, etliche, etwas, sämtliche.
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Die meisten dieser Pronomen werden dekliniert.
Während der anderen unverändert bleiben:
Man, nichts, etwas. „Man“ tritt nur im Nominativ auf und wird in den übrigen Deklinationsfällen durch die Formen von „einer“ ersetzt. Das kann einem Leid tun. Es freut einen, wenn..........................
Die Indefinitpronomen stellen bei der Übersetzung ins Arabische Schwierigkeiten dar, denn die Arabische Sprache enthält meistens keine direkten sprachlichen Lexeme, die die gleichen Funktionen und Vorkommensweisen der deutschen Indefinitpronomen haben. Deshalb ergeben sich Schwierigkeiten bei der Übersetzung der deutschen Indefinitpronomen ins Arabische. Doch diese Schwierigkeiten ergeben sich nicht nur wegen der fehlenden entsprechenden Lexeme im Arabischen, sondern wegen der Schwierigkeit, die Grundbedeutung eines Indefinitpronomens zu bestimmen, weil das meistens eine der Komponenten der Satzbedeutung mit mehreren anderen Komponenten verstanden wurde.
0. 2. Forschungsstand und Belegmaterial:
Die vorgeschlagene Arbeit ist, meines Wissens, der erste Versuch zur Behandlung der deutschen Indefinitpronomen als Problematik bei der Übersetzung vom Deutschen ins Arabische. Bei der Auswahl der Beispiele werden wir uns bemühen, möglichst die arabische Hoch- bzw. Schriftsprache der Gegenwart zu präsentieren. Die meisten Beispiele werden aus dem Koran und literarischen Werken stammen, die schon ins Deutsche übersetzt worden sind und sind für die kontrastive Analyse zugänglich.
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Die untersuchten Belege werden wie folgt bearbeitet werden: Zwischen zwei Klammern werden der Vor- und Nachname des Schriftstellers und die Belegstelle angeführt. Bei der Übersetzung werden derselbe Autor (nicht der Übersetzer) und die Belegstelle aufgeführt. Belegstellen aus dem Koran werden folgendermaßen angeführt: (K. 40/10) bedeutet Koran, Sure Nummer vierzig, Vers Nummer zehn. Bei den Belegen aus dem Koran stütze ich mich auf die Koran-Übersetzungen des ägyptischen Ministeriums für Auqãf und islamische Angelegenheiten. Somit haben wir Beispiele aus den literarischen Texten des modernen Hocharabisch, sowie Beispiele aus dem klassischen Arabischen.
0. 3. Ziel der Arbeit:
Diese Arbeit beschäftigt sich in erster Linie mit den allgemeinen Fragen der deutschen Indefinitpronomen und mit formalen und funktionalen Charakteristika sowie mit den wichtigsten Funktionen der deutschen Indefinitpronomen. In dieser vorgeschlagenen Untersuchung möchten wir einer Frage auf den Grund gehen und zwar: Welche Wiedergabemöglichkeiten für die deutschen Indefinitpronomen ins Arabische möglich sind. Diese Frage stellt das Hauptziel der Arbeit dar. Durch diese Arbeit hoffen wir eine Grundlage für arabische Studierende des Deutschen zustande gebraucht zu haben.
0. 4. Aufbau der Arbeit
Um die gesetzten Ziele dieser Arbeit erreichen zu können, gliedert sich die Arbeit in eine Einleitung und fünf Kapitel.
In der Einleitung werden der Rahmen der Arbeit, die Problemstellung und die Ziele der Arbeit präzis formuliert. Außerdem wird in der Einleitung der Aufbau der Arbeit in Form einer zusammenhängenden Sequenz dargestellt.
Im ersten Kapitel wird mit der Erläuterung des Begriffs Wortarten im Deutschen und die verschieden Meinungen über die Klassifizierung der Wörter beschäftigt.
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In diesem Kapitel gehen wir auch auf eine wichtige frage für unsere Arbeit ein, und zwar "Sind "Pronomen" eine selbständige Wortart oder nicht". Dann versuchen wir die Meinungen darüber zu besprechen.
In einem weiteren Kapitel wird mit dem Begriff "Pronomen" im Deutschen und den Hauptmerkmalen der deutschen "Pronomen" beschäftigt. In diesem Kapitel wird auch auf die morphologischen, semantischen und syntaktischen Merkmale der deutschen "Pronomen" eingegangen. Ferner wird hier den Gebrauch und Funktionen der deutschen Pronomen dargestellt. Am Ende dieses Kapitels geben wir einen Überblick über die Klassen der Pronomina im Deutschen.
Im dritten Kapitel befassen wir uns mit der Abgrenzung der deutschen „Indefinitpronomen“. In diesem Kapitel gehen wir auf die wichtigsten Formen und Funktionen der deutschen „Indefinitpronomen“ ein.
Im vierten Kapitel wird auf die verschiedenen Meinungen über die arabischen Wortarten bei den Klassikern und Modernern Grammatiker und Sprachwissenschaftler der arabischen Sprache. Danach wird über die Pronomen im Arabischen als selbständige Wortart und ihre Klassen gesprochen. Dann werden Wörter dargestellt, die in dieser Arbeit als Ausdrucksmittel der Indefinietheit im Arabischen bezeichnet werden. Die Verfasserin betrachtet diese Wörter als semantische Äquivalente der deutschen Indefinitpronomina, deshalb werden sie ausführlich behandelt.
Im fünften Kapitel dieser Arbeit geht die Verfasserin auf die Übersetzungsproblematik und die wichtigsten Übersetzungsschwierigkeiten ins Arabische im Allgemeinen ein, dann beschränken wir uns auf die Übersetzungsschwierigkeiten sowie die Wiedergabemöglichkeiten der deutschen „Indefinitpronomen“ ins Arabische. In diesem Kapitel wollen wir dann einige Beispiele der deutschen „Indefinitpronomen“ anhand ihrer konkreten Verwendung in verschiedenen Kontexten sowie ihre Entsprechungen im Arabischen führen. Diese Beispiele repräsentieren hier den empirischen Teil der Arbeit.
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Anschließend und im sechsten Kapitel erfolgt eine Schlussfolgerung mit einer Zusammenfassung der erreichten Ergebnisse. Danach wollen wir eine Liste für die untersuchten „Indefinitpronomen“ und ihre Äquivalente im Arabischen darstellen. Diese Liste betrachten wir als ersten Versuch, um in der Zukunft ein Lexikon für die deutschen „Indefinitpronomen“ und ihre Äquivalente im Arabischen zu erstellen.
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1. Zu den Wortarten im Deutschen
1. 1. Allgemeines zu den Wortarten 1
Platon (428 - 348 v. Chr.) unterschied die beiden Klassen Onoma (Namen von Dingen: Nomen) und Rhema (Aussagen: Verben) nach ihrem Beitrag für die Logik des Satzes. Allerdings muss festgehalten werden, dass „es bei Platon noch keine genauen grammatischen Begriffe gibt und es sie nicht geben kann, da sein Beobachtungsgegenstand gar nicht die Sprache allein ist und ihm ständig Ding, Gedanke, Wort und Sachverhalt, Urteil und Satz durcheinander gehen“. 2
Platons Schüler Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) interessierten die Sprachzeichen nicht in grammatischer Hinsicht, sondern vielmehr als Ausdrücke der Gedanken und als Elemente der Dichtkunst: „Ein Onoma ist ein Lautgebilde mit einer durch Übereinkunft festgesetzten Bedeutung, ohne Zeitbestimmung. Rhema ist ein Lautgebilde, das (zu dem Begriffe des Hauptwortes) noch eine Zeitbestimmung hinzufügt, z.B. Gesundheit ist ein Hauptwort; aber: ist gesund ein Zeitwort, denn es fügt noch hinzu, dass dieses jetzt stattfindet.“ Er nahm noch die Klasse der Partikel, der Bindewörter bzw. „Bedeutungslosen“ hinzu. 3
1 In dieser Arbeit werden die Begriffe „ Wortarten“ und „ Wortklassen“ synonymisch verwendet.
2 Vgl. Arens, Hans: Sprachwissenschaft. Der Gang ihrer Entwicklung von der Antike bis zur Gegenwart.
Freiburg / München 1969. S. 12.
3 Ebenda. S.13.
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Dionysios Thrax, der von 170 bis 90 v. Chr. lebte, gilt als der Verfasser der ersten Grammatik im Abendland. Bei ihm erschien zum ersten Mal das System der acht Wortarten, das noch heute das Fundament für die Wortartenklassifikationen der deutschen Sprache bildet:
„Das Wort ist der kleinste Teil des auf Zusammenfügung beruhenden Satzes. Der Satz ist eine Verbindung von Wörtern, welche einen in sich vollendeten Sinn darstellt. Es gibt acht Redeteile: Nomen, Verbum, Partizip, Artikel, Pronomen, Präposition, Adverb, Konjunktion“. 1 Auf ihn geht auch die Bezeichnung: Redeteil für Wortart zurück.
1 Ebenda. S.121.
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1. 2. Zum Begriff: „ Wortarten“ im Deutschen 1
Neben vielen Begriffen wie „Satz“, „Wort“ u. a. gibt es einen allgemeinen Begriff, der eine zentrale Funktion für eine grammatische und syntaktische Beschreibung hat. Dieser Begriff ist: „Wortart“.
Der Begriff „Wortart “findet sich nicht nur in den Grammatiken als Bestandteil der so genannten Wortlehre, er wird ebenso in fast allen bekannten Wörterbüchern an hervorragender Stelle als Teil der Beschreibung des Wortbestandes verwendet. 2
„Wortarten“ (auch: „Redeteile“) ist eine lexikalische grammatische Kategorie, und bedeutet die Einteilung oder Klassifizierung der Wörter einer Sprache aufgrund ihrer Form- und Bedeutungsmerkmale. 3
Solche Klassifizierungsversuche reichen bis in die Antike zurück. Die in deutschen Grammatiken vorgestellten Einteilungen der Wortarten unterscheiden sich hinsichtlich der Anzahl der Wortarten und der angewandten Kriterien. Aufgrund der unterschiedlichen Gliederungsaspekte schwankt die Zahl der Wortklassen bei den deutschen Grammatikern zwischen zwei und fünfzehn. 4
Der Begriff „Wortart“ ist noch komplexer als der „Wort- und Satzbegriff“. Zum einen ist er nicht in gleicher Weise in der Gemeinsprache vorhanden. Er erscheint in allen grammatischen Beschreibungen. Der Begriff „Wortarten“ wird unter verschiedenen Bezeichnungen geführt.
1 Auf den Stand der Wortartensysteme für die deutsche Sprache kann hier nicht detailliert eingegangen werden.
Eine gute Darstellung findet sich in Bergenholtz/ Schaeder: Die Wortarten des Deutschen, Versuch einer
syntaktischen orientierten Klassifikation, 1. Aufl. Stuttgart 1977.
2 Vgl. Admoni, Wladmir: Der deutsche Sprachbau. 3. Aufl. München 1970. S. 58
3 Vgl. Lewandowski, Theodor: Linguistisches Wörterbuch 6. Aufl. Heidelberg 1994. S. 1250 f.
4 Vgl. Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Aufl. Stuttgart 2002. S. 850 f.
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In der deutschen Tradition heißt er gewöhnlich: „Wortarten“, „Wortklassen“ oder „Lexemklassen“. Zum anderen wird „Wortart“ als theoretischer Begriff in mehrfacher Hinsicht verwirrend gebraucht und definiert. Diese Verwirrung lässt sich in vielen Definitionen auffinden, die die einzelnen Wortarten beschreiben.
Bei der Definition der Wortarten begegnen einem folgende Schwierigkeiten:
a) Es gibt eine sehr alte Klassifizierung für die Wortarten, die auf das Buch von Dionysios Thrax zurückgeht. Thrax hat bei der Definition der Wortarten drei Kriterien erwähnt, und zwar: Semantische, syntaktische und morphologische Kriterien. Diese Klassifizierung wird im folgenden Kapitel ausführlich behandelt.
b) Bei den Definitionen der Wortarten wird nicht erklärt, für welchen Wortbegriff sie gelten sollen. Die lexikalischen und grammatischen Wörter werden häufig nicht exakt voneinander abgegrenzt.
c) Es wird häufig versucht, Definitionen zu schaffen, die allen Aspekten zugleich gerecht werden und zugleich für jeden Abwendungs-Zusammenhang gleichermaßen gelten sollen. 1
1 Vgl. Bergenholtz/ Schaeder: Die Wortarten des Deutschen, Versuch einer syntaktischen orientierten
Klassifikation, 1. Aufl. Stuttgart 1977. S. 19 ff.
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1. 3. Kriterien für Wortarten
Wie schon festgestellt, gilt die Grammatik von Dionysios Thrax als erste Grammatik einer indoeuropäischen Sprache. In Bezug auf die griechische Sprache beschreibt Thrax die angenommenen Wortklassen hinsichtlich ihrer Flexion („Das Nomen ist ein kasusbildender Satzteil“), der grammatischen Kategorien (“Das Nomen hat fünf Begleiterscheinungen: Geschlecht, Art, Form, Zahl, Kasus“), der Bedeutung („Das Nomen ist ein kasusbildender Satzteil, welcher ein Ding, z. B. Stein, oder eine Handlung, z. B. Erziehung, bezeichnet und allgemein, z. B. Mensch, Pferd, und besonderes, z. B. Sokrates, gebraucht wird.“), der Ableitung (Beim Nomen gibt es "Arten der Ableitung: die patronymische, die possessive, die komparative, die Superlative, die diminutive, die nominale, die verbale.“) und der Struktur („Die Nomina treten in drei Formen auf: einfach, zusammengesetzt und abgeleitet von einem zusammengesetzten“). 2
Diese Charakteristika verwendet Thrax zum Teil auch für die anderen Redeteile; dies geschieht aber nicht systematisch oder geordnet. Vielfach wurde dies in der Vergangenheit kritisiert und kriterienreine Wortartensysteme eingefordert. 3
1 vgl. Zifonun, Gisela, Hoffmann, Ludger und Strecker, Bruno: Grammatik der deutschen Sprache. Berlin 1997.
2 Vgl. Arens, Hans: Sprachwissenschaft. A. a. O. S. 23 f.
3Vgl. Knobloch, Clemens und Schaeder, Burkhard: Kriterien für die Definition von Wortarten. In Geert Booij,
Christian Lehmann und Joachim Mugdan, Morphologie /Morphology Ein internationales Handbuch zur Flexion
und Wortbildung, Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft, Nr. 17.1, Berlin 2000. S. 676.
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Da die deutsche Sprache sowohl flektierende als auch nicht flektierende Wortklassen beinhaltet, sind Systeme, die nur auf einem Kriterium basieren, nicht sehr hilfreich. Deshalb finden in der Regel Mischsysteme Anwendung, die mehrere Kriterien verwenden. Dies geschieht zum Teil systematisch aber auch unsystematisch. In den neueren deutschen Grammatiken gibt es, auch wenn der Bezug auf Thrax immer noch sichtbar ist, vielfältige Wortartensysteme und Unterschiede bei der Art und der Anwendung der angelegten Kriterien.
In der Zusammenschau gesehen, werden folgende Kriterien angewendet: 1. das semantische Kriterium, 2. das morphologische Kriterium, 3. das syntaktische Kriterium.
Das semantische Kriterium ist für die Bestimmung von grammatischen Wortklassen umstritten und m. E. wenig geeignet, weil es keine eindeutige Zuordnung von formalen und semantischen Charakteristika gibt. Es bleibt auch unklar, was eine semantische Wortartenklassifikation ist.
Stepanowa und Helbig unterscheiden in Anlehnung an Erben zwei Formen des semantischen Kriteriums: Substantive und Adjektive.
Sie meinen, dass Substantive (‘Dingwörter’) nicht mehr einfache Wörter wären, die Dinge bezeichnen, sondern Wörter, die vom Denken als ‘Dinge’ oder ‘Größen’ gefasst und abgebildet werden. Adjektive wären nicht mehr einfach Wörter, die Eigenschaften bezeichnen, sondern Wörter, die bestimmte Sachverhalte als Eigenschaften erfassen bzw. darstellen, usw. 1
Das morphologische Kriterium spielt in der indoeuropäischen Grammatikentwicklung mit Recht eine große Rolle. Es nimmt eine zentrale Rolle für die typologische Klassifikation aller Sprachen ein. Dies wird heute berechtigterweise auch kritisch gesehen, da für nicht indoeuropäische Sprachen andere Aspekte wichtiger sein können.
1 Vgl. Stepanowa, M. D. und Helbig, Gerhard: Wortarten und das Problem der Valenz in der deutschen
Gegenwartssprache. Leipzig 1981. S. 45.
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Nach morphologischen Kriterien unterscheidet man zwischen flektierbaren und nichtflektierbaren Wortarten. Die nicht-flektierbaren Wortarten sind solche Wörter, die nur eine Form (nur ein grammatisches Wort) aufweisen, wie z. B. auf, da, u. a. Im Gegensatz dazu haben die flektierbaren Wortarten mehrere Formen (mehrere grammatische Formen), wie z. B. haben, er, gut u. a.
Morphologisch können die flektierbaren Wortarten in zwei Gruppen eingeteilt werden:
a) die konjugierbaren lexikalischen Wörter (Verben), die eine große Formenvielfalt haben,
b) die deklinierbaren lexikalischen Wörter (Adjektive).
Die deklinierbaren Wörter können wiederum in drei Klassen geteilt werden:
1. Nomen bzw. Substantive,
2. Pronomen,
3. Adjektive, die darüber hinaus vergleichbar sind. 1
Syntaktisch gesehen spricht man von zweierlei Wortartklassen:
a) aufgrund der möglichen Umgebung,
b) aufgrund der grammatischen Funktion.
Werden diese syntaktischen Kriterien allein angewendet und sehr streng angewendet, kommt man zu einer sehr großen Anzahl an Klassen grammatischer Wörter, wie z. B. finite Verben, finite Hilfsverben, Relativpronomen, Fragepronomen, Relativartikel, Eigennamen, Namen, Mengenangaben und Titel ( Pfund, Glas, Dr., usw.) 2
Auffällig ist hier, dass die Kriterien der Wortarten sehr unterschiedlicher Art sind, und damit der Charakterisierungsblickwinkel nicht einheitlich ist.
1 Vgl. Eicher, Wolfgang/ Bünting, Karl: Deutsche Grammatik, Form, Leistung und Gebrauch der
Gegenwartssprache. 5 Aufl. Weinheim 1994. S. 19 ff.
2 Vgl. Bergenholtz/ Schaeder: Die Wortarten des Deutschen. A. a. O. S. 23.
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Auch Gallmann weist in seiner Rezension darauf hin, dass die gewählte Terminologie für die Wortarten teilweise nicht einleuchte. Das Problem bei der Verwendung dieser Termini ist, dass sie Formklasse und Funktion zugleich bezeichnen sollen. 1 Zum Abschluss dieses Kapitels soll festgehalten werden:
- Wortarten sind Klassen von Wörtern mit gemeinsamen grammatischen Eigenschaften,
-Grammatische Wortklassencharakterisierungen verwenden vorrangig
morphologische und syntaktische Merkmale. Zur Subklassifizierung werden auch sinnvollerweise semantische Kriterien herangezogen,
- In verschiedenen Sprachen können unterschiedliche Wortarten auftreten oder fehlen. Die im Folgenden angegebenen Klassifikationen gelten für die deutsche Sprache und gegebenenfalls ähnliche Sprachen.
Es werden danach zehn Wortarten mit folgenden Merkmalen unterschieden:
• Deklinierbare Wörter
- Substantiv mit Artikel: Bezeichnung für Lebewesen, Sachen und gegenständlich Gedachtes; deklinierbar; Verwendung meist mit (bestimmtem oder unbestimmtem) Artikel; Schreibung mit großem Anfangsbuchstaben.
- Pronomen: Stellvertreter oder Begleiter des Substantivs; allgemeiner Hinweis auf Lebewesen, Sachen oder gegenständlich Gedachtes; (meist) deklinierbar.
- Adjektiv: Bezeichnungen für Eigenschaften und Merkmale; überwiegend deklinierbar; meist vergleichbar (steigerungsfähig).
- Numerale: Bezeichnung für eine bestimmte Anzahl oder für einen Platz in einer Reihe. Ihrer jeweiligen Verwendung entsprechend können Numeralien in Zahladjektive, Zahlsubstantive und Pronomen aufgeteilt werden.
• Konjugierbare Wörter
- Verb: Bezeichnung für Vorgänge und Zustände; konjugierbar.
1 Vgl. Gallmann, Peter: Rezension zur Grammatik der deutschen Sprache. Zeitschrift für Sprachwissenschaft 19,
Zürich 2000. S. 134
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• Wörter, die weder deklinierbar noch konjugierbar sind:
- Adverb: Bezeichnung für Umstände des Ortes, der Zeit, der Art und Weise, des Grundes und der Folge, der Bedingung und der Einräumung
- Präposition: Kennzeichnung von Beziehungen des Ortes, der Richtung, der Zeit, des Grundes usw.; Kasusforderung (Rektion)
- Konjunktion: Kennzeichnung von Zusammenhängen; nebenordnende (koordinierende). Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze; unterordnende (Subordinierende) Konjunktionen leiten Nebensätze ein.
- Interjektion: Ausdruck von Gefühlen; Satzcharakter. 1
Es ist hier wichtig zu erwähnen, dass Tesnière eine kritische Haltung gegenüber den „ traditionellen zehn Wortarten“ eingenommen hat. Er geht bei seiner eigenen Wortartenklassifikation von der „semantischen Funktion“ aus und unterscheidet zwei Hauptwortarten: volle Wörter und leere Wörter. Volle Wörter haben die semantische Funktion, mit Vorstellungen verbunden zu sein, leere Wörter sind dagegen mit keiner semantischen Funktion verbunden. Sie sind bloße grammatische Hilfsmittel, deren Aufgabe einzig darin besteht, die Kategorie der vollen Wörter anzugeben, sie zu präzisieren oder auch zu ändern und die Beziehungen zwischen vollen Wörtern zu regeln. 2
Die leeren Wörter werden als grammatische Werkzeuge angesehen und deshalb nach „der Art der Funktion, die ihnen zukommt“ klassifiziert. „Gemeinsam ist ihnen, dass sie die Struktur des Satzes spezifizieren, indem sie seinen Aufbau modifizieren; diese Aufgabe übernehmen die einen in quantitativer, die anderen in qualitativer Hinsicht.“ 3
Schließlich muss hier auch darauf hingewiesen werden, dass die meisten Arbeiten zur Grammatik der deutschen Sprache, die auf Wortarten eingehen, darunter die meisten deutschen Grammatiken, in der Wortartentradition stehen und eine Mischung morphologischer, semantischer und syntaktischer Kriterien verwenden.
1 Vgl. Bütow, Wilfried: Kurze deutsche Grammatik. Berlin 1982. S. 46 f.
2 Vgl. Tesnière, Lucien: Grundzüge der strukturalen Syntax. Stuttgart 1980. S. 64.
3 Ebenda. S. 78 f.
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In dieser Arbeit wird auf Wortartensysteme im Deutschen nicht detailliert
eingegangen. Der Teil über „Wortarten“ wurde hier nur angeführt, weil unter den Grammatikern sowie den Sprachwissenschaftlern umstritten ist, ob „Pronomen“ eine selbständige Wortart sind oder zu einer anderen Wortklasse gehören, ein Problem, das im folgenden Teil näher behandelt werden soll.
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1. 4. Sind „ Pronomen“ eine selbständige Wortart?
Die Antwort auf die Frage, ob Pronomen eine selbständige Wortart sind, ist unter den Sprachwissenschaftlern der deutschen Sprache umstritten, denn im Zusammenhang mit der stärkeren Hinwendung zu Problemen der Semantik wird in jüngster Zeit der Wortartenproblematik größere Aufmerksamkeit geschenkt. Darüber hinaus gehört die Einteilung des Wortschatzes in Wortarten zu den umstrittenen Fragen der Sprachwissenschaft. Aus der Vielzahl der Literatur, die sich mit den Kriterien der Wortarten sowie mit der Selbständigkeit der Pronomina als Wortart beschäftigt, sollen die folgenden Zitate als Beispiele aufgeführt werden:
In seinem Artikel: „Gibt es im Deutschen eine Wortklasse Pronomen“? sieht Wolfgang Schramm, dass es unmöglich ist, eine Wortklasse „Pronomen“ auszugliedern. Er meint, dass es kein Kriterium gebe, das die Fähigkeit habe, die „Pronomen“ einerseits untereinander als Wortklasse zusammen zu verbinden, und sie andererseits von anderen Wortklassen abzugrenzen. 1
Mit dieser Ansicht unterstützt Schramm die Auffassung von Heinz Vater, der da meinte, dass die Interpretation der „Pronomen“ als besondere Wortart sich als unangebracht erweise. 2
Nach Helbig/ Buscha stellen die „Pronomina“ keine selbständige Wortklasse dar: „Numeralia und Pronomen stellen keine Wortklassen im syntaktischen Sinne dar, sondern füllen verschiedene syntaktische Funktionen aus:
1 Vgl. Schramm, Wolfgang: Gibt es im Deutschen eine Wortklassen Pronomen“? : In linguistische Studien,
Reihe A 65. Berlin 1980. S. 89.
2 Vgl. Vater, Heinz: Pro-Formen des Deutschen: In Konzepte der Sprach -und Literaturwissenschaft 17.
Tübingen 1975. S. 20.
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Sie fungieren teils als Substantive, teils als Adjektive, teils als Artikelwörter (die ihrerseits als syntaktische Wortklasse einen wesentlich größeren Umfang haben, im Vergleich zu der traditionellen Wortart „Artikel“). 1 In seiner „Kleinen Grammatik der deutschen Sprache“ nimmt Walter Jung eine Unterscheidung in zehn Wortarten vor, in der „Pronomen“ eine eigenständige Wortart darstellt. 2
Walter Flämig verfolgte das Ziel, Wortklassen nach einem einheitlichen Kriterium zu bestimmen, wobei es sich aber auch um eine heterogene Klassifizierung handelt:
Die vorgelegte Worteinteilung erfolgt nach morphologischen und syntaktischen Grundsätzen, berücksichtigt also die grammatische Form; semantische Prinzipien werden ausgeschlossen. Eine Einteilung nach morphologischen Gesichtpunkten allein ließe die große, funktional recht unterschiedliche Gruppe der unflektierbaren Wortarten unaufgeschlossen. Eine Abgrenzung allein nach syntaktischen Gesichtpunkten würde die praktische Handhabbarkeit erschweren. Im Gegensatz zu Helbig/ Buscha sind „Pronomina“ nach ihm eine eigene Wortart, die „deklinierbar“ und „nicht artikelfähig“ ist. 3
Der Duden benutzt den Terminus „Pronomen“ nur zögernd und im Text versteckt; in Definitionen und Überschriften vermeidet er die Verwendung dieses Terminus. Stattdessen ist dort von Begleiter und Stellvertreter des Substantivs die Rede. 4
1 Helbig, Gerhard/ Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik, ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig
1994. S. 21.
2 Vgl. Jung, Walter: Kleine Grammatik der deutschen Sprache. Satz- und Beziehungslehre. Als Ergänzung zu
Duden bearbeitet von Dr. Walter Jung. Leipzig 1955. S.103.
3 Vgl. Flämig, Walter: Probleme und Tendenzen der Schulgrammatik: In Deutschunterricht 6. Berlin 1966. S.
336.
4 Vgl. Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache (Hg) G. Drosdowski. Mannheim Wien Zürch,
Bibliographisches Institut 4. 1984. S. 313 ff.
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Zusammenfassend ergibt sich folgendes Bild:
Die dargestellten Versuche, die Sprache in Wortklassen einzuteilen, weisen darauf hin, dass diese Einteilung nicht leicht ist. Diese Arbeit stützt sich auf die traditionelle Klassifizierung in zehn Wortarten, die im letzten Teil durchgeführt worden ist. In dieser Arbeit wird auch das Pronomen als selbständige Wortklasse betrachtet. Im folgenden Kapitel wird auf die verschiedenen Aspekten eingegangen werden, die für das Verstehen von „Pronomen“ bzw. „Prowörtern“ relevant sind.
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2. Zu den Pronomina im Deutschen
Pronomina gehören nach der Auffassung vieler Grammatiker wie Erben, Zifonun, Poitou u. a. zu der allgemeinen Gruppe der Proformen.
„Pro-Formen sind in der Regel kürzer als ihre Antezedenten, d.h. sie treten bei der Themenfortführung im Text gemeinhin als „Substituentes“ für ein umständlicheres, längeres „Substituendum“ ein, um schon Gesagtes, bzw. Genanntes und diskurssemantisch (im Gesprächskontext) Gegebenes im Erinnerung zu halten“. 1
Zu Proformen gehören „Pronomina“, „Proadverbien“ und „Proadjektive“. Proformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie dieselbe syntaktische Funktion wie andere Ausdrucksklassen haben können. So haben „Pronomina“, die universal wichtigste Gruppe der Proformen, eine vergleichbare syntaktische Funktion wie Nomina und Nominalphrasen, also die Funktion der Bezugnahme auf Gegenstände (Personen und Sachen). Daher werden die Pronomina nicht zu den ‚benennenden Wortarten’ gezählt, sondern zu den ‚verweisenden bzw. orientierenden Wörtern’. 2
Es scheint wichtig, hier darauf hinzuweisen, dass zum Ausdruck der Pronominalität nicht nur die Pronomen als besondere Wortart zur Verfügung stehen, sondern auch die Vertreter anderer Wortarten, so dass die Pronomen nur eine Teilmenge im Rahmen der so genannten Pro-Wörter/ Pro-Formen bilden. 3
Ein Pronomen ist nach der klassischen Definition ein Wort, das für ein anderes Wort, ein Nomen stehen kann. Im Deutschen nennt man Pronomina daher auch Fürwörter. Im diesem Sinne umschreiben Pronomina allein oder zusammen mit anderen Wörtern andere Nomina. Im Folgenden werden die wichtigsten Definitionen dieses Begriffs bei den verschiedenen Grammatikern und Sprachwissenschaftlern angeführt.
1 Erben, Johannes: Grundzüge der deutschen Syntax. Berlin 1998. S. 93.
2 Vgl. Zifonun, Gesila: Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich. Mannheim 2001. S. 9.
3 Vgl. Helbig/ Buscha: Deutsche Grammatik. A. a. O. S. 348 ff.
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2. 1. Zum Begriff „Pronomen“ im Deutschen
Die lateinische Bezeichnung „Pronomen“ bedeutet im Deutschen „Fürwort“, (pro = für, Nomen = Name), aber auch, je nach ihrer Funktion: Anzeigewort, Formwort und Stellvertreter, (Pl. „Pronomen“ oder „Pronomina“). 1
Diese Bezeichnung bezieht sich nach dem Duden auf die Fähigkeit dieser Wortart, als Stellvertreter oder Platzhalter für ein Nomen zu dienen, obwohl nicht alle Pronomina über diese Funktion verfügen. 2
Nach Flämig bedeutet aber das lateinische „Pro“ nicht nur „für“, sondern auch „vor“. Das heißt, dass die Bezeichnung „ Pronomen“ nicht nur als: „für ein Nomen“, sondern auch als: „vor einem Nomen“ gilt. Nach der Auffassung von Flämig kann eine solche Bezeichnung auch für nominale Wortgruppen oder für Sätze eintreten: „Sie sind geeignet, substantivische oder artikelartige (z. T. adjektivische) Funktionen zu übernehmen“. 3
Mit anderen Worten bedeutet das auch, dass nicht alle Pronomina für ein Nomen stehen, sondern manche stellvertretend für ein Nomen, andere attributiv vor einem Nomen verwendet werden können.
Die Pronomina bilden nach der Meinung der meisten Grammatiker eine zahlenmäßig begrenzte Klasse von Formwörtern, die über ungefähr 70 bis 100 Wörter verfügt, je nach Zählweise. „Dieser Bestand vermehrt sich kaum; er verringert sich eher, da einige Pronomen als veraltet [gelten] und daher nur selten gebraucht werden (z.B. jeglicher, jedweder, jedwelcher, selbiger, derselbige).“ 4
1 Vgl. Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. A. a. O. S. 144.
2 Vgl. Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Band 4. Leipzig 1998. S. 326.
3 Flämig, Walter: Grammatik des Deutschen. Einführung in Struktur -und Wirkungszusammenhänge. Berlin
1991. S. 508.
4 Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. A. a. O. S. 326.
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Nach Glinz sind die Pronomina die „meistens kurzen und unauffälligen Wörter“, die grundsätzlich zu den deklinierten Wörtern gehören, sich aber nicht bei den beiden großen Wortgruppen „Nomen“ und „Adjektiv“ einordnen lassen. 1
Glinz ist auch der Ansicht, dass das lateinische „pro“ nicht nur „für, anstatt“, sondern auch „vor“ bedeutet. „Der Fachausdruck ‚Pronomen’ ist also nicht nur verstehbar als „für ein Nomen“, sondern auch als „vor einem Nomen“. Der deutsche Fachausdruck „Fürwörter“ kann irreführen, weil er die sehr häufige Funktion vieler Pronomen, als Begleitpronomen zu dienen, nicht mit umfasst.“ 2
In Dieter Büntig’s Lexikon sind die Pronomina eine Wortart mit vielen Untergruppen. Sie stehen für das Nomen/ Substantiv, wie der Name sagt (pro ‚für’ + Nomen ‚Name’). Die meisten Pronomen können auch ein Nomen/Substantiv näher bestimmen; ohne es dabei zu ersetzen. 3
Jung ist aber der Auffassung, dass das Pronomen eine Wortart ist, „die sich bald wie ein Substantiv, bald wie ein Adjektiv der Rede einordnet. Seinen Sinn erhält es durch die Beziehung auf eine Person oder Sache. Diese Beziehung ergibt sich aus dem Satzzusammenhang oder aus der Sprechsituation.“ 4
An einer anderen Stelle erörtert Greisbach die Pronomina wie folgt: „Es handelt sich um Bezugswörter, d. h. sie beziehen sich auf bereits Erwähntes, etwas Bekanntes und werden dadurch erst im Redezusammenhang mit Bedeutungsinhalten aufgefüllt.“ 5
In sprachwissenschaftlicher Hinsicht definiert der Brockhaus „Pronomen“ als Wortart, „das als grammatischer Stellvertreter für ein Nomen (Substantiv) eintreten oder es wie der Artikel begleiten kann, z. B.: es (= das Kind) spielt, dein Kind spielt, Welches Kind spielt? Im Satz wird das Pronomen wie ein Nomen behandelt (etwa in der Deklination und der Kongruenz mit seinen Bezugselementen).“ 6
1 Vgl. Glinz, Hans: Grammatiken im Vergleich. Tübingen 1994. S.19.
2 Ebenda. S.20.
3 Vgl. Büntig, Karl-Dieter: Grammatik-Lexikon. Berlin 1997. S.136.
4 Jung, Walter: Grammatik der deutschen Sprache. A. a. O. S. 331.
5 Griesbach, Heinz: Kleines Lexikon zur deutschen Grammatik. München 1993. S.80.
6 Brockhaus Enzyklopädie: Band 17 Mannheim 1994. S. 531.
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Erben hat aber die Pronomina in semantischer Hinsicht als Kategoriewörter abgehoben, die nur die Form der Gestaltung des ausersprachlichen aufweisen und keinen bestimmten ausersprachlichen Stoff darstellen.1
In syntaktischer Hinsicht wertet er die Pronomina vornehmlich „als Satzgliedäquivalente, als Platzhalter, die angeben, in welcher Ordnung die Leerstellen eines Prädikats aufzufüllen sind.
So besetzen in: er wohnt dort die pronominalen Formwörter er und dort als allgemeine grammatische ‚Substuentia’ oder stellvertretende ‚Platzhalter’ die beiden syntaktischen ‚Leerstellen’ des zweiwertigen Verbs wohnen. Beide wird man daher, wenngleich als Repräsentanten verschiedener Subklassen, zu den Pronomina rechnen. 2
Morphologisch definiert Helbig aber die Pronomina wie folgt: „Sie sind (im Unterschied zu den Adverbien, aber wie die Substantive, Adjektive und Artikel) deklinierbar, (im Unterschied zu den Adjektiven, aber wie die Substantive und Artikel) nicht vergleichbar und (im Unterschied zu Substantiven) nicht artikelfähig und auch nicht durch Adjektive attribuierbar.“ 3
Im Allgemeinen sind die Pronomina frei vorkommende Wörter, die annähernd die syntaktische Funktion von Nominalen haben und als quantifizierende und
interrogative Verfahren zur Bezugnahme auf Gegenstände (Einzelgegenstände, Kollektive, Substanzen, usw.) dienen, ohne über die Gegenstände zu prädizieren oder sie zu benennen. Pronomina können daneben auch unselbständig innerhalb von Nominalen gebraucht werden. 4
Das Pronomen wird in der griechischen Grammatik von Dionysios Thrax als ein Satzteil charakterisiert, das an Stelle eines Nomens gebraucht wird und bestimmte Personen bezeichnet. 5
1 Vgl. Erben, Johannes: Deutsche Grammatik. Ein Abriss. Bonn 1980. S. 212
2 Ebenda. S. 212.
3 Helbig, Gerhard: Deutsche Grammatik. Grundfragen und Abriss. München 1996. S.83.
4 Vgl. Zifonun, Gesila: Grammatik des Deutschen. A. a. O. S.13.
5 Vgl. Arens, Hans: Sprachwissenschaft. A. a. O. S 1:25.
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Mit anderen Worten kann man auch das Pronomen als ein Element definieren, das ein anderes vertritt und an Stelle eines anderen realisiert werden kann.
Das bedeutet aber nicht, dass das Pronomen nur an Stelle eines Nomens gebraucht wird und nur Personen bezeichnet. Vielmehr besteht eines der Hauptmerkmale der Pronomina darin, dass sie sich auf ein anderes Element beziehen und darauf hinweisen. 1
Aus den oben angeführten Auffassungen können die Pronomina im Deutschen wie folgt definiert werden:
Ein Pronomen ist ein Wort, das an Stelle eines Nomens steht oder es vertritt. Im Deutschen werden die Pronomina daher auch ‚Fürwörter’ genannt. In diesem Sinne umschreiben Pronomina allein oder zusammen mit anderen Wörtern andere Nomina. Sie vermitteln dabei selbst keine konkrete Anschauung, sondern verweisen auf ein Satz- oder Textelement, das die konkrete Vorstellung enthält. Dabei sind Pronomina entweder ein Verweis auf im Text noch kommendes oder ein Rückverweis auf schon im Text Erwähntes.
1 Vgl. Poitou, Jacques: Pro-Formen und verwandte Erscheinungen. In: Pro-Formen des Deutschen. Tübingen
1996. S. 123.
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2. 2. Merkmale der Pronomina
Wie die anderen Wortklassen haben „Pronomina“ viele verschiedene Merkmale, die in morphologische, semantische und syntaktische Merkmale eingeteilt werden können. Im Folgenden wird auf diese Merkmale kurz eingegangen.
2. 2. 1. Morphologische Merkmale
Pronomina sind zum großen Teil der Form nach veränderlich; sie werden wie die Substantive und Adjektive dekliniert. Trotzdem muss ihre Flektion nicht immer mit der des Substantivs oder der des Adjektivs übereinstimmen.
Einige Pronomina haben keine Deklinationsformen, sie sind undeklinierbar, wie z. B. man, etwas, nichts, vielerlei, einander,..., aber trotzdem können sie für Deklinationsformen von Substantiven eintreten: (1) Man hat nichts/ etwas gehört.
Pronomina sind im Unterschied zu den Adjektiven nicht komparierbar, und im Unterschied zu den Substantiven auch nicht artikelfähig. Sie sind auch nicht durch Adjektive attribuierbar.
Einige Pronomina haben kein vollständiges Numerusparadigma, manche davon erscheinen nur im Singular: Man, jemand, niemand, etwas,... Und andere nur im Plural: Mehrere, sämtliche, ...1
2. 2. 2. Semantische Merkmale
Pronomina werden text- oder situationsbezogen oder großenbezüglich gebraucht. Sie verweisen auf bestimmte Personen, andere Lebewesen, Gegenstände und Sachverhalte, wobei diese Beziehung aus dem Satz- bzw. Textzusammenhang oder aus der Sprechsituation heraus verdeutlicht wird.
1 Vgl. Flämig, Walter: Grammatik des Deutschen. A. a. O. S. 507ff.
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Pronomina haben keine lexikalische Eigenbedeutung, sie weisen aber auf bestimmte
Inhaltsmerkmale ihrer Bezugsobjekte hin. So haben also die Pronomina als
Funktionsw örter und Synsemantika nur eine Hilfsfunktion.
Diese Hilfsfunktion äußert sich darin, dass sie nichts benennen, sondern nur auf etwas
indirekt verweisen. 1
2. 2. 3. Syntaktische Merkmale
Das Pronomen bildet in der Regel für sich allein eine nominale Einheit. Anders aber
als das Substantiv wird das Pronomen stets ohne Artikel und/oder Adjektiv gebraucht.
Das Pronomen stellt das regierte Glied einer Präpositionalphrase dar, wie z.B. in: für
dich , zu mir,
Ein Pronomen kann im Rahmen aller Satztypen und Gliedsatztypen auftreten.
Das Pronomen kann allein ein Satzglied bilden. Für sich allein kann es die Satzglieder:
Subjekt , Objekt oder Prädikativum bilden.
Das Pronomen kann ebenso Bestandteil eines Satzglieds sein. Es kann zusätzlich als
Pr äpositionalphrase im Rahmen eines Adverbialsatzes vorkommen. 2
1 Vgl. Sommerfeldt, Karl- Ernst/ Starke, Günter: Einführung in die Grammatik der deutschen
Gegenwartssprache. Tübingen 1998. S. 116 f.
2 Vgl. Bergenholtz, Hennig/ Schaeder, Burkhard: Die Wortarten des Deutschen. A. a. O. S. 93.
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2. 3. Gebrauch und Funktionen der Pronomina
Der Gebrauch und die Funktionen der Pronomina sind verschieden, je nach dem Kontext, in dem Pronomina auftreten und je nach der Klasse der Pronomina selbst. Sie spielen eine große Rolle bei der Kommunikation und bei dem Aufbau von Texten; sie erfüllen durch viele Funktionen wesentliche Teilaufgaben, die von den anderen Wortklassen nicht erfüllt werden können. Sie tragen wesentlich zur Ökonomie der Sprache bei, d.h. zum sparsamen Gebrauch der sprachlichen Mittel, indem sie unnötige Wiederholungen nicht nur vermeiden helfen, sondern auch häufig sogar unterbinden und verschiedene Verhältnisse zu und zwischen verschiedenen Nomen verdeutlichen. 1
Nach Erben werden Pronomina gebraucht, wenn der eigentliche Name nicht bekannt ist oder nicht gebraucht oder wiederholt werden soll. Sie sind also dort am Platze, wo der Sprecher gezwungen oder gewillt ist, situationsgebotene Wesenheiten in allgemeiner Form zu bezeichnen und sprachlich einzuordnen. 2
Engel aber ist der Meinung, dass das Pronomen als eine einzige Wortklasse die ausschließliche Funktion hat, Größen zu bezeichnen, es weist somit Größen als Wirklichkeitsausschnitte aus. Insofern ist das Pronomen funktionsgleich mit der Nominalphrase. 3
Die Hauptleistung von Pronomina ist es aber, an der Stelle von Nomina zu stehen. Sie können ganze nominale Satzglieder im Satz und Text vertreten. (2) Der Hund bellt. Er ist wütend. 4
Außerdem können sie wie ein attributives Adjektiv gebraucht werden, d.h. vor das Nomen treten.
(3) Irgendein Hund bellt in der Ferne. 5
1 Vgl. Duden: Grammatik. A. a. O. S. 236ff.
2 Vgl. Erben, Johannes: Deutsche Grammatik. A. a. O. S. 211.
3 Vgl. Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik. Heidelberg 1996. S. 649.
4 Vgl. Duden. A. a. O. S. 327.
5 Ebenda. S 328.
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Mit den Pronomina verweist der Sprecher auf Rollenträger im Satz und passt seine sprachlichen Äußerungen in den Redekontext bzw. Schreibkontext und in den Situationskontext ein.
(4) Der Hund bellt, er wedelt mit dem Schwanz, er... 1
Mit den Pronomina drückt außerdem der Sprecher Urteile über Mengen und Zahlen aus, z.B. die Indefinitpronomina: viele, manche, einige, einzelne,... Damit sind die Pronomina diejenigen Redemittel, die Sätze zu Äußerungen und Kommunikativen machen. 2
Flämig hat die Funktion von Pronomina aber wie folgt detailliert: Pronomina bezeichnen die ‚Person’ der Redesituation, d.h. Sprecher und Angesprochene, sie beziehen sich auch auf besprochene Personen und Nichtpersonen (Tiere, Sachen, Sachverhalte), und kennzeichnen sie allgemein, ohne sie ausdrücklich zu benennen. Dabei können sie: stell vertreten: der Mensch ---- er, der, welcher..., verweisen: die Katze ---- diese, jene (Katze), und kennzeichnen: das Buch ---- sein, kein, irgendein Buch.
Pronomina dienen vor allem der Verdeutlichung semantischer und syntaktischer Beziehungen innerhalb des Satzes, dienen aber auch über die Satzgrenzen hinaus im Rahmen des Textaufbaues dem Vor- und Rückverweis.
Pronomina dienen auch vorwiegend der grammatischen Orientierung im Kommunikationsprozess. Sie sind wichtige Hilfen der Verständigung in der Redesituation. So charakterisieren Pronomina der 1. und 2. Person die Rollen von ‚Sprecher’ und ‚Angesprochenem’. (5) Ich habe dich nicht verstanden.
1 Ebenda. S 328.
2 Vgl. Eichler, Wolfgang/ Büntig, Karl-Dieter: Deutsche Grammatik. Form, Leistung und Gebrauch der
Gegenwartssprache. Weinheim 1994. S. 63.
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