Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? I
Der Einfluss von Naturtouristen auf Wildtiere. Glorija Razlag
I Inhaltsverzeichnis
S e i t e
II Abkürzungen……………………………………………………….II III Abbildungsverzeichnis……………………………………………..III
1 Vorwort…………………………………………………………….1
2
Einführung…………………………………………………………2
2.1
2.2 Wildtiere und ihr Lebensraum…………………………….. 3 3 Der Einfluss des Natur- bzw. Wildtierbeobachtungstourismus
auf bestimmte Wildtierarten………………………………………. 4
3.1
3.2
3.3
3.4 4 Beurteilung der Tourismuseinflüsse auf Wildtiere
und die Ursache für das Fehlverhalten der Natur- bzw.
Wildtierbeobachtungstouristen…………………………………….12
4.1
5 Fazit……………………………………………………………….. 19 VI Literaturverzeichnis………………………………………………...21 VII Online-Quellen……………………………………………………. 23 VIII Anlage: Versicherung……………………………………………...25
Anhang zur Seminararbeit:
Online-Recherchen: Anlage A bis Anlage O……………………………...26
Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? III
Der Einfluss von Naturtouristen auf Wildtiere. Glorija Razlag
Abbildungsverzeichnis
S e i t e
Abbildung 1:
Die Reise der Pinguine……………………………………………………..5
Abbildung 2:
Wie viele Touristen reisen in die Antarktis und woher kommen sie………6
Abbildung 3:
Gorillabeobachtung………………………………………………………..9
Abbildung 4:
Whale-Watching-Tourismus: Wachstum…………………………………. 10
Abbildung 5:
Touristen bei Walbeobachtungen………………………………………….10
Abbildung 6:
Was uns nervt: Zahlende Delphin-Betatscher……………………………..11
Abbildung 7:
Steinböcke auf der Flucht…………………………………………………12
Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? - 1 -
DerEinfluss von Naturtouristen auf Wildtiere. Glorija Razlag
1 Vorwort
Wie viel Lebensraum braucht der Mensch und wie weit darf er in den Raum anderer Lebewesen eindringen, um seine Bedürfnisse zu befriedigen? Diese Frage stellte ich mir zu Beginn der Recherchen für die vorliegende Seminararbeit „Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? Der Einfluss von Naturtouristen auf Wildtiere.“
Nicht zuletzt durch den Klimawandel und die damit einhergehenden Auswirkungen ist das ökologische Verständnis der Menschen in den letzten Jahren gewachsen und die negativen Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt mehr in das Bewusstsein eines Jeden gerückt. Hieraus folgt auch zweifellos die Nachfrage nach ökologischem und naturbewusstem Reisen. Ebenso kann man erkennen, dass immer mehr Urlauber, bedingt durch den erhöhten Stress im Berufsleben, in ihrer Freizeit das Bedürfnis nach Naturnähe, z. B. in Form von Wildtierbeobachtungen, haben. Nun stellt sich die Frage, wie diese beiden gegensätzlichen Tendenzen in Einklang zu bringen sind.
Zur Bearbeitung der Fragestellung, ob Tierbeobachtungen eine ganz harmlose Sache sind, erläutere ich zunächst den Begriff Wildtierbeobachtungstourismus und gehe auf die Merkmale der Wildtierbeobachtungstouristen ein. Da es in deutscher Sprache bezüglich dieser Form des Tourismus kaum Literatur gibt, bediene ich mich hier englischer Werke und leite den Wildtierbeobachtungstourismus auch aus dem Naturbzw. Ökotourismus her. Sodann gehe ich auf Wildtiere sowie deren Lebensräume ein, um dem Leser die Thematik näher zu bringen.
Folglich beantworte ich unter Hinzunahme von Fallstudien und Forschungsprojekten von Biologen und Ornithologen die Frage, ob Tierbeobachtungen eine ganz harmlose Sache sind bzw. welche Auswirkungen diese auf Wildtiere haben können und wie man mit diesen umgehen muss bzw. diese verhindern kann.
Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? - 2 -
DerEinfluss von Naturtouristen auf Wildtiere. Glorija Razlag
2 Einführung
2.1 Wildtierbeobachtungstourismus und Merkmale der Wildtierbeobachtungstouristen
„The appreciation of wildlife probably goes back to prehistoric times when human lives were linked with the animals that lived around them.“ 1 Wie dieses Zitat belegt, ist die menschliche Faszination für Tiere so alt, wie die Existenz der Menschheit und der Tiere selbst. So liegt beim Wildtierbeobachtungstourismus das Ziel darin, die Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum zu beobachten und zu fotografieren. Dabei werden meist Wildtiere beobachtet, die zu den bedrohten Tierarten gehören und gerade auch aus diesem Grunde für den Touristen so interessant sind. „Thus the definition of wildlife tourism we have advanced above is that it is a sustainable tourism activity undertaken to view and/or interact with wildlife in a range of settings.” 2 Diese Art des Naturtourismus kann für viele gefährdete Tierarten Positives mit sich bringen, indem sie Einkünfte für die lokale Bevölkerung sichert, die es unnötig machen, Wälder zu roden (also den Lebensraum der Tiere zu zerstören) und Wilderei zu betreiben. Die Erlöse aus dem Wildtierbeobachtungstourismus sind vor allem in den Entwicklungsländern eine wichtige Finanzierungsquelle für Naturschutzprojekte und den Erhalt der Schutzgebiete. Von entscheidender Bedeutung bei dieser Tourismus-form sollte also der Schutz der Artenvielfalt sein.
So stellt beim Wildtierbeobachtungstourismus das Erleben und Genießen der Natur und der Tiere ein zentrales Reisemotiv dar. Wie keine andere Tourismusform ist der Naturtourismus, also auch der Wildtierbeobachtungstourismus, dementsprechend auf eine intakte Natur angewiesen. Ein weiteres Motiv dieser Tourismusform ist das Gefühl der Abgeschiedenheit und Exklusivität bei Beobachtung der Wildtiere. Naturbzw. Wildtierbeobachtungstouristen wollen sich durch die Begegnung mit der Natur oft selbst finden und Neues entdecken. Da das öffentliche Umweltbewusstsein heute eine größere Rolle spielt, als noch vor Jahren, sind auch in der Tourismusbranche umweltverträgliche Reisen wichtig geworden, da der Tourist sowie das touristische Unternehmen begreifen, dass ein neuer Umgang mit der Umwelt erforderlich ist.
1 Moore, S. / Newsome, D. et al.., Wildlife Tourism, 2005, S. 2.
2 Moore, S. / Newsome, D., ebenda, S. 20.
Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? - 3 -
DerEinfluss von Naturtouristen auf Wildtiere. Glorija Razlag
Manche Touristen sind mit Herz und Seele Wildtierbeobachtungstouristen. Sie in-formieren sich über ihr Reiseziel und die Artenvielfalt, andere wiederum wollen durch die wildlebenden Tiere und die sie umgebende faszinierende Natur einfach nur „unterhalten werden“: „Wildlife tourists seek an experience that will enable them to explore, no matter for how short a time, a new ecosystem and its inhabitants. Some tourists are lifelong wildlife enthusiasts and others merely take day trips to a wilderness are form a luxury hotel base.” 1 Der Wildtierbeobachtungstourismus sollte aber per Definition eine grundsätzlich naturschonende Tourismusaktivität darstellen. Es stellt sich die Frage, ob diese Art des Tourismus einerseits zum Naturschutz beitragen und andererseits dennoch die Natur zerstören und die Wildtiere gefährden kann. Kann der Wildtierbeobachtungstourismus einerseits eine große Chance für den Schutz der Wildtiere sein, indem er den Naturschutz und die Schutzgebiete bzw. die Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume der Wildtiere mitfinanziert und andererseits ein Risiko darstellen? „…the desire to view wild animals sits within a complex framework that may result in target species being influenced in an unnatural and negative way.” 2 Die guten Absichten der Wildtierbeobachtungstouristen in den Lebensräumen der Wildtiere garantieren nicht per se eine Unschädlichkeit ihrer Tourismusaktivitäten.
2.2 Wildtiere und ihr Lebensraum
Wildtiere gibt es fast überall, dabei leben die wenigsten wirklich in der Wildnis, also in einer vom Menschen unberührten Natur. Sehr viele Lebensräume der Wildtiere wurden durch menschliche Aktivitäten zerstört oder stark reduziert. Selbstverständlich ist daran in erster Linie nicht der Tourismus schuld. Es sind die Rodung der Wälder, die Brandrodung, der Abbau von Bodenschätzen, die Überfischung der Meere und die Jagd auf Tiere bzw. Wilderei. Es heißt, dass jährlich 27.000 Tierarten durch Menscheneinfluss „ausgerottet“ werden. Allein der Tourismus trägt zur Gefährdung von 112 Pflanzenarten bei. Das Aussterben auch nur einer dieser Pflanzenart, führt gleichzeitig zum Aussterben von 10-20 Tierarten, da die Tiere von den Pflanzen ökologisch abhängig sind. 3
1 Moore, S. / Newsome, D. et al., Wildlife Tourism, 2005, S. 21.
2 Moore, S. / Newsome, D., ebenda, S. 3.
3 Opaschowski, H., Das gekaufte Paradies, 2001, S. 63.
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Glorija Razlag, 2007, Tierbeobachtungen, eine ganz harmlose Sache? - Der Einfluss von Naturtouristen auf Wildtiere, München, GRIN Verlag GmbH
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