INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 2
2. Einsatzachbereitung 3
2.1 Begriffsbestimmung 3
2.2 Ziele. 4
2.3 Organisatorische Rahmenbedingungen. 5
2.4 Zeitlicher Ablauf 5
2.5 Didaktisches Material. 6
2.6 Personelle Grundlagen der Einsatznachbereitung. 6
2.6.1 Ausbildung der Moderatoren 6
2.6.1.1 Ausbildungsziel. 6
2.6.2 Zusammensetzung des Moderatorenteams. 7
3. Durchführung der Einsatznachbereitung. 8
3.1 Anfangssituation. 8
3.2 Schweigerose. 8
3.3 Vorstellungsrunde 9
3.4 Kommunikationsgrundlagen und Gruppenregeln 9
3.5 Gedankliche Rückführung. 10
3.6 Leitfragen 10
3.6.1 Das einsatzbezogene Emotions-Diagramm. 11
3.7 Gruppengesprächsinhalte 12
4. Resumee und Ausblick. 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
1. Einleitung
Die Tatsache, dass internationale Krisenszenarien in immer komplexeren Situationen stattfinden, bedingt einen Wandel der Bundeswehr hin zu einer professionellen
Eingreifarmee. Der mit der verstärkten Übernahme internationaler Verantwortung verbundene Transformationsprozess von einer friedenerhaltenden zu einer friedenerzwingenden Streitmacht führt damit auch zu vermehrten Auslandseinsätzen. Dies beinhaltet, dass Angehörige 1 der Bundeswehr ihren Beruf in unübersichtlichen Konfliktarenen und mit zunehmender Einsatzfrequenz ausüben müssen. Einen besonderen Stellenwert hat deshalb die professionelle und an den unterschiedlichen Aufgaben und Auftragslagen orientierte Einsatzvorbereitung. Neben der Vermittlung technischer Ausbildungsinhalte ist die Herausbildung von interkulturellen Handlungskompetenzen sowie von Team- und Konfliktfähigkeit gefordert.
Über die Einsatzvorausbildung soll erreicht werden, dass die Soldaten ihren jeweiligen Aufträgen unbeschadet und abgesichert nachkommen können und deren Einsatz möglichst erfolgreich und ohne Verletzung verläuft.
Trotz der sehr guten Vorbereitung geraten Einsatzkräfte der Bundeswehr in Auslandseinsätzen immer wieder in außergewöhnliche Belastungssituationen. Diese lassen sich nur bedingt beeinflussen, deren Auswirkungen jedoch reduzieren. Die „Rules of Engagement“ (RoE), im Einsatz geltende rechtliche Regeln und Weisungen, sind für alle Soldaten bindend. Das hat zur Folge, dass in akuten Situationen oftmals keine Zeit bleibt, um die mit den RoE´s verbundenen Handlungsanweisungen für jeden Soldaten ausreichend zu reflektieren. Zudem können sich während der Abwesenheit von zu Hause schwierige Situationen im privaten Bezugssystem (Familie) ergeben, die eine nachfolgende Aufarbeitung des Einsatzes erfordern.
Im Rahmen des Dienst- und Treueverhältnisses hat der Bund als Arbeitgeber eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Soldaten und deren Familien. Die Grundlage dafür findet sich in § 31 Soldatengesetz (SG). Das Wissen um die mit den Auslandseinsätzen verbundenen Belastungen und deren individuell nicht vorhersehbaren Auswirkungen führten zur Notwendigkeit der Einrichtung nicht nur von einsatzvorbereitenden und -begleitenden Maßnahmen, sondern auch zur Schaffung von Einsatznachbereitungsmöglichkeiten. Aus dem Befehl Nr. 17e,
1 In dieser Hausarbeit wird die männliche, gleichbedeutend mit der weiblichen Form, verwendet.
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HEERESFÜHRUNGSKOMMANDO (2003), geht hervor, dass den mobilisierten Soldaten die Möglichkeit gegeben werden soll, ihren Einsatz innerhalb eines Nachbereitungsseminars Revue passieren zu lassen.
FRITSCHLE/SCHANZE (2001, S. 348) schreiben, bezogen auf die damals geltende Einsatzdauer von 6 Monaten:
„Bedingt durch die bestehende Kontingentlänge von sechs Monaten und die
derzeitige Gesamtstärke der auf dem Balkan eingesetzten Einsatzsoldaten sind so pro Jahr ca. 16.000 Soldaten zu reintegrieren, das sind bis zu 800 Gesprächsgruppen pro Jahr für das gesamte Deutsche Heer.“
Inzwischen hat sich, auch durch die in den Einsatznachbereitungsseminaren immer wieder geäußerten Erfahrungen, die Dauer der Einsätze auf vier Monate verringert. Durch diese Verkürzung und die innerhalb des Transformations-prozesses der Bundeswehr erfolgende Reduzierung der Streitkräfte ist heute mit einer zunehmenden Frequenz der Einsätze und damit auch der Anzahl der durchzuführenden Einsatznachbereitungsmaßnahmen zu rechnen! Einsatznachbereitungsseminare, in dessen Rahmen auch professionelles
erwachsenenpädagogisches Personal eingesetzt ist, sollen in dieser Hausarbeit praxisorientiert beschrieben werden. Es wird aufgezeigt, welche Aufgaben Erwachsenenpädagogen innerhalb dieser Seminare übernehmen und mit welchen erwachsenbildnerischen Methoden gearbeitet wird. Weiterhin soll mit der Arbeit die Frage beantwortet werden, ob Einsatznachbereitungsseminare ein wesent-licher Teil zur Herstellung und Sicherung eines berufsspezifischen Selbstver-ständnisses, sich auszeichnend durch die
„Einsatzauftragskompetenz“, sind.
2. Einsatzachbereitung
2.1 Begriffsbestimmung
Einsatznachbreitungsseminare, bis zum Jahr 2003 als „Reintegrationsseminare“ bezeichnet, wurden Mitte des Jahres 1996 bei der Bundeswehr eingerichtet. FRITSCHLE/SCHANZE (2001, S. 349): „Viele Soldaten, die zu einem Reintegrationsseminar befohlen worden waren, hatten Assoziationen zu ‚Resozialisierung‘ oder ‚Rehabilitation‘.“ Daher wird heute von Rückkehrer- und Nachbereitungsseminaren gesprochen. Die Seminare sind Teil eines Konzepts zur Bewältigung einsatzbedingter Belastungen und werden auch
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bei Polizei, Feuerwehr und Nichtregierungsorgansationen (NGO´s) durchge-führt. WEBER (2000, S.15): „Die zum Teil äußerst belastenden Bedingungen, unter denen sich deutsche Soldaten in Einsätzen bewähren, erfordern das Zusammenwirken verschiedener Fachgebiete mit dem Ziel, die Auswirkungen auf den Soldaten selbst und seine Angehörigen möglichst zu minimieren.“ Die Seminare sind also aus der Erfahrung entstanden, dass Soldaten in Einsätzen vermehrten physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind und es einen formellen Rahmen geben muss, in dem sie diese Belastungen verarbeiten können. Daher ist Einsatznachbereitung auch eine sekundärpräventive dienstliche Maßnahme und offizielle gemeinsame Beendigung des Einsatzes!
2.2 Ziele
Ein Einsatznachbereitungsseminar bildet den organisierten und ideellen Abschluss der Auslandsverwendung und soll dazu beitragen, durch offenen Erfahrungsaustausch innerhalb einer entspannten Gruppenatmosphäre eine möglicherweise vorhandene emotional belastete oder gestörte Situation zu entschärfen. Für FOLKERTS (1999, S. 44) sollten „… Belastungen unterhalb der Ebene kritischer Ereignisse abgebaut werden“.
Durch das Seminar wird den Soldaten die Gelegenheit gegeben, das im Einsatz Erlebte zu besprechen. Jedem Teilnehmer werden Rahmenbedingungen realisiert, in welchen er einen persönlichen und individuellen Erkenntnisgewinn, z.B. über Methoden zum Stressabbau, gemeinsam lernend erzielen kann.
VÖLKER (2001, S. 342) stellt z.B. fest, „… dass in Übereinstimmung mit Erkenntnissen der Sozialpsychologie die Prozesse der Gruppenintegration (Stichworte: Kohärenzgefühl, soziale Unterstützung, Truppenkohäsion) eine stresspuffernde Wirkung haben können.“
Im Seminar geschieht dies mittels der Überprüfung von Vorurteilen und der Chance einer Änderung der persönlichen Einstellung sowie der Förderung des Erfahrungsaustausches der Soldaten untereinander. Dies beinhaltet auch ein Lernen vom Anderen. Die Teilnehmer mit gleichem „beruflichen“ Hintergrund sollen im Gespräch miteinander erfahren, dass ihre Probleme in ähnlicher Form auch andere Kameraden betreffen. Zudem kann jeder von den Erfahrungen und Problemlösungsstrategien des anderen Gruppenmitgliedes lernen. Der Austausch gemeinsamer Einsatzerfahrungen ist auch Grundlage für die Wiederherstellung der
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Arbeit zitieren:
Dr. phil. Sebastian Roth, 2005, Einsatznachbereitungsseminare der Bundeswehr als erwachsenenpädagogisches Handlungsfeld, München, GRIN Verlag GmbH
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