2 NA
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ethik und Ökonomie 5
2.1. NA
Ethik 5
2.2. NA
Ökonomie 5
2.3. NA
Ethik in der Ökonomie 6
3. Führung 8
3.1. NA
Legitimation von Führung 8
3.2. NA
Führungsziele 9
4. Das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung 10
5. Führungsethik 11
5.1. NA
Führungsethik als Tugendethik 12
5.2. NA
Führungsethik als Gewissensethik 14
5.3. NA
Führungsethik als dialogische Ethik 16
6. Resümee 18
Quellenverzeichnis 22
1. Einleitung
Führungskräfte in Unternehmen sind vielfältigen Anforderungen unterworfen. Sie sind gefordert, die strategischen Ziele der Unternehmen umzusetzen, immer neue Erfolge aufzuweisen und die Nutzen- bzw. Gewinnmaximierung des Unternehmens zu fördern. Dabei werden sie mit sich ständig wandelnden Marktverhältnissen und sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Argumentiert wird häufig, dass die Unternehmen nur durch eine konsequente Orientierung an immer höheren Gewinnzielen im atemlosen Wettbewerb bestehen könnten und von daher die Gewinnmaximierung das einzige (Erfolgs-) Ziel der Führung in Unternehmen sein könne. Vernachlässigt wird dabei jedoch, dass Führungshandeln sich immer in einem Interaktionsverhältnis zwischen Führungsperson und Geführten vollzieht. In diesem Verhältnis ist es die Führungskraft, die mit einer Weisungsbefugnis gegenüber den Mitarbeitern 1 ausgestattet ist und diesen Arbeitsaufträge im Hinblick auf die Erreichung
der unternehmerischen Ziele vorgibt. Eine Führung, die sich nur auf Machtanwendung zur Erreichung unternehmerischer Erfolgsziele stützt, vernachlässigt jedoch den Eigenwert der Mitarbeiter als Personen, der – wie sich später zeigen wird – erst recht in asymmetrischen Machtverhältnissen unbedingt geschützt werden muss. Daraus hervorgehend trägt die Führungsperson auch die Verantwortung für die Wahrung der Bedürfnisse der Mitarbeiter im Bezug auf eine lebensdienliche und ansprechende Ausgestaltung der Realität am Arbeitsplatz. Dem folgend kann sich Führung nicht nur auf die strategisch-instrumentelle Übersetzung von unternehmerischen Erfolgszielen in konkretes Führungshandeln beziehen, sondern muss um die Dimension der auf die Bedürfnisse und den Persönlichkeitsschutz der Mitarbeiter bezogenen Mitarbeiterziele erweitert werden. Beiden Zielebenen schuldet die Führungsperson Verantwortung. Von einer gegenseitigen Verträglichkeit der Erfolgsverantwortung (Erfolgsziele) und der Humanverantwortung (Mitarbeiterziele) ist dabei nicht automatisch auszugehen. So kann von einem Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung gesprochen werden. Grundannahme dieser Arbeit ist es, dass eine Auflösung dieses Spannungsfeldes nur über eine ethikbewusste Führung in Form einer Führungsethik geschehen kann, die dazu in der Lage ist, ethikbewusstes Handeln im Spannungsfeld
1
Aus praktischen Gründen wird in dieser Arbeit die männliche Schreibweise benutzt. Die Meinung, die männliche Schreibeweise würde eine „[…] patriarchale Definitionsmacht und männliche Dominanz gegenüber Frauen mittels Sprache […]“ (Pankofer zitiert nach Klug 2003: S. 7) zum Ausdruck bringen, teile ich nicht. Selbstverständlich sind beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.
zwischen Human- und Erfolgsverantwortung zu begründen und somit einen Ausgleich zwischen den Verantwortungsebenen zu schaffen.
Das Anliegen dieser Arbeit ist es nun, die Bedingungen und Zusammenhänge darzustellen, die für die Führung und die Führungsethik konstitutiv sind, um darauf aufbauend das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung aufzuzeigen. Weiterhin werden verschiedene ethische Grundpositionen dahingehend untersucht, ob sie dazu geeignet sind, eine Führungsethik zu begründen, die Orientierungshilfen für die Führungspraxis bietet und einen Beitrag zur Auflösung des Spannungsfeldes zwischen Human- und Erfolgsverantwortung leisten kann.
Da durch die Führungsethik sowohl ethische als auch ökonomische Fragestellungen berührt werden, werden im zweiten Kapitel Ethik und Ökonomie zunächst inhaltlich bestimmt und daraufhin in ein Verhältnis zueinander gesetzt.
Im Rahmen des dritten Kapitels wird Führung – verstanden als direkte, interaktive Mitarbeiterführung in Unternehmen – bezüglich ihrer grundsätzlichen Legitimation und ihren Zielstellungen einer näheren Betrachtung unterzogen.
Darauf aufbauend wird im vierten Kapitel das Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung thematisiert und diese Verantwortungsebenen präzisiert. Im fünften Kapitel wird zunächst formuliert, was eine im Spannungsfeld zwischen Human- und Erfolgsverantwortung situierte Führungsethik leisten muss, um anschließend die tugendethische, die gewissensethische und die dialogethische Grundposition sowie ihre führungsethischen Implikationen darzustellen. Diese werden jeweils hinsichtlich ihrer Eignung, Orientierungshilfen für die Führungspraxis zu geben sowie bezüglich ihres (potentiellen) Beitrages zur Auflösung des Spannungsfeldes zwischen Human- und Erfolgsverantwortung untersucht.
Das sechste und letzte Kapitel dient schließlich einem Resümee, in dem die zentralen Argumentationslinien dieser Arbeit nochmals zusammenfassend aufgezeigt werden und ein kurzer Ausblick gegeben wird.
2. Ethik und Ökonomie
„In der Führungsethik fließen Gedanken der Ethik und der Ökonomie zusammen“ (Krupinski 1993: S. 98). Um ein Verständnis von Führungsethik entwickeln zu können, folgt daraus die Notwendigkeit, zunächst die Begriffe Ethik und Ökonomie darzustellen, um diese anschließend in ein Verhältnis zueinander setzen zu können.
2.1. Ethik
Um eine Bestimmung des Terminus Ethik vornehmen zu können, ist es notwendig diesen von dem alltagssprachlich häufig synonym angewandten Begriff der Moral abzugrenzen. „Moral bezeichnet dabei das, was ‚man’ tut, also Konventionen, das Übliche, die Alltags- und Durchschnittsmoral, wohingegen Ethik die Reflexion darauf bezeichnet, ob das, was üblich ist, auch ‚wirklich’ gut und richtig ist“ (Honecker 1993: S. 249). Insofern stellen Moralen normative Setzungen dar, die die vorherrschenden Sinnvorstellungen einer Gemeinschaft beschreiben. Moral urteilt in sittlich gutes oder aber auch schlechtes Verhalten und sucht danach richtungweisend einzugreifen (vgl. Leisinger 1997: S. 13). Die Ethik als Wissenschaft hingegen reflektiert moralische Anschauungen und normative Setzungen sowie die daraus folgenden Handlungsorientierungen hinsichtlich ihrer Geltungsansprüche kritisch und begründet Grundsätze guten und gerechten Wollens und Handelns. Demzufolge ist es zentrale Aufgabe der Ethik „[…] über aktuelle gesellschaftliche Probleme und Fragen unter gegebenenfalls auch kritischen Rechtfertigungsaspekten nachzudenken“ (Lenk/Maring 1996: S. 3). Insofern können ethische Fragestellungen und Reflexionen sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens beziehen. Die ethische Urteilsbildung in Bezug auf Fragestellungen wie ‚Was sollen wir tun?’ oder ‚Was dürfen wir tun?’, erfolgt dabei stets unter einer Logik, die klar am Menschen als Person orientiert ist. Dies verlangt Werte und Normen sowie die Folgen relevanter Handlungen im Hinblick auf übergeordnete Grundwerte und Menschenrechte zu diskutieren, da diesen Verantwortung geschuldet ist (vgl. ebd.: S. 4).
2.2. Ökonomie
Der Begriff Ökonomie stammt von dem griechischen Wort ‚oikos’ ab, das Haus bzw. Haushalt bedeutet und kann synonym als Wirtschaft bzw. Wirtschaftlichkeit verstanden
werden (vgl. Hillmann 1994: S. 627). Ökonomie bezeichnet alle an der planvollen Deckung des menschlichen Bedarfs beteiligten Akteure, wie zum Beispiel Unternehmen sowie deren jeweiligen Handlungen. Hierunter können vor allem die Herstellung, der Verbrauch und die Verteilung von Gütern subsumiert werden. Dies wird über den Markt und die dort herrschenden Zahlungs- bzw. Tauschmodalitäten, den stattfindenden Wettbewerb sowie über den Markt betreffende, staatlich vorgegebene und gesetzlich verankerte Rahmenordnungen (die Wirtschaftsordnung) geregelt. Ein bedachter Einsatz der jeweiligen Ressourcen der verschiedenen Akteure ist notwendig, da die ökonomische Logik darauf zielt, Gewinn durch Produktion bzw. den Verkauf der produzierten Güter zu erzielen (Gewinnprinzip) 2 . Diesen Ausführungen folgend ist als
ökonomisch „[…] ganz allgemein jenes Denken bezeichnet, das vom ökonomischen Prinzip (wirtschaftlich optimale Abstimmung von Zielen und Mitteln) geprägt und an ökonomischer Vorteilhaftigkeit ausgerichtet ist“ (Krupinski 1993: S. 100). Bei der Verfolgung des Gewinnzieles können konfligierende Interessen der verschiedenen Akteure aufeinander treffen, was eine gezielte Koordination der konfliktbehafteten Interessen und Handlungen im Rahmen der Wirtschaftsordnung notwendig macht. „Die Legitimation der Wirtschaftsordnung hängt dabei davon ab, dass diese Koordination im Grundsatz friedlich gelingt und sich nicht auf andauernde Machtanwendung stützen muss“ (Steinmann/Zerfass 1993: S. 1113).
2.3. Ethik in der Ökonomie
Wie in Kapitel 2.1. dargestellt hat die Ethik den Anspruch, sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens zu beziehen und sich an der Verantwortung gegenüber dem Subjektstatus des Menschen als Person zu orientieren. Diesem allumfassenden Anspruch folgend, wird auch ökonomisches Handeln zum Gegenstand ethischer Reflexion. 3 Zwischen profitablem Wirtschaften und ethischem Handeln besteht dabei
keine Entweder-oder-Beziehung. So ist nicht der Gewinn als solcher, sondern die Art und Weise seines Zustandekommens für die ethische Analyse maßgebend (vgl. Steinmann/Olbrich zitiert nach Leisinger 1997: S. 19). Im ökonomischen Kontext
2
Im Rahmen dieser Arbeit wird das erzielen von Gewinn durch die Wirtschaftsakteure als eine Notwendigkeit ökonomischen Handelns angesehen. Die ethische Debatte über das Gewinnprinzips wird an dieser Stelle nicht weiter ausgebreitet. Verwiesen werden soll jedoch auf Peter Ulrich (1995a).
3
Das Verhältnis zwischen Ethik und Ökonomie wird auf verschiedenste Weisen definiert und reicht von einer Moralisierung der Ökonomie über die Ökonomisierung der Ethik bis hin zur Verflechtung von Ethik und Ökonomie (vgl. Krupinski 1993: S. 98ff). Diese Sichtweisen hier zu erörtern würde den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen. Verwiesen werden soll jedoch auf Krupinski (1993) fünftes Kapitel.
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Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Fabian Frank, 2008, Führungsethik im Spannungsfeld von Erfolgs- und Humanverantwortung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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