INHALTSVERZEICHNIS
1. Vorwort. 03
2. Lebensborn - Hilfe und/oder Fluch? 04
2.1 Begriffserklärung: Lebensborn und Biografisierung. 04
2.2 Mütter und Kinder im Lebensborn. 07
2.2.1 Mütter im Lebensborn. 07
2.2.2 Kinder im Lebensborn. 10
2.2.3 Reaktionen. 12
2.3 Zusammenhangsbildung. 14
2.4 Das Schicksal eines Lebensborn-Kindes 15
3. Schlussbetrachtung. 17
4. Literaturverzeichnis. 19
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1. | VORWORT
So erging es mir an jenem Freitag Vormittag: Ich saß in einer Vorlesung und alles war wie bisher, bis ich das Wort „Lebensborn“ hörte. Ich weiß nicht genau warum, aber aus irgendeinem Grund hatte mich dieses Wort in seinen Bann gezogen - um nicht zu sagen: Es hatte mich überrascht! Der Begriff „Lebensborn“ war mir bislang unbekannt gewesen; weder im Geschichtsunterricht noch im Alltag habe ich davon gehört. Vielleicht war es die Kombination von Unwissenheit und Neugier gepaart mit etwas Geheimnisvollen, durch die ich nahezu verzaubert wurde. Meine ganze Konzentration und Aufmerksamkeit richtete sich nun auf die Worte meines Professors und es sollte sich herausstellen, dass mein Wissensdurst, auch nach der Vorlesung, noch lange nicht gestillt war - im Gegenteil: Jetzt wollte ich alles darüber erfahren. Welche Bedeutung dem Lebensborn zukommt, was dahinter steht und welche Nachhaltigkeit davon ausgeht, all das werde ich in dieser Seminararbeit beschreiben. Doch eines sei schon jetzt gesagtdas Thema Lebensborn strahlt eine ungeheure Zwiespaltigkeit aus. Die Mixtur aus Faszination und Neugier, gepaart mit Schrecken und Widerwillen, macht das Thema so unendlich geheimnisvoll. Wer denkt, all das sei Geschichte, sei eines besseren belehrt, denn der Lebensborn wirft so viele Fragen auf, dass das Thema an Spannung und Aktualität bis in unsere Gegenwart reicht und darüber hinaus!
Ich will Antworten finden, die uns die Geschichte erklären, für die Gegenwart von Nutzen sind und der Zukunft den Weg weisen sollen:
Ich widme mich in meiner Seminararbeit: „Lebensborn - Hilfe und/oder Fluch?“ diesem spannenden Thema und versuche Antworten zu finden, die helfen sollen Gegenwart und Zukunft zu erklären/erkennen.
Doch ich denke dabei besonders an die Menschen des Lebensborn, an ihre Erlebnisse und an ihre Geschichte. Sie sind unsere Vorfahren und ich finde, es ist unsere Pflicht ihnen zu gedenken - was ich mit dieser Arbeit auch machen werde.
2. | LEBENSBORN - HILFE UND/ ODER FLUCH?
Das Thema rund um den Lebensborn strahlt für mich etwas Geheimnisvolles aus. Es ist eine Kombination von Gut(gemeint) und Böse oder um es im Sinne von Robert L. Stenvenson (1886) zu personifizieren: „Dr. Jykle and Mr. Hyde“. Aus diesen Überlegungen bin ich auf die Frage gekommen, ob der Lebensborn eher als Hilfe (Unterstützung) für den Menschen zu sehen ist, oder als Fluch bis in unsere Zeit reicht. Im Verlaufe meiner Seminararbeit möchte ich mich einer Antwort nähern, um so vielleicht das Geheimnis ein wenig zu lüften.
2.1. | Begriffserklärung: Lebensborn und Biografisierung
Bei meinen ersten Recherchen bin ich auf die Seite von # Nadeshda.org # gekommen, einem Informations- und Kommunikationsmedium für Politik, Umwelt und Kultur. Die Absicht dieses Forums ist es, aktive Menschen und Gruppen in den Bereichen der Politik, Kultur und Umwelt miteinander zu vernetzen und somit eine Gesprächsplattform zu schaffen. Die Inhalte werden von Dritten bzw. von anderen Systemen eingespielt. Demnach sind diese nicht (über)prüfbar; das Forum übernimmt daher keinerlei Haftung.
Der Beitrag „Lebensborn e.V.“, aus dem ich meine Informationen beziehe, ist glaubwürdig und seriös, da durch die Literaturangabe am Ende des Artikel die Inhalte nachvollziehbar sind und ich so mit anderen Quellen Parallelen gesehen habe.
Wenn es um den Rassenwahn der Nationalsozialisten geht, denkt man vorrangig an die Vernichtung „minderwertiger Rassen“. Vor allem Juden, Sinti und Roma (die sog. 'semitische Rasse') mussten sich dieser Ideologie bedingungslos beugen. Man spricht von der 'negativen Auslese' (u.a. Euthanasie, Verbot von „Mischehen“ und Zwangssterilisationen), die eine traurige Berühmtheit erreichte und deshalb sehr präsent und gegenwärtig in den Köpfen der Menschen ist. Doch dürfen wir das Gegenstück, die 'positiver Auslese' (u.a. wirtschaftliche Förderung von „erbgesunden“ Heiratswilligen und kinderreicher Familien) nicht vergessen oder vernachlässigen. Sie verfolgte das Ziel die 'nordisch-arische Rasse' zu züchten - der Lebensborn war das Instrument, das Mittel dazu.
„Eine Massnahme der 'positiven Auslese' (war) die zweckgebundene Unterstützung lediger Mütter und die Eindeutschung ausländischer Kinder durch den Lebensborn.“ (Lilienthal: 20f). Unter dem Protektorat von Heinrich Himmler, wollte man das „nordische Blut“ vermehren, um so die „Elite-Kinder“ bzw. den „Adel der Zukunft“ zu züchten. Das gehörte u.a. zu den Aufgaben der SS. Frauen, die in keiner Ehe lebten, aber dennoch ein Kind bekamen, wurden in der Gesellschaft angeklagt. Um aber dennoch diese Kinder zu gewinnen, mussten sie materiell und sozial betreut werden.
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Für diese Gewährleistung war „die Einrichtung einer entsprechenden Institution zur Notwendigkeit geworden. Das war die Geburtsstunde des Lebensborn e.V.“ (Lilienthal : 28). Die Geburtsstunde des Lebensborn war am 12. Dezember 1935; Himmler gliederte so den Lebensborn in den SS-Apparat ein (vgl.: http://www.nadeshda.org/archiv/antifa/lebowo.pdf?21,11).
An dieser Stelle möchte ich etwas zu dem Gerücht sagen, welches sich schon seit der Lebensborn-Zeit hält. Die Auffassung, Lebensborn-Heime seien Edelbordelle, in denen sich schwarz uniformierte Männer - ganz ungezwungen - mit blonden Mädchen(!) trafen, ist schlichtweg unbegründet und basiert ohne Beweise. Dieses Bild des Lebensborn möchte ich daher nicht in meine Betrachtungen mit einbeziehen. Anscheinend ist diese Vorstellung für die Presse und die Unterhaltungsindustrie attraktiver als die Wahrheit (vgl.: Schmitz-Köster: 19).
Um weitere Information in Bezug auf die Thematik zu bekommen, bin ich auf die Seite # nationalsozialismus.de # gestoßen; einem Rechercheportal für Schule, Studium und Wissenschaft. Herausgeber und inhaltlich Verantwortlicher ist, gemäß § 6 TDG, Karl-Friedrich Weiland. Man kann davon ausgehen, dass die Homepage seriös ist und wissenschaftlich fundiertes Material bereitstellt.
Doch welche ideologischen Prinzipien verfolgte das "Lieblingsprojekt" Heinrich Himmlers? Dieses Modell sollte die Zukunft des deutschen Reiches prägen, doch allein aus Nächstenliebe oder Mitleid wurde der Lebensborn nicht geschaffen. Alle diese - zunächst - guten Leistungen stehen im Schatten der nationalsozialistischen Ideologie:
Sobald der Endsieg und somit die Ziele Adolf Hitlers erreicht sind, ist nur die „nordischen ✗
Rasse“ dazu befähigt das Deutsche Reich (an-)zu führen. Außerdem sollte diese „Herrenrasse“ in Anbetracht des drohenden Unterganges, durch das Geburtendefizit, gerettet werden.
Indem man alle germanischen Völker sammelt und in einem „Reich“ vereint, sollte ein ✗
nationalsozialistisches Imperium geschaffen werden. Dies schließt die Vernichtung von „Nicht-Germanen“ durch Krieg und Ausbeutung mit ein.
Um den Wert eines Volkes zu messen, spielt die Zahl und die rassischen Qualität seiner ✗
Soldaten und Soldatenmütter eine wesentliche Rolle.
Durch die Steigerung der arischen Geburtenrate veredelt man gleichzeitig qualitativ das ✗ deutsche Volk.
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Diese ideologischen Vorgaben versuchte der Lebensborn auf dem Gebiet der Mutterfürsorge umzusetzen. Man war danach bestrebt Abtreibungen zu verhindern, um so die Geburtenrate zu erhöhen. Alles geschah im Sinne der „neuen Moral“, die eine aktive, rassisch bestimmte, nationalsozialistische Bevölkerungspolitik meinte
(vgl.: http://www.nationalsozialismus.de/lexikon/lebensborn-ev).
Um die Frage zu beantworten, ob der Lebensborn als Hilfe/Unterstützung oder als Fluch zu sehen ist, bedarf es der Darstellung der Lebensgeschichte dieser Menschen - die Biografie.
Zerlegt man das Wort in die Terme: Bios (griech.: Leben(sform)) und Graphe (Schrift), so könnte man den Begriff „Biografie“ als Schrift des Lebens - individuell oder kollektiv - übersetzen. Die Biografieforschung setzt sich demnach mit der Deutung und Entzifferung dieser Schrift des Lebens auseinander. Der Mensch ist in zweifacher Weise in der Welt situiert (vgl.: Marotzki: 160ff).:
Auf der einen Seite stehen wir Gruppen, Schichten oder ganz und gar der Gesellschaft gegenüber. Wir nehmen gegenüber diesen eine gewisse Haltung ein, die gepaart ist mit bestimmten Erwartungen und Forderungen an andere Menschen.
Ein Beispiel: Die Ansichten unserer Eltern nehmen wir bis zu einem gewissen Zeitpunkt an, wir akzeptieren und respektieren diese. Doch irgendwann können wir vielleicht diese Ansichten nicht mehr teilen, wir lehnen sie ab oder rebellieren dagegen. Dadurch entwickeln wir eine individuelle Haltung zu dieser sozialen Umwelt. Man spricht vom „elementaren Weltbezug“.
Weiterhin sind wir auch in uns selbst situiert: Indem wir ein Verhältnis zu uns selbst entwickeln, schaffen wir ein neues Selbstbild und auch die Vorstellung, welche Bedeutung wir in der Welt einnehmen. So werden uns unsere Ziele bewusst (was will ich?), wir erkennen unsere Kompetenzen (was kann ich?) und sehen unsere Persönlichkeit (wer bin ich?). In diesem Fall sprechen wir vom „elementaren Selbstbezug“.
Wollen wir also die Schrift der Lebensborn-Mütter und /-Kinder deuten, so müssen wir zunächst ihre Schrift lesen, um uns so in ihre Situation hinein zu versetzen.
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Arbeit zitieren:
Richard Naegler, 2007, Lebensborn - Segen und/oder Fluch?, München, GRIN Verlag GmbH
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