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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Angst Begriffliche Annäherung und Definition 4
2.1 Ängstlichkeit 5
3. Angsttheorien, Angstentstehung und Angstreaktion 5
3.1 Die psychoanalytische Angstauffassung die „Signaltheorie der 5
Angst“
3.1.1 Realangst 6
3.1.2 Neurotische Angst 6
3.1.3 Moralische oder Über-Ich Angst 7
3.2 Die behavioristische Angstauffassung „Die Zwei Faktoren 7
Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung“
4. Angst und das menschliche Gehirn 9
4.1 Die kontrollierbare Stressreaktion 9
4.2 Die unkontrollierbare Stressreaktion 11
4.3 Angst und Stressreaktion als Entwicklungsfaktor 13
5. Komorbidität Zwang, Sucht, Depression 14
5.1 Depressionen als Folge der Angst 14
5.2 Zwangskrankheiten als Folge der Angst 15
5.3 Abhängigkeit als Folge der Angst 15
6. Angst in der sozialarbeiterischen Praxis 16
6.1 Methodische Konsequenzen 16
6.1.1 Verhaltenstherapeutischer Ansatz 17
6.1.2 Ressourcenorientierte Beratung 18
Quellenverzeichnis 20
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1. Einleitung
Die Frage nach der Natur der Angst, ihrer Entstehung und Entwicklung, nach ihrem Einfluss auf das Verhalten des Individuums, sowie nach der Variabilität der Angst ist eine Frage, die in der Wissenschaft wie im Alltag eine wichtige Rolle spielt. (Vgl.: Lazarus-Mainka, S.9) Das Individuum erfährt im Verlauf seines Lebens unzählige Situationen, auf die es mit Angst reagiert. Dabei sind die auslösenden Momente sowie die auf die Angst folgenden Reaktionen individuell unterschiedlich. So gibt es nichts, vor dem ein Mensch sich nicht ängstigen kann. Diese Arbeit hat zum Ziel das Phänomen der Angst überindividuell greifbar zu machen und die Relevanz des Themas für die soziale Arbeit darzustellen.
Zunächst soll hierzu eine begriffliche Annäherung stattfinden, nach der Angst ein als negativ erlebtes, von körperlichen Erscheinungen begleitetes Gefühl ist, welches aus der subjektiven Bewertung einer Situation als Bedrohung entsteht und als Reaktion auf einen antizipierten oder tatsächlichen Kontrollverlust sowie als Reaktion auf die Unvorhersagbarkeit von Ereignissen folgt.
Im Anschluss hieran sollen zwei Angsttheorien gewürdigt werden. Zum einen die „Signaltheorie der Angst“ nach Freud, nach welcher Angst als Gefahrensignal der wahrnehmenden und bewusst handelnden Instanz der Persönlichkeit, des Ichs, dient. Zum anderen die aus der behavioristischen Theorielinie stammende „Zwei Faktoren Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung“, nach welcher Angst sowie Angstreaktion als erlerntes Verhalten anzusehen sind.
Im Folgenden soll die biologische Stressreaktion im Gehirn, welche einem Angstauslöser folgt, näher betrachtet werden. Diese kann kontrolliert sein und zu einer Festigung von Lösungsmustern führen oder aber zu einer nicht mehr zu kontrollierenden Stressreaktion werden und vorhandene eingefahrene Lösungsmuster auflösen und dadurch -im Idealfall- zur Neustrukturierung des individuellen Bewältigungsverhaltens führen. Daraufhin soll näher beleuchtet werden, wie Komorbiditäten zur Angst, wie Depressionen, Zwangskrankheiten und Abhängigkeitserkrankungen entstehen können. Abschließend soll geklärt werden weshalb das Wissen um die Angst für die soziale Arbeit wichtig ist und welche methodischen Konsequenzen aus diesem Wissen erwachsen. Hierzu soll ein kurzer Überblick über den verhaltenstherapeutischen Ansatz sowie über den Ansatz der ressourcenorientierten Beratung, im Bezug zur Angst, gegeben werden.
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2. Angst – Begriffliche Annäherung und Definition
Die weiten Facetten der subjektiven Angst werden umgangssprachlich mit Worten beschrieben welche gegenteilig zu „schön“ und „Freude“ verwendet werden und in Verbindung zu Worten wie zum Beispiel Furcht, Elend, Schrecken und Einsamkeit stehen. Diese Beschreibungen beinhalten Etikettierungen mit Gefühlswerten und sind somit der Ausdruck eines vorwissenschaftlichen Verständnisses.
Auf der begrifflichen Ebene lässt sich das Wort Angst auf das indogermanische Wort êngh (eng), sowie auf das lateinische Wort angustus (Beengtheit) zurückführen. Einer an diese Terminologie anknüpfenden Definition folgend ist Angst „ein als beklemmend, bedrückend und als unangenehm erlebter Ich-Zustand, der für das Individuum eine Bedrohung darstellt, mit physiologischen Vorgängen verbunden ist und das Verhalten beeinflusst. Dieser Ich-Zustand wird in der Regel durch die gedankliche Vorwegnahme der Nichtbewältigung einer bestimmten Situation ausgelöst und deshalb als bedrohlich erlebt.“ (Hobmair 2003, S.169)
Diese Definition trifft erste Aussagen zum Erleben und zur Entstehung der Angst sowie zur Angstreaktion, muss jedoch um eine zweite erweitert werden, da sie keine Aussagen darüber trifft, welche Funktionalität und Motive die Angst besitzt. Diese werden anhand einer zweiten Definition deutlicher. Nach dieser ist Angst „ein als unangenehm empfundener, gleichwohl lebensnotwendiger (weil Gefahr signalisierender) emotionaler Zustand mit zentralem Motiv der Vermeidung bzw. Abwehr einer Gefahr und unter Umständen psychischen und physischen Begleiterscheinungen: Unsicherheit, Unruhe, Erregung, eventuell Panik, Bewusstseins-, Denk-, oder Wahrnehmungsstörungen, Anstieg von Puls- und Atemfrequenz, verstärkte Darm-und Blasentätigkeit, Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche.“ (Lazarus-Mainka, Siebeneick, S.13) Diesen Definitionen folgend kann zusammenfassend gesagt werden, dass Angst ein als negativ erlebtes, von körperlichen Erscheinungen begleitetes, Gefühl ist, welches aus der subjektiven Bewertung einer Situation als Bedrohung entsteht und als Reaktion auf einen antizipierten oder tatsächlichen Kontrollverlust sowie als Reaktion auf die Unvorhersagbarkeit von Ereignissen folgt. Angstauslöser und darauf folgende Reaktionen sind dabei individuell unterschiedlich, da Angst stets subjektiv ist. So gibt es nichts, vor dem ein Mensch sich nicht Ängstigen kann.
Angst zieht körperliche sowie psychische Reaktionen nach sich die dabei eine positive Funktionalität besitzen können, wenn versucht wird Bedrohungen abzuwehren oder zu vermeiden. Daraus lässt sich schließen, dass Angst eine verhaltenssteuernde Komponente besitzt. Angst steht somit am Anfang eines Verhaltensprogramms zu ihrer eigenen Abwehr.
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2.1 Ängstlichkeit
Von der Angst zu unterscheiden ist die Ängstlichkeit. Ängstlichkeit beschreibt wie hoch die Erwartung an sich selbst ist Angst zu verspüren. Somit kann sie auch als Persönlichkeitseigenschaft gesehen werden, welche die chronische Angstbereitschaft einer Person darstellt und einer Person zugewiesen wird, die in vielen Situationen mit Angst reagiert.
3. Angsttheorien, Angstentstehung und Angstreaktion
„Beim Mensch (…) tritt Angstverhalten auf. Dieses Angstverhalten kann (…) durch spezifische Gefahrensignale ausgelöst oder durch Situationen verursacht werden, die das Individuum in irgendeiner Weise verunsichern.“ (Lazarus-Mainka, S.46) Angst kann also durch spezifische angstauslösende Ereignisse entstehen, wie zum Beispiel Schmerzreize, Gefahrenmomente oder Stresssituationen oder durch bestimmte Reizkonstellationen wie Erspüren der eigenen Hilflosigkeit oder einer anwachsenden Bedürfnisspannung. Des Weiteren kann Angst auch durch komplexe, gedanklich vorgestellte Reize und schwer zu beschreibende, nicht fassbare oder nicht immer bewusste Inhalte ausgelöst werden (vgl.: Lazarus-Mainka, Siebeneick, S.13). Angst kann also auf vielfältige Art und Weise durch vielfältige Auslösebedingungen entstehen.
Ebenso vielfältig wie die Auslösebedingungen der Angst sind die Theorien zu ihrer Entstehung. Im Folgenden sollen Beispielhaft zwei Theorien aus den großen psychologischen Theoriefamilien vorgestellt werden. Zum einen soll mit der „Signaltheorie der Angst“ nach Freud die psychoanalytische Angstauffassung beleuchtet werden. Zum anderen soll mit der „Zwei Faktoren Theorie des Erwerbs von Angst und Vermeidung“ eine Theorie aus der behavioristischen Theoriefamilie gewürdigt werden.
3.1 Die psychoanalytische Angstauffassung - die „Signaltheorie der Angst“ Nach Freuds „Signaltheorie der Angst“ dient Angst als Gefahrensignal der wahrnehmenden und bewusst handelnden (kognitiven) Instanz der Persönlichkeit, des Ichs. Angst ist dabei für Freud generell „ein Affektzustand, der aus einer Erregungssteigerung, aus Reaktionen zur Abfuhr dieser Erregung, aus der Wahrnehmung dieser Erregung und ihrer Abfuhr und aus einem, diesen Verlust begleitenden Unlusterlebnis besteht.“ (Krohne, S.11) Die Signalangst kann als sekundärer Affekt verstanden werden. So warnt sie zwar vor zukünftigen Gefahren, ihre Entstehungsbedingungen liegen jedoch in der Vergangenheit. Die Signalangst wird nach der Erinnerung an einen primären Affekt reproduziert.
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Die charakteristische Angstsymptomatik, die in Folge des Ausgeliefertseins an eine wirkliche Gefahr entstanden war, wiederholt sich bei ähnlichen Zuständen, beziehungsweise, aufgrund zunehmender psychischer Differenzierung auch bei neuen Anlässen. (vgl.: Krohne, S.15) Die Veränderung der Angstanlässe, sowie die Verschiebung der Angstreaktion vor das eigentliche Trauma beugen der Konfrontation mit der wirklichen Beeinträchtigung vor und können somit als Maßnahmen zur Vermeidung einer Bedrohung gewertet werden. Durch Erkennen des Auslösers soll also ein antizipiertes Trauma abgewehrt werden, bevor es eingetreten ist. Also ist Angst „einerseits Erwartung des Traumas andererseits eine Wiederholung desselben.“ (Lazarus-Mainka, S.68)
Freud unterscheidet dabei verschiedene Gefahrenklassen: die Realangst, die neurotische Angst sowie die moralische oder Über-Ich-Angst. Auf diese drei Angsttypen soll im Folgenden näher eingegangen werden.
3.1.1 Realangst
Die Realangst ist objektbezogen und bezieht sich auf bedrohliche Umweltvorgänge, die Beeinträchtigungen antizipieren. Hier wird „eine real gegebene Gefahrensituation in der Außenwelt (…) als solche wahrgenommen und Angstreaktionen stellen sich ein.“ (Lazarus-Mainka, S.67)
Die Realangst soll Gefahr signalisieren und als Antwort darauf angepasste Reaktionen wie Flucht-, Angriffs- oder Suchaktionen veranlassen. Dieses Gefahrensignal ermöglicht dem Individuum also adäquat auf eine reale Gefahr zu reagieren. Die Angstreaktion besteht hier aus einem hohen Spannungszustand und bewirkt einen Erwartungszustand auf den drohenden traumatischen Reiz hin. Dieses Stadium der Spannung wird vom Organismus als unbehaglich empfunden und veranlasst ihn dazu Reaktionen einzuleiten, welche es ihm ermöglichen dieser Gefahrensituation zu entkommen und dadurch eine Reduktion der Spannung zu bewirken sowie der Konfrontation mit einer wirklichen Beeinträchtigung vorzubeugen.
3.1.2 Neurotische Angst
Die neurotische Angst steht im Zentrum Freuds Angsttheorie. Grundlage der Entstehung der neurotischen Angst sind Triebansprüche, welche sich für das Individuum nicht direkt benennen lassen, sich jedoch in Wünschen und Begierden ausdrücken. Bei Triebansprüchen, welche neurotische Angst hervorrufen können, handelt es sich dabei um gefährliche Triebregungen und gesellschaftlich tabuisierte Triebe, die zu befriedigen dem Menschen
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Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (FH) Fabian Frank, 2006, Angst und Angstreaktion, Munich, GRIN Publishing GmbH
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