1. Einleitung 2
2. Münklers Theorie der neuen Kriege. 3
2.1 Kennzeichen der neuen Kriege. 3
2.2 Kriterien zur Differenzierung zwischen alten und neuen Kriegen. 5
2.3 Raul Zeliks Kritik an Münklers Theorie der neuen Kriege. 6
3. Geschichtlicher Überblick und Ursachen des Angolakonfliktes 7
3.1 Befreiungskrieg gegen die portugiesische Kolonialmacht von 1961 bis 1975 8
3.2 Der Stellvertreterkrieg im Zeitalter des Kalten Krieges. 9
3.3 Entwicklung der innenpolitischen Situation Angolas bis 2002 11
4. Lässt sich der Wandel des Kriegsbildes in Angola nach dem Ende des Ost-
West -Konfliktes mit Münklers Theorie der neuen Kriege erklären? 13
5. Fazit 16
6. Literatur 17
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1. Einleitung
Die weltpolitische Machtkonstellation hat sich nach dem Ende des Kalten Krieges von Grund auf verändert. Während das 20. Jahrhundert durch eine bipolare Machtverteilung geprägt war, sind die USA nun die einzig verbleibende Supermacht. Für die internationalen Beziehungen bedeutete das Ende des Ost-West-Konflikts eine große Veränderung. Zunächst kam die Hoffnung auf, dass es nun dauerhaft gelingen könnte, Frieden herzustellen. Diese Hoffnung hielt jedoch nicht lange an, da schon bald neue Kriege ausbrachen oder alte wieder aufflammten. Auffällig ist jedoch, dass diese sich grundlegend verändert hatten. Für den Wandel des Kriegesbildes hat Herfried Münkler mit seiner Theorie der neuen Kriege einen viel beachteten und stak verbreiteten Erklärungsansatz abgeliefert. Münkler ist der Meinung, dass der Krieg in den letzten Jahrzehnten seine Erscheinungsform drastisch verändert hat. Am Wichtigsten ist seiner Meinung nach erstens, dass der klassische Staatenkrieg in dieser Form nicht mehr auftritt und zweitens, dass ökonomische Faktoren heutzutage eine wesentlich größere Rolle spielen als bei Kriegen, die er als „alt“ bezeichnet. Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit möchte ich den Wandel des Kriegsbildes im Angolakonflikt, der während des Kalten Krieges ausbrach und bis 2002 andauerte, nachzeichnen und der Frage nachgehen, ob sich dieser mit der Hilfe von Münklers Theorie erklären lässt. Ich werde hierbei so vorgehen, dass ich mich zunächst einmal Münklers Theorie der neuen Kriege widmen werde. Ich werde darstellen, was das Neue an den so genannten neuen Kriegen ist und aufzeigen anhand welcher Kriterien sich alte von neuen Kriegen unterscheiden lassen. Da Münklers Theorie der neuen Kriege jedoch keineswegs unumstrittenen ist, werde ich mich in diesem Kapitel abschließend Raul Zeliks Kritik an Münklers Theorie der neuen Kriege widmen.
Im darauf folgenden Kapitel geht es dann um die geschichtliche Entwicklung Angolas im 20. Jahrhundert. Ich werde die Kriegsursachen beschrieben und näher den Kriegsverlauf darstellen. Unterteilt habe ich den angolanischen Kriegsverlauf in drei unterschiedliche Phasen: erstens der Befreiungskrieg gegen die portugiesische Fremdherrschaft, zweitens der Stellvertreterkrieg im Zeitalter des Kalten Krieges und drittens der innerstaatlichen Konflikt von 1991 bis 2002.
Abschließend werde ich mich dann im vierten Kapitel der Frage widmen, ob und inwiefern sich der Wandel des Kriegsbildes im Angolakonflikt mit Hilfe von Münklers Theorie der neuen Kriege erklären lässt.
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2. Münklers Theorie der neuen Kriege
Laut Herfried Münkler hat der Krieg in den letzten Jahrzehnten seine Erscheinungsform von Grund auf verändert. So tritt der klassische Staatenkrieg, der die Szenerien des Kalten Krieges noch maßgeblich prägte, immer seltener in Erscheinung, während immer häufiger parastaatliche, sowie teilweise sogar private Akteure das Gewaltmonopol an sich reißen. Die privaten Akteure reichen hierbei von lokalen Warlords und Guerillagruppen über weltweit operierende Söldnerfirmen bis hin zu internationalen Terrornetzwerken, für die der Krieg zu einem dauerhaften Betätigungsfeld geworden ist. Münkler bezeichnet solche Konflikte als neue Kriege (vgl. Münkler 2002, S. 7ff.).
In diesem Kapitel werde ich nun darstellen inwiefern die neuen Kriege sich von den alten unterschieden und detailliert auf die Kennzeichen der neuen Kriege eingehen. Abschließend werde ich Raul Zeliks Kritik an Münklers Theorie der neuen Kriege erörtern.
2.1 Kennzeichen der neuen Kriege
Münkler definiert die neuen Kriege zunächst über die Abgrenzung zu dem klassischen Staatenkrieg, der seiner Meinung nach immer noch die Vorstellung vom Krieg in vielerlei Hinsicht präge. Zum Dreißigjährigen Krieg hingegen weisen die neuen Kriege, so Münkler, eine Vielzahl von Parallelen auf. Ebenso wie beim Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 andauerte, bestehen die Kriegsgründe nämlich in einer Gemengelage aus diversen Gründen (vgl. ebd. 2002, S. 9). Die Besonderheiten bzw. Kennzeichen der neuen Kriege bestehen in folgenden drei Aspekten: Erstens der Entstaatlichung bzw. Privatisierung kriegerischer Gewalt, zweitens der Asymmetrisierung kriegerischer Gewalt und drittens der Autonomisierung vordem militärisch eingebundener Gewaltformen (vgl. ebd. 2002, S. 10f.). Im Gegensatz zu den klassischen Staatenkriegen, die nach Regeln erklärt und nach eben solchen ausgetragen wurden und somit zeitlich präzise begrenzt waren, ist dies bei den neuen Kriegen nicht (mehr) der Fall. Ihnen fehlt die so genannte Entscheidungsschlacht. Daher dauern etliche Konflikte, die Münkler zu den neuen Kriegen zählt, schon mehre Jahrzehnte an (vgl. ebd. 2002, S. 24). Doch warum sind die neuen Kriege zeitlich nicht begrenzt und dauern daher oftmals Jahrzehnte an, ohne dass sich die Lage verändert? Münkler weist zur Beantwortung dieser Frage zunächst einmal daraufhin hin, dass bei den neuen Kriegen ökonomische Interessen der „Kriegsunternehmer“ von zentraler Bedeutung
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seien. Diese Kriegsunternehmer führen Kriege aus ideologischen und wirtschaftlichen Gründen, wobei jedoch seiner Meinung nach ganz klar die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen und religiöse und/oder ethnische Fragen oftmals nur instrumentalisiert werden, um verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Die militärische Gewalt wird hierbei zum Zwecke der Selbsterhaltung ausgeübt, ohne je ernsthaft eine militärische Entscheidung zur Beendigung des Konflikts anzustreben, da die Kriegsunternehmer von Plünderungen, Sklavenarbeit, aber auch von Hilfsgütern und somit vom Krieg generell finanziell profitieren. Daher sei potentieller Reichtum auch eine sehr viel wichtigere Kriegsursache als definitive Armut (vgl. ebd. 2002, S. 29ff.). Das größte Opfer der neuen Kriege ist die Zivilbevölkerung, da sich die Gewaltanwendung nun nicht mehr im Wesentlichen auf das Militär konzentriert, sondern zunehmend die Zivilbevölkerung angegriffen wird. Dies geht einerseits hin bis zu so genannten „ethnischen Säuberungen“ kompletter Gebiete und andererseits führt dies dazu, dass die Einwohner gezwungen werden, die bewaffneten Gruppen permanent zu unterstützen und zu versorgen. Vor allem der zweite Punkt ist besonders charakteristisch für die neuen Kriege. Problematisch ist hierbei, dass dadurch die Grenzen zwischen Gewaltanwendung und Erwerbsleben immer mehr verschwimmen. In anderen Worten: Der Krieg wird zur Lebensform. Seine Akteure sichern sich durch ihn ihre Existenz und gelangen z.T. dadurch zu erheblichen Vermögen. Die Kriegsakteure profitieren nun mehr vom kriegerischen Ist-Zustand als vom Frieden. Deshalb sind Friedensbemühungen in solchen Konflikten auch nur selten erfolgreich. Eines der bedeutendsten Antriebsmomente der neuen Kriege ergibt sich aus dem Zusammentreffen von struktureller Arbeitslosigkeit mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Jugendlichen, die nicht den Disziplinierungsmechanismen regelmäßiger Arbeit ausgesetzt sind und im Morden und Plündern Zugang zur Welt des Konsums erhalten und ihre Gewaltphantasien ausleben können, da sie oftmals keine andere Lebensperspektive für sich erkennen können. Neben der ständig zunehmenden Anzahl von Kindersoldaten werden überdies vermehrt international agierende Söldner geordert. Auftraggeber sind hierbei sowohl Staatschefs, als auch international agierende Unternehmen (vgl. ebd. 2002, S. 33ff.). Insgesamt gesehen bleibt festzuhalten, dass die Herausbildung der neuen Kriege eng mit der Neuordnung der Welt nach dem Ende des Kalten Krieges zusammenhängt. Die USA ist nach dem Untergang der Sowjetunion die einzig verbleibende Supermacht, wodurch eine asymmetrische Machtverteilung existiert, durch die es keinem Staat der Erde möglich ist, die USA in einem symmetrischen (klassischen) Staatenkrieg zu besiegen. Daher wird versucht die USA verstärkt mit Strategien der Asymmetrisierung zu bekämpfen. Die Basis für die
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Arbeit zitieren:
Fabian Lerbs, 2007, Wandel des Kriegsbildes im Angolakonflikt unter der besonderen Berücksichtigung von Münklers Theorie der neuen Kriege, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Theorie der "neuen Kriege"
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