Einf ührung 1
Der Aktienkauf 2
Theorie , Konsum und Wertpapiere 3
Information und Informationssuche 7
Das Entscheidungsmodell 9
Der auf Nutzen basierende Informationswert 11
Der Informationswert von „Noisy“ Information 14
Das “noisy Information Modell 16
Bezug zum Aktienkauf 17
Das „Confusing“ der „noisy“ Information 19
Zusammenfassung 21
Literaturverzeichnis 23
Grafik - und Formelverzeichnis 24
I
Einführung
Information spielt in Entscheidungsmodellen eine überaus wichtige Rolle und dient deren Lösung. Aus diesem Grund und ihrer praktischen Relevanz soll Information der Gegenstand dieser Arbeit werden.
In diesem Zusammenhang erhält der Informationsbeschaffungsprozess, der vor der Entscheidung über eine Handlungsalternative steht eine nicht unerhebliche Bedeutung. Der Informationsbeschaffungsprozess hat zum Ziel, das eigene Wissen in einem Entscheidungsszenario durch externe Informationen so zu vervollständigen, dass die Entscheidungssituation verbessert wird. Zeitliche und besonders finanzielle Restriktionen zwingen den Entscheider vor allem effiziente Informationen aus einem zur Verfügung stehenden Informationsangebot heraus zu filtern. Doch welche Information ist relevant?
Bei diesen Entscheidungsmodellen ist davon auszugehen, dass die Entscheidung unter Unsicherheit getroffen werden muss. Diese Unsicherheit wird durch eine Wahrscheinlichkeitsverteilung repräsentiert. Gerade unter diesen Prämissen stellt die Information ein Mittel zur Reduktion von Unsicherheit dar und hilft somit den Erwartungsnutzen einer Entscheidung zu optimieren. Jedoch ist fraglich, was passiert, wenn diesem Modell eine „noisy“ Information beigefügt wird. Bei dieser Art der Information spielt ihr Wahrheitsgehalt eine besondere Rolle. Eine „noisy“ Information ist eine Information, bei der der Wahrheitsgehalt unklar ist. Sie kann deshalb sowohl wahr, als auch falsch sein. Außerdem leidet bei einer „noisy“ Information häufig die Präzision des Informationsgehalts. In dieser Arbeit soll die Auswirkung einer sogenannten „noisy“ Information auf einen Konsumenten im Entscheidungsprozess untersucht werden. Es wird weiter eine Methode zur Evaluierung des Wertes einer Information in Bezug auf den Entscheidungsprozess beschrieben. Die Methode eröffnet die Möglichkeit, den Wert einer korrupten oder „noisy“ Information zu berechnen. Darüberhinaus wird auch versucht zu beantworten wie viel für eine Information bezahlt werden soll, wenn davon ausgegangen werden kann, dass eine höhere Bezahlung für eine Information auch eine bessere Information garantiert. Es soll eine rationale Theorie der Informationssammlung in Bezug auf das Treffen von Entscheidungen, vor allem in Situationen, in denen Informationsqualität von der Höhe der ausgegebenen Ressourcen abhängt, entwickelt werden. Dieses Modell beinhaltet sowohl Wahrscheinlichkeitstheorie, als auch Haushaltstheorie und Nutzentheorie. Es wird eine Form von entscheidungstheoretischen Modellen berücksichtigt,
Wahrscheinlichkeitsmodell Zusammenhängen, Entscheidungen, die Handlungen mit Konsequenzen verbinden, und einem Wertesystem, das diesen Konsequenzen zugeordnet ist. Zu Beginn wird nach einigen theoretischen Ausführungen das Standardrahmenwerk für die Beurteilung des Informationswertes geprüft und anschließend ein Modell für den Wert von „noisy“ Information entwickelt. Ein Anwendungsbeispiel in einem Informationssammlungs-und Entscheidungsmodell soll dies
veranschaulichen. Zum Schluss wird auf die Wirkung einer „noisy“ Information im Entscheidungssystem Bezug genommen und eine Erklärung dafür gegeben, warum eine „noisy“ Information einen Konsumenten verwirrt.
1
Der Aktienkauf
Zur Veranschaulichung der theoretischen Fakten dieser Arbeit soll das folgende Beispiel einen praxisnahen Bezug kreieren. Es wird folgender Sachverhalt angenommen: Der normale Konsument (K) möchte einen Teil seines Vermögens sparen und damit auf Konsum in Periode 1 verzichten, um mehr Geld für seinen Konsum in Periode 2 zu haben. Für das Sparen gibt es in der Realität viele Möglichkeiten in Form von Anlagen: Sparbuch, Tagesgeldkonto, Zertifikate, Aktien, Staatsanleihen, Bausparverträge, etc.
Nach reiflicher Überlegung hat sich der Konsument seinen individuellen Präferenzen nach für den Kauf einer Aktie entschieden. Es wird davon ausgegangen, dass die Anlage in Aktien die einzige Anlageform ist, die den Präferenzen des K entspricht. Er hat sich bereits eine bestimmte Aktie (A) eines namhaften Automobilherstellers herausgesucht.
Er muss sich nun entscheiden, ob er diese Aktie kauft oder nicht. Wenn er die Aktie kauft und deren Kurs bis zur Periode 2 steigt, dann kann er diese zu einem höheren Kurs wieder verkaufen und hat durch die sich hieraus ergebende positive Differenz die Möglichkeit eines gesteigerten Konsums in Periode 2. Sollte der Kurs jedoch bis dahin fallen, muss er das Wertpapier mit Verlust verkaufen oder in seinem Portfolio behalten. Dies bedeutet in beiden Fällen für ihn, dass bei einem sinkenden Kurs sein Konsum in Periode 2 abnimmt, da er entweder mit Verlust verkauft oder ihm der weiterhin in Aktien angelegte Geldbetrag für seinen Konsum in dieser Periode fehlt.
Wenn er das Wertpapier nicht kauft, und der Kurs steigt, dann hat er in Periode 2 nur den Betrag, den er sparen wollte als zusätzlichen Konsum zur Verfügung jedoch entgeht ihm ein Konsumzuwachs durch den Kursanstieg. Sollte der Kurs jedoch bis zur Periode 2 fallen, dann hat er den Sparbetrag für Konsum zur Verfügung und eine eventuelle Konsumminderung ist ihm entgangen. Es ist offensichtlich, dass der Konsument von der Konsumsteigerung durch den Aktienkauf mit Kursanstieg besonders angetan ist, jedoch ist fraglich, ob die Kaufentscheidung auch die beste Alternative ist. In diesem Modell wird davon ausgegangen, dass der Wertpapierkurs in der Zeitspanne von Periode 1 bis zur Periode 2 entweder steigt oder fällt. Die Möglichkeit, dass der Kurs sich gar nicht verändert oder bis zum Verkaufszeitpunkt wieder den exakt gleichen Kurswert hat wird ausgeschlossen.
Wenn K keine Aktien kauft, gehen wir davon aus, dass keine andere Geldanlage seinen Präferenzen entspricht und er das Geld unverzinst auf seinem Konto liegen lässt.
Da die Zeitspanne zwischen den beobachteten Perioden variabel ist, werden Dividendenausschüttungen ausgeschlossen. Abgeltungssteuer und jegliche andere Steuern unterliegen ebenfalls dem Ausschluss, da diese landesspezifisch sind und das Modell hier eine internationale und allgemeine Gültigkeit erlangen soll. Auch die Art des Stimmrechts ist hier nicht von Bedeutung. Für K sollen lediglich der beobachtbare Kursverlauf der Aktie und ein damit in Verbindung gebrachter Konsumzuwachs/-verlust von Bedeutung sein.
2
übrig gebliebene Rest seines Budgets zum Konsum zur Verfügung. Das Verhältnis der Konsumverteilung auf die zwei Perioden sollte natürlich optimiert werden. 1
Zum Beispiel aus der Grafik 2: Nehmen wir an unser Konsument muss entscheiden, wie viel Geld er für Konsum von Essen in Periode 1 ausgibt und wie viel in Periode 2. Wenn er sein ganzes Budget von 2000€ für Essen in Periode 1 ausgibt, muss er in der nächsten Periode verhungern. Anders herum verhungert er, wenn er in Periode 1 nichts an Essen konsumiert. Er sollte sein Budget möglichst so verteilen, dass er nicht verhungern muss und möglichst in beiden Perioden satt wird.
Das optimale Konsumverhältnis zwischen den beiden Perioden gilt es nun zu finden. Die rote Linie in Grafik 2 stellt die Budgetgerade des K dar, wenn der Kauf von Aktien ausgeschlossen wird. Seine Indifferenzkurve (IK1) gibt alle K1-K2-Kombinationen (K1= Konsum in Periode 1, K2= Konsum in Periode 2) an, bei denen K den gleichen Nutzen, orientiert an seinen individuellen Präferenzen generieren kann. Je weiter die Indifferenzkurve vom Koordinatenursprung entfernt ist, umso größer ist das Nutzenniveau des Konsumenten. Dies wird an dem Schnittpunkt der IK mit der 45°-Linie gemessen. Im Tangentialpunkt von Budgetgeraden und Indifferenzkurve wird das optimale Konsumbündel( A(950;1050)) angezeigt. Der Tangentialpunkt dieser zwei Kurven ist in der Mikroökonomie als ein Optimum definiert worden und wird in dieser Arbeit ohne weitere Erklärungen als ein Solches behandelt. 2 Punkt A stellt das optimale K1-K2-Verhältnis des Konsumenten dar, wenn wir davon ausgehen, dass er keinen Teil seines Budgets in Aktien anlegt. 3
In obigem Beispiel möchte K seinen Konsum in Periode 2 steigern, in dem er in Periode 1 spart und damit auf Konsum verzichtet. Das Sparen findet hier in der Art statt, dass er das Geld in Aktien anlegt. Wenn der Aktienkurs steigt und er diese nun zu einem höheren Preis verkauft, als er sie gekauft hat, kann er seinen Konsum in Periode 2 steigern. In der Grafik unten stellt die hell graue Gerade seine Budgetgerade für den Fall, dass er einen Teil seines Budgets in Periode 1 für den Kauf von Aktien mit einem einhergehenden Kursanstieg verwendet hat, dar. Nun wird seine Indifferenzkurve IK2 so an die neue Budgetgerade angelegt, dass sie diese in Punkt B(400;2200) tangiert. Ergebnis ist ein neues optimales Konsumverhältnis. Wir stellen fest, dass die IK2 gemessen an der 45°-Linie einen größeren Abstand zum Koordinatenursprung hat als IK1. K hat also durch diese Form des Sparens sein Nutzenniveau gesteigert. Durch einen Konsumverzicht für diese Sparform in K1 von 550€ (950-400=550) konnte er seinen Konsum in Periode 2 (K2) um 1150€ (2200-1050=1150) steigern. Man stellt fest, dass sein Gesamtkonsum vom ersten Fall ohne Aktienkauf von 2000€ (950+1050=2000)auf 2600€ (400+2200=2600) im Fall mit Aktien gestiegen ist. Somit hat K einen Anstieg seines Gesamtkonsums um 600€ erreicht. 4
1 R.H. Frank; Microeconomics and Behavior; S.155-163
2 H. R.Varian; Grundzüge der Mikroökonomik; S.211-236
3 R.H. Frank; Microeconomics and Behavior; S.155-163
4 R.H. Frank; Microeconomics and Behavior; S.155-163
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Arbeit zitieren:
Jovica Breberina, 2009, Noisy Information as a Way of Confusing The Consumer, München, GRIN Verlag GmbH
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