Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Inhalt 3
3. Die Androiden 5
3.1 Allgemein 5
3.2 Die Personen 6
A. Rachael Rosen 7
B. Max Polokov/Sandor Kadalyi 7
C. Luba Luft 8
D. Pris Stratton 8
E. Irmgard und Roy Baty 9
F. Buster Fröhlich 9
4. Die Unterscheidung durch den Menschen 10
4.1 Die Unterscheidungskriterien. 10
A. Empathie 10
B. Mercerismus 12
C. Tierliebe 15
4.2 Die Anwendung durch den Menschen 19
5. Fazit 24
6. Literaturverzeichnis 29
2
1. Einleitung
In der folgenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ von Philip K. Dick. Hierbei benutze ich die Ausgabe des Heyne-Verlags, welche unter dem Namen „Blade Runner“ erschienen ist.
Meinen Schwerpunkt möchte ich auf die Unterscheidung zwischen Mensch und Android setzen. Ich werde versuchen, die Unterscheidungskriterien heraus zu arbeiten und sie auf ihren Wert zu überprüfen. Beginnen werde ich mit einer kurzen Inhaltszusammenfassung. Folgend stelle ich die im Roman vorkommenden Androiden kurz vor. Nach der Herausarbeitung der wichtigsten Unterscheidungskriterien werde ich anführen, inwiefern der Roman ihnen Recht gibt. Im Fazit möchte ich dann die Thematik in einen höheren Zusammenhang stellen, um darüber hinaus zu einer abschließenden Bewertung zu kommen.
2. Inhalt
Der Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ wurde 1968 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Philip K. Dick verfasst. Die Handlung des Romans spielt 1992 in San Fransisco, in der Zeit nach einem großen Weltkrieg.
Der Leser erfährt, dass die Motive und der Ausgang des Krieges schon in Vergessenheit geraten sind, allerdings leidet die Bevölkerung sehr an den Folgen. Tödlicher, radioaktiver Staub verseucht den größten Teil des Globus’ und die meisten Menschen sind bereits in extraterrestrische Kolonien emigriert. Die UNO macht das Auswandern leicht, das Bleiben auf der Erde ist wegen der unwirtlichen Verhältnisse beinahe unmöglich. Einer der Slogans der Regierung ist: „Emigrieren oder degenerieren! Wählen Sie selbst!“ 1 . Dennoch sind einige tausend Menschen auf der Erde geblieben, entweder aus eigener Entscheidung oder weil sie von der UNO als biologisch untauglich eingestuft wurden und ihnen als sogenannter
1 Dick, Philip K.: Blade Runner, S. 10.
3
„Sonderfall“ die Ausreise verwehrt bleibt. Diese Sonderfälle werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, verrichten niedere Aufgaben und leben zumeist ohne soziale Kontakte.
Eine weitere Konsequenz des radioaktiven „Fallouts“ ist die Tatsache, dass so gut wie alle Tierarten ausgestorben sind und dadurch das Halten eines Tieres zum neuen ultimativen Statussymbol wurde.
In den extraterrestrischen Kolonien existieren eine Vielzahl von Androiden. Ursprünglich waren sie eine Entwicklung der Waffentechnik, wurden aber mit der Zeit zu einem wichtigen Bestandteil des Kolonisationsprogramms, da sie in jeder fremden Welt funktionieren und Arbeiten verrichten können, die der Mensch nicht bewerkstelligen kann.
Des Weiteren sollen sie die Menschen zum Auswandern anreizen, da jedem Auswanderer ein persönlicher Android zur Seite gestellt wird. Den Androiden ist es verboten, ihre Kolonien zu verlassen. Da sie ihre Besitzer umbringen müssten, um fliehen zu können, steht auf Flucht die Todesstrafe. Um diese Todesstrafe zu vollziehen, gibt es die sogenannten Prämienjäger (auch Blade Runner). Der Auftrag der Prämienjäger ist, die Androiden „in den Ruhestand zu versetzen“, was als Euphemismus für ihre Tötung benutzt wird. Der Beruf der Prämienjäger ist geheim, da er sich nicht mit den Grundsätzen der weit verbreiteten Religion des Mercerismus verträgt, die hauptsächlich auf das Empfinden von Emotionen im Allgemeinen und von Empathie im Speziellen aufbaut. Der theologische Vater des Mercerismus ist Wilbur Mercer, mit dem sich jeder Mercerit mit Hilfe eines Gefühlskastens vereinigen kann. Einer der Prämienjäger in San Fransisco ist Rick Deckard. Als sein erfolgreicher Kollege Dave Holden bei einem Einsatz schwer verletzt wird, bekommt Deckard seinen Auftrag zugewiesen. Er soll sechs von ehemals acht Androiden des neuesten Modells Nexus-6, die vom Mars auf die Erde geflohen sind, ausfindig machen und töten. Während er diesem Auftrag nachgeht, kommen Deckard allerdings Zweifel an der Richtigkeit seines Handelns.
4
3. Die Androiden
3.1 Allgemein
Ein Android ist eine Art humanoider Roboter. Der Terminus kommt vom griechischen ανδρος und bedeutet „menschenförmig“. Er ist zwar dem Menschen nachempfunden, besitzt aber eine sehr viel niedrigere Lebenserwartung.
In dem Roman „Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“ werden verschiedene Modelle von Androiden aufgeführt. Der Leser erfährt, dass eine Entwicklung stattgefunden hat, von primitiven und leicht erkennbaren Androiden wie dem Q 40 2 über ausgeklügeltere Modelle, wie die der Reihe T6-14 3 , welche nur durch einen Gefühlstest vom Menschen unterschieden werden konnten, bis hin zum Modell Nexus-6 4 , entwickelt von der Rosen Association.
Das Modell Nexus-6 ist der neueste und beste Android auf dem Markt des Jahres 1992. Er verfügt über zwei Trillionen Komponenten plus der Wahlfähigkeit in einem Bereich von zehn Millionen möglichen Gehirnfunktionen. Hinsichtlich seiner Intelligenz übertrifft er sogar mehrere Klassen der menschlichen „Sonderfälle“. Die Entwicklung des Androiden ging folglich so weit, dass er vom sachlichen Standpunkt aus zu diesem Zeitpunkt über einer beträchtlichen Gruppe der Menschheit steht; „der Diener war in mancher Hinsicht klüger geworden als sein Herr.“ 5 An diesem Punkt setzt die Paranoia der menschlichen Bevölkerung an, denn gerade diese Intelligenz könnte ihnen gefährlich werden. Georg Seeßlen schreibt in seinem Aufsatz „Traumreplikanten des Kinos“ 6 über diesen Aspekt: „Wer oder was Intelligenz besitzt, muß in der Lage sein, seine eigene Programmierung durch Willensakte aufzuheben.“ 7 Der Android hat sich aus seiner Rolle als Geschöpf und Diener der Menschen heraus entwickelt und gelangte so zu mehr Selbstständigkeit; aus der totalen
2 Vgl. Blade Runner, S. 94.
3 Vgl. Blade Runner, S. 30.
4 Vgl. Blade Runner, S. 29f.
5 Blade Runner, S. 31.
6 Seeßlen, Georg: Traumreplikanten des Kinos. Passage durch alte und neue Bewegungsbilder, in: Künstliche Menschen. Aurich, Rolf; Jacobsen, Wolfgang; Jatho, Gabriele, Manische Maschinen, kontrollierte Körper. Berlin 2000, S. 13-42.
7 Seeßlen, Traumreplikanten, S. 34.
5
Fremdbestimmung wurde eine partielle Selbstbestimmung und dadurch ein Kontrollverlust auf Seiten der Menschen.
Doch nicht nur von den geistigen Fähigkeiten nähert sich der Nexus-6 ‚bedrohlich’ nahe dem menschlichen Vorbild an. Äußerlich ist er mit bloßem Auge schon gar nicht mehr vom Menschen zu unterscheiden. Um die Identität eines Androiden zu ermitteln, setzen die Prämienjäger den Voigt-Kampff-Test ein. Dies ist ein Gefühlstest, der auf Affektabschwächung reagiert. 8 Das Gerät, welches zu diesem Test gebraucht wird, misst die Veränderung der Gesichtskapillare und hält Spannungsfluktuationen des Augenmuskels fest. 9 Gemessen werden die Gefühlsreaktionen auf Fragen aus verschiedenen Lebenssituationen, die hauptsächlich mit Tieren zu tun haben. 10 Die Prämienjäger können mit Hilfe dieses Tests die Androiden als solche identifizieren, da sie, anders als die Menschen, keine oder nur abgeschwächte empathische Gefühle empfinden können. Allerdings gibt es auch Menschen, die den Voigt-Kampff-Test nicht bestehen: Menschen mit unverfälschter Schizophrenie, die nur verminderte empathische Fähigkeiten besitzen. 11 Auf Grund dessen ist der Test umstritten und die einzige existierende Methode einen Androiden zu identifizieren - ohne ihn zu sezieren - ist somit fragwürdig.
3.2 Die Personen
In dem Roman geht es in erster Linie um acht entflohene Androiden des Modells Nexus-6, von denen der Prämienjäger Dave Holden bereits zwei getötet hat. Nach seiner Verletzung übernimmt sein Kollege Rick Deckard den Fall. Im Verlauf seiner Ermittlungen gelangt Deckard jedoch in verschiedene Gewissenskonflikte. Zum einen muss er die Androiden immer erst als solche identifizieren, ehe er sie tötet, welches sich in den verschiedenen Kampfsituationen als überaus schwierig herausstellt. Ohne den Test würde er aber Gefahr laufen, einen Menschen zu töten. Zum anderen beginnt er mit den fortschreitenden Ermittlungen, sich Gedanken
8 Vgl. Blade Runner, S. 31.
9 Vgl. Blade Runner, S. 48.
10 Vgl. Blade Runner, S. 144 .
11 Vgl. Blade Runner, S. 40.
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über die Rechtmäßigkeit seines Berufs zu machen. Die Tatsache, dass sich einige der Nexus-6 eine neue Identität als Tarnung aufgebaut haben, verkompliziert den Auftrag zunehmend.
Neben den Nexus-6, die er töten soll, kommt Deckard auch außerhalb seines eigentlichen Auftrags in Berührung mit Androiden. Zu dem Nexus-6 Androiden Rachael baut er sogar eine derart private Beziehung auf, dass es ihm fast unmöglich wird, seinen Beruf weiter auszuführen.
A. Rachael Rosen
Rachael Rosen ist ein Nexus-6-Vorführmodell der Rosen Association. Deckard lernt sie kennen, als er von seinem Chef Harry Bryant zum Sitz der Rosen Association geschickt wird, um den Voigt-Kampff-Test an einem Nexus-6 zu prüfen. Der Leiter der Rosen Association, Eldon Rosen, versucht zwar, Deckard zu täuschen, aber es stellt sich dennoch heraus, dass auch der Nexus-6 Android durch den Gefühlstest identifiziert werden kann. Deckard testet Rachael, die allerdings nicht weiß, dass sie ein Android ist und dies erst durch den Test herausfindet. 12
Eldon Rosen hat das Ziel der ständigen Verbesserung der Androiden, bis sie nicht mehr vom Menschen zu unterscheiden sind. Aus diesem Grund gibt er Rachael den Auftrag, Deckard bei seiner Arbeit „über die Schulter“ zu schauen, um herauszufinden, was den Nexus-6 noch vom Menschen unterscheidet, damit man mit den gewonnenen Erkenntnissen einen verbesserten Nexus 7 entwickeln kann 13 . Rachael beginnt hierfür eine kurze Affäre mit Deckard. Durch die intime Beziehung zu Deckard versucht sie darüber hinaus, ihn von seinem Vorhaben abzubringen, die restlichen drei Nexus-6 zu töten. Deckard findet heraus, dass sie mit den entflohenen Androiden zusammenarbeitet. 14
B. Max Polokov/Sandor Kadalyi
Max Polokov ist der erste Nexus-6, den Deckard tötet. Er findet bei seinen Recherchen heraus, dass Polokov sich als Sonderfall tarnt. Bei der Suche
12 Vgl. Blade Runner, S. 56.
13 Vgl. Blade Runner, S. 175f.
14 Vgl. Blade Runner, S. 183.
7
nach Polokov soll ein Beamter der WPO Deckard auf die Finger gucken, da sie Interesse an dem Modell Nexus-6 haben. 15 Letztendlich entpuppt sich Kadalyi als Polokov, der versucht, Deckard umzubringen. Allerdings ist Deckard schneller und erschießt ihn. 16 Die Person des Sandor Kadalyi war nur eine Tarnung.
C. Luba Luft
Der zweite Nexus-6, den Deckard ausfindig macht, ist Luba Luft. Sie tarnt sich als Opernsängerin aus Deutschland und arbeitet bei der San Fransisco Opera Company. 17
Als Deckard Luba Luft dem Voigt-Kampff-Test unterziehen möchte, lässt sie ihn wegen unsittlicher Fragen festnehmen. Der Wachmann Crams, der Deckard festnimmt, wird von Deckard aber als Androide identifiziert 18 , und das unbekannte Polizeipräsidium, zu dem Deckard gebracht wird, stellt sich als von Androiden unterwanderte Zentrale heraus. 19 Hier erschießt Deckard zwei weitere Nexus-6, den Wachtmeister Crams und den Beamten Garland. Außerdem lernt er den Prämienjäger Phil Resch kennen, der später Luba Luft erschießt, als Deckard von Zweifeln an der Rechtmäßigkeit seiner Arbeit zurück gehalten wird. 20
D. Pris Stratton
Ein weiterer weiblicher Nexus-6 ist Pris Stratton. Sie zieht in dasselbe Haus ein, in dem auch der Sonderfall John R. Isidore wohnt. 21 Isidore wurde aufgrund seiner niedrigen Intelligenz und einer degenerativen Erkrankung als Sonderfall eingestuft und lebt deshalb abseits der Gesellschaft in einem riesigen verlassenen Komplex mit über tausend Wohnungen. Isidore ist starker Anhänger der vorherrschenden Religion des Mercerismus, da sie Sonderfälle wie ihn akzeptiert, anders als der Rest der Gesellschaft.
15 Vgl. Blade Runner, S. 82.
16 Vgl. Blade Runner, S. 89.
17 Vgl. Blade Runner, S. 85.
18 Vgl. Blade Runner, S. 102f.
19 Vgl. Blade Runner, S. 146.
20 Vgl. Blade Runner, S. 128.
21 Vgl. Blade Runner, S. 64.
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Arbeit zitieren:
2007, Die Unterscheidung zwischen Mensch und Android in Philip K. Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?", München, GRIN Verlag GmbH
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