INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 2
2.1 Definition Nachtarbeit und deren Gründe 2
2.2 Physiologische Grundlagen bei Nachtarbeitern 3
2.3 Pathologische Folgen der Nachtarbeit 5
3 Entwicklung der Fragestellung 6
4 Thema und Zielsetzung des Projektes 7
5 Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes 8
6 Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis 11
6.1 Essgewohnheiten von Nachtarbeitern 11
6.2 Mögliche Folgen der unangepassten Ernährung im Nachtdienst 14
6.3 Studien mit Lösungsansätzen 15
7 Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanzsi
cherung 16
7.1 Umsetzbarkeit in die Praxis 16
7.2 Umsetzungsprobleme 18
7.3 Strategien zur Akzeptanzsicherung 18
7.4 Einbindung in bestehende Strukturen 19
8 Durchführung 20
8.1 Vorbereitungsphase 20
8.2 Planungsphase 21
8.3 Durchführungsphase 22
8.4 Abschlussphase 22
iii
INHALTSVERZEICHNIS
9 Finanz- und Zeitplanung 22
9.1 Finanzplanung 22
9.2 Zeitplanung 24
10 Evaluation 24
11 Erwartbare Ergebnisse 25
12 Übertragbarkeit 26
Literaturverzeichnis 27
Abbildungsverzeichnis 30
Tabellenverzeichnis 30
A Anhang: Informationen A 1
B Anhang: Inhalte der Website B 1
B 1 Einleitung B 1
B 2 Buttons auf der Navigationsleiste B 1
B 2 1 Wissenswertes B 1
B 2 2 Empfehlungen zur Ernährung B 1
B 2 3 Mahlzeiten richtig verteilen B 3
B 2 4 Weitere Fitmacher B 4
B 2 5 Rezeptideen B 5
B 2 6 Quiz B 5
B 2 7 Forum B 5
iv
1 Einleitung
In Deutschland arbeiten 9,2 % aller Arbeitnehmer regelmäßig oder ständig in der Nacht [Seifert 2005]. Also zu einer Tageszeit, die dem Biorhythmus zuwider läuft. Denn fast alle Körperfunktionen unterliegen einem tagesperiodischen Wechsel. Diese sind so gesteuert, dass sie zwischen einer Leistungsbereitschaft am Tage (ergotrope Phase) und der Erholungsbereitschaft in der Nacht (trophotrope Phase) wechseln. Damit stellt das Arbeiten gegen die „Innere Uhr“ (Body Clock) eine zusätzliche Belastung zur Arbeitstätigkeit dar, auf die mit zusätzlicher Anstrengung reagiert werden muss. Diese Desynchronisation der Zeitstruktur birgt nach einhelliger Auffassung der arbeitsmedizinischen und arbeitswissenschaftlichen Forschung erhebliche gesundheitliche Risiken [Priester 1994].
So gelten unter anderem Kreislaufstörungen und Magen-Darm-Erkrankungen als nachgewiesene gesundheitliche Folgen der ungünstigen Arbeitszeitbedingungen. Deren Ursache liegt jedoch auch an für den Körper ungünstigen Essenzeiten und Essgewohnheiten. So verzichten Schichtarbeiter häufig auf das Mittagessen, essen nachts häufig schwer verdauliche Kost und trinken große Mengen anregender Getränke. Fehlernährung und Übergewicht können die Folge sein [Beermann 2008]. Die Regeln einer gesunden Ernährung im Nachtdienst sind kaum bekannt. Eine bedarfsgerechte Ernährung spielt daher eine erhebliche Rolle für die Erhaltung der Gesundheit und eine optimale Leistungsfähigkeit der Schichtdienstleistenden. In der vorliegenden Arbeit wird anhand von Forschungsergebnissen (vgl. Kapitel 6) herausgestellt, wie ein auf die spezifische Situation des Schichtarbeiters zugeschnittener Ernährungsplan zu einer Risikominderung beitragen kann. In Kapitel 8 wird beschrieben, wie diese Ergebnisse mit entsprechenden Lösungsvorschlägen dem betroffenden Personenkreis vermittelt werden können.
Zunächst wird in Kapitel 2 auf die medizinischen Grundlagen und Definitionen von Nachtarbeit eingegangen.
1
2 Grundlagen
2.1 Definition Nachtarbeit und deren Gründe
Das Arbeitszeitgesetz (§6) definiert die Nacht als die Zeit zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr. Nachtarbeitnehmer im Sinne des Gesetzes sind Arbeitnehmer, die mindestens zwei Stunden in der Nacht arbeiten. Die Gründe für Nachtarbeit sind vielfältig:
1. Technische Gründe (z. B. um Produktionsprozesse nicht zu unterbrechen)
2. Soziale Gründe (Versorgung der Bevölkerung rund um die Uhr muss gewährleistet sein: z. B. Krankenhäuser, Elektrizitätswerke, Verkehrsmittel und andere Dienstleistungsbereiche)
3. Wirtschaftliche Gründe (z. B. Ausnutzung von Maschinen und Anlagen)
Mit der Globalisierung des Arbeitsmarktes und der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeiten greifen immer mehr Betriebe auf atypische Arbeitszeitformen zurück. Somit hält der Trend zur Wechselschicht und damit auch zur Nachtarbeit ungebrochen an (vgl. Abbildung 1). Besonders betroffen sind ArbeitnehmerInnen im Sozial-, Sicherheits- und Dienstleistungsbereich sowie in der Produktion und in den Versorgungsbetrieben.
Abbildung 1: Schicht-, Nacht-, und Wochenendarbeit der abhängig Beschäftigten 1991 und 2004 in Prozent (nach [Seifert 2005]).
2
Dies kann beispielsweise betriebswirtschaftliche Vorteile haben, wirkt sich jedoch auch negativ auf die Gesundheit und die Teilhabe am familiären Leben aus. Denn der Mensch ist grundsätzlich tagaktiv und somit am Tag leistungsfähig und in der Nacht auf Erholung und Regeneration eingestellt. Eine Reihe von Körperfunktionen erreicht nachts ihr Minimum. Dazu gehören unter anderen die Verdauung und der Stoffwechsel (vgl. Abbildung 3). Aus diesem Grund stellt die Ernährung während des Nachtdienstes ein besonderes Problem dar.
2.2 Physiologische Grundlagen bei Nachtarbeitern
Ausgangspunkt aller Abhandlungen die sich mit der beruflichen Beanspruchung durch Nachtarbeit auseinandersetzen sind die Erkenntnisse über die circadiane Rhythmik. Diese bestimmt die menschliche Leistungsfähigkeit und erstreckt sich über einen Zyklus von ca. 25 Stunden [Aschoff 1998]. Doch sie bestimmt bei weitem nicht nur die Schlaf- und Wachbereitschaft, sondern steuert auch Körpertemperatur, Stoffwechselvorgänge, Hormonspiegel, Muskeltonus, Zahl der Leukozyten, Puls & Blutdruck, Vegetatives Nervensystem, Reaktionszeit, Stimmungslage und Aufmerksamkeit (vgl. Abbildung 3).
Abbildung 2: Durchschnittliche tägliche physiologische Leistungsbereitschaft in Prozent. Im Nachtdienst liegt die Leistungsfähigkeit des Menschen unter 40 % des täglichen Durchschnitts (nach [Korczak 2002]).
3
Abbildung 3: In der Nacht ruht sich der Körper aus und senkt alle seine Körperfunktionen auf ein Minimum herab (nach [Münstermann und Preiser 1978]).
Diese physiologischen Prozesse unterteilen sich in eine Phase die den Menschen in Leistungsbereitschaft versetzt und in eine Phase, die der Regeneration der verausgabten Leistung dient. Nachtarbeiter sind jedoch mehr oder weniger dazu gezwungen, asynchron zu ihrer Leistungs- und Regenerationsbereitschaft zu leben (siehe Abbildung 2).
Dabei gilt es grundsätzlich festzuhalten, dass eine physiologische Anpassung des Menschen an die Nachtarbeit nicht erfolgt. Eine Umkehrung des Biorhythmus bei festliegender sozialer Umgebung ist nicht möglich [Hahn 1992].
4
2.3 Pathologische Folgen der Nachtarbeit
Im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Desynchronisation äußern Nachtarbeitnehmer häufig folgende Beschwerden [Beermann 2008]:
• Schlafstörungen; Schlafdefizit/chronische Müdigkeit „chronique fatigue“,
• gastrointestinale Beschwerden,
• kardiovaskuläre Störungen,
• vermindertes Wohlbehagen (reduced wellbeing).
Doch neben Magen-Darmbeschwerden (vgl. Abbildung 4) können durch die Zeitverschiebungen bei der Einnahme von Mahlzeiten Appetitstörungen entstehen [Streich 1986]. Diese können ursächlich mit der verminderten Verdauungstätigkeit und unter Umständen unzureichenden Verpflegungsmöglichkeiten während der Nachtschicht in Verbindung gebracht werden. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen
Abbildung 4: Auswirkung von unterschiedlichen Schichtsystemen auf die Gesundheit am Beispiel von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (nach [Elsner u. a. 1993]).
Hinweise auf eine positive Korrelation von Nachtarbeit und Krebserkrankungen. Wesentliche Bedeutung wird dabei insbesondere den bei Nacht- und Schichtarbeit veränderten Melatoninspiegeln beigemessen. So führt die Störung der physiologischen circadianen Rhythmik unter anderem zu einer eingeschränkten Melatoninproduktion und folglich erniedrigten Spiegeln. Daher führt die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Nacht- und Schichtarbeit seit Dezember 2007 in der offiziellen Liste wahrscheinlich krebserregender Agenzien („probably carcinogenic to humans“) [IARC 2008].
5
3 Entwicklung der Fragestellung
Da das Wissen über eine angepasste Ernährung im Nachtdienst noch nicht weit verbreitet ist, führen die steigenden Nachtdienstmitarbeiterzahlen gezwungenermaßen auch zu einem Anstieg der mit dem Nachtdienst verbundenen möglichen Erkrankungen. Dies wiederum hat nicht nur persönliche Folgen für den Mitarbeiter (insbesondere Gesundheitseinschränkungen) sondern führt auch dazu, dass für die Krankenkassen und Arbeitgeber (durch krankheitsbedingte Ausfälle) erhöhte Kosten entstehen. Aus diesem Grund ist ein Handeln hier dringend erforderlich. Angesichts der ungünstigen Ernährungssituation von Nachtdienstleistenden werfen sich in diesem Kontext verschiedene Fragen auf, welche in der folgenden Tabelle dargestellt werden:
Tabelle 1: In Bezug auf die im vorherigen Kapitel erwähnten Grundlagen werden Fragen entwickelt, die im Zuge dieses Projekts gelöst werden sollen.
Es stellt sich also die Frage, inwieweit die Belastungen des Nachtdienstes durch angepasste Ernährung ausgeglichen werden kann.
Für die Wissensvermittlung gilt es hierbei ein Medium zu suchen welches möglichst viele Menschen nutzen können und welches auch jederzeit möglichst kostengünstig bereit steht.
6
4 Thema und Zielsetzung des Projektes
Entwicklung und Erstellung einer Internetseite (Website) über gesunde Ernährung im Nachtdienst mit dem:
Hauptziel:
Gesündere Ernährungsweise im Nachtdienst und damit Verhinderung/Verringerung der genannten Erkrankungen/Beschwerden, wie beispielsweise Magenbeschwerden und Schlafstörungen.
Kurzfristige Ziele:
• Vermittlung von Wissen über eine gesündere Ernährungsweise im Nachtdienst,
• durch das vermittelte Wissen Verhaltensänderungen bei den Ernährungs- und Essgewohnheiten einleiten,
• eventuell Verringerung von Müdigkeit und daraus resultierender Unfallgefahr.
Mittel- bzw. Längerfristige Ziele sind:
• Verringerung der problematischen Beschwerden wie Müdigkeit, damit auch Verringerung der Unfallgefahren,
• Verringerung/Vermeidung von Erkrankungen,
• günstigere/angepasste Ernährungs- und Essgewohnheiten,
• gesündere Mitarbeiter, die somit dem Arbeitgeber möglichst lange zur Verfügung stehen und das Gesundheitssystem möglichst wenig belasten.
Die kurzfristigen Ziele sind durch eine klar und einfach strukturierte, informative Website, die für jeden Mitarbeiter jederzeit bereit steht, realisierbar und in der Evaluationsphase mittels Fragebogen überprüfbar. Sollten beispielsweise Nachtdienstmitarbeiter nach der Durchführungsphase bei der Evaluation über eine Verringerung der Müdigkeit berichten, so kann davon ausgegangen werden, dass dies mit dem nun verfügbaren Wissen über eine gesündere Ernährungsweise im Nachtdienst in Verbindung gebracht werden kann.
Damit einhergehend resultiert eine Verringerung der Unfallgefahr.
7
Quote paper:
Frank Güllmeister, 2009, „Fit durch die Nacht.de“ - Entwicklung und Erstellung einer Website über gesunde Ernährung im Nachtdienst, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Berichterstattung nach den Terroranschlägen vom 11. September - Ethik...
Eine kommunikationswissenschaf...
Communications - Ethics in the Media
Essay, 13 Pages
Entwicklung von Unterrichtskonzepten zur Umsetzung des Altenpflegegese...
Lernfeld 1.1: Theoretische Gru...
Project Report, 44 Pages
Gesunde Einsatzkräfte im Rettungsdienst - GERD© - Projekt mit Zukunft
Entwicklung einer Unterrichtsk...
Project Report, 56 Pages
Potentialanalyse in der Personalentwicklung
Methoden und Bewertung
Business economics - Personnel and Organisation
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Gesundheitsziele auf Bundes- und Landesebene in Deutschland
Entwicklung von Ansätzen und I...
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
„Unsere Schule is(s)t gesund!“ - Ein Projekt zur Förderung ernährungsb...
Project Report, 44 Pages
Bestehende Belastungen und Beanspruchungen im Tätigkeitsbereich des Re...
Termpaper, 23 Pages
Die Rolle Hagens im Nibelungenlied
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Termpaper, 22 Pages
The "Classical Model" for practising Human Resource Manageme...
...or is there a need for an i...
Business economics - Personnel and Organisation
Essay, 17 Pages
Quasiexperimentielles Zeitreihendesign auf einer interdisziplinären Ki...
Diploma Thesis, 85 Pages
Zu: Lamnek, Siegfried 2005: Qualitative Sozialforschung, 4., vollständ...
Literature Review, 6 Pages
Entwicklung einer Konzeption für die Öffentlichkeitsarbeit: "Ges...
"Gesunde Retter: Keine Vi...
Communications - Public Relations, Advertising, Marketing
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
'Culture' is the same as 'Ideology'
English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Frank Güllmeister's text „Fit durch die Nacht.de“ - Entwicklung und Erstellung einer Website über gesunde Ernährung im Nachtdienst is now available as a printed book
Frank Güllmeister has published the text „Fit durch die Nacht.de“ - Entwicklung und Erstellung einer Website über gesunde Ernährung im Nachtdienst
Frank Güllmeister has uploaded a new text
EM-Lösungen Gesund und munter alt werden mit der richtigen Ernährung
Möglichkeiten und Grenzen der ...
Gisela Glaser
0 comments