Inhaltsverzeichnis
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1. Vorwort 3
2. Die Einbettung von Downs Methode. 3
3. Grundannahmen des Downschen Modells. 4
4. Stimmen und Nutzenmaximierung als Ziel der Handlung. 5
5. Profitmaximierung der Partei. 6
6. Rationalität der Partei und Ideologie 8
7. Eigennutzaxiom der Wähler in vollständiger Informiertheit 9
8. Rationalität und konjekturale Erwartungen des Oligopolisten „Wähler“ 10
9. Eigennutzaxiom des Wählers in Unsicherheit 11
10. Beitrag zu einem zeitgemäßen Verständnis der Politik? 13
11. Literaturverzeichnis. 16
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1. Vorwort
Die ökonomische Theorie der Politik überträgt wissenschaftliche Erkenntnisse der Ökonomie (die in den Sozialwissenschaften in den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaft generiert werden) auf den gesellschaftlichen Bereich der Politik. Das Wahlverhalten wird durch eine Marktanalogie entschlüsselt. Damit unterscheidet sich diese Theorie von den traditionellen Theorien der Politik, wie wir sie etwa von den Klassikern der Antike, z.B. Sokrates und Platon - und von den Klassikern der Aufklärung, etwa Locke, Rousseau und Kant, kennen. (Dies ist insofern keine wahre Aussage, als dass es sehr wohl eine Hinwendung zur Ökonomie gab. So stellt etwa Aristoteles die Überlegung an, Oligarchie und Demokratie auch nach Maßgabe des Reichtums zu unterscheiden. Wo die Regierung auf dem Reichtum beruht, da handelt es sich notwendigerweise um eine Oligarchie, mögen die Regierenden viele oder wenige sein, wo aber die Armen regieren, da ist es eine Demokratie. (Finley, Antike und moderne Demokratie, Stuttgart 1980, 17)) Grundsätzlich greift die ökonomische Theorie der Politik, die Marxsche Hinwendung zur Ökonomie - zur Bearbeitung politischer Fragen auf - wenngleich man Marx und Downs keinesfalls verwechseln darf:
Während Marx im Rahmen seiner Beschäftigung mit der Ökonomie ein Geschichtsgesetz erkennt, welches mittels Revolution zu bekämpfen ist - versteht Downs seine Hinwendung zum Markt als Möglichkeit, zur Wahl- bzw. Handlungsanalyse der Bürger, im Rahmen der Demokratie als funktionierender Arbeitsweise. Am heutigen Tage möchte ich mit meinem Vortrag die Diskussion über die Grundprämissen der Downschen Theorie aufzeigen, um so festzustellen, wie realistisch diese Vorbedingungen sind und was sie zu einem zeitgemäßen Verständnis von Politik beitragen können.
Zunächst werde ich Anthony Downs Methode in den allgemeinen Rahmen der Wissenschaftstheorie einbetten, anschließend die Grundannahmen und die ihnen geltenden Kritikpunkte aufzeigen, um den letzten Teil des Vortrages der Frage zu widmen, inwieweit Downs Theorie zu einem zeitgemäßen Verständnis der Politik beiträgt.
2. Die Einbettung von Downs Methode
Anthony Downs ist Vertreter der positiven ökonomischen Theorie der Politik, welche den normativen demokratietheoretischen Hintergrund der Fragestellungen verlässt - etwa die Suche nach einer Wohlfahrtsfunktion- und sich auf empirisch-analytische Erklärungen von politischen Phänomenen konzentriert. Downs entwickelte dazu ein ökonomisches Modell der Demokratie.
Der methodische Holismus geht davon aus, dass eine Erklärung von etwas nicht auf die Beschreibung des Verhaltens von Teilen von ihm reduziert werden kann. Der methodische Individualismus, jenes Erkenntnisprogramm (Lehner, F., Einführung in die politische Ökonomie, 1981), welches Anthony Downs für seine Studie >Ökonomische Theorie der Demokratie< nutzte, geht im Gegensatz zum holistischen Modell der Erkenntnisgewinnung davon aus, dass Aussagen über soziale Beziehungen und
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gesellschaftliche Gruppen auf Aussagen über individuelles Verhalten und Einstellungeninsbesondere individuelle Kosten-Nutzen-Kalküle- zurückzuführen sind. Damit ist die theoretische Perspektive auf den Menschen bei Downs rational (berechenbar)- und eine vollkommen andere, als etwa die Annahme der jüngsten Systemforschung, der Mensch sei ein komplexes-nichtlineares-System (nahezu nicht berechenbar). (weitergehend: Mainzer, K., Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik in Natur und Gesellschaft, 1999)
Anthony Downs Handlungstheorie versucht das funktionieren des Makrophänomens des modernen demokratischen Staates durch die Umsetzung von Strukturen in individuelles Handeln und von da aus wieder in kollektives Handeln plausibel zu machen und einen kausalen Mechanismus von rational handelndem Individuum zu Wahlentscheidung und damit zur Regierungstätigkeit zu entwickeln.
Ich beschäftige mich mit den beiden Akteursgruppen, Wähler und Regierungs- bzw. Oppositionsparteien, die von Downs jeweils mit unterschiedlichen Bedingungen untersucht wurden. Ich widme mich in diesem Vortrag besonders der Rationalität und dem Eigennutzaxiom als Zielvorstellung rationalen Handelns, um die Grundprämissen Downs und ihre Auswirkungen zu diskutieren. Ich werde in diesem Vortrag aufzeigen, inwieweit Downs die Prämissen einzuhalten vermag und wo er Ableitungen aus dem Modell als Erklärungskomponente verlässt, um Plausibilität herzustellen.
3. Grundannahmen des Downschen Modells
In Anlehnung an Schumpeter geht Downs davon aus, dass der demokratische Prozess im Wesentlichen ein Wettbewerb um Wählerstimmen als Profitmaximierung ist. Er geht davon aus, dass die Motivation für Parteipolitiker, bzw. Parteien und Regierungen über den Ausgangspunkt „Profit“ zu verstehen ist. 1
Durch die Übertragung des wirtschaftswissenschaftlichen Paradigmas des Marktes auf die Politik werden Wähler zu Konsumenten, die nutzenmaximierend wählen und die Politiker zu Unternehmern, die ihr politisches Angebot nach dem Prinzip der Stimmenmaximierung erstellen. Die Demokratie ist als Markt konzeptualisiert- ein Markt auf dem Wahlversprechen im Tausch gegen Stimmen angeboten werden. Die zwei Akteursgruppen Wähler und Regierungs- bzw. Oppositionsparteien werden von Downs als egoistisch und rational gezeichnet. In Downs Theorie sind Parteien Oligopolisten. Dies hat ihm Kritik eingebracht (Strom, Kaare, Democracy as political Competition, In: American Behavioral Scientist, Jg. 36, Nr. 4/5 1992, 375-396; Schmidt, Manfred G., Demokratietheorie, Opladen 1995, 149), weil oligopolistische Märkte den Anbietern die Vernachlässigung von Konsuminteressen ermöglichen. Gegen diese Kritik ist einzuwenden, dass auch in Oligopolen Konkurrenz besteht. (im Ggs. zur Kartellbildung)
1 Nach marxistischer Lesart ist der Profit der Mehrwert, den der Unternehmer als Differenz zwischen dem gezahlten Lohn und dem erhaltenen Ertrag erzielt.
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Partei definiert Downs folgendermaßen (Downs 25):
Eine politische Partei ist eine Gruppe von Personen, welche die Kontrolle über den Regierungsapparat dadurch in ihre Hand zu bekommen sucht, dass sie in einer ordnungsgemäß abgehaltenen Wahl ein Amt erhalten. Unter Gruppe verstehen wir eine Koalition, deren Mitglieder über alle von ihnen verfolgten Ziele einer Meinung sind und nicht nur über einen Teil. Somit hat jedes Mitglied der Gruppe genau die gleichen Ziele wie jedes andere. Da wir ferner annehmen, dass alle Mitglieder rational sind, lassen sich ihre Ziele als einheitliche, widerspruchsfreie Präferenzordnungen fassen. (Vgl. Auch: Jacob Marschak, towards an economic Theory of Organisation and Information In: Decision Processes. New York-London 1954. S. 187-220) Die Ziele der Mitglieder als einheitliche Widerspruchsfreie Präferenzordnungen aufzufassen, ist, so gibt Downs selbst zu, eine Personifizierung von Partei. Er glaubt dieser Kritik entgehen zu können, indem er herausstreicht, dass er damit kein übermenschliches Wesen kreieren würde. Dennoch unterliegen die Parteien den selben Grundannahmen, wie für die Individuen, die nach dem Modell des Homo-Oeconomicus agieren:
Ein rationaler Mensch ist einer, der sich wie folgt verhält:
1. wenn er vor eine Reihe von Alternativen gestellt wird, ist er stets imstande eine Entscheidung zu treffen;
2. er ordnet alle Alternativen, denen er gegenübersteht, nach seinen Präferenzen so, dass jede im Hinblick auf jede andere entweder vorgezogen wird oder indifferent oder weniger wünschenswert ist;
3. seine Präferenzordnung ist logisch transitiv;
4. er trifft, stets die Entscheidung für das, was in seiner Präferenzordnung den höchsten Rang einnimmt
5. er trifft vor gleiche Alternativen gestellt immer die gleiche Entscheidung. (Downs 6) Von diesen Annahmen ausgehend, erstellt Downs logisch abgeleitete Betrachtungen über das Verhalten von Politikern und Wählern und Funktionsmechanismen der Parteien. Dabei definiert Downs auch das Ziel einer Handlung im rationalen Modell.
4. Stimmen und Nutzenmaximierung als Ziel der Handlung
In Downs Analyse werden zunächst die Ziele der betreffenden Entscheidungsträger identifiziert, dabei wird lediglich ein Ziel zugelassen, bei den Parteien ist es die Gewinnmaximierung, bei dem Wähler ist es die Maximierung des Nutzens. Mehrere Ziele müssen ausgeschlossen werden, da sich diese eventuell widersprechen könnten, wenn es darum geht den für Anbieter und Konsumenten besten Weg der Zielerreichung zu beschreiben.
Interessen der politischen Akteure sind Downs zufolge Einkommen, Prestige und Macht. Das Interesse des Wählers bezieht sich auf die Nutzenmaximierung, die ihm jene Partei mit der höchsten Übereinstimmung mit seiner Präferenzordnung verspricht. Die Präferenzen der Wähler werden von Downs als exogene Variablen behandelt. Braun bemerkt, dass diese Umgangsweise demokratietheoretische Bedenken weckt, da Downs
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Arbeit zitieren:
Astrid Bötticher, 2008, Eine Diskussion der Grundprämissen der ökonomischen Theorie der Politik bei Anthony Downs, München, GRIN Verlag GmbH
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Zur ökonomischen Theorie der Demokratie von Anthony Downs
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