Inhaltsverzeichnis
1. HINFÜHRUNG ZU EMILE UND ROUSSEA.U 3
2. INHALTSANGABE ÜBER „EMILE ODER VON DER ERZIEHUNG“ 5
2.1 Erstes Buch. 5
2.2 Zweites Buch. 6
2.3 Drittes Buch. 8
2.4 Viertes Buch. 9
3. BEZUGNAHME AUF UND PARALLELEN ZUM GESELLSCHAFTS-
VERTRAG.......................................................................................................................... 13
4. LITERATURVERZEICHNIS 15
4.1. Primärliteratur: 15
4.2. Sekundärliteratur: 15
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1. Hinführung zu Emile und Rousseau
Gibt man in die Maske der Internetsuchmaschine Google als Stichwort „Rousseau“ ein, findet sie ungefähr 1.590.000 Ergebnisse. Warum ist das Interesse an diesem Denker, nach annähernd 250 Jahren seines Wirkens ungebrochen hoch, obwohl sich nahezu jede seiner Aussagen in seinen diversen Werken widerspricht? Unbestritten ist Rousseaus Radikalität, mit der er, ohne Rücksicht auf die Meinung Anderer, seine Gedanken publizierte. So kann man in seinem selbst verfassten Vorwort über die Abhandlung „Emile oder von der Erziehung“ lesen, dass er nicht vorhabe über die „Ideen eines anderen, sondern über […][seine zu schreiben].Ich sehe die Dinge nicht so wie die anderen Menschen; das hat man mir schon lange vorgeworfen.“ (ROUSSEAU 1979: 6) Gerade durch diese radikal formulierten Thesen Rousseaus, die nicht mit der Denkweise der großen Masse und auch nicht der zeitgenössischer Philosophen vereinbar ist, provozierte er schon zu Lebzeiten unüblich viel Kritik als auch antithetische Stellungsnahmen. Er zog die Menschen durch seine unkonventionellen Gedanken in seinen Bann. Exemplarisch hierfür steht sein erster Discours, in dem er „[…] auf Anraten von Diderot - die im Thema genannte Frage nicht bejahte, wie alle anderen, sondern heftig verneinte.“ ( BLUM 1997: 156) Um den großen Nachruhm Rousseaus begreifen zu können, muss man sich besser mit dem damaligen historischen Umfeld auseinandersetzen. Jean Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf in eine Republik hineingeboren, in der er den größten Teil seines Lebens verbrachte. Er nahm den spanischen Erbfolgekrieg, den großen nordischen Krieg, sowie unter anderem den letzten der drei schlesischen Kriege, den siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 wahr. Die politisch-historische Situation und die Eindrücke republikanisch- demokratischer Staatsführung nahm auf seine Vorstellung von Politik großen Einfluss. Diese Ideale der Republik, in der Zeit der Aufklärung, gab er mit großem Herzblut an seine Leser weiter. Bis zum Ausbruch der Französischen Revolution gewannen seine Gedanken und die Lehre von der Volkssouveränität an Bedeutung. Da diese Lehre Grundlage für die politischen Ziele der Französischen Revolution geworden war, wird Rousseau auch oft als deren Vater tituliert. „Wenige Philosophen haben das Verhältnis zwischen Leben und Werk so dramatisch thematisiert wie Rousseau. Der - ganz und gar moderne- Wunsch, sein Leben in Einklang mit seiner Philosophie zu bringen, bewog Rousseau , so viel über sich selbst zu schreiben.“ ( DURAND 2007 : 10) Seine Biographie steht immer eng im Zusammenhang mit seinen Werken und vice versa. Im Erziehungsroman „Emile“ wird deutlich, wie verschlungen seine eigene Jugend mit der des Jungen Emile ist. Als zweites Ich trennt sich dieser erst mit der Heirat Sophies von Rousseau. Ganz wie Emile kommt der junge Jean-Jacques 1724, mit nur
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12 Jahren, in eine Lehre. Dort macht er Erfahrungen, die er durch Emile an seine Leser weitergibt. Nach einem Leben der stetigen Flucht und selbst bestimmten, abrupten Entbindungen gefestigter Verhältnisse, stirbt Rousseau in völliger Vereinsamung und geplagt von paranoiden Wahnvorstellungen im Juli 1778 auf einem Landgut, nahe Paris. Sogar die Reise durch fremde Länder und erwähnte Brüche fester Bindungen, projiziert Rousseau in die temporäre Trennung Emiles´ von Sophie. Dieses offene Geheimnis nutzen seine Zeitgenossen für eine gerechtfertigte, wenn auch harte Kritik. Nach deren Auffassung sei der „Emile“ „ein Produkt des schlechten Gewissens[,] des schlechten Vaters Rousseau, der es vorzog, seine eigenen Kinder ins Findelhaus zu verbannen.“ ( HOLMSTEN 1972: 111) Des weiteren attestieren ihm seine Kritiker eine allenfalls dürftige Erfahrung in der Kindeserziehung. Sie stützen sich dabei auf die mangelnde pädagogische Praxis, zum Einen durch die Verstoßung seiner eigenen Kinder und zum Anderen durch die nur einjährige intensivere Befassung mit der Materie Kind als Erzieher 1740 in Lyon. Die Annahme einer Bewältigung von Schuldgefühlen wird von Jean-Jacques selbst bekräftigt, wenn er schreibt, er wolle einen imaginären Schüler „von dem Augenblick seiner Geburt an bis zu demjenigen zu führen, wo er ein fertiger Mann geworden ist und keinen andern Führer mehr brauchen wird als sich selbst.“ (ROUSSEAU 1979 :29) Liest man sich tiefer in den „Emile“ ein, erfährt man, dass Emile zwar ein sehr tugendhafter, aber sonst recht durchschnittlich begabter Junge ohne besondere Talente ist. Sogar Rousseau stellt sich in einem seiner vielen inneren Monologe die Frage, ob es überhaupt möglich sei, einen Erzieher zu finden, der erstens für die Ausbildung des Heranwachsenden erzogen wurde und zum Zweiten über 15 Jahre seines Lebens für einen Durchschnittsknaben selbstlos bereit ist zu opfern. Im folgenden Satz beantwortet er die Frage mit diesen ironischen Worten: „Wir wollen aber einmal annehmen, dieses Wunder sei gefunden.“ (ROUSSEAU 1979 :28) Er unterstreicht mit dieser knappen Antwort ein weiteres Mal, dass der „Emile“ wie auch der Gesellschaftsvertrag, der eine Art Anhang zum Emile darstellt, „vor allem der Erkennung und nicht der Verwirklichung des Gedachten dient.“ (HENTIG 2004 :12) Erst bei der abwechselnden Lektüre des „Contrat Social“ und dem „Emile“ erschließt sich dem Leser das komplette Werk. Rousseau selbst bezeichnete jedoch den „Emile“ als sein wichtigstes Werk, dass ihn 20 Jahre Nachdenken und 3 Jahre Arbeit gekostet hätte. Gleicht man die von ihm genannten Daten mit seiner Biographie ab, stellt man fest, dass genau 20 Jahre seit seiner Hauslehrerzeit in Lyon und der Fertigstellung des „Emile“ 1760 vergangen waren. Trotzdem enttäuschte er viele Leser, die nach der „Neuen Heloise“ einen weiteren gefühlvollen Liebesroman erwartet hatten und nun ein Mischprodukt aus Roman, Abhandlung und Traktat vorliegen hatten.
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2. Inhaltsangabe über „Emile oder von der Erziehung“
„Alles ist gut, wenn es aus den Händen des Urhebers der Dinge kommt; alles entartet unter den Händen des Menschen.“ (ROUSSEAU 1979 :9) Mit diesem einleitenden Satz seines Werkes „Emile“, verweist Rousseau sogleich auf die von ihm herausgearbeitete Thematik des ersten Discours. Die Fragestellung lautete dort, ob die Wiederherstellung der Wissenschaft und Künste zur Läuterung der Sitten beigetragen habe. Auch im Emile stellt er heraus, dass er in der Abkehr von der Natürlichkeit und der Natur an sich den Grund der verweichlichten, dekadenten, sowie schlechten Gesellschaft sieht. Im Emile geht es darum, einem von Gott gemachten, natürlichem Geschöpf die Natürlichkeit zu erhalten, indem man es, geführt von einem Erzieher, von den schädliche Einflüssen der Gesellschaft fern hält und auf die Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages vorbereitet. Rousseau beschreibt in jedem der fünf Bücher einen weiteren Lebensabschnitt des imaginären Zöglings Emile, angefangen mit dessen Geburt.
2.1 Erstes Buch
Im ersten Buch werden die ersten Lebensjahre des Babys Emile beschrieben und wie eine, dem Kindesalter entsprechende, Erziehung auszusehen hat und was beachtet werden muss. Bevor ich auf vier Leitsätze der Erziehung im Kindesalter zu sprechen komme, möchte ich ein paar exemplarische Textpassagen darstellen. „Kaum ist das Kind aus dem Mutterleib hervorgegangen und genießt die Freiheit, sich zu bewegen und seine Gliedmaßen auszustrecken, so fesselt man es von neuem […] man befestigt den Kopf sogar durch Kopfbänder. Man scheint zu befürchten, es könne so aussehen, als wenn es lebt.“ (ROUSSEAU 1979 :18) Rousseau spricht in dieser Textpassage die damals typische mumienhafte Windeltechnik an, die jegliche Bewegungen des Babys einschränkten. Er möchte mit seinen Vorschlägen bewirken, dass das Kind von Geburt an frei ist. „Man denkt nur daran, sein Kind zu erhalten.[…] Man muss es auch lehren,[…] die Schläge des Schicksals zu ertragen[…]. Ihr mögt ruhig Sorge tragen, dass es nicht sterbe: Es wird dennoch sterben müssen[…].Es kommt weniger darauf an, dass man es daran hindert zu sterben, als dass man es leben läßt.“ (ROUSSEAU 1979 :17) Rousseau will dem Leser damit dramatisch vermitteln, dass alles zugelassen werden soll, was das Kind abhärtet und stark macht. Frei nach dem Motto: „Alles was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker“ und bereitet nach Jean-Jacques den Menschen auf die schwierigen Situationen im Leben vor. Er will deutlich
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Arbeit zitieren:
Kilian Kärgel, 2007, Politik und Pädagogik: Der "Emile" (1762), München, GRIN Verlag GmbH
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