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Asset Backed Securities
Eine Finanzierungsmöglichkeit für mittelständische Unternehmen?
Hausarbeit zur Veranstaltung
Geld und Kredit
Sommersemester 2008
Sophus Vandenburg
Bachlorestudiengang: Sozialökonomie
4. Fachsemester
Hamburg, 01.10.2008
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung...1
2. Zur Situation der Mittelstandsfinanzierung...2
2.1. Definition und Finanzierungssituation im Mittelstand...2
2.2. Veränderungen im Bankensektor und ihre Folgen für die Finanzierung...4
3. Asset Backed Securities Kapitalbeschaffung durch Verbriefung...5
3.1. Grundlagen von Asset Backed Securities...5
3.2. Ablauf einer ABS-Finanzierung...7
4. Zur Marktsituation für Asset Backed Securities...9
5. Der Einsatz von ABS auf mittelständische Unternehmen...10
5.1. Anforderungen...10
5.2. Kosten...11
5.3. Nutzen...12
6. Fazit...14
Literaturverzeichnis...16
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1. Einleitung
Der Bankkredit ist seit Jahren die Hauptfinanzierungsquelle mittelständischer
Unternehmen in Deutschland. Durch die Einführung der neuen Baseler
Eigenkapitalvorschrift (Basel II), das stärkere Interesse zum Kapitalmarkt, eine
anhaltende Konjunkturflaute sowie die gestiegene Anzahl von Insolvenzen, rückt die
Attraktivität des Kreditgeschäfts für Banken in ein dunkleres Licht. Politik-,
Wirtschafts- und Medienexperten prognostizieren zudem eine Kreditverknappung
innerhalb des Mittelstands. Nicht selten verzeichnen Unternehmen lukrative Aufträge,
oftmals müssen sie jedoch dafür in Vorleistung treten. Der Unternehmenserfolg ist
also stark mit der Unternehmensfinanzierung sowie der Liquidität verbunden.
Deshalb werden Finanzierungsalternativen, die den Bankkredit ersetzen oder
ergänzen, für den Mittelstand zunehmend attraktiver. Eine Alternative stellt Asset
Backed Securities dar. Die Idee des Finanzierungsinstrumentes ist es, sich durch
den Verkauf von Forderungen Liquidität am Kapitalmarkt zu beschaffen. Ziel dieser
Arbeit ist es die Tauglichkeit der Finanzinnovation als Finanzierungsquelle für den
Mittelstand zu analysieren.
Nach der Einleitung wird im zweiten Kapital der Begriff Mittelstand definiert sowie die
Situation der Mittelstandsfinanzierung beschrieben, um genauer auf die
Finanzproblematik eingehen zu können.
Kapitel drei beschäftigt sich mit den Grundlagen von Asset Backed Securities und
dem Ablauf einer ABS-Finanzierung, indem die Grundstruktur und die Parteien
innerhalb des Finanzierungsprozesses vorgestellt werden.
In Kapitel vier wird kurzbündig die Marktsituation für Asset Backed Securities
untersucht, worauf in Kapitel fünf der Einsatz, auf Grundlage von Anforderung,
Kosten und Nutzen, auf mittelständische Unternehmen analysiert wird.
Kapitel sechs beendet die Hausarbeit mit einem Fazit, wobei die gewonnen
Erkenntnisse einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Asset Backed
Securities als Finanzierungsquelle für den Mittelstand geben soll.
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2. Zur Situation der Mittelstandsfinanzierung
2.1. Definition und Finanzierungssituation im Mittelstand
Um die Tauglichkeit zur Verwendung von Asset Backed Securities (ABS) auf den
Mittelstand zu untersuchen, muss nach einer verkürzten Definition für den Begriff
"Mittelstand", auf die Situation der Mittelstandsfinanzierung eingegangen werden.
Vorweg sei darauf hingewiesen, dass der Begriff Mittelstand ausschließlich in
Deutschland verwendet wird. Hingegen man in anderen Ländern von ,,kleinen und
mittleren Unternehmen" (KMU) bzw. ,,small- and medium-sized enterprises" (SME)
spricht. Hinsichtlich der Branche, Rechtsnorm oder Größe von Unternehmen ist es
schwer den Begriff "Mittelstand" zu definieren. Daher dienen im Wesentlichen zwei
Einordnungsverfahren für die Zuordnung. Zum einen nach der
Größenunterscheidung der Europäischen Kommission, die sich ausschließlich der
quantitativen Merkmale bedient, um Gruppen von Unternehmen zu differenzieren.
Ausschlaggebend ist hier die Anzahl der Beschäftigten, der Jahresumsatz in Mio.,
die Bilanzsumme in Mio., sowie die wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Anzahl der
Beschäftigten
Jahresumsatz
in Mio.
Bilanzsumme in
Mio.
Kleinstunternehmen
9
2
2
Kleine Unternehmen
10-49
10
10
Mittlere Unternehmen
50-249
50
43
Tab. 1: Größenunterscheidung der Europäischen Kommission
1
Nach dem Kriterium der Unabhängigkeit dürfen nicht mehr als 25% des Kapitals oder
der Stimmanteile im Besitz eines oder mehrer Unternehmen sein, die die KMU-
Definition nicht erfüllen
2
.
Zum anderen hat sich in Deutschland die Unternehmensdefinition des IfM Bonn,
basierend auf quantitativen Kriterien wie Beschäftigungsanzahl und Jahresumsatz
sowie qualitativen Kriterien, weitestgehend durchgesetzt.
1
Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI - 2007): S. 9
2
Vgl. Europäische Kommission (2006): S. 17
3
Anzahl der Beschäftigten
Jahresumsatz in Mio.
Kleine Unternehmen
9
1
Mittlere Unternehmen
10-499
50
Tab. 2: Größenunterscheidung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM)
3
Zu den qualitativen Kriterien gehören eine enge Verbindung zwischen dem
Unternehmer zu seinem Unternehmen sowie den Beschäftigten
4
, die Einheit von
Unternehmensführung und Eigentum sowie die Unternehmensunabhängigkeit
5
. Etwa
94,8% aller mittelständischen Unternehmen sind nach dem IfM vollständig
unabhängig und somit nicht mit anderen Unternehmen verbunden
6
.
In dieser Hausarbeit wird für den Begriff "Mittelstand" die Definition des IfM Bonn
verwendet, wobei Unternehmen, welche die quantitativen Kriterien überschreiten, die
qualitativen Kriterien aber erfüllen, ebenfalls zum Mittelstand gezählt werden. Der
Hintergrund liegt bei den Schlüsselzahlen zum Mittelstand nach IfM Bonn. Demnach
machten in 2008 mittelständische Unternehmen gemäß der quantitativen Definition
99,7% aller deutschen Unternehmen aus, in denen etwa 70,8% der Beschäftigten
und 39,8% aller Umsätze erwirtschaftet sowie 82,9% Auszubildende ausgebildet
wurden
7
. Da es in Deutschland keine Offenlegungspflicht für Einzel- und
Personengesellschaften gibt, ist insbesondere die Finanzierungssituation des
Mittelstands schwierig und wenig transparent. Es können folglich nur Tendenzen
aufgezeigt werden. Mittelständische Unternehmen in Deutschland weisen eine im
internationalen Vergleich niedrige Eigenkapitalquote von 15,1% auf
8
. Die Bildung von
stillen Reserven und umfangreiche Rückstellung, haben die Fremdfinanzierung
maßgeblich vereinfacht und die Notwendigkeit zur Erhöhung der Eigenkapitalquote
gemindert. Durch die gewählte Rechtsform vieler mittelständischen Unternehmen
und/oder ihrer zu geringen Bruttoeinnahmen, besteht nur eine eingeschränkte
Emissionsfähigkeit, so dass der Zugang zum Kapitalmarkt weitestgehend versperrt
bleibt
9
. Ein begrenztes Privatvermögen und die ablehnende Haltung zur Aufnahme
neuer Gesellschafter, aufgrund der Unabhängigkeitsbestrebung, schränkt die Option
3
Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI - 2007): S. 9
4
In Deutschland werden knapp 90% der mittelständischen Unternehmen von Inhabern geführt. Vgl.
Deutscher Sparkassen- und Giroverband (2003), S.10
5
Vgl. Günterberg, B.; Wolter, H.-J. (2002): S. 21
6
Vgl. Günterberg, B.; Wolter, H.-J. (2002): S. 16
7
Vgl. Statistisches Bundesamt; Bundesagentur für Arbeit; Berechnung des IfM Bonn 04/2008
8
Vgl. IfM Bonn (2008): S. 6
9
Vgl. Ahrweiler, S. und Börner, C. J. (2003): S. 7
4
der äußeren Eigenfinanzierung ein. Beschränkt ist ebenso das
Selbstfinanzierungspotential, welches abhängig von der Ertragskraft und der
Gewinnausschüttung ist. Aus einer niedrigen Eigenkapitalquote folgt eine hohe
Fremdkapitalquote, die oft an langfristigen Bankkrediten gebunden ist
10
. Zusätzlich
werden Lieferantenkredite hinzugezogen, die jedoch im Vergleich zum Bankkredit
eine eher teure Form der Finanzierung darstellen. Auch mittelständische
Unternehmen gewähren ihren Kunden Zahlungsziele, welche die Unternehmen als
Forderung verbuchen und somit selbst zum Kreditgeber werden. Insbesondere diese
Art der Forderung macht einen erheblichen Anteil am Umlaufvermögen aus
11
. Es
wird also Liquidität gebunden, welches bis zur Begleichung der Forderung nicht zur
Verfügung steht. Im Unternehmen entsteht damit nicht nur totes Kapital, sondern
auch ein Aufwand insbesondere in der Verwaltung und Risikoabsicherung, im Fall
wenn Kunden entweder verspätet oder gar nicht zahlen. Das Risiko der
Forderungsausfälle hat durch Konjunkturschwäche und steigender Insolvenzen
zugenommen. 2007 wurden 139.510 Insolvenzen in Deutschland gemeldet, das sind
12,3% mehr als im Vorjahr. Darunter fallen 27.490 Unternehmensinsolvenzen, was
67 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entspricht
12
. Zu dem sind im ersten Halbjahr
2007 bei jedem Zehnten Unternehmen Forderungen in beträchtlicher Höhe
ausgefallen
13
. Hinzu kommt der Kundenwunsch zu Einräumung immer längerer
Zahlungsziele, die häufige überschritten werden. Dies kann zum einen am
vorherrschenden Käufermarkt und zum anderen an der Verschlechterung der
Zahlungsmoral liegen. Wobei beide Faktoren sich weitgehend interdependent
verhalten.
2.2. Veränderungen im Bankensektor und ihre Folgen für die Finanzierung
Die Hauptfremdfinanzierungsquelle mittelständischer Unternehmen, der Bankkredit,
unterliegt gegenwärtig einem Veränderungsprozess. In Fachkreisen spricht man
auch von einer "Kreditklemme", was eine regressive Kreditvergabe deutscher
Banken meint. Ursachen hierfür sind konjunkturell bedingte Insolvenzen und die
neue Eigenkapitalrichtlinie der Banken, welche seit Beginn 2007 laut Basel II gilt.
10
Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI - 2007): S. 40
11
So lag, nach Angabe der IKB-Daten im Jahr 2002, der Anteil der Forderung aus Lieferung und
Leistung am Umlaufvermögen bei etwa 35%
12
Vgl. Creditreform (2008): S. 2, 6 und 8
13
Vgl. Creditreform (2008): S.2
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