Quantenrechner
26. Mai 1998
Einführung
Wir haben gesehen, daß die Quantentheorie Ergebnisse liefert, die klassisch
nicht erklärbar sind. Das allein macht eine Anwendung in Rechnern natürlich noch
nicht interessant. Ein Indiz dafür, dass diese Theorie Rechner schaffen könnte,
die mächtiger als klassische sind ist der Umstand, daß ein Qubit
Überlagerungen von Einzelzuständen "beherbergen" kann
(Superpositionsprinzip). Ein weiteres ist die Existenz der verschränkten
Zustände. Das dritte und vielleicht wichtigste Indiz ist das Auftreten von
Interferenzerscheinungen in Quantensystemen.
Wie kommt man nun überhaupt auf die Idee, einen Rechner aus Teilen zu bauen, die
die Quantentheorie ausnutzen? Ein Anstoß dazu stammt von dem Physiker Richard
Feynman, den die Frage beschäftigte, wie man die Physik mit Rechnern geeignet
simuliert. Diese Frage ist von nicht geringer Bedeutung, da die Vorhersage des
Verhaltens komplexer Systeme nicht mehr nur mit Bleistift und Papier zu
bewerkstelligen ist.
1 Feynman und die Rechner...
Seine erste Frage lautet: Welche Art Rechner sollte man für die Simulation
der Physik benutzen? Die theoretische Informatik zeigt, daß es unerheblich ist,
wie eni Rechner gebaut ist. Daher lautet die Frage eher: Kann die Physik durch
einen universellen Rechner simuliert werden? Die Frage impliziert, daß wir uns
zuerst darüber klar werden müssen, wie überhaupt die Physik aussehen soll, die
wir simulieren wollen.
1.1 Klassischer Grenzfall
Eine Möglichkeit der Betrachtung bietet die klassische Näherung, die als
Grenzfall der Quantenmechanik die klassische Physik abdeckt. Diese ist kausal,
d.h. es ist prinzipiell möglich aus Informationen der Vergangenheit die Zukunft
zu berechnen. Dies wird beschrieben durch Differentialgleichungen1 in der Zeit.
Der am häufigsten gewählte Ansatz ist der über approximative Verfahren. Es
werden numerische Algorithmen für die Lösung der Differentialgleichungen
gesucht, die dann mittels eines Rechners berechnet werden können. Das Ergebnis
ist folglich nur eine approximative Sicht dessen, was die Physik tut. Dies ist
ein Ansatz, der nur in Teilbereichen eine befriedigende Vorhersage treffen kann.
[...]
1 lokal?
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Arbeit zitieren:
1998, Quantenrechner, München, GRIN Verlag GmbH
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