Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Zur Bedeutung des Hamburger Hafens im 19.Jahrhundert 3
2.1 Der Hamburger Hafen im 19. Jahrhundert 3
2.2 Der Hamburger Hafen im norddeutschen Vergleich 4
3. Auswanderung als Wirtschaftsfaktor 6
4. Ballin 8
4.1 Die Karriere als Hamburger Reeder 8
4.2 Ballins Einfluss auf den Hamburger Hafen um 1900 9
4.3 Die Bedeutung der jüdischen Herkunft Ballins 10
4.4 Die politische Haltung und Einflussnahme auf das Zeitgeschehen 10
5. Fazit 11
6. Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung
Mit der Eröffnung der „BallinStadt“ in Hamburg 2007 ist das Thema der Auswanderung wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dies nehme ich zum Anlass, mich mit der Frage zu beschäftigen, welchen Einfluss die Auswanderungsbewegungen über Hamburg auf die Bedeutung des Hamburger Hafens im 19.Jahrhundert hatten. Hierbei möchte ich sowohl die Veränderungen des Hafens durch die Auswanderung als auch die Gründe die zum Einstieg in das Auswanderergeschäft führten beleuchten. Da es zum genauen wirtschaftlichen Anteil des Auswanderungsgeschäftes am Gesamtumsatz des Hamburger Hafens keine Zahlen gibt 1 kann man nur anhand der Veränderungen im Hamburger Hafen und der beteiligten Berufe beschreiben, wie sich das Auswanderergeschäft auf die wirtschaftliche Lage des Hamburger Hafens auswirkte. In der zweiten Hälfte der Arbeit wird es vornehmlich um Albert Ballin gehen, der als späterer Generaldirektor der HAPAG maßgeblich an der Entwicklung des Hamburger Hafens beteiligt war.
2. Zur Bedeutung des Hamburger Hafens im 19.Jahrhundert
Um ein Verständnis für die Bedeutung des Hamburger Hafens zu bekommen, muss man vor allem auf seine Einbettung in die regionale Umgebung eingehen. Die Konkurrenzsituation mit dem Bremer Hafen ist hier von Interesse.
Zunächst werde ich jedoch kurz den Charakter des Hamburger Hafens zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die Art der Waren- und Personenbeförderung vor Aufkommen der Dampfschifffahrt beschreiben. Anschließend widme ich mich dem Vergleich zwischen Hamburg und Bremen, der Konkurrenzsituation zwischen beiden Häfen und den daraus folgenden Konsequenzen.
2.1 Der Hamburger Hafen im 19. Jahrhundert
Bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts legten im Hamburger Hafen sowohl zur Waren- als auch Personenbeförderung ausschließlich Segelschiffe an. Die Frachtensegler wurden von kleinen Booten (Ewern und Schuten) be- und entladen und beförderten in ihren Zwischendecks Auswanderer, die auf beschwerliche Weise über Land den Weg nach Hamburg genommen hatten.
1 Andrea Brinckmann u.a., „Seht, wie sie übers große Weltmeer ziehn!“: Die Geschichte der Auswanderung über
Hamburg, Bremen 2008, S.71
Diese beschwerliche und gesundheitlich risikoreiche Art der Auswanderung veränderte sich hauptsächlich durch die technischen Entwicklungen des Dampfschiffs und den Ausbau der Eisenbahnnetze, was auch eine Umgestaltung des Hamburger Hafens nach sich zog. Man war durch den nun erhöhten Warentransport sowie die stärkere Vernetzung zwischen Hafen- und Schienennetz dazu gezwungen, die Schiffe direkt an Kaimauern mit Kränen zu be- und entladen, um einen reibungsloseren und vor allem schnelleren Warenumschlag zu ermöglichen. Mit dem durch den technischen Fortschritt einhergehenden Boom im Warenumschlag ging auch eine Welle von Reedereigründungen einher, die neben dem Warentransport und dem Bau neuer Schiffe auch damit begannen, für die Personenbeförderung extra Schiffe zu bauen. 2 Die logistisch und technisch nun mögliche Bewältigung umfangreicherer Personenbeförderung konnte so auf die im Zuge von Pogromen, einer Verelendung im Zuge zunehmender Industrialisierung, Missernten und steigender Arbeitslosigkeit anschwellenden Auswandererströme von Osten reagieren.
2.2 Der Hamburger Hafen im norddeutschen Vergleich
Untersucht man den Hamburger Hafen bezüglich seiner regionalen Bedeutung, so kommt man um einen Vergleich mit Bremen nicht herum. Erst einige Jahre nachdem Bremen das Geschäft mit den Auswanderern entdeckt hatte reagierte auch Hamburg auf diesen neuen lukrativen Geschäftszweig und machte sich die Auswandererwellen zunutze. Warum Hamburg im Gegensatz zu Bremen erst spät in dieses Geschäft einstieg hing mit der Angst zusammen, dass mittelose Reisende möglicherweise der Armenfürsorge zur Last fallen könnten. 3 Ferner sah man in Hamburger zunächst auch keinen Grund, diesen Geschäftsbereich zu erschließen, da der Hamburger Hafen unabhängig davon wuchs und florierte. 4
Diese in Hamburg existierende Wirtschaftsstärke hatte Bremen aufgrund seiner Lage weit im Landesinneren nicht entwickeln können. Durch die ungünstige Verkehrslage 5 wurde in Bremen wenig Ware nach Übersee verschifft und viele Frachtschiffe fuhren nur von Amerika nach Bremen beladen, was sich negativ auf die Preisgestaltung auswirkte und Bremen
2 Gisela Gerdes, Auswandererhafen im 19.Jahrhundert, Hamburg 1986, S.11
3 Hans-Hermann Groppe, Hamburg als Auswandererhafen, in: Groppe/Wöst, Über Hamburg in die Welt,
Hamburg 2007, S.12
4 Rolf Engelsing, Bremen als Auswanderungshafen 1683 - 1880, in: Schwebel, Karl H. (Hrsg.),
Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen, Heft 29, S.55
5 Auffallend ist, dass auch Hamburg weit im Landesinneren liegt. Dieses Argument lässt sich also nur halten,
wenn man davon ausgeht, dass die Elbe als Transportweg für die Binnenschifffahrt womöglich bedeutender war
als die Weser in Bremen.
4
Arbeit zitieren:
Michael Jöde, 2007, Zum Einfluss der Auswanderungsbewegung auf die Bedeutung des Hamburger Hafens um die Jahrhundertwende, München, GRIN Verlag GmbH
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