Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“ - Zur Bedeutung des Schattensymbols
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss 1
2. 1 Über Dichter Hugo von Hofmannsthal 1
2. 2 Die Zusammenarbeit mit Richard Strauss 2
2. 3 Zu Hofmannsthals "Ad me ipsum" 4
3. Die Opernfassung „Frau ohne Schatten“ 5
3. 1 Inhaltsangabe 5
3. 2 Figurenkonstellationen und Schauplätze 8
3. 3 Zur Bedeutung des Schattensymbols 12
3. 4 Der Weg in die "Existenz" 14
4. Fazit 15
5. Literaturverzeichnis 17
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Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“ - Zur Bedeutung des Schattensymbols
1. Einleitung
Im Ergebnis der Zusammenarbeit von Hugo von Hofmannsthals und Richard Strauss entstehen viele Operndichtungen. Ein Produkt dieser Zusammenarbeit ist die Oper „Frau ohne Schatten“, die sich am Vorbild der „Zauberflöte“ Mozarts sowie den Zaubermärchen Gozzis und Raimunds orientiert. 1 Hugo von Hofmannsthal hat zu dem Thema „Frau ohne Schatten“ auch eine Prosafassung bzw. Erzählung verfasst, an der er zwischen 1912 und 1919 gearbeitet hat. 2 Im Rahmen dieser Arbeit wird ausschließlich der Operntext Hofmannsthals bearbeitet.
Zunächst wird die Biographie des Autors kurz in den wesentlichen Aspekten beschrieben und darüber hinaus auf die Zusammenarbeit des Dichters und des Komponisten eingegangen. Anschließend wird kurz auf zentrale Aspekte des „Ad me ipsum“ eingegangen, die für das Verständnis der Oper unentbehrlich sind. Im zweiten Teil wird der Operntext kurz inhaltlich dargestellt. Bei der Bearbeitung des Textes beschränke ich mich inhaltlich auf die Interpretation der „Figurenkonstellationen und Schauplätze“, „Bedeutung des Schattensymbols“ und der „Wege zum Leben“, da diese meines Erachtens die wesentlichen Aspekte der Oper darstellen.
2. Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss
2. 1 Über Dichter Hugo von Hofmannsthal
Hugo Laurenz August von Hofmannsthal, geboren am 1. Februar 1874 in Wien, wuchs als Einzelkind bei seinen Eltern auf, die dem österreichischen Patriziat angehörten. Der Vater von Hofmannsthal, ein studierter Jurist arbeitete in einer Bank als Beamter. Er zählte zu den gebildeten und vornehmen Persönlichkeiten in der Gesellschaft. 3 Die Mutter soll eine Person mit nervöser Veranlagung gewesen
1 Mayer, Mathias: Hugo von Hofmannsthal. Metzler, Stuttgart 1993. S. 104
2 Ebd., S. 135
3 Volke, Werner: Hugo von Hofmannsthal mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt,
Reinbek 1997. S. 9
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Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“ - Zur Bedeutung des Schattensymbols sein. 4 Als Einzelkind wurde Hugo von Hofmannsthal von seiner Eltern besonders geliebt und in seiner intellektuellen Entwicklung sehr gefördert. 1884 tritt er ins Wiener akademische Gymnasium ein. Er galt als einer der besten Schüler des Gymnasiums. 5 Mit sechzehn Jahren veröffentlichte er sein erstes Werk, das Sonett Frage unter dem Pseudonym Loris Melikow. 6 1890 machte er Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Gustav Schwarzkopf, der ihn in den Literatenkreis des Cafe Griensteidl in Wien einführte, wo er weitere Vertreter dieses Kreises kennen lernte, die sein literarisches Schaffen wesentlich beeinflussten. 7
1892 erhielt Hofmannsthal sein Maturazeugnis und immatrikulierte sich an der Wiener Universität zum Jurastudium. 1894 leistet er das Freiwilligenjahr beim Dragonerregiment. 8 Nach der Rückkehr vom Militärdienst beginnt Hugo von Hofmannsthal mit dem Studium der Romanischen Philologie. Nach dem Abschluss des Studiums verfasste er eine Dissertation zum Thema „Sprachgebrauch bei den Dichtern der Plejade“ und 1901 habilitiert er sich mit der Schrift „Studie über die Entwicklung des Dichters Victor Hugo“. 9 Ebenfalls 1901 heiratete er Gertrud Schlesinger. Der Ehe entstammen drei Kinder. 1929 beging sein Sohn Selbstmord, ein Ereignis, das Hofmannsthal sehr erschüttert hat - noch am Tag der Beerdigung seines Sohnes stirbt er an einem Schlaganfall.
2. 2 Die Zusammenarbeit mit Richard Strauss
Den Komponisten Richard Strauss lernte Hugo von Hofmannsthal im Jahr 1900 kennen. Die Beziehung, zwischen Hofmannsthal und Strauss war nicht freundschaftlicher Natur - was die beiden Künstler verband, war das schöpferische Zusammenwirken. 10 Hofmannsthal arbeitet als Librettist für den Komponisten Richard Strauss. Die Zusammenarbeit beider Künstler stieß nicht selten auf
4 Ebd., S. 9
5 Vgl., Volke, Hugo von Hofmannsthal, S. 17
6 Vgl., Mayer, Hugo von Hofmannsthal, S. 3
7 Vgl., Mayer, Hugo von Hofmannsthal, S.3
8 Vgl., Volke, Hugo von Hofmannsthal, S. 51
9 Ebd., S. 52
10 Ebd., S. 97
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Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“ - Zur Bedeutung des Schattensymbols Schwierigkeiten, es gab zwischen ihnen oft Missverständnisse und Konflikte, da Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss zwei Individuen von gegensätzlicher Natur waren: Richard Strauss - ein robuster, sinnfroher Komponist und Hugo von Hofmannsthal - ein zeitferner, preziöser Dichter. 11 Nicht selten musste Hofmannsthal dem Komponisten psychologisch verschlüsselte Elemente innerhalb seines Werkes erläutern. Richard Strauss seinerseits wusste die dramaturgischen Schwächen des Dichters aufzuzeigen und ihn zu inspirieren. 12 Insgesamt war die Zusammenarbeit der beiden so gänzlich unterschiedlichen Künstler also davon gekennzeichnet, dass sie sich gegenseitig zu ergänzen und zu steigern wussten. 13 , so dass trotz der unterschiedlichen Charaktereigenschaften und künstlerischen Meinungsverschiedenheiten dem Dichter und dem Komponist eine enge und konstruktive Zusammenarbeit gelungen ist.
Diese Zusammenarbeit begann mit der Oper Elektra, die im Januar 1909 uraufgeführt wurde. 14 , ihr folgen weitere zahlreiche Opern: Der Rosenkavalier (1911 uraufgeführt), Ariadne auf Naxos (Uraufführung 1912), Frau ohne Schatten (1919), später denn die Ägyptische Helena (1928) und Arabella (1933). 15 Die Zusammenarbeit der beiden Künstler dauerte insgesamt zwei Jahrzehnte, und stieß bei den zeitgenössischen Mitmenschen oft auf Kritik, nur wenige konnten das Schaffen des Dichters als Librettist nachvollziehen, denn „Es wurde davon gesprochen, wie der Dichter vergewaltigt worden sei durch den Musiker, wie er sein bestes selbst verleugnet habe […], aber die Briefe zeigen, dass sich Hofmannsthal zu verteidigen wusste, wo es nottat, dass er standhaft blieb, wo es um wesentliche Gesichtspunkte im Dichterischen ging“. 16 Trotz Kritik der Zeitgenossen und zahlreicher Krisen in der Zusammenarbeit beider Künstler, wusste jeder die Arbeit des Anderen zu schätzen. So schreibt z. B. Richard Strauss über Hofmannsthal: „Er hatte nicht nur die Gabe, musikalische Sujets zu erfinden, er hatte einen Spürsinn dafür, welcher Stoff im gegebenen Falle meinem Bedürfnis entsprach, der einfach erstaunlich war“. 17
11 Krause, Ernst: Richard Strauss. Gestalt und Werk. Piper, München Zürich, 1988. S. 427
12 Ebd., S. 429
13 Ebd., S. 430
14 Vgl., Mayer, Hugo von Hofmannsthal, S.100
15 Ebd., S. 100 -108
16 Heuschele, Otto: Hugo von Hofmannsthal. Bildnis des Dichters. Stieglitz Verlag Steiermark,1990.
S. 52
17 Vgl., Krause, Richard Strauss, S. 429
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Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“ - Zur Bedeutung des Schattensymbols 2. 3 Zu Hofmannsthals „Ad me ipsum“
Beim Ad me ipsum handelt es sich um persönliche Aufzeichnungen bzw. Notizen von Hofmannsthal, die ursprünglich für den privaten Gebrauch, später für die wenigen Freunde bestimmt waren. 18 1919 stellte der Dichter dieses Manuskript dem jungen Wiener Literaturhistoriker Walther Brecht zur Verfügung in der Hoffnung auf eine „verständnisvolle Darstellung seiner Entwicklung als Dichter und auf eine angemessene Auffassung seines dichterischen Werks“. 19 Bereits im Jahr 1930, d. h. ein Jahr nach dem Tod von Hugo von Hofmannsthal wird Ad me ipsum von Walther Brecht publiziert.
Nach Mayer sind Hofmannsthals Aufzeichnungen für die Forschung sowohl notwendig als auch gefährlich. 20 Die Unentbehrlichkeit dieses Manuskripts ist darin begründet, dass es eine Fülle von Schlüsselinformationen zu den Werken des Dichters Hofmannsthal liefert, die aber nach Auffassung von Mayer mit Vorsicht zu genießen sind. Eine ähnliche Meinung vertritt Tarot. Er weist darauf hin, dass die Schlüsselworte in Ad me ipsum in höchstem Maße interpretationsbedürftig sind. 21 Im Zentrum des Ad me ipsum steht nach Walther Brecht die Entwicklung des Dichters und er unterscheidet zwischen drei Daseinsstufen, 22 Ewald Rösch hingegen konstatiert nur zwei Daseinsstufen und weist gleichzeitig auf einen „Zwischenzustand“ hin, der den Übergang zwischen beiden Stufen darstellt. 23 Der Begriff „Präexistenz“ wird mit vielfältigen Bedeutungsmustern belegt. Im Rahmen dieser Arbeit wird jedoch auf eine umfassende Darstellung der diesem Begriff zugeordneten Bedeutungen verzichtet, heraus gearbeitet werden nur die für die Interpretation der Textstellen wichtigsten Erklärungen. Belma Cakmur hat sich intensiv mit der Interpretation des Begriffes Präexistenz befasst, z. B.: Präexistenz der menschlichen Seele vor ihrer gegenwärtigen Verkörperung bzw. Geboren werden, Präexistenz als Lebensphase bzw. vorübergehender Zustand und Präexistenz als Stadium eines noch nicht individuell ausgeprägten Menschen. 24
18 Tarot, Rolf: Hugo von Hofmannsthal. Daseinsformen und dichterische Struktur. Max Niemeyer
Verlag Tübingen, 1970. S. 8
19 Ebd., S. 9
20 Vgl., Mayer, Hugo von Hofmannsthal, S. 170
21 Vgl., Tarot, Hugo von Hofmannsthal, S. 2
22 Ebd., S. 10
23 Ebd., S. 19
24 Çakmur, Belma: Hofmannsthals Erzählung die Frau Ohne Schatten. Ankara, 1952. S. 219 - 222
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Arbeit zitieren:
Eliza Kikvadze, 2007, Zu Hofmannsthals Oper „Frau ohne Schatten“, München, GRIN Verlag GmbH
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