2
4.4 Institutionelle und soziokulturelle Netzwerke 11
4.5 Technische Hilfe 12
5 Problemfelder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
und Verbesserungsmöglichkeiten 12
5.1 Unterschiede in der kommunalen und regionalen Selbstverwaltung 12
5.2 Organisation des Regionalrats 13
5.3 Umstrukturierung der INTERREG-A- Förderung 13
5.4 Mangelnde Koordination der einzelnen Projekte 14
5.5 Mobilitätsbarrieren auf dem Arbeitsmarkt 14
6 Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 17
Internetadressenverzeichnis 18
Gespr ächspartnerverzeichnis 19
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Die Region Sønderjylland-Schleswig 3
Abb. 2: Förderung der Region Sønderjylland-Schleswig nach INTERREG-A 6
Abb. 3: Handlungsfelder der grenzüberschreitenden Wirtschaftsentwicklungsstrategie 7
Abb. 4: Entwicklungscluster in der Region Sønderjylland-Schleswig 7
Abb. 5: Wirtschaftliche Kerndaten der Region Sønderjylland-Schleswig 8
Abb. 6: Kommunale und regionale Selbstverwaltung: Sønderjyllands Amt und
Schleswig -Holstein 12
3
1 Einleitung
Durch ihre periphere Lage im Norden Deutschlands und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 1 hat die Region Schleswig eine besondere Affinität zum skandinavischen Wirtschaftsraum, insbesondere zur Nachbarregion Sønderjylland im Königreich Dänemark. Das 8.000 m 2 große Gebiet nördlich und südlich der Grenze bestehend aus der Amtskommune Sønderjylland, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg bildet die Region Sønderjylland-Schleswig (vgl. Abb. 1).
Da sich das Herzogtum Schleswig ursprünglich bis nach Kolding erstreckte, haben viele dänische Städte neben ihren dänischen Namen auch deutsche Bezeichnungen: Haderslev (Hadersleben), Tønder (Tondern), Sønderborg (Sonderburg) und Åbenrå (Apenrade). Durch die Volksabstimmung 1920 wurde die heutige Grenzlinie beschlossen. In Folge dieser Aufteilung des Herzogtums traten Forderungen nach einer Revision der Grenze auf 3 , die daraus erwachsenden Probleme wurden 1955 durch die Bonn-Kopenhagener-Erklärungen behoben, die „[in] dem Wunsche (entstanden), das friedliche Zusammenleben der Bevölkerung beiderseits der deutsch-dänischen Grenze und damit auch die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark allgemein zu fördern […].“ 4 Mit dem sich ab 1950 etablierenden Einkaufs- und Versorgungstourismus nahm die wirtschaftliche Bedeutung des grenzüberschreitenden Handels zu, der 1973 mit dem Beitritt Dänemarks in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in einen Wan- 1 vgl. Rohwer (2004), S. 1
2 www.regnetddk.org
3 Vgl. Nordschleswig und die deutsche Volksgruppe auf www.nordschleswig.dk
4 Erklärung der Bundesrepublik Deutschland, Bundeskanzler Konrad Adenauer (29.03.1955)
4
derungsprozess von über 600 dänischen Unternehmen nach Deutschland mündete. So entstanden dänisch geprägte Gewerbegebiete wie in Harrislee oder der erst 2006 fertiggestellte Scandinavian-Park in Handewitt. 5 Die dänischen Unternehmen konnten so neue Absatzpotentiale erschließen ohne den eigenen Kulturraum verlassen zu müssen. Die mit ungefähr 30 deutschen Unternehmen eher unbedeutende Gegenbewegung erklärt sich durch das geringere Absatzvolumen der 4,8 Millionen dänischen Staatsbürger. Die deutschen Unternehmen orientierten sich deshalb über das unmittelbare Grenzgebiet hinaus in die Øresund-Region um København und Malmø, um auch Absatzmärkte in Südschweden und Norwegen erreichen zu können.
Formal wurde die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Region 1990 durch die INTERREG-A-Initiative der Europäischen Union (EU) besiegelt. 6 Trotz der wachsenden Bedeutung der Zusammenarbeit für der Region, gibt es noch heute historisch gewachsene Vorbehalte gegenüber den Menschen auf der anderen Seite der Grenze. 7 Dennoch leben auf beiden Seiten anerkannte Minderheiten 8 , die unter anderem auch in das politische Geschehen integriert sind. 9
Diese Seminararbeit wird nach einer kurzen Definition der beiden wesentlichen Begriffe die Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit ihren Zielen, ihrer Organisation und ihren Potentialen aufzeigen. Anschließend wird ein Überblick über grenzüberschreitende Kooperationsfelder und Projekte aus unterschiedlichen Bereichen gegeben. Darauf aufbauend folgt eine kurze Beleuchtung gegenwärtiger Problembereiche in der Zusammenarbeit, aus denen einige mögliche Ansätze zur Verbesserung abgeleitet werden. Das letzte Kapitel stellt eine kurze Zusammenfassung dar.
2 Definition grundlegender Begriffe
2.1 Grenzregion
Eine Grenze ist „eine konstruierte Barriere, die Raumeinheiten […] umfasst wie trennt und nur unter bestimmten Bedingungen überwunden werden kann.“ 10 Je nach Grad der
5 Vgl. www.scandinavian-park.com
6 Interview mit D. N., 2. Mai 2006
7 Interview mit D. N., 2. Mai 2006
8 Vgl. Evaluierung der Arbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig 2000-2004, S. 5
9 Ein Beispiel ist der 1948 als Partei der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig und der nationalen Friesen in Nordfriesland gegründete Südschleswigsche Wählerverband (SSW). (vgl. www.ssw.de)
10 Schmitt-Egner (1998) zitiert nach Daldrup (2005), S. 11
5
Interaktion im Grenzraum werden Grenzen als „Separationslinie“ oder „Kontaktzone“ gesehen. 11 Die Grenze in Sønderjylland-Schleswig ist eine Staatsgrenze. 12 Eine Grenzregion ist „im Wesentlichen durch das Vorhandensein einer Staatsgrenze gekennzeichnet […] und (liegt) im Einzugsgebiet dieser politischen Grenze […].“ 13 Grenzregionen weisen häufig beiderseits der Grenze geographische, historische, kulturelle, politische und wirtschaftliche Gemeinsamkeiten auf. 14
2.2 Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
„Unter grenzüberschreitender Zusammenarbeit versteht man […] die unmittelbare nachbarschaftliche Kooperationen der regionalen und lokalen Instanzen entlang einer Grenze in allen Lebensbereichen sowie unter Einschaltung aller Akteure.“ 15 Synonyme Begriffe sind grenzüberschreitende Kooperation oder Partnerschaften. 16
3 Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region
3.1 Ziele der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist sowohl historisch gewachsen, als auch angesichts der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft und der Osterweiterung der Europäischen Union notwendig zur Stärkung der Standorte, zur Sicherung gemeinsamer Interessen und zur Lösung grenzüberschreitender Herausforderungen. 17 „Ziel der Zusammenarbeit in der Region ist es, die Entwicklung in der Region zu fördern und gleichzeitig nähere Kontakte zwischen der Bevölkerung, der Wirtschaft und den Verbänden auf beiden Seiten der Grenze herzustellen, sowie im übrigen die Zusammenarbeit über die Grenze zu intensivieren. […].“ 18
Wesentliche Ziele der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sind die Stärkung des wirtschaftlichen Potentials, die Ansiedlung von Unternehmen, die Stärkung grenzüberschreitender Strukturen und Netzwerke und die Schaffung und der Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze in der Region Sønderjylland-Schleswig. 19
11 Vgl. Ratti (1991) zitiert nach Daldrup (2005), S. 13
12 Vgl. Knippschild und Liebe (2004), S. 20
13 Knippschild und Liebe (2004), S. 20
14 Vgl. Knippschild und Liebe (2004), S. 20
15 Leitner (2004), S. 55
16 Vgl. Daldrup (2005), S. 18
17 Bericht der Landesregierung (2005), S.2 und Rohwer (2004), S. 1
18 www.auswaertiges-amt.de
19 Vgl. Bericht der Landesregierung (2005), S. 7
6
3.2 Organisation der grenzübergreifenden Zusammenarbeit 20
3.2.1 INTERREG-Zusammenarbeit
Seit 1990 werden ausgewählte Grenzregionen im Rahmen des INTERREG-A-Programms mit dem Ziel der „Überwindung der in der Regel peripheren Situation der innereuropäischen Grenzregionen und (der) Stärkung ihrer Entwicklungspotentiale durch gemeinsame grenzüberschreitende Projekte.“ 21 gefördert (vgl. Abb. 2). Diese finanzielle Unterstützung eröffnete für die Region Sønderjylland-Schleswig neue Kooperationssphären wie Ausbildung und Arbeitsmarkt. 22
Abb. 2: Förderung der Region Sønderjylland-Schleswig nach INTERREG-A 23
3.2.2 Regionalrat Sønderjylland-Schleswig 24
Am 16. September 1997 wurde die Region Sønderjylland-Schleswig als institutionelle Kooperation der Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, der Stadt Flensburg und der Region Sønderjyllands Amt beschlossen. Ziel war es, „durch intensivere Wechselbeziehungen die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region zu fördern“ 25 . Oberstes Gremium ist der aus 42 politisch bestellten Vertretern bestehende Regionalrat. Hinzu kommen ein achtköpfiger Vorstand und sechs Ausschüsse unter anderem für Wirtschaftsentwicklung, Arbeitsmarkt, berufliche Bildung und Hochschulen. 26 Das Re-gionskontor als administrative Basis mit Sitz in Pådborg koordiniert die Arbeit.
3.2.3 Partnerschaftsabkommen Schleswig-Holstein - Sønderjyllands Amt
Das Partnerschaftsabkommen zwischen Sønderjyllands Amt und der Landesregierung Schleswig-Holstein ist eine Ergänzung der Aktivitäten in der Regionalentwicklung, Hochschulkooperation und Umwelt durch eine „task-force“ Gruppe. 27 Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Formen und Felder der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, beispielweise ein grenzüberschreitendes Städtenetz. 28
20 Vgl. www.auswaertiges-amt.de
21 www.auswaertiges-amt.de
22 Vgl. Evaluierung der Arbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig 2000-2004, S. 4
23 Eigene Darstellung in Anlehnung an www.auswaertiges-amt.de
24 Vgl. www.region.dk
25 Evaluierung der Arbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig 2000-2004, S. 5
26 Eine Übersicht über alle Ausschüsse findet sich auf : www.region.dk
27 Vgl. www.auswaertiges-amt.de
28 Vgl. Schack (2005), S. 4
Arbeit zitieren:
Dipl. Handelslehrer Carmen Richter, 2006, Die deutsch-dänische Zusammenarbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig - Was ist erreicht worden, wie kann sie verbessert werden?, München, GRIN Verlag GmbH
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