Begabte Behinderte
von
Steffi Freckmann
1 Einleitung -2-
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung...3
2 Begabte Behinderte...4
2.1 Begriffe Behinderung und Hochbegabung...5
2.1.1 Hochbegabung ...5
2.1.2 Behinderung...6
2.2 Erkennen und Identifikation von Hochbegabung bei Körper- und
Sinnesbehinderten...7
2.3 Behinderte Hochbegabte...8
2.4 Begabungsforschung...8
2.5 Hindernisse bei der Begabtenförderung ...9
2.6 Behinderte im Studium...9
3 Stiftung zur Förderung körperbehinderter Hochbegabter (Vaduz/Liechtenstein)...11
4 Integrative Förderung hochbegabter Behinderter...12
5 Schlussbemerkung...13
6 Literatur...14
1 Einleitung -3-
1 Einleitung
,,Hochbegabung ist ein Geschenk der Natur an die Gesellschaft" (Karl Marx)
(Urban, K.K, 1998)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenwirken von Behinderung und
Hochbegabung. Begabte Behinderte gehören zu den benachteiligten Gruppen bei der
Begabungsförderung. Ihre Begabung bleibt häufig unentdeckt aufgrund dessen, dass keine
Begabung vermutet wird. Es gibt viele physisch behinderte Kinder, die begabt sind.
Im Folgenden wird nun auf die körper- und sinnesbehinderten hochbegabten Kinder
eingegangen werden. Zunächst sollen dazu die Begriffe Behinderung und Hochbegabung für
sich betrachtet werden. Ein wesentliches Augenmerk soll auf die Erkennung und Diagnose
sowie auf die Förderung der Begabung bei Behinderten gelegt werden.
Am Ende dieser Arbeit wird auf die Arbeit einer Stiftung zur Förderung körper- und
sinnesbehinderter Kinder eingegangen.
2 Begabte Behinderte - 4 -
2 Begabte Behinderte
,,Bei der Planung eines Förderprogramms für Hochbegabte in den USA wurde ein gewisser
Prozentsatz für behinderte Hochbegabte reserviert. Die Veranstalter baten die Lehrer an
Sonderschulen, ihnen mögliche hochbegabte Schüler zu nennen, damit diese Plätze mit
entsprechenden Schülern besetzt werden. Das Ergebnis: Zur Teilnahme an diesem
Förderprogramm für Hochbegabte wurde von 40000 behinderten Schülern kein einziger
vorgeschlagen." (http://www.begabungszentrum.de/HP3_2004_Diller.pdf)
Anhand dieses Zitats werden die Schwierigkeiten bei der Identifikation von begabten
Behinderten ganz deutlich sichtbar.
Bisher galt den Behinderten wenig Aufmerksamkeit und man war damit kaum über physische,
psychische und soziale Auswirkungen der jeweiligen Einschränkung informiert. Die
Konsequenz daraus ist, dass immer noch die vorherrschende Meinung existiert, dass der
gesamte Entwicklungsprozess gestört oder begrenzt ist, wenn bei ihm ein schwerer, nicht
behebbarer Körperschaden vorliegt. Dies führt zu der Auffassung Behinderten generell die
Entfaltungsmöglichkeit einer besonderen Begabung abzusprechen.
Allgemein ist das Thema Hochbegabung mit einer verpönten ,,Elitebildung" verknüpft.
Hochbegabung ist häufig allein an den Faktor Intelligenz gebunden. Unter diesen
Voraussetzungen werden hohe Begabungen insbesondere bei Körperbehinderten kaum
erkannt, nicht gefördert und auch nicht für förderungswürdig gehalten(Jäger, 2002).
Im folgenden Beispiel soll dies verdeutlicht werden:
Ein Vater schrieb einen Brief an eine Zeitung und berichtete über seine hochbegabte und
mehrfach leicht körperbehinderte und psychisch gefährdete Tochter Elke. Seit ihrer
Grundschulzeit hat Elke die Schule mehrfach wechseln müssen aufgrund ihrer
Aussenseiterstellung, Prügel, Neid der Mitschüler und auch Eltern, die der Meinung waren
,,...Rücksicht braucht auf sie nicht genommen zu werden, weil sie ja in der Schule so gut sei".
An einer Schule wurde sie vom Unterricht ausgeschlossen ihr wurde vom Lehrer der
Biologiekurs wegen Überfüllung verweigert mit der Begründung sie würde ihn nicht
benötigen, und für sie als gute Schülerin käme es auf ein paar Punkte mehr oder weniger nicht
an. So hatte Elke ihre überdurchschnittlichen Fähigkeiten und Erfolge nur als Last empfunden
und sogar als benachteiligendes Auswahlkriterium erlebt. Mit 18 Jahren nahm sie sich
aufgrund einer Psychose das Leben(Feger, 1988, S.173-174).
2 Begabte Behinderte - 5 -
An diesem Beispiel wird sehr deutlich, dass obwohl die Begabung erkannt wurde, man es
nicht für nötig hielt das Mädchen zu fördern. Ganz in Gegenteil man schloss sie sogar vom
Unterricht aus.
Im Laufe der Jahre gibt es eine zunehmende Auseinandersetzung mit dem Begriff
Behinderung.
2.1 Begriffe Behinderung und Hochbegabung
2.1.1 Hochbegabung
Die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit Gesetzmäßigkeiten menschlicher
Entwicklung.
Sie
unterscheidet
kognitive
und
soziale
Entwicklung
sowie
Persönlichkeitsentwicklung. Bei der individuellen Entwicklung können innere bzw. äußere
Faktoren eine hemmende oder fördernde Rolle spielen. Die Entwicklungspsychologie
versucht die Frage zu beantworten, welche sozialen und erzieherischen Bedingungen zur
optimalen Entwicklung des Individuums beitragen. Die Interaktionen zwischen individuellen
Anlagen und sozialer Umgebung bestimmen, welches Verhalten und welche Verhaltens- bzw.
Handlungsmotive aktualisiert und manifestiert werden. Menschen unterscheiden sich dadurch
voneinander, dass sie unterschiedliche Anlagen besitzen, unterschiedliche Wissbegier und
verschieden starken Aktivitätsdrang haben.
Ein hochbegabtes Kind hat im Allgemeinen einen Entwicklungsvorsprung, der nicht in
altersspezifisches Denken und Handeln passt.
Das Triadische Interdependenzmodell der Hochbegabung von Mönks beruht auf diese
Tatsachen.
Besondere Begabungen erkennt man erst, wenn sie sich in besonderen Leistungen oder
auffallenden Verhaltensweisen zeigen. Man spricht von einem hochbegabten Kind, wenn
überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten, Aufgabenzuwendung und Kreativität als
Persönlichkeitsmerkmale vorhanden sind.
Der Mensch ist vom Wesen aus sozial ausgerichtet. Die drei wichtigsten Sozialbereiche, in
denen das Kind aufwächst, sind Familie, Schule, und Freundeskreis (Peers).
In der folgenden Abbildung sind diese Zusammenhänge dargestellt.
Wir sprechen dann von Hochbegabung, wenn die genannten Faktoren so ineinander greifen,
dass sich eine harmonische Entwicklung vollziehen kann(Mönks, 2002).
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