1. Einleitung. 1
2. Das Geschlecht als soziale Kategorie
2.1. Einleitendes zur Bedeutung des Geschlechts. 8
2.2. Die Teilung in „sex“ und „gender“ 10
2.3. Die theoretische Auflösung der sex-gender Relation 12
2.4. Zur Entwicklung der Männer- und Geschlechtergeschichte
2.4.1. Einleitendes zu den Männerstudien 15
2.4.2. Das Allgemeine ist männlichen Geschlechts. 17
2.4.3. Zur Rolle der Männer in den Gender-Studies. 21
2.5. Die Kategorie Gender in der Literaturwissenschaft 22
3. Der sozialhistorische Kontext im späten 19. Jahrhundert
3.1. Einige Grundzüge der Situation zwischen 1848/49 und 1871. 24
3.2. Grundzüge der politischen Situation ab 1871. 25
3.3. Die Folgen der Bismarck-Politik für die Kulturschaffenden. 26
3.4. Innenansichten der wilhelminischen Ära
3.4.1. Kaiser Wilhelm II. und sein Drang nach Größe’ 28
3.4.2. Das nervöse Leiden als typisches Zeitphänomen 29
3.4.3. Der Militarismus und seine Bedeutung für das Männlichkeitsbild 32
3.4.4. Die Ungleichheit als bürgerliches Prinzip? 35
4. Zur Biografie und auswählten Werken von Theodor Fontane
4.1. Wichtige biografische Hintergründe. 38
4.2. Fontanes Verhältnis zum Realismus und Naturalismus 41
4.3. Männlichkeitskonzepte in Fontanes „Effi Briest“ (1895)
4.3.1. Die Hauptfigur: Geert Baron von Innstetten
4.3.1.1. Ein typischer Vertreter des bürgerlichen Männlichkeitsideals? 45
4.3.1.2. Innstettens Verhalten im Kontext der Ehr- und Duelldebatte. 50
4.3.1.3. Die Folgen des Duells für Innstetten 53
4.3.2. Major Crampas, der Abenteurer 56
4.3.3. Der Vater Briest als moderate Ausnahmeerscheinung 58
4.4. Ausgewählte männliche Charaktere in „Frau Jenny Treibel“ (1892)
4.4.1. Herr Treibel, ein neureicher Industrieller 61
4.4.2. Leutnant Vogelsang, die Karikatur eines Militaristen 65
4.4.3. Leopold Treibel, der schwächliche Sohn. 66
5. Zur Biografie und auswählten Werken von Thomas Mann
5.1. Wichtige biografische Hintergründe. 69
5.2. Thomas Mann als Autor der Dekadenz 73
5.3. Konzepte von Männlichkeit im Roman der „Buddenbrooks“ (1901)
5.3.1. Christian: eine langjährige Neurastheniker-Karriere
5.3.1.1. Ein diffuses Krankheitsbild wird gezeichnet 77
5.3.1.2. Die Diagnose: „Zu kurze Nerven“ 80
5.3.1.3. Endstation Sanatorium. 81
5.3.2. Thomas: Sein Kampf gegen die Krankheit
5.3.2.1 Der Erfolg verschleiert zunächst das Leiden 83
5.3.2.2. Der Abstieg des Thomas Buddenbrook beginnt 84
5.3.2.3 Thomas diagnostiziert seine eigenen Schwächen bei seinem Sohn. 88
5.3.2.4. Thomas’ finaler Kampf gegen die Krankheit 90
5.3.3. Hanno: der kränkliche Sohn als Gipfel der Dekadenz. 92
5.4. Die Auflösung der Männlichkeit in „Tristan“ (1902)
5.4.1. Spinell: Der Künstler als Antiheld
5.4.1.1. Das Sanatorium als Lebensform 96
5.4.1.2. Der Künstler und die Femme Fragile 98
5.4.1.3. Spinells Fassade fällt in sich zusammen 101
5.4.2. Herr Klöterjahn: Der nutzenorientierte Kaufmann 103
5.4.3. Abschließende Anmerkungen zum „Fall Wagner“ 105
6. Die Männlichkeitsbilder der Autoren im abschließenden Vergleich 108
7. Schlussbetrachtung. 111
Literaturverzeichnis 121
1. Einleitung
Wozu brauchen Männer eine Geschichte? Allein diese Frage zeugt bereits von dem Missverständnis, die Geschlechterforschung sei auf weibliches Emanzipationsstreben zu reduzieren. Schließlich macht der Diskriminierungs-Aspekt bei weitem nicht „die“ Geschlechterforschung 1 schlechthin aus. Im Mittelpunkt der Gender-Studies stehen vielmehr die Fragen wie sich das Geschlecht 2 überhaupt konstituiert und welche sozialen Praktiken mit ihm verbunden sind.
Die Geschlechter stellen ein „komplexes Geflecht von Beziehungen und Prozessen“ 3 dar, doch gibt es einen grundlegenden Unterschied zu sozialen Kategorien wie der „Klasse“ oder „Schicht“, da das Geschlecht an der Schnittstelle von Biologie und Gesellschaft angesiedelt ist. Ihre Erforschung wird dadurch erschwert, dass „die wissenschaftliche Erforschung der Geschlechterunterscheidung auf den Axiomen des Alltagswissens [aufbaut].“ 4 In anderen Worten: Das Geschlecht wird als gegebene Wahrheit vorausgesetzt, die nicht weiter hinterfragt zu werden braucht.
Um diesem Vorurteil Rechnung zu tragen, werde ich einleitend herausarbeiten, welche signifikante Bedeutung das Geschlecht in der westlichen Industriegesellschaft 5 überhaupt hat und wie es von einem natürlichen Faktum zum kulturellen Konstrukt umdefiniert werden konnte. Beleuchtet werden soll außerdem ein Phänomen, das speziell für die Männerstudien relevant ist: „In unserer progressiven, analytischen Kultur bleibt die Männlichkeit das große Unausgesprochene. Der Disput […] dreht sich um Körper und Geist von Frauen, Schwarzen, Asiaten, Schwulen und Lesben, um jede denkbare Art des Anders-Seins.“ 6 Das hat zur Folge, dass Männer sich selbst meist nicht als Geschlechtswesen begreifen sondern als quasi übergeschlechtliche Wesen. Das Thematisieren ihres Geschlechts stößt entsprechend auch auf Unverständnis.
1 „Geschlechterforschung“ verwende ich in dieser Arbeit weitgehend synonym mit dem Begriff der Gender-Studies.
2 Die Bezeichnung „Geschlecht“ wird im Folgenden mit dem Begriff „gender“ meist gleichgesetzt. Da in dieser Arbeit das soziale Geschlecht im Mittelpunkt steht, ist das biologische Geschlecht („sex“) nur dann mit einbezogen, wenn es auch explizit hervorgehoben wird.
3 Bock, S. 379
4 Schaufler, S. 99
5 In anderen Kulturkreisen werden mitunter mehr als zwei Geschlechter anerkannt, die hier als krankhaft definiert werden (z.B. zweigeschlechtliche Menschen). [Vgl. zur Geschlechtlichkeit in anderen Kulturen: Röttger-Rössler, Birgit: „Männer, Frauen und andere Geschlechter. Zur Relativierung der Zweigeschlechtlichkeit in außereuropäischen Kulturen. In.: Völger, Gisela (Hg.): Sie und Er. Frauenmacht und Männerherrschaft im Kulturvergleich. Bd. 1., Köln, 1997. S. 101 - 108
6 Rogoff, S. 21
1
Das belegen Michael Meuser und Rüdiger Lautmann, die 1995 Männer verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen sozialen Positionen gefragt haben, was es für sie bedeute, ein Mann zu sein. „Das ist eine ‚saudumme Frage’, bekamen wir zu hören.“ 7
Ich werde erörtern, welche Entwicklung hinter der Meinung steht, dass Frauen mit aller Selbstverständlichkeit an ihre Geschlechtlichkeit gebunden sind, während Männer diese Zuweisung als absurd empfinden. Besonderes Augenmerk richte ich auf den Stellenwert der Männer in den Gender-Studies und den Geschichtswissenschaften, da die Historiografie einen hohen Anteil daran hat, dass sich ein Verständnis vom Allgemein-Männlichen herausbilden konnte. Den wichtigsten Beitrag zu dieser Entwicklung in den Geschichtswissenschaften hat Karin Hausen 8 geleistet. Für die Männergeschichte waren insbesondere die Arbeiten von Thomas Kühne und Ute Frevert hilfreich. 9
Zudem werde ich auch die Männerstudien an sich erläutern: Was sind ihre Fragestellungen und wie positionieren sie sich im Verhältnis zu den Frauenstudien? Ute Frevert hat 1991 provozierend gesagt: „Frauen sind ein Geschlecht. Sie sind es mit Haut und Haaren, mit Leib und Seele. […] Und Männer? Sind sie auch ein Geschlecht, oder haben sie nur eines?“ 10 Tatsächlich hat sich im aktuellen Wissenschaftsbetrieb mittlerweile herumgesprochen, dass Männer nicht nur ein Geschlecht haben, sondern dass es auch einen wichtigen Teilaspekt ihrer Identität ausmacht. Während sich in den 1980er und frühen 90er Jahren zunächst nur vereinzelt „Pioniere“ auf das Forschungsfeld der Männerstudien gewagt haben (wie beispielsweise Hannah Schissler, Ute Frevert oder Thomas Kühne), gibt es seit den späten 90er Jahren eine Vielzahl von Studien, die sich diesem Thema annehmen. Für diese Arbeit kommen die oben erwähnten frühen Männerforschungen ebenso zum Tragen wie neueste Studien. Besonders herausheben möchte ich eine Aufsatzsammlung, herausgegeben von Christina von Braun und Inge Stephan, die das Thema der Geschlechterforschung eingehend und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. 11
7 Meuser/ Lautmann, S. 257
8 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 2]
9 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 2]
10 Frevert, S. 31
11 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 2]
2
Die Ausführungen zur aktuellen Gender-Diskussion stehen im engen Zusammenhang mit dem sozial-historischen Kontext des 19. Jahrhunderts. Der Wendepunkt zur Moderne markiert gleichzeitig die Entstehungszeit moderner Geschlechterrollen. Vorstellungen von Mann und Frau, wie sie noch heute als „natürlich“ wahrgenommen werden, haben sich zu dieser Zeit herauskristallisiert und verfestigt. Insbesondere die bürgerlichen Wertvorstellungen haben Rollenerwartungen geprägt und die Geschlechterdifferenz auf die Spitze getrieben. So wurden Mann und Frau erst im 19. Jahrhundert als Gegensätze gedacht, entsprechend haben sich ihre Rollenmuster auch in Abgrenzung zueinander entwickelt. Da es insbesondere in den Dekaden vor der Jahrhundertwende zu einer neuartigen Dichotomisierung der Geschlechter kam, werde ich mich mit der Frage beschäftigen, welche politischen Entwicklungen zu diesem Trend beigetragen haben und wie sie sich im Speziellen auf das Männlichkeitsverständnis ausgewirkt haben.
Bei dem historischen Kontext werde ich neben der Staatspolitik auch besonderes Augenmerk auf soziokulturelle Aspekte legen. Denn sowohl die aggressive Außenpolitik als auch die repressive Innenpolitik der Wilhelminischen Ära haben ein gesellschaftliches Klima erzeugt, indem sich der Militarismus wirkungsvoll entfalten konnte. Dabei deutet das weitverbreitete Krankheitsbild der Nervosität bereits einen gesamtgesellschaftlichen Widerspruch an, der sich signifikant auch in der männlichen Geschlechterrolle niedergeschlagen hat. Erst durch die Kombination von Nationalstaats- und Mentalitätsgeschichte kann die Entstehung eines Männlichkeitsideals folglich kontextuell eingebettet und vielschichtig erörtert werden.
So ist eine wichtige Folge der militarisierten Gesellschaft die Entstehung eines männlichen „Stereotyps, das zur Norm wurde.“ 12 Ich werde insbesondere der Frage nachgehen, wie dieses Stereotyp angenommen wurde und ob es parallel auch noch andere Formen von Männlichkeiten gab. Ich beschränke mich in meiner Untersuchung ausschließlich auf die dem Bürgertum zugehörigen Männer sowie dem besonderen Typus des Künstlers. Inwiefern beispielsweise Arbeiter den gleichen Männlichkeitskonzepten anhingen, muss einer anderen Untersuchung vorbehalten bleiben. Besonders aufschlussreiche Sekundärliteratur zum Thema Militarismus und Männlichkeit bieten die umfassende und kritische Studie von Bernd Ulrich und Jacob Vogel sowie die Arbeiten von Ute Frevert. 13
12 Mosse, S. 11
13 siehe Literaturverzeichnis [Kapitel 3]
3
Für allgemeine Hintergrundinformationen zum 19. Jahrhundert war der Überblicksband von Manfred Görtemaker 14 besonders hilfreich.
Interessante „Innenansichten des 19. Jahrhunderts“ sind in der von Manfred Hettling und Stefan-Ludwig Hoffmann herausgegeben Aufsatzsammlung „Der bürgerliche Wertehimmel“ zusammengetragen worden. 15 Im Hinblick auf die Entstehung einer militarisierten Männlichkeit kamen zudem interessante Impulse von der Schweizerin Sabine Brändli, 16 die sich vor allem auf die soziale Bedeutung der Uniformen konzentriert hat.
Diese historischen Ausführungen könnten für sich genommen als eigenes Forschungsthema stehen. Worin liegt also nun der Nutzen, den die Literaturwissenschaft zur Erforschung von Männlichkeitskonzepten leisten kann? Pierre Bourdieu hat in seinem Aufsatz „Das kulturell Unbewußte“ 17 herausgestellt, dass sich gerade an konkreten literarischen Beispielen, verborgene Aspekte einer Kultur untersuchen lassen. Denn ein Grundprinzip jeglicher Kultur sei es, dass sie Prämissen teilt, die nicht explizit benannt werden sondern unbewusst bleiben. 18 Um eben dieses Unbewusste zu entschlüsseln, eignet sich die Literatur besonders gut, um die sozialen Praktiken der Geschlechter zu erforschen. Damit kann ein Beitrag zur Historisierung von scheinbar natürlichen Begebenheiten geleistet werden. Gemäß dem Motto: „Geschlecht als sozialkulturelle Kategorie ernst zu nehmen, heißt vor allem, die sozialkulturelle Kategorie ‚Biologie’ zu begraben“ 19 .
Interessante Anhaltspunkte ergeben sich sowohl aus dem biografischen Kontext der Autoren als auch aus ihren Texten selbst. Fontane und Mann ergänzen sich dabei gegenseitig, Männlichkeitsentwürfe zu entwickeln. So hat sich Fontane auf Figuren konzentriert, die in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft angesiedelt waren, wohingegen Mann sich schon ganz dem Fin de Siècle verschrieben hat: Krankheit, Tod und Todessehnsucht sind die Themen, die er schwerpunktmäßig aufgreift. In dieser Akzentverschiebung der Autoren spiegelt sich auch ihr Generationenunterschied wider. Während Fontane (1819 - 1898) ganz ein Mann des 19. Jahrhunderts war,
14 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 3]
15 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 4]
16 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 3]
17 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 1]
18 Vgl. Bourdieu, S. 245
19 Bock, S. 374
4
hat Mann (1875-1955) nur noch das Ende des Jahrhunderts bewusst erlebt. Gerade die Kombination der beiden Autoren ermöglicht also einen Einblick in die Hochphase der Bürgerkultur als auch in den Beginn ihres Niedergangs.
In den Romanen „Effi Briest“ und „Frau Jenny Treibel“ entwickelt Fontane eine Typologie diverser Männlichkeiten, die es erlauben festzustellen,
wie einzelne Charaktere mit den vorherrschenden Zuschreibungen ihrer Geschlechterrolle umgingen. „Wie kein anderer Schriftsteller der Zeit gab Fontane ein Gesamtbild des wilhelminischen Geistes mit zeittypischen Details, viel Zeitatmosphäre und zeittypischem Sprachmaterial.“ 20 Dies gilt insbesondere für den „alten Fontane“, wie sein Bewunderer Thomas Mann meint. 21 Obwohl die eigentliche Heldin in „Effi Briest“ unbestritten eine Frau ist, nimmt auch der Ehemann Innstetten eine zentrale Rolle ein. Er kann als „literarisches Paradigma männlicher Fragilität hinter männlicher Stärke gelten.“ 22 „Innstetten wird zu einem Musterbeispiel des um 1900 herrschenden Männlichkeitsbildes; mühsam zwingt er sich in ein äußeres Rollenkorsett, um in äußerster Konsequenz das zu sein, was er sein muss: männlich - ein Attribut, das ihm im wahrsten Wortsinn lebensgefährlich wird und sein Lebensglück zerstört.“ 23
Fontanes Spätwerk „Effi Briest“ ist inhaltlich schnell erfasst: Der fast 40jährige Geerd Baron von Innstetten heiratet die 17jährige Effi Briest, die Tochter seiner einstigen Jugendliebe. Die lebenslustige Effi lässt sich vor Überdruss auf ein kurzweiliges Verhältnis mit dem Major Crampas ein. Als sich ihre Situation durch einen bevorstehenden Umzug nach Berlin endlich zu bessern scheint, fliegt ihr Seitensprung auf. Fast sieben Jahre nach der Liaison fordert Innstetten seinen Widersacher zum Duell. Die Folgen: Crampas fällt im Duell, Effi wird verstoßen, und Innstetten, der den Sinn des Duells selbst bezweifelt, endet im Unglück.
Vor diesem Hintergrund entfaltet Fontane einen Einblick in das bürgerlich-adlige Milieu und illustriert durch seine männlichen Figuren mögliche Auslegungen von Männlichkeit(en). Anhand dieser Beschreibungen werde ich herausarbeiten, wie Männer das vorherrschende Geschlechterbild für ihr eigenes Leben übersetzt haben. Besonders hilfreich waren für dieses Kapitel die Sekundärliteratur über die Ehre und das Duell von Ute
20 Sörensen, S. 88
21 Vgl. Mann, S. 124; 148f
22 Tebben, S. 16
23 a.a.O., S. 16
5
Frevert 24 sowie die Studien zu „Effi Briest“ von Petra Redman und Thomas Degering. 25 Zwar sind diese Studien entweder schwerpunktmäßig auf Effi konzentriert (Redmann) oder vor allem am Interaktionsprozess von Individuum und Gesellschaft interessiert, doch lassen sich nichtsdestotrotz aus diesen Fragestellungen auch interessante Erkenntnisse zum hier behandelten Thema herleiten. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die männlichen Romanfiguren Fontanes in der Sekundärliteratur eher ein Schattendasein fristen.
Der kleinere Roman „Frau Jenny Treibel“ ist in einen etwas anderen sozialen Kontext eingebettet. Hier thematisiert Fontane das Berliner Aufsteigermilieu. Dieser Roman lebt weniger vom Handlungsverlauf als vielmehr von der Entwicklung der einzelnen Charaktere: Im Mittelpunkt steht das gesellschaftliche Leben, die Intrigen und die Klatschsucht der neureichen Berliner Oberschicht. Dass Leopold um Corinna wirbt und eine Hochzeit von seiner Mutter (Frau Jenny Treibel) bösartig vereitelt wird, ist eigentlich nicht von Belang, da es Fontane vor allem darum geht, die Eigenarten seiner Figuren auszuleuchten. Folglich sind die Männlichkeits-Vertreter auch sehr kontrastreich angelegt. Mit dem Industriellen Treibel, dem Militaristen Vogelsand und dem schwächlichen Leopold ist Fontane ein umfassender Eindruck diverser Männlichkeitsrollen gelungen. Besonders hilfreich für dieses Kapitel waren die sozial-historische Untersuchung von Ulrike Döcker 26 sowie eine Aufsatzsammlung herausgegeben von Gabriele Radecke. 27
Bei Thomas Mann stellt sich weniger die Frage, wie „normale“ Männer mit dem vorherrschenden Männlichkeitskonzept umgegangen sind, da er sich mit den „Buddenbrooks“ und der Novelle „Tristan“ bereits ganz dem Fin de Siècle und der Dekadenzkultur verschrieben hat. Seine Familiensaga der „Buddenbrooks“ steht bereits im Zeichen des familiären Verfalls, die über vier Generationen geschildert wird. Ergänzend zur Fontane-Analyse thematisiert Mann den Stellenwert der Krankheit für das Männlichkeitsverständnis, so dass ich die Frage zu klären habe, welchen Einfluss sie auf den Status der untersuchten Männer hatte. Ein zentrales Themenfeld stellt bei Mann die zeittypische Erkrankung der Nervosität dar.
24 Für einen schnellen Einstieg in das Duell-Thema eignet sich besonders ihr Aufsatz. [Vgl. Frevert, Ute: „Die Ehre der Bürger im Spiegel ihrer Duelle.“ Ansichten des 19. Jahrhunderts. In: Gall, Lothar (Hg.): Historische Zeitschrift. (Bd. 249/1989). S. 545 - 582
25 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 4]
26 siehe ebd.
27 siehe ebd.
6
Interessante Beiträge zu diesem Themenfeld finden sich beispielsweise in der Aufsatzsammlung „Literatur und Krankheit im Fin-De-Siècle“, herausgegeben von Thomas Sprecher. 28 Mit der Entwicklung dieses Krankheitsbildes hat sich insbesondere Joachim Radkau seit Mitte der 90er Jahre befasst. 29 Manfred Dierks baut weitgehend auf Radkaus Ergebnisse auf und untersucht ergänzend die Bedeutung der nervösen Erkrankung im Hinblick auf Manns Roman die „Buddenbrooks“ 30 oder Thomas Mann im Allgemeinen. 31 Auf diesen Roman nimmt auch Walter Erhart explizit in seiner männergeschichtliche Studie Bezug. 32
In der Novelle „Tristan“ stehen der Schriftsteller Detlev Spinell und seine Beziehung zu einer Frau im Mittelpunkt. Allein die Tatsache, dass sich die beiden im Sanatorium begegnen, zeigt schon, dass auch hier die Krankheitskultur die Handlung kontextuell einbettet. Dabei bringt Mann die Verfallserscheinung in Verbindung mit den Künsten, insbesondere mit Richard Wagner, der bei den „Buddenbrooks“ eine Schlüsselrolle spielt. Erstrecht bedeutend ist Wagner in der Novelle „Tristan“, die in Anlehnung an Wagners „Tristan und Isolde“ konzipiert ist. Daher werde ich neben dem typisch bürgerlichen Mann auch die Männlichkeit der Künstler näher beleuchten. Es ist die Frage zu klären, wie es um diesen speziellen Männlichkeitstypus bestellt ist. Aufschlussreiche Anregungen zur Interpretation von „Tristan“ kamen vor allem von Sulamith Sparre. 33
Sowohl bei Fontane als auch bei Mann werde ich die Biografien dahingehend überprüfen, inwiefern sie vom gängigen Männlichkeitsbild überformt wurden. Anhand der ausgewählten Literatur werde ich entsprechend der Frage nachgehen, wie sich die Auffassung von Männlichkeit niedergeschlagen hat und welchen Stellenwert sie für die Identität der Männer eingenommen hat.
28 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 5]
29 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 3, 4 und 5]
30 Vgl. Dierks, Manfred: „Buddenbrooks als europäischer Nervenroman.“ In: Heftrich, Eckhard; Wysling, Hans (Hg.): Thomas Mann Jahrbuch (Bd. 15). Frankfurt a.M., 2002. S. 135 - 151; Ders.: „Zu kurze Nerven.“ ‚Buddenbrooks’ als Neurasthenie-Roman. In: Neue Rundschau (112). Buddenbrook nach 100 Jahren. Frankfurt a.M. 2001. S. 62 - 71
31 Radkau, Joachim: „Neugier der Nerven.“ Thomas Mann als Interpret des ‚nervösen Zeitalters’. In: Heftrich, Eckhard; Sprecher, Thomas (Hg.): Thomas Mann Jahrbuch (Bd. 9). Frankfurt a.M., 1996. S. 29 - 53
32 Erhart, Walter: Familienmänner. Über den literarischen Ursprung moderner Männlichkeit. München, 2001
[siehe besonders das Kapitel 3.1.3: „Männliche Willensschwäche, Neurasthenische Körper. Die Geschichte des Thomas Buddenbrook.“ S. 283 - 297]
33 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 5]
7
Untersuchen werde ich außerdem, inwiefern der Körper für die Konstruktion der männlichen Identität von Bedeutung war oder ob Männlichkeit ein rein geistiges Konzept bedeutete.
2. Das Geschlecht als soziale Kategorie
2.1. Einleitendes zur Bedeutung des Geschlechts
Die Einteilung der Menschheit in Männer und Frauen kann als „geradezu archetypische soziale Unterscheidung überhaupt gelten.“ 34 Sie scheint auf den ersten Blick zeitlos und universell zu sein, da alle Körper üblicherweise dem einen oder dem anderen Geschlecht entsprechen.
Doch zeugt die gesellschaftliche Forderung nach ‚wahren Frauen’ oder ‚echten Männern’ davon, dass die anatomischen Unterschiede allein das Geschlecht nicht ausmachen können. In dem Buch „Das andere Geschlecht“ geht Simone de Beauvoir bereits 1949 der Frage nach, was Weiblichkeit ausmacht. Sie konstatiert einleitend, das „[n]icht jedes
Menschenweibchen […] notwendigerweise eine Frau [ist], es muß erst an jener geheimnisvollen und gefährdeten Weiblichkeit teilhaben, die man Weiblichkeit nennt.“ 35 Die Zuweisung des Geschlechts ist für Beauvoir nicht nur an das anatomische Geschlecht gebunden, sondern beispielsweise auch an die Kleidung, den Gang und die Interessen. 36 Damit deutet sie lange vor der wissenschaftlichen Sex-Gender-Debatte die Komplexität der Kategorie Geschlecht an.
Der Soziologe Marcel Mauss thematisiert ebenfalls in seinem Aufsatz „Die Techniken des Körpers“. 37 Schon 1932 konstatiert er, dass die Art und Weise, den Körper zu nutzen, vor allem ein Resultat der Sozialisation ist. Mauss stellt kurz und bündig fest: „Alles in uns wird vorgegeben“. 38 Er vertritt überzeugend die These, dass Körpertechniken (schlafen, schwimmen, gehen, marschieren, gebären usf.) nicht in der Natur des Menschen liegen, sondern kulturell verschieden erlernt werden. Mauss hat in seinen ethnologischen Studien herausgefunden, dass gute Imitation mit gesellschaftlicher Anerkennung belohnt wird, während abweichende Körpertechniken sanktioniert werden. 39 Damit liefert der Soziologe
34 Frevert, 1995, S. 8
35 Beauvoir, S. 8
36 Vgl. a.a.O., S. 9
37 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 2]
38 Mauss, S. 206
39 Vgl. a.a.O., S.199ff
8
bereits eine mögliche Antwort auf die von Beauvoir aufgeworfene Frage nach dem Wesen der Frau und auch des Mannes. Um als „richtige“ Frauen oder Männer zu gelten, muss mit dem Körper geschlechtsspezifisch eindeutig umgegangen werden.
Die Geschlechter sind sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft ein maßgeblicher Bezugspunkt. Sie sind ein wesentliches Element für die hierarchische Struktur von Industriegesellschaften 40 und prägen die eigene Identität nachhaltig. Zudem sind sie ein notwendiges Kriterium zur Verortung Anderer, dem sich niemand entziehen kann. „Jeder Mensch […] muss sich in das zweigeschlechtliche System der Gesellschaft integrieren und sich damit eindeutig entweder dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zuordnen. Unsere Gesellschaft geht von einer dualen Geschlechtlichkeit aus. Es gibt keine kulturell akzeptierte ‚Zwischenform’ oder gar eine ‚dritte Form’ des Geschlechts. 41
Dass die Zuschreibungen von männlich und weiblich auch im Denken jedes und jeder Einzelnen verwurzelt sind, illustriert der in der Sekundärliteratur häufig verwendete Begriff der Einschreibung (oder englisch inscription). Diese Wortwahl zeigt, dass die Vorstellung eines geschlechtsspezifisch richtigen Verhaltens immer auch zutiefst verinnerlicht ist. „Vorstellungen von Frau- bzw. Mann-Sein bleiben nicht an der Oberfläche. Sie dringen in die tiefsten Strukturen des Leibes ein und ziehen ihre Wirksamkeit daraus, dass die Tatsache ihrer Gewordenheit bis zur Unkenntlichkeit verschleiert wird.“ 42
Vor diesem Hintergrund fordert Renate Hof die Forschenden zurecht zu einer „(selbst)kritische[n] Reflexion der eigenen Prämissen“ 43 auf. Denn die Gender-Studies haben mit der besonderen Schwierigkeit umzugehen, eine Kategorie zu untersuchen, die die Forschenden selbst verinnerlicht haben. Wie tief diese „Einschreibungen“ in der Alltagspraxis sind, dokumentieren Studien zur Kommunikation im vermeintlich körperlosen Raum: dem Internet. Theoretisch bietet der Cyberspace zwar die Chance, den biologischen Körper zu überwinden, tatsächlich zeigen Christiane Funken und Jodie O’Brien in ihren Untersuchungen, 44 dass die Geschlechterordnung nicht einmal im Netz angetastet wird. Ohne Nennung des Geschlechts ist im virtuellen Raum keine eingehende Kommunikation
40 Vgl. Weseley, S. 50
41 Tegeler, S. 46; in anderen Gesellschaften sind allerdings mehr als zwei Geschlechter akzeptiert [Vgl. Roedig, S. 49]
42 Schaufler, S. 93
43 Hof, S. 5
44 siehe Literaturverzeichnis [Kap. 2]
9
möglich. 45 Sogar der Geschlechtertausch stellt die zweigeschlechtliche Ordnung nicht in Frage. Im Gegenteil: Meist führt die Annahme des anderen Geschlechts dazu, dass die Nutzer geschlechtsspezifische Stereotypen und Klischees im Cyberspace übermäßig herauskehren. 46 „In other words, they reproduce themselves as Barbie and Ken […]“ 47
2.2. Die Teilung in „sex“ und „gender“
Solange das Geschlecht auf die Biologie reduziert wurde, gab es für die Sozialwissenschaften keinen Forschungsansatz. Ein Thema für die Sozial- und Geisteswissenschaften wurde die Kategorie Geschlecht erst durch die Spaltung in sex und gender. Mit dieser definitorischen Änderung emanzipierte sich das Geschlecht von der Biologie und eröffnete den Geistes-und Sozialwissenschaften neue Forschungsperspektiven.
Beauvoir konstatiert lapidar: „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ 48 Damit betont sie bereits den Konstruktionscharakter des Geschlechts und greift der wissenschaftlichen Unterteilung in „sex“ und „gender“ vorweg. „Der Begriff ‚sex’ bezeichnet das biologische Geschlecht, während ‚gender’ auf die kulturell und gesellschaftlich bedingten Identitätskonzepte verweist, die dem ‚Männlichen’ und dem ‚Weiblichen’ zugeordnet werden.“ 49 Auch wenn Christine von Braun die These aufstellt, dass die Unterscheidung in sex und gender „immer schon“ und „in allen Kulturen“ vorherrschend war, 50 belegt das langanhaltende wissenschaftliche Desinteresse an der Kategorie Geschlecht zumindest eine Abwehrhaltung gegenüber dem kulturell-sozialen Gender-Aspekt. Gisela Bock stellt beispielsweise heraus, dass Historiker lange kein Interesse zeigten, das Geschlecht zu thematisieren, da sie es voll und ganz der Biologie zuschrieben. 51
Ursprünglich bezeichnet der englische Begriff ‚gender’ das grammatikalische Geschlecht (lat. genus). Der Gender-Begriff hat aber in den letzten Jahrzehnten eine erhebliche semantische Erweiterung erfahren und ist zu einem Schlüsselbegriff wissenschaftlicher
45 Vgl. O`Brien, S. 76ff; 83ff; 87
46 Vgl. a. a. O., S. 86ff
47 Vgl. a.a.O., S. 87
48 Beauvoir, S. 265
49 Butler (Fußnote), S. 15
50 Vgl. von Braun (Gender, Geschlecht und Geschichte), S. 16
51 Vgl. Bock, S. 384
10
Diskurse geworden. 52 Stephan zufolge ist der Begriff „Geschlecht“ fast vollständig von der Bezeichnung gender verdrängt worden. 53 Eine Ausnahme bilden allerdings die historisch angelegten Arbeiten, die meist am deutschen Wort festhalten. 54 Das mag damit zusammenhängen, dass die bloße Historisierung der Kategorie Geschlecht bereits belegt, dass die Forschenden eine ahistorische, biologische Definition ablehnen.
Der überwiegende Teil der Frauenstudien, die in den 70er Jahren erschienen sind, hat sich auf die Teilung von sex und gender gestützt. 55 Die gilt auch für die beiden großen Denkrichtungen des Feminismus, die unter „Gleichheit“ und „Differenz“ zusammengefasst werden können. Während die Vertreter der „Gleichheit“ die Unterschiede von Männern und Frauen für irrelevant halten und vor allem die unterschiedlichen Zugangschancen hervorheben, gehen die Anhänger des „Differenz“-Konzepts von einem grundlegenden Wesensunterschied der Geschlechter aus. Sie fordern ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Mann- und Frausein. 56 In der gegenwärtigen Debatte hat der Gleichheitsansatz die Oberhand gewonnen. Gerade der dekonstruktivistische Ansatz von Judith Butler [siehe Punkt 2.3.] hat die Vorstellung vom „Wesen“ des Mannes oder der Frau nachhaltig diskreditiert.
Durch die „Vierteilung des Geschlechts“ 57 , die durch die sex-gender Relation eingeführt wurde, haben sich zwar neue Forschungsperspektiven eröffnet, den Geschlechterstudien aber gleichzeitig auch enge Grenzen gesetzt. Denn das sex-gender Schema beinhaltet auch immer eine gedachte Spaltung des Menschen in Natur (sex) und Kultur (gender), die zunehmend bezweifelt wird. 58 „In Frage gestellt wird nunmehr die Trennung zwischen sex und gender, weil mit ihr eine Reihe von Vorannahmen verknüpft sind, die sich erst allmählich als widersprüchlich herauskristallisiert haben.“ 59 So wird erst langsam deutlich, dass bestimmte Gegensatzpaare allzu unreflektiert hingenommen wurden. Dies gilt insbesondere für das Entgegensetzen von „Mann“ und „Frau“,
52 Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 58
53 Vgl. ebd.
54 Vgl. z.B. die für diese Arbeit verwendeten Texte von Frevert, Kühne, Bock, Hausen [siehe Literaturverzeichnis, Kap. 2]
55 Vgl. Weseley, S. 16
56 Vgl. a.a.O., S. 20f; Vgl. Hof, S. 10ff; Vgl. Schaufler, S. 79ff; Vgl. Tegeler, S. 48ff
57 Schaufler, S. 83
58 Vgl. a.a.O., S. 88; 93; Vgl. auch Butler, S. 22
59 Hof, S. 23
11
aber auch andere vermeintliche Gegensätze wie Kultur und Natur oder öffentlich und privat werden hinterfragt, da die Übergänge eher fließend sind und sich nicht notwendigerweise kategorisch ausschließen. 60
Als markanteste Kritikerin der sex-gender Zweiteilung tritt Judith Butler Anfang der 90er Jahre in Erscheinung. Sie weist den Geist-Körper-Dualismus u.a. mit dem Argument zurück, er reproduziere eine vorhandene Geschlechterhierarchie. 61 Auch andere bezeichnen die Zweiteilung des Geschlechts als in eine „Scheinlösung“, die einen „bloß verlagerten Biologismus“ 62 bedeute.
2.3. Die theoretische Auflösung der sex-gender Relation
In dem Buch „Das Unbehangen der Geschlechter“ kritisiert Butler nicht nur die Dichotomie von sex und gender, sondern stellt das biologische Geschlecht selbst in Frage. „Werden die angeblich natürlichen Sachverhalte des Geschlechts nicht in Wirklichkeit diskursiv produziert, nämlich durch verschiedene wissenschaftliche Diskurse, die im Dienste anderer politischer und gesellschaftlicher Interessen stehen?“ 63
Butler stellt in ihrem Buch die provozierende These auf, dass sowohl sex als auch gender Produkte der Kultur sind. Die Körper werden Butler zufolge erst durch Sprache ursprünglich hervorgebracht und durch ständige (Sprach-)Handlungen stabilisiert. „Dabei stützt sie sich auf ein sprachphilosophisches Argument, demzufolge Sprache nicht eine zuvor schon vorhandene Realität widerspiegelt. Realität stellt sich, im Gegenteil, mit der sprachlichen Bezeichnung erst her.“ 64
„Dies geschieht jedoch nicht einmalig, sondern prozesshaft: Entlang diskursiver Regeln muss eine Bezeichnung in steten Wiederholungen immer wieder von Neuem hergestellt werden.“ 65
Diese performativen Äußerungen konstituieren erst dauerhaft die Geschlechtsidentität. Die Wiederholung (oder auch „Signifizierung“) kann durch „parodistische Wiederholung“ „resignifiziert“ also geändert werden. 66 Den einzelnen Mitgliedern einer Gesellschaft wird also eine gewisse Handlungsmacht zugeschrieben, ihre eigene Identität zu gestalten. Allerdings, so betont Weseley, gibt es ein grundsätzliches Dilemma:
60 Vgl. Hausen, S. 44f; Vgl. Weseley, S. 10
61 Vgl. z.B., Butler, S. 24, S. 31
62 Vgl. Schaufler, S. 85
63 Butler, S. 23f
64 Roedig, S. 47
65 Weseley, S. 24
66 Vgl. a.a.O., S. 32f
12
Die Geschlechtsidentität wird zwar teilweise selbst verantwortet, andererseits kann man sich dem Diktat der Zweigeschlechtlichkeit (und dem dazugehörigen Verhalten) auch nicht entziehen. 67
Die Sprache ist für Butler also ein konstitutiver Bestandteil eines Machtapparats, der bestehende Hierarchien und Vorurteile reproduziert. Butler betont, dass beispielsweise die Kategorie „Frau“ das Resultat eines gesellschaftlichen Machtgefüges ist. Spricht man von „der Frau“ (oder „dem Mann“), heißt das, implizit von einem feststehenden Wesen auszugehen, das jeder Frau und jedem Mann innewohnt. Eben diese „Hypothese vom ‚Naturzustand’“ 68 weist Butler energisch zurück. 69 Analog zu Beauvoir 70 stellt Butler heraus, dass der „Identitätsbegriff im Singular“ immer eine „Fehlbenennung“ 71 ist (wie z.B. „der Mann“). Butler folgt der Devise: „Bezeichnungen schaffen (Denk-) Wirklichkeit“ 72 . Sie übt vor allem Kritik an eben jenen Bezeichnungen, die leichtfertig vom Feminismus übernommen wurden und die Gesellschaft stützen, die sie eigentlich ändern wollen. Sie hinterfragt die feststehenden Subjekte „Mann“ und „Frau“, die in der sex und gender Debatte als selbstverständlich vorausgesetzt wurden. So hält Butler bereits die Annahme einer exklusiven Zweigeschlechtlichkeit für falsch. Sie führt die Binarität der Geschlechter vor allem auf die politisch erwünschte „Zwangsheterosexualität“ zurück. So werden durch eine „kulturelle Matrix“ gewissermaßen Identitätsmuster geschaffen, die die Gesellschaft stützen. Praktisch heißt das, dass sich heterosexuelle Männer und Frauen in ihrer Identität bestärkt fühlen, während Homosexuelle ebenso durch das Raster fallen, wie Menschen ohne eindeutige Geschlechtszugehörigkeit. 73 Schaufler stützt die These Butlers, dass die Zweigeschlechtlichkeit weniger ein Produkt der Natur ist, als vielmehr eine sprachliche Zwangskonstruktion. Sie verweist auf medizinische Studien, deren Inhalt nicht berücksichtigt wird, sofern sie auf andere als die zwei akzeptierten Geschlechter stoßen. 74
Mit ihrer Theorie erweitert Butler das „Doing-Gender“-Konzept, das davon ausgeht, dass sich Geschlecht durch die Reproduktion von vorgegebenen Kommunikations- und
67 Vgl. Weseley, S. 39
68 Butler, S. 18
69 Vgl. a.a.O., S. 16ff
70 Beauvoir stellt ebenfalls ein kollektives Frauen-Wir in Frage [Vgl. Beauvoir, S. 13]
71 Butler, S. 20
72 Weseley, S. 24
73 Butler, S. 39f
74 Vgl. Schaufler, S. 100
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Verhaltensmustern immer wieder neu herstellt. 75 Die Idee des Doing Gender weist Butler zwar nicht zurück, doch ordnet sie es als Element eines bestehenden Machtapparats ein.
Butlers Fokus auf die Sprache wird bis heute kontrovers diskutiert. Heftig umstritten an ihrem Entwurf ist vor allem ihre definitorische Auslöschung des Körperlichen, 76 die sie durch ihre Annahme vertritt, dass das Dingliche erst durch die Sprache konstituiert wird. Allerdings ist diese Interpretation auch als ein Missverständnis zu deuten. Schließlich leugnet Butler den Körper nicht, sondern belegt vielmehr den Zusammenhang von Materialität und Sprache. Sie zeigt, dass unsere Wahrnehmung des Körperlichen durch den Diskurs geprägt wird. Dementsprechend ist auch die diplomatische Position von Andrea Roedig zu unterstützen, die dafür plädiert, Butler nicht allzu wörtlich zu nehmen. „Butler geht es um Beweglichkeit und darunter versteht sie das anscheinend Beharrliche als Prozeß […]“ 77
Die (meist deutsche) Kritik an Butler führt Stephan zudem auf eine weitgehende Unkenntnis der US-amerikanischen sex-gender-Debatte zurück, die sehr viel früher und radikaler als in Europa geführt wurde und bei der sich Butler lediglich als „Leitfigur“ hervorgetan hat. 78 Zudem geht es in den Debatten oft auch weniger um sachliche Argumente als vielmehr darum, das eigene Forschungsgebiet vor tiefgreifenden Veränderungen zu schützen. So stellt Stephan bei der Butler-Kritikerin Barbara Duden heraus, dass sich „[d]er Affekt Dudens […] vor allem gegen die Konsequenzen des postmodernen Subjektdiskurses für das eigene Fach [richtet]“. 79 Gemäß der Annahme „Der Körper ist eine Bezeichnungspraxis“ 80 , wird das Fach Dudens (die Körpergeschichte) selbst in Frage gestellt. Dieses Beispiel zeugt von der besonderen Schwierigkeit, mit der sich die Gender-Studies auseinandersetzen müssen: Sie versuchen grundlegende Kategorien zu wiederlegen und stoßen damit mitunter auf heftigen Widerstand. 81
75 Vgl. z..B., Hornscheidt, S. 283f; Tegeler, S. 61
76 Vgl. Roedig, S. 50
77 ebd.
78 Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 63ff
79 Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 72
Ähnliches lässt sich auch bei Birigt Schaufler vermuten, die zwar die Abkehr von biologischen Erklärungsmustern begrüßt, aber vehement die These der Vordiskursivität bestreitet. Diese klare Positionierung ist deshalb verwunderlich, da Schaufler selbst die Debatte um die Vordiskursivität mit der kaum lösbaren Frage vergleicht, ob das Huhn oder das Ei zuerst da wären. [Vgl. Schaufler, S. 121]
80 Weseley, S. 25
81 auch Tegeler stellt fest, dass eine Neubewertung fast aller Wissenschaftsdisziplinen erforderlich ist, da fast alle Disziplinen das hierarchische Verhältnis stützen. [Vgl. Tegeler, S. 31]
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Mit ihrer Abkehr von jeglicher Übergeschichtlichkeit und Unveränderlichkeit des Geschlechts erweitert Butler den Argumentationsrahmen, da sie die (für die Sozialwissenschaften) wenig fruchtbare Kategorie der Biologie in das Reich der Mythen verbannt. Sie verhindert damit - anders als die sex-gender Verfechter- einen Rückgriff auf die Natur, der jede Debatte unterbinden würde. Butler ist zudem anzurechnen, dass sie sich vehement gegen bestehende Stereotypisierungen und Verallgemeinerungen wendet, die gerade im Geschlechterdiskurs immer wieder durchscheinen. Auffällig ist außerdem, das Butler zwar viel und gern kritisiert wird, Elemente ihrer diskurstheoretischen Überlegungen aber dennoch in die eigenen Arbeiten eingeflochten werden. 82
Allerdings werden durch die Abkehr vom Biologischen auch bestimmte Sichtweisen ausgegrenzt. Auf dieses Problem weist Wolfgang Schmale in seinem Aufsatz 83 hin. Schmale zitiert beispielsweise Studien, die Männlichkeit und Weiblichkeit vor allem auf unterschiedliche Hirnströme zurückführen und kritisiert, dass solche Ansätze von den Gender-Studies kategorisch ausgeblendet werden. 84 Schmale macht damit deutlich, dass das völlige Ausgrenzen der Biologie auch einen Erkenntnisgewinn vereiteln kann.
2.4. Zur Entwicklung der Männer- und Geschlechtergeschichte
2.4.1. Einleitendes zu den Männerstudien
Die Abkehr von einer rein biologischen Auffassung des Geschlechts, hat also erst den Forschungsrahmen für die Geschlechterforschung geschaffen. Gerade, weil die Historisierung des Geschlechts eine Grundvoraussetzung für die Gender-Studies darstellt, ist es auch nicht verwunderlich, dass die ersten Männerforscher Historiker waren. Thomas Kühne stellt zudem heraus, dass die angelsächsische Homosexuellenbewegung viel zur Thematisierung des männlichen Geschlechts beigetragen hat. Ihr Ziel war es ursprünglich, durch Vergleiche mit anderen Kulturen und Zeiten zu belegen, dass die Heterosexualität eine gesellschaftliche Zwangskonstruktion ist. Seit den 1980er Jahren haben auch deutsche Sozialwissenschaftler begonnen, sich mit dem männlichen Geschlecht als sozialer Kategorie auseinander zu setzen. Ziel der neueren Studien ist es vor allem, das sich wandelnde
82 Schaufler wehrt sich zwar wiederholt gegen die Annahme, der Körper sei ein sprachliches Konstrukt, hält die Abkehr von biologischen Erklärungsmustern aber als Ausgangspunkt für ihren eigenen Ansatz. [Vgl. Schaufler, S. 10; 83]
83 Vgl. Literaturverzeichnis [Kap. 2]
84 Vgl. Schmale, S. 15ff
15
Verständnis von Männlichkeit kritisch zu hinterfragen und deren Konstruktionscharakter herauszustellen. 85
„Kulturelle Vielfalt und historischer Wandel zeigen, daß Männlichkeit und Weiblichkeit nicht ein für allemal feststehen, sondern ‚gemacht’ werden. Geschlecht, Weiblichkeit und Männlichkeit sind gesellschaftliche Konstruktionen, die unterschiedliche Gesellschaften unterschiedlich gestalten und ausfüllen.“ 86
Von einer einheitlichen Männerforschung kann indes nicht gesprochen werden. Willi Walter benennt eine Vielzahl von Forschungsansätzen, die alle unter Männerstudien subsumiert werden. Die Bezeichnungen reichen von ‚Men’s Studies’, ‚Research on Men’ bis hin zu ‚geschlechtssensible soziale Ungleichheitsforschung’ oder ‚antisexistische-profeministische Männerforschung’. 87 Dabei handelt es sich nicht nur um unterschiedliche Arbeitstitel sondern auch um inhaltlich divergierende Ansätze. So fallen beispielsweise unter „Kritische Männerforschung“ nur jene Arbeiten, in denen Männer an Männerthemen arbeiten. 88
Einigkeit besteht weitestgehend darüber, dass Männlichkeit nicht nur in verschiedenen Kulturen und Zeiten unterschiedlich definiert wurde, sondern, dass es immer auch parallel verschiedene Formen des Mannseins gibt. 89 Schissler streicht beispielsweise heraus, dass sich Männer weder einheitlich noch in dieselbe Richtung entwickeln. Zudem betont sie ethnische und klassenspezifische Ungleichheiten und warnt vor „häufig globalen Hypothesen über die historische Entwicklung des Mannseins“. 90 Um die Vielfalt von Männlichkeitsentwürfen zu illustrieren und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass es dominante Männlichkeitsvorstellungen gibt, wird häufig auf den von Robert Connell eingeführten Begriff „hegemonieller Männlichkeiten“ Bezug genommen. 91
Über die Frage, welche Ziele die Männerforschung verfolgt, besteht ebenso wenig Konsens wie darüber, wie ihr Verhältnis zu den Gender-Studies beschaffen ist. Während für Walter die Männerforschung vor allem den Zweck hat, Männlichkeit(en) sichtbar zu machen 92 , verfolgen andere Ansätze einen sehr viel universelleren Anspruch. So sieht Frevert in der Männergeschichte beispielsweise eine Vervollständigung der Anthropologie und weniger
85 Vgl. Kühne (Männergeschichte als Geschlechtergeschichte) S. 10ff
86 a.a.O., S. 8
87 Vgl. Willi, S. 97ff
88 Vgl. a.a.O., S. 108
89 Vgl. z.B. Schissler, S. 212
90 ebd.
91 Vgl. z.B. Walter, S. 100f; Janshen, S. 16
92 Vgl. Walter, S. 108
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eine eigene Wissenschaftsdisziplin. „Es geht ihr [der Männergeschichte] um eine Entschlüsselung vermeintlicher Selbstverständlichkeiten, um die Verflüssigung und Historisierung scheinbar überhistorischer Verhaltensmuster und ‚Geschlechtsverhältnisse’. 93 Entsprechend plädiert Frevert dafür, Männergeschichte nicht losgelöst von der Frauengeschichte zu betreiben. 94 Ähnlich argumentiert Bock, für die Männergeschichte erst sinnvoll ist, wenn sie in Relation zur Frauengeschichte gesetzt wird. 95 Für Karin Tebben hingegen ist die Männerforschung nur ein Zwischenschritt, um den Weg zu „den wünschenswerten gender studies“ zu ebnen. 96 Dem schließt sich auch Doris Janshen an, die feststellt, „daß die Summe von Frauenforschung plus Männerforschung [keinesfalls] gleich Geschlechterforschung ist. Geschlechterforschung ist noch ein Zukunftsprojekt.“ 97
In einigen Diskussion wird der Anschein erweckt, dass es entweder Gender-Studies oder Frauen- und Männerstudien geben könne. Mitunter scheint auch die Sorge zu dominieren, Männerstudien würden das Ende der Frauenforschung einleiten. 98 Dabei ist es durchaus sinnvoll, explizite Männer- und Frauenforschung parallel zu den Gender-Studies zu betreiben. An den drei Ansätzen festzuhalten ist wünschenswert, da so zum einen die historischen Rollen von Männern und Frauen aufgezeigt und zum anderen die Konstruktion und Grenzverläufe der Geschlechter kritisch hinterfragt werden können. So stellt auch Stephan heraus, dass sich Gender-Studien und die Frauenforschung ergänzen und dabei unterschiedliche Funktionen erfüllen. 99
2.4.2. Das Allgemeine ist männlichen Geschlechts
Warum hat es so lange gedauert, bis Männer als eigenständige soziale Gruppe in den Fokus des Interesses gerückt sind? Karin Hausen hat in ihrem Aufsatz 100 herausgearbeitet, dass sich im 19. Jahrhundert ein Doppelstandard entwickelt hat, demzufolge Männer dem Allgemeinen und Frauen als ein „Sonderproblem“ 101 zugerechnet wurden. Damit wurde eine Wissenschaftstradition begründet, die eine Dichotomisierung der Geschlechter untermauert hat.
93 Frevert (1991), S. 35
94 Vgl. a.a.O., S. 36
95 Vgl. Bock, S. 383
96 Vgl. Tebben, S. 12
97 Janshen, S. 11
98 Vgl. Kessel; Signori, S. 126; Vgl. Janshen, S. 15
99 Vgl. Stephan (Einführung), S.14
100 Geschlechtergeschichte und Allgemeine Geschichte [siehe Literaturverzeichnis 2]
101 Bock, S. 368
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Hausen führt aus, dass die Geschichtsschreibung im 19. Jahrhundert auf die Entstehung und Entwicklung der Nationalstaaten verengt wurde. Damit ist die Utopie des 18. Jahrhunderts einer „Universalgeschichte“ verworfen worden, die ein gleichberechtigtes Nebeneinander verschiedener Partikulargeschichten angestrebt hatte. Nach Hausen setzte eine hierarchische Themenordnung ein, die auf zwei Grundannahmen basierte: 1. Europa erzieht die Welt.
2. Die „Sonderanthropologie des Weibes“ beschränkt Frauen auf ihre Natur. 102
Im Mittelpunkt der historischen Betrachtung standen somit „Menschen weißer Rasse […] und männlichen Geschlechts“ 103 , die als das Allgemeine definiert wurden. „Neben dem ‚Voll-Menschen Mann’ erscheint die Frau ‚zweitklassig’, sofern sie überhaupt Beachtung findet.“ 104 Ute Frevert führt noch weitere Aspekte an, die die Auffassung vom Allgemein-Männlichen erklären. Anhand akribischer Auswertungen von Lexikonartikeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert weist Frevert nach, dass Frauen zunehmend auf ihre Biologie festgeschrieben wurden, während Männer im Hinblick auf Staat, Gesellschaft und Ökonomie definiert wurden. Institutionalisiert wurde die Rolle der Männer als einzig relevantes Geschlecht schließlich in den ersten „Allgemeinen Wahlen“ von 1871. 105
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden die Lexikon-Artikel zum Thema Mann immer schweigsamer, während im Hinblick auf die Frau eine „auffällige Beredsamkeit“ 106 zu verzeichnen war. In den Lexikonartikeln vollzog sich zudem parallel ein „inhaltlicher Perspektivwechsel“ 107 Wurden im 18. Jahrhundert die Geschlechter noch vor allem durch ihre sozialen Rollen definiert (der Ehemann durch den Beruf und die Ehefrau durch die Haushaltsführung), verlagerte sich die Definition zunehmend auf den Körper.
Dabei wurde in den untersuchten Lexikon-Artikeln besonders herausgehoben, dass das Zeugungsgeschäft der Männer auf das Individuum wenig Einfluss hatte, während das Leben der Frauen ganz und gar der Fortpflanzung und Familienpflege gewidmet war.
102 Vgl. Hausen, S. 22ff
103 a.a.O., S. 29
104 Tegeler, S. 29
105 Frevert (1991), S. 31ff; oder ausführlich Vgl. Frevert (1995), S. 18ff
106 Frevert (1991), S. 32
107 a.a.O., S. 31
18
„Dieser Entkopplung der biologischen und sozialen Bedeutungsschichten von ‚Geschlecht’ ist es vermutlich zuzuschreiben, daß die Rede von Männern als Geschlecht so provozierend wirkte und immer noch wirkt. War die Frau vor allem Frau und ihrem ‚Geschlecht’ unentrinnbar ausgeliefert, konnte sich der Mann über seine ‚Geschlechtseigentümlichkeiten’ erheben. Er war in erster Linie Mensch […]“ 108
Allerdings vertritt George L. Mosse die These, dass das Stereotyp der Männlichkeit immer auch an ein körperliches Ideal gekoppelt war, das sich die griechische Antike zum Vorbild nahm. „Körper, Schönheit und Moral des Mannes hängen eng miteinander zusammen; gemeinsam symbolisieren sie ‚männlichen Mut’ und einen ‚männlichen Geist’.“ 109 Damit grenzt sich die maskuline Schönheit zugleich von der Weiblichen ab, die eher als ein biologisches Attribut wahrgenommen wurde.
Diese Bindung des Weiblichen an die Biologie, so betont Gisela Bock, bedeutete immer auch „eine Metapher für Minderwertigkeit“ 110 . Dafür sprechen die anderen Gruppen, die mit dem Stigma der Biologie versehen wurden: die Irren, Dummen, Kranken und ethnische Randgruppen. 111 Die letztgenannte Kategorie weist auf den biologisch begründeten Rassismus hin, der von der eindimensionalen Geschichtsschreibung ebenfalls gestützt wurde. Bock hebt die Analogie von Sexismus und Rassismus besonders hervor: Bei beiden Diskriminierungsformen werden „punktuelle physiologische Unterschiede“ 112 als Rechtfertigung für soziale Ungleichheit herangezogen. Sowohl Beauvoir und Stephan weisen analog dazu darauf hin, dass die Diskussion um die Frauen auch immer eine Debatte um „das Andere“ beinhalteten, nämlich um alle Gruppen, die außerhalb des Zivilisationsprozesses verortet wurden. 113 „Das ‚Ewigweibliche’ spielt hier die gleiche Rolle wie die ‚schwarze Seele’ und der ‚jüdische Charakter’.“ 114 Obwohl Frauen als der Natur zugehörig begriffen wurden, löste es keinen Widerspruch aus, dass der „edlen Wilden“ 115 zugleich eine moralische Überlegenheit angedichtet wurde, die die rationale Welt durch ihr Gefühl besänftigen und humanisieren sollte. 116 Zusammenfassend lässt sich also festhalten: „Männer sind die allgemeineren, Frauen die besseren Menschen.“ 117
108 Frevert (1991), S. 33
109 Mosse, S. 59
110 Bock, S. 375
111 Vgl. a.a.O., S. 375ff
112 a.a.O., S. 376
113 Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 81
114 Beauvoir, S. 17
115 Schaufler, S. 142
116 Vgl. Schaufler, S. 142; Vgl. Tegeler, S. 25
117 Meuser/Lautmann, S. 253
19
Die sozialen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern wurden nicht als solche wahrgenommen, da sie der Natur zugeschrieben wurden. Daraus lässt sich ersehen, dass hinter der Teilung in Allgemeines und Besonderes auch immer eine gedachte Dichotomie von Kultur und Natur stand. Während Männer als Begründer des zivilisatorischen Fortschritts der Kultur zugerechnet wurden, galten Frauen als Naturwesen, die es zu unterwerfen galt. 118
„Dieses […] polarisierende Ausdeuten der natürlichen Geschlechterdifferenz ermöglichte es, die […] höchst virulente Frage nach der Historizität der Geschlechterordnung langfristig stillzulegen und die Geschlechterordnung mit Hilfe der Verweisung auf die Natur zu stabilisieren.“ 119
Standhaft hat sich die Vorstellung bis in die Gegenwart gehalten, die Ungleichheit der Geschlechter ergebe sich aus einer natürlichen Geschlechterdifferenz. So bemerkt Frevert, dass die reinen Männervereine- und Bünde im 18. und 19. Jahrhundert zur damaligen Zeit durchaus nicht unumstritten waren. Dahingegen löst diese „Damenfrage“ bei Historikern der Gegenwart keinen Diskussionsbedarf aus: […] sie finden es weniger überraschend als die Zeitgenossen selber.“ 120
Die Ausgrenzung des Geschlechts in den Geschichtswissenschaften hat sich als äußerst hartnäckig erwiesen. Nicht einmal die Neue Sozialgeschichte, die in den 1960er Jahren entstanden ist, hat das Allgemein-Männliche in Frage gestellt. 121 Dabei sind nicht nur die Geschlechterrollen variabel sondern auch der Blick auf den Körper. So hat sich die Auffassung, dass Männer und Frauen ein Gegensatzpaar sind, erst im 19. Jahrhundert durchgesetzt. Wie die Untersuchungen von Thomas Laqueur belegen, dominierte bis zum 18. Jahrhundert das „Eingeschlechter-Modell“, „wonach die Frau eben nicht anders, sondern nur ein bisschen anders Mann war als der Mann.“ 122 Die Geschlechtsorgane galten als identisch, mit dem Unterschied, dass sie bei Frauen im inneren des Körpers vermutet wurden. Erst im 19. Jahrhundert kristallisierte sich die Annahme eines grundsätzlichen Wesensunterschiedes heraus. 123
Die verinnerlichte Verquickung von Geschlecht und Biologie erschwert auch den Stand der Geschlechterforschung in der Historiografie. Vor allem die Forderung nach einer
118 Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 88
119 Hausen, S. 27
120 Frevert (1991), S. 40
121 Vgl. Hausen, S. 45
122 Roedig, S. 49
123 Vgl. Roedig, S. 49; Vgl. Stephan (Gender, Geschlecht und Theorie), S. 85f; Schaufler, S. 86
20
umfassenden Revision der Geschichtswissenschaften wird in Deutschland „eher vorbeugend abgewehrt als theoretisch diskutiert“ 124 . In den letzten Jahren ist aber zunehmend Kritik an „zusätzlichen Bindestrich-Geschichten“ 125 laut geworden, in die bisher vor allem die Frauengeschichte verwiesen wurde.
2.4.3. Zur Rolle der Männer in den Gender-Studies
Männer hingegen sind das sichtbare, präsente Geschlecht, da sie die Akteure der allgemeinen Geschichte sind. Für die Frauen- und Männerforschung ergeben sich dadurch entgegengesetzte Probleme: Während Frauen aus der so genannten allgemeinen Geschichte ganz ausgeblendet wurden, gehen Männer derartig im Allgemeinen auf, dass sie als Geschlechtswesen ebenfalls unsichtbar wurden. „Nur Männer sind ‚Personen’, und es gibt keine andere Geschlechtsidentität (gender) als die weibliche.“ 126 „Aufgabe der Männerforschung ist es daher, Männer als Männer sichtbar zu machen und sie aus der Selbstverständlichkeit, mit der sie das ‚allgemein Menschliche’ zu verkörpern vorgeben, herauszureißen.“ 127
Wie bereits ausgeführt, sind Frauen, anders als Männer, seit dem 19. Jahrhundert vor allem durch ihre Biologie und ihren Körper definiert worden. Dass sich diese Einstellung nicht grundlegend geändert hat, zeigen die Forschungsthemen der Gender-Studies/Geschlechterforschung, die sich meist wie selbstverständlich ausschließlich mit Frauen auseinandersetzen. „Männer sind jedenfalls (noch) nicht integraler Bestandteil der Geschlechterforschung […] Das im Diskurs erwartete - und deshalb nicht zu explizierende - Geschlecht der Geschlechterforschung ist allgemein-weiblich.“ 128
Da die Ausgrenzungstendenzen der Allgemeinen Geschichte quasi spiegelverkehrt in den Gender-Studies reproduziert werden, ist bereits die Rede von einer „Mogelpackung“ 129 oder einem „Etikettenschwindel“. 130 Die Gender-Studies werden mitunter nicht als neuer Forschungszweig betrachtet, sondern vielmehr als Erweiterung der Frauenforschung. 131
124 Hausen, S. 35
125 a.a.O., S. 43f; Zur Forderung einer umfassenden Analyse der Kategorie Geschlecht Vgl. Frevert (1991), S. 34; Dies: (1995), S. 10f; siehe auch Vgl. Bock, S. 367
126 Butler, S. 42
127 Vgl. Kühne („Staatspolitik, Frauenpolitik, Männerpolitik.“), S. 212
128 Walter, S. 108
129 Frevert (1991), S. 34
130 Walter, S. 108
131 Renate Hof bezeichnet die Gender Studies als „Akzentverschiebung“ der Women’s Studies. [Vgl. Hof, S. 19]
21
Andere wiederum sehen in den Gender-Studies einen Ausweg für die Frauenstudien, die durch pauschale Täter-Opfer-Zuschreibungen vermeintlich feststehende Identitäten zu fixieren suchten und dadurch ihre „Eigenmarginalisierung“ 132 einleiteten. 133 Diese Positionen bestärken wiederum die Vorstellung, dass sich Männer außerhalb der Geschlechtersphäre bewegen. Daher plädiert Willi Walter für das explizite Herausarbeiten von Männlichkeiten, die in der Frauen- und Genderforschung unterzugehen drohen. 134
2.5. Die Kategorie Gender in der Literaturwissenschaft
Der Literaturwissenschaft kommt im Hinblick auf die Geschlechterforschung eine besonders wichtige Rolle zu. Wie Renate Hof herausstellt, haben sich viele frühe Arbeiten der Frauenforschung erst vor dem Hintergrund der Literatur entfalten können. Denn anders als in den politisch-historischen Arbeiten waren Frauen in der Literatur immer präsent. Die Literatur bietet einen guten Zugang zu sozialen Realitäten, die über die klassische Quellenforschung nicht erschließbar wären. In Bezug auf Frauen war die Analyse von Weiblichkeitsbildern und -mythen von großer Wichtigkeit. Insbesondere das Kontrastieren von „Männerphantasien“ und „Frauenerfahrung“ war in der feministischen Literaturanalyse der 70er Jahre bedeutsam. 135
Für Ina Schabert eignet sich die Literatur ebenfalls besonders dafür, die Geschlechterdifferenz und das sich wandelnde Verständnis von Männlichkeit und Weiblichkeit zu illustrieren. So sieht sie in der Literatur die Geschlechterverhältnisse mehrfach dokumentiert: zum einen auf der Basis der Texte, zum anderen auf der Ebene der Schreibenden. Da die Autoren nicht außerhalb der Gesellschaft stehen, reproduzieren sie zwangsläufig den Zeitgeist und das Geschlechterverhältnis bis zu einem gewissen Grad. 136 Diese These untermauert auch Herbert Lehnert, der sowohl bei Heinreich als auch bei Thomas Mann feststellt, dass ihre Wertevorstellungen in ihre Texte mit einfließen. Als einen Bestandteil ihres Wertesystems führt Lehnert das „männlich-patriarchalische Überlegenheitsbewusstsein über Mädchen und Frauen“ 137 an. Damit stimmt Lehnert mit Schabert überein, dass die Literatur nicht nur vorherrschende Verhältnisse reflektiert,
132 Kessel/ Signore, S. 125
133 Vgl. ebd.
134 Vgl. Walter, S. 105ff
135 Vgl. Hof, S. 8
136 Vgl. Schabert, S. 168
137 Lehner, S. 65
22
sondern immer auch aktiv daran beteiligt ist, Einstellungen und Meinungen zu prägen und zu verfestigen. 138
Die Geschlechterforschung stößt allerdings auch in der Literaturwissenschaft auf Widerstände. So beklagt Schabert das Konkurrenzverhältnis zwischen
literaturwissenschaftlichen Gender-Studies und traditioneller Literaturgeschichtsschreibung. „Erstere nehmen mit Befremden die unreflektierte Androzentrik der Literaturgeschichten zur Kenntnis, letztere sehen in der kanonauflösenden Wirkung der Kategorie der Geschlechterdifferenz eine Bedrohung.“ 139
Auch zeigt sich erneut ein Problem der Interdisziplinariät: Während die Gender-Studies den eigenen Standpunkt auch in anderen Wissenschaftsdisziplinen gespiegelt sehen wollen, reagieren tradierte Forschungszweige auf dieses „Eindringen“ indem sie sich abkapseln. Dabei ist die Kritik der Gender-Studies durchaus ernst zu nehmen. So führt Stephan beispielsweise an, dass sie den Begriff der „Frauenliteratur“ als männliches Dominanzgebaren deutet. Folglich lehnt sie diese Gattungsbezeichnung ab. Jedenfalls so lange, bis es eine parallele Bezeichnung für ‚Männerliteratur’ gibt. 140 An anderer Stelle weist sie darauf hin, dass sich hinter vermeintlich allgemeinen Texten tatsächlich Männertexte verbergen, die sie ähnlich wie Schabert als Dokumente gesellschaftlicher Einschreibungen interpretiert. 141
Auch die vorliegende Arbeit versteht die Literatur Theodor Fontanes und Thomas Manns sowohl als Spiegel wie als Zerrbild damaliger gesellschaftlicher Verhältnisse. Denn beide Autoren haben nicht nur den Zeitgeist pointiert reflektiert, sondern immer auch ihre eigenen Einschreibungen und Vorurteile in ihre Werke einfließen lassen. Vor diesem Hintergrund sind beiden Autoren auch als Vertreter einer spezifischen Männerliteratur zu betrachten.
138 Vgl. Schabert, S. 168f
139 a.a.O., S. 180
140 Vgl. Stephan (Literaturwissenschaft), S. 294
141 Vgl. a.a.O., S. 62
23
3. Der sozialhistorische Kontext im späten 19. Jahrhundert
3.1. Einige Grundzüge der Situation zwischen 1848/49 und 1871
Die deutsche Innen- und Außenpolitik nach 1848 hat das kulturelle Klima auf deutschem Gebiet nachhaltig geprägt. In der Folge der Revolution von 1848/49 gab es einen „Paradigmenwechsel in fast sämtlichen Bereichen des geistigen Lebens.“ 142 Eine konservative Wende ging zunächst von der politischen Ebene aus und übertrug sich auf die Mentalität und das Lebensgefühl der Menschen. Diese Entwicklung zeichnet sich auch in der Biografie Fontanes ab, der nicht nur in Folge der Revolution sein liberales Gedankengut abgelegt sondern auch seine gesamte Lebensführung konservativen Grundwerten untergeordnet hat. [siehe auch Punkt 4.1.]
Die Politik nach der gescheiterten Revolution blieb für Dekaden rückwärts gewandt, immer darauf bedacht, liberal-demokratische Strömungen so unbedeutend wie möglich zu halten. 143 Auch die von Friedrich Wilhelm 1858 eingeleitete „Neue Ära“ war nur ein kurzes Intermezzo, die aus Angst vor neuerlichen Unruhen schnell zu einer konservativen Politik zurück fand. 144 Die innenpolitische Anspannung belegt ein grundsätzliches Problem, das auch die Revolution nicht gelöst hat: Sowohl die Krone als auch das Parlament haben die Herrschaftsgewalt für sich beansprucht. Dieser schwelende Konflikt entzündete sich 1860 anhand der „Heeresreform“. 145 In der Frage um die Reorganisation des Militärs spitzte sich der Konflikt derart zu, dass sich Wilhelm 1862 den Ministerpräsidenten Otto von Bismarck an seine Seite holte. Bismarck polarisierte die Gesellschaft zunächst noch stärker mit seiner harten Linie. 146 Was in der Heeresreform seinen Anfang genommen hatte, mündete in einen grundsätzlichen Verfassungskonflikt, den Hans-Ulrich Wehler treffend als „allgemeine[...] Machtprobe zwischen bürgerlichem Parlamentarismus und spätabsolutistischem autoritärem Militärstaat“ 147 charakterisiert.
Der autoritäre Führungsstil Bismarcks wurde als verfassungswidrig vom Parlament scharf kritisiert, blieb aber durch die Billigung Wilhelms ohne Konsequenzen. Mit dem Ausgang
142 Müller, S: 9
143 Vgl. Görtemaker, S. 223
144 Vgl. a.a.O., S. 224ff
145 Die Reform hatte zum Ziel, die „Allgemeine Wehrpflicht“ für Männer de facto zu realisieren und möglichst viele Männer dem Militär zuzuführen. Liberale setzten sich dieser Reform vor allem entgegen, da sie vorsah, die Landwehr abzuschaffen, die als das Symbol für demokratisch-bürgerliche Freiheiten schlechthin stand. [Vgl. a.a.O., S. 226f]
146 Erneut wurde die Presse- und Redefreiheit eingeschränkt, es kam zur Einschüchterung von Abgeordneten des Parlaments, zu Inhaftierungen und Ausweisungen. [a.a.O., S . 288f; Wehler, S. 32]
147 Wehler, S. 31
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Arbeit zitieren:
Katja Ansen, 2004, Konzepte von Männlichkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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Horvath und der Mythos Don Juan. Untersucht an dem Theaterstück "...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Analyse der Verwendung rhetorischer Stilmittel in Werbeslogans für ver...
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Ödön von Horvath 'Don Juan kommt aus dem Krieg'
Analyse des Don Juan
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
Da erhob sich vom Himmel her ein Brausen. Von Himmelfahrts- und Pfings...
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Mann, Thomas - Der Tod in Venedig - Die Problematik der Literaturverfi...
Facharbeit (Schule), 20 Seiten
Georgius Agricola und das Montanwesen im Übergang vom Mittelalter zur ...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 17 Seiten
Kunst als Akt der Distanzierung: Ironie als Ausdrucksmittel der Ästhet...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 16 Seiten
"Legendarisches" und "Höfisches" in Hartmanns Bear...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
E.T.A. Hoffmanns 'Don Juan' als Interpretation von W.A. Mozart...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Zwischenprüfungsarbeit, 20 Seiten
Christine de Pisan - eine Autorin im Mittelalter
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 28 Seiten
Frauenbilder - zur Konstruktion des Weiblichen in Frank Wedekinds '...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Das Bild der femme fatale in Thomas Manns Erzählung Der kleine Herr F...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 24 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Die Stellung der Frau - Sozialkitische Konsequenzen der Eheromane Font...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Katja Anderson's Text Konzepte von Männlichkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Katja Anderson hat den Text Konzepte von Männlichkeit im ausgehenden 19. Jahrhundert veröffentlicht
Katja Anderson hat einen neuen Text hochgeladen
Die Philosophie des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts 3
Lebensphilosophie und Existenz...
Rainer Thurnher, Wolfgang Röd, Heinrich Schmidinger
Wissenschaftsforschung zur Genese der Psychologie in Deutschland vom a...
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Die Philosophie des ausgehenden 19. und des 20. Jahrhunderts 2
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Constitutions of the World from the late 18th Century to the Middle of...
South Carolina - Wisconsin
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Die Welt der Konsulate im 19. Jh. / Consuls et services consulaires au...
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Boomwhackers im Kreis Das DrumCircle-Konzept mit Boomwhackers
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