Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Genus 4
3. Semantische Regeln der Genuszuweisung 4
4. Das Prinzip des perzipierten Geschlechts 6
5. Genuszuweisung bei Tieren 7
5.1 Das anthropozentrische Kontinuum 7
6. Fazit und Anwendung 9
7. Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
„A person who has not studied German can form no idea of what a perplexing language it is ... Every noun has a gender, and there is no sense or system in the distribution; so the gender of each must be learned separately and by heart. There is no other way. To do this, one has to have a memory like a memorandum book. In German, a young lady has no sex, while a turnip has. Think what overwrought reverence that shows for the turnip, and what callous disrespect for the girl.” 1 Der, die und das im Deutschen richtig zuzuordnen stellt nicht nur für Mark Twain ein Problem dar, auch andere Lernende der deutschen Sprache haben hiermit Probleme. Ein Teil der linguistischen Lehrmeinung unterstützt die resignierende These Twains, dass sich die Genuszuweisung arbiträr verhält:
„There seems to be no practical criterion by which the gender of a noun in German, French, or Latin could be determined.” 2
„The classification is arbitrary. No underlying rationale can be guessed at. The presence of such systems in a human cognitive system constitutes by itself excellent testimony to the occasional nonsensibleness of the species. Not only was this system devised by humans but generation after generation of children peacably relearns it.” 3 Nicht zuletzt um dem Lernenden der deutschen Sprache eine Hilfestellung zu geben, muss diese Arbitraritätsthese der Genuszuweisung allerdings hinterfragt werden, denn „Chaos ist nicht erlernbar“ 4 . Hierbei stehen in dieser Arbeit die Argumente von Köpcke (1982) bzw. Köpcke/Zubin (1983 und 1996) im Mittelpunkt. Es wird sich auf die semantischen Regularitäten beschränkt, da die Arbeit unter Einbezug morphologischer und phonologischer Regeln den Rahmen sprengen würde.
1 Twain (2000), S. 24.
2 Bloomfield (1933), S. 280.
3 Maratsos (1979), S. 235.
4 Barth (1999), S. 166.
3
2. Das Genus
Das Genus ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Sprache. Jedem Substantiv wird obligatorisch eines der drei Genera (Maskulinum, Femininum, Neutrum) zugewiesen (z.B.: der Schrank, die Uhr, das Haus). Nur in den seltensten Fällen ist die Zuweisung nicht eindeutig und es sind zwei oder drei Genera möglich (z.B.: der/das Bonbon, der/das Meter, der/die/das Joghurt 5 ). Diesbezüglich unterscheiden sich Sprachen. So kennt das Englische beispielsweise nur ein Genus, die französische Sprache hingegen zwei. Es scheint jedoch, als ob es für das Genus keine Regeln gibt, nach denen die Nomina ihre Zugehörigkeit zu einer der drei Genusklassen gewinnen. Daher erhält jedes Nomen im Lexikoneintrag die Zusatzinformation der Genusangabe. „Eine natürliche Sprache kann es sich (jedoch) nicht leisten, nur gesetzlose Erscheinungen zu enthalten […]“ 6 . Daher werden im Folgenden mögliche Regeln vorgestellt.
3. Semantische Regeln der Genuszuweisung
Die von Köpcke 7 aufgestellten Regeln gelten nicht nur für einsilbige Nomen, sondern auch für alle mehrsilbigen Nomen, die aufgrund eines gemeinsamen Bedeutungsmerkmals einer gemeinsamen semantischen Klasse angehören. Vorwegzunehmen ist auch, dass eindeutig markierte Suffixe die Semantik dominieren. So signalisieren beispielsweise -chen und -lein das neutrale Geschlecht. Regeln:
1. Nomen, die auf natürliche Zeiteinheiten, Himmelsrichtungen, Winde und Niederschlagesarten referenzieren, erhalten maskuline Genuszuweisung (der Herbst, der Süd, der Sturm, der Schnee; mehrsilbig: der Abend, der Osten, der Regen). 2. Nomen, die auf Mineralien und Gesteine referenzieren, erhalten maskuline Genuszuweisung (der Fels, der Schlamm, der Stein; mehrsilbig: der Diamant, der Juwel). 3. Nomen, die auf Menschen, Berufe und Ränge ohne eine Bezugnahme auf das natürliche Geschlecht referenzieren, erhalten maskuline Genuszuweisung (der Arzt, der Clown, der Knecht, der Zar; mehrsilbig: der Indianer, der Afrikaner, der Heizer).
5 Vgl. der Duden (2000).
6 Altmann/Raettig (1973), S. 303.
7 Köpcke (1982), S. 71-77.
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Arbeit zitieren:
Matthias Sieberkrob, 2008, Untersuchungen zum Genussystem, München, GRIN Verlag GmbH
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