Inhaltsverzeichnis
1. Einführung. 3
2. Entwicklungstheorien zur Kognitivität 3
3. Piagets Theorie über die geistige Entwicklung 4
4. Der Einfluss des Spiels auf die kognitive Entwicklung des Kindes 9
5. Spiele zur Förderung der kognitiven Leistung 11
6. Zusammenfassung. 15
7. Literaturverzeichnis Quellen 16
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1. Einführung
Die kognitive Entwicklung ist ein sehr bedeutsamer Teilabschnitt in der gesamten Entwicklung des Kindes. Das Denken ist Voraussetzung für das alltägliche Leben, für die Persönlichkeitsentwicklung und auch für das spätere wissenschaftliche Arbeiten. Schon in den ersten Monaten des Lebens eines Kindes werden die Grundsteine für Denken gelegt. Metaphorisch ist das Entwickeln einer Denkstruktur vergleichbar mit dem “Wachsen eines Baumes“, welcher in seiner weiteren Ausbildung immer differenzierter und die Ausprägung immer genauer und fragiler wird.
In dieser Arbeit soll diese Entwicklung der Kognition beschrieben werden. Es wird hauptsächlich die Theorie von Jean Piaget erwähnt und einige Kritikpunkte von anderen Psychologen wie Aebli, Einsiedler oder Fritz angeführt. Weiterhin wird versucht den Einfluss des Spiels auf die geistige Entwicklung klar zu machen und aufgezeigt, wie kognitive Entwicklung und Spiel koalieren.
2. Entwicklungstheorien zur Kognitivität
Nach Jean Piaget verläuft die Entwicklung des Denkens in Stadien. Strukturmodelle wurden durch ihn hervorgebracht. Darin wird beschrieben, wie sich die Denkstrukturen entwickeln, wie aus einem Kleinkind ein denkfähiger Mensch wird. Piaget teilt diese Entwicklung in fünf große Gebiete auf: Die Entwicklung der Raum- & Zeitbegriffe, physikalischer Mengenbegriffe, der Bildung von Klassen, des Schlussfolgerns und der induktiven Reihenfindung. Einige dieser Bereiche werden in dieser Arbeit näher erklärt. Wir betrachten dabei einen Zeitraum von der Geburt bis etwa zum 12 Lebensjahr. Doch zuvor soll klargestellt werden, wie der Psychologe Jean Piaget sich die Entwicklung des Denkens gedacht hat.
Die Selbstkonstruktionstheorie ist die Art und Weise, wie Piaget die Ausbildung von Denkstrukturen aufbaut. Das Kind eignet sich immer neue Muster des Denkens an. Durch die Wahrnehmung der Umwelt und anderen endogenen Einflüssen, wird der zunächst “kahle Ast” des “Baumes” immer vielfältiger mit kleinen “Knospen” und lässt somit die Ausprägung differenzierter Denkmuster zu. “Piaget sucht in einer Handlung oder geistigen Operation nach ihrer Struktur oder Form.“ (Oerter & Montada, 2002, S.436) Piagets Entwicklung läuft auf ein Gleichgewicht zu (Pfitzner, 1993). “Entwicklung tritt als Erwerb von Neuem bei Integration von Altem auf.“ (Pfitzner, 1993, S.30). Es gibt durchaus andere Psychologen, die andere Theorien entwickelt haben. Bei Piagets Beschreibung wird immer etwas dazugelernt, niemals aber wird etwas Gelerntes vergessen oder gar gelöscht. Die Entwicklung ist immer
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fortschreitend und zuverlässig. (Aebli, 1963, S.24). “Als erstes ist festzustellen, dass der Konstruktion geistiger Strukturen nach Piaget eine gewisse Definitivität anhaftet. Eine einmal konstruierte Operation […] ist ein für allemal aufgebaut. […] Piaget denkt nicht daran, dass in einem nächsten Versuch eine gegebene Struktur wieder verschwinden könnte.” (Aebli, 1963, S.24). Weitere Theorien, unter anderem vertreten durch Aristoteles, Rousseau, Darwin, Remplein und Busemann, gehen von einer Reifung der Kognitivität aus, die ihre Steuerung vom Inneren erfährt. Allerdings ist diese Auffassung überholt und galt nur bis in das 19. Jahrhundert hinein (Pfitzner, 1994). Des Weiteren gibt es die Theorie über den Einfluss externer Faktoren. Hierbei wird behauptet, dass Individuen ihre Wirkung zur Anpassung an Umweltbedingungen immer besser lernen. (Pfitzner, 1994). Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche andere Theorien über die Entwicklung der Kognitivität, welche hier nicht weiter ausgeführt werden sollen.
3. Piagets Theorie über die geistige Entwicklung
“Der Egoismus, der äußere Zwang und die Kooperation - das sind die drei Richtungen, zwischen denen das sich entwickelte Denken des Kindes dauernd hin- und herschwankt […] (Piaget, zitiert nach Elrod, 1992, S.2).
Die vier Hauptstadien der kognitiven Entwicklung nach Piaget sind die sensu-motorische Intelligenz, das voroperationale Stadium, die konkrete Operation und die formale Operation. Das erste Stadium beginnt mit der Geburt des Kindes und geht über in das zweite Stadium mit 18/24 Monaten. Piaget unterteilt dieses erste Stadium nochmals in sechs Stufen. Die Säuglinge besitzen zunächst ihre angeborenen Reflexe, wie Saugen, Greifen, Sehen. Sie führen Bewegungen aus, stoßen etwas an, ziehen etwas oder lassen jenes fallen. Dabei lernt das Kleinkind mit seinen Fähigkeiten umzugehen sowie sie zu verbessern. Das Üben führt zur Festigung der Fähigkeiten und diese werden an die vorhandenen Gegebenheiten angepasst. Das Kind stellt zum Beispiel beim Saugen Unterschiede fest. An einem Teddybär lässt es sich offensichtlich schlechter Saugen, als an einer Trinkflasche. Durch dieses Üben werden Handlungen auf mehrere Gegenstände angewandt. Das Kind stellt dabei Verbindungen zu ihm bekannten Fähigkeiten auf und wendet sie an. So kann man beim Spielen mit einer Rassel beobachten, dass diese nun nicht nur geschüttelt und danach gegriffen wird, sondern das sie ebenfalls in den Mund genommen, angeguckt und daran gesaugt wird. Piaget nennt dieses Verhalten “generierte Assimilation” und umschreibt mit diesem Begriff die Einverleibung der Objekte, Personen und Umweltgegebenheiten in die Handlungen des Kindes. Die Koordinierung erworbener Handlungsschemata und deren Anwendung in neuen Situationen geht vonstatten, wenn sich das Kind fragt: “Was kann ich alles mit diesem Gegenstand
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machen?” Es kann die Rassel greifen und Werfen. Aber um beides zu machen, wird das Loslassen vorausgesetzt. Die Handlungen werden miteinander in Verbindung gebracht und daraus erwachsen neue Handlungsschemata.
Auch das Experimentieren mit Gegenständen ist äußerst wichtig sowohl in den ersten beiden Lebensjahren als auch danach. Denn Kinder erforschen diese Gegenstände aufmerksam und entdecken immer wieder etwas Neues. Auch dies führt zur Förderung und Herausbildung neuer Handlungsschemata. Panscht ein Kind zum Beispiel im Mittagessen herum und zerdrückt die Möhren auf seinem Teller, so sollten die Eltern in diese Situation nicht eingreifen. Kinder brauchen diese Möglichkeit des Neuentdeckens. Denn ein bunter Mittagsteller, belegt mit interessanten Sachen, ist für die sensu-motorische Entwicklung sehr fördernd. Kinder lernen dadurch, wie heiß, kalt oder wie weich, hart etwas sein kann. Piaget nennt diese Herausbildung neuer Handlungsschemata durch Experimentieren “Tertiäre Kreisreaktion”.
Ein Kind sitzt an einem Tisch und möchte ein weit entferntes Spielzeug vom Tisch greifen. Dessen Arme sind aber zu kurz und erreichen den Gegenstand nicht. In dieser Situation beginnt das Kind zu experimentieren und bemerkt dadurch, dass beim Ziehen an der Tischdecke der darauf liegende Gegenstand dichter zu ihm herankommt. Unbewusst kann diese Förderung der Kognitivität durch Eingreifen eines Erwachsenen zerstört werden, indem er den Gegenstand für das Kind heranholt.
Bereits mit eineinhalb Jahren antizipiert das Kind Ergebnisse einer Handlung. Das heißt es kann den Ausgang bestimmter Handlungen gedanklich vorwegnehmen. Nun scheint es so, als würden Handlungen vielmehr im Inneren des Kindes vollzogen. Diese Verinnerlichung von Handlungen charakterisiert den Übergang zum Denken.
Ein wichtiger Bestandteil in diesem Entwicklungsabschnitt ist die Ausbildung der Objektpermanenz (Piaget, 1975). Vor dem ersten Lebensjahr weiß das Kind noch nicht, dass etwas weiterhin existiert, nachdem es den Gegenstand nicht mehr sieht. Bis dahin gilt die Divise “Aus den Augen, aus dem Sinn”.
Es herrscht der frühkindliche Egozentrismus. Egozentrismus heißt, dass Kinder sich nicht in die Lage anderer versetzen können. Sie sehen die Welt also noch nicht objektiv. Ein Kind, welches Abends spazieren geht, nimmt an, der Mond folge ihm. Dazu das folgende Zitat von Astington (2000), der behauptet, dass Kinder erst nach dem sechsten Lebensjahr ein Leben mit Geist führen. Die Kinder leben demnach in einer anderen Welt, losgelöst von der Wirklichkeit. Man könnte also auch schlussfolgern, dass Piaget vermutete, dass Kinder bis dorthin, wie in einem Traum leben und Ereignisse erleben und versuchen zu verarbeiten.
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Arbeit zitieren:
Tom Kräplin, 2008, Die kognitive Entwicklung des Kindes und deren Förderung durch Spiel, München, GRIN Verlag GmbH
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