Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung 3
2. Definition des Begriffs „Fegefeuer“ 4
3. Biblische Grundlagen des Fegefeuerglaubens? 4
4. Woher stammt der Glaube an das Fegefeuer? 5
4.1. Dogmengeschichtliche Entwicklung des Fegefeuers 5
4.2. Zusammenfassung und Resumée 8
5. Die katholische Fegefeuerlehre der Gegenwart 9
6. Persönliches Fazit - Würdigung und Kritik der Fegefeuerlehre 10
7. Literatur 12
2
1. Einleitung und Fragestellung
Bei dem Begriff Fegefeuer dachte ich zunächst an Ablasshandel, üble Kirchendruckmittel und mittelalterlichen Katholizismus. Doch diese Assoziationen erschienen mir zu voreingenommen und einseitig. Also versuchte ich, möglichst vorurteilsfrei darüber nachzudenken, welchen Grund es geben konnte, dass sich Menschen eine Vorstellung wie die vom Fegefeuer erschufen.
Etwas psychologischer gedacht, kam mir die Angst vor der Endgültigkeit des Todes in den Sinn. In unserer heutigen Gesellschaft besteht ein starker Drang zur persönlichen Autonomie, der durch den Tod ein jähes Ende gesetzt wird. Dieser Umstand ist wohl auch ein Grund für die gegenwärtige Tabuisierung des Todes. Im Tode sind wir machtlos, und auch unreligiöse Menschen stehen am Ende ihres Lebens vor dem Problem, nichts mehr ändern oder nachholen zu können. In dieser Endgültigkeit liegt für mich die Verknüpfung zwischen den christlichen Vorstellungen vom Fegefeuer und meiner Gegenwart.
Daher lautet meine zu beantwortende Frage: Wie konnte sich eine für mich heute so abwegige Vorstellung eines Fegefeuers entwickeln und welche Relevanz hat sie heute noch für den (katholischen) Glauben?
In dieser Kurzarbeit möchte ich zuerst kurz den Begriff Fegefeuer definieren und nach biblischen Belegen für seine Existenz suchen. Anschließend möchte ich darlegen, woher die Vorstellung vom Fegefeuer stammt und wie sie sich im Laufe der Dogmengeschichte entwickelt hat.
Im Anschluss daran möchte ich ergründen, ob und wie die gegenwärtige katholische Theologie auf die Vorstellung des Fegefeuers Bezug nimmt.
Abschließend werde ich die Ansichten der neueren katholischen Theologie aufgreifen, um diese mit meiner lutherisch und hoffnungstheologisch geprägten Auffassung von den letzten Dingen zu vergleichen. Aus diesem Vergleich heraus mag sich die Antwort auf die Frage ergeben, welche Relevanz der Glaube an das Fegefeuer heute noch haben kann.
3
2. Definition des Begriffs „Fegefeuer“
Das im lateinischen als „Purgatorium“ bezeichnete Fegefeuer gilt in der katholischen Glaubenslehre als Zustand der Läuterung nach dem Tod. 1 Die Lehre basiert auf der Vorstellung, dass Verstorbene gleich nach ihrem Tod vor einem Gericht stehen, dass „die ‚Seelen', die in der Rechtfertigungs-Gnade sterben, noch läßliche Sünden oder zeitliche Sündenstraffolgen zu überwinden haben“ (K. Rahner) und dass sie vor der Anschauung Gottes noch Läuterungsstrafen erleiden müssen. Wichtig an dieser Lehre erscheint, „daß die im ‚purgatorium' festgehaltenen Seelen eine Hilfe in der Fürbitte der Gläubigen finden“ (Tridentinum). Mit der Fegefeuerlehre hängt eng die Lehre vom Ablass zusammen. Dieser tilgt zeitliche Sündenstrafen, kürzt also auch die Läuterungszeit im Fegfeuer. 2
3. Biblische Grundlagen des Fegefeuerglaubens?
Auch in der katholischen Dogmatik ist es heute unbestritten, dass es keinen biblischen Text gibt, der eindeutig auf das Fegefeuer gedeutet werden kann. Dennoch wurden im Lauf der Dogmengeschichte immer wieder Stellen der Heiligen Schrift zum Beleg des Fegefeuers heran gezogen:
• 2. Makk 12,40-46 - Zeugnis für den Glauben an die Auferstehung (keine Läuterung)
• Lk16,24 - Beleg für die Peinigung durch Feuer (keine Reinigung)
• Mt 5,25-26 - Hinweis auf die Hölle (kein Fegefeuer)
• 1. Kor 3,11-15 - Verweis auf das Feuer des letzten Gerichts (kein Fegefeuer)
Obwohl wir heute aus der historisch-kritischen Exegese heraus diese Bibelstellen nicht auf das Fegefeuer hin deuten können, wurde aus ihnen in vergangener Zeit die Lehre vom Fegefeuer entfaltet. 3
1 Vgl. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001
2 Vgl. Digitale Bibliothek Band 73: Taschenlexikon Religion und Theologie, S. 992ff
3 Vgl. Wolfgang Beinert, Lexikon der katholischen Dogmatik, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 1991, S. 428
4
Arbeit zitieren:
Regine Seidel, 2004, Das Fegefeuer, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtsstunde: Den ersten Christen auf der Spur
Paulus - Mit Liebe auf Kundenf...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Unterrichtsentwurf, 25 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Ahmadiyya, eine Sonderform des Islams
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hausarbeit, 25 Seiten
Sind Schutzengel eine Gefahr für den einen Gott?
Ein Vergleich mit den Gottheit...
Theologie - Systematische Theologie
Hausarbeit, 20 Seiten
Die frohe Botschaft in Luthers Liederdichtung. Didaktisch reflektiert ...
Theologie - Didaktik, Religionspädagogik
Examensarbeit, 53 Seiten
Immanuel Kants Postulat Gottes
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit, 9 Seiten
Dietrich Bonhoeffer und seine Aktivitäten in der Ökumene
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Botschafter der Weisheit - Weitergabe der Lehren Buddhas und Jesu Chri...
Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Bin ich wirklich verrückt, nur weil ich ein Christ bin?
Mein Credo zum christlichen Go...
Fachbuch, 224 Seiten
Sufismus als der lachende Dritte
Die mystische als Gewinnerin d...
Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
p8ö o gefällt Das Fegefeuer
p8ö o gefällt Das Fegefeuer
p8ö o gefällt Das Fegefeuer
Zum Teufel mit der Hölle. Geschichte des Teufels, der Hölle und des Fe...
Peter W. F. Heller
0 Kommentare