Carsten Schmierer
Betriebswirtschaftliche Standardsoftware für das Business Forecasting
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis IV
Kurzfassung V
Aufgabenstellung VI
1 Einleitung 1
2 Definition und Entwicklung von Betriebswirtschaftlicher Standardsoftware für das Business
Forecast 3
2.1 Betriebswirtschaftliche Standardsoftware 3
2.2 Business Forecast 3
2.3 Entwicklung von Standardsoftware für das Business Forecast 4
3 Aufgaben und Ziele des Business Forecasting 5
3.1 Standardisierte Modelle 6
3.2 Individuelle Modelle 6
4 Prämissen für den Einsatz von Standardsoftware für das Business Forecasting 6
4.1 Datenqualität 7
4.2 Datenquellen 8
4.3 Schnittstellen 9
5 Allgemeine Charakterisierung von Standardsoftware für das Business Forecasting 11
5.1 Einordnung von Standardsoftwarelösungen für das Business Forecasting 11
5.2 Prognosen bei Standardsoftware im Business Forecast: Abstrakte Kurzübersicht zu
den wichtigsten Modellen 12
5.2.1 Zeitreihen 12
5.2.2 Kausale Prognosen 13
6 Standardsoftware für das Business Forecasting: Beispiele. 14
6.1 Ergänzungen 14
6.2 Freie Software. 15
6.3 Proprietäre Software 16
6.4 Tabellenkalkulationsprogramme 16
6.5 ERP Systeme 18
6.6 OLAP Systeme 18
6.7 Business Forecast Systeme 19
7 Standardsoftware für das Business Forecasting: Praxisbeispiele 20
7.1 American Airlines 20
7.2 Aventis 20
7.3 Herlitz AG 21
7.4 Waitrose. 21
8 Ausblick und weitere Entwicklung von Standardsoftware für das Business Forecast 22
Literaturverzeichnis VII
II
Carsten Schmierer
Betriebswirtschaftliche Standardsoftware für das Business Forecasting
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Schichten in einem BI System
Abb. 2: Einordnung verschiedener Softwaresysteme in einem Portfolio
Abb. 3: Einfache Zeitreihen
Abb. 4: Zeitreihen, bei denen Schwankungen den Grundwert additiv überlagern
Abb. 5: Zeitreihen, bei denen Schwankungen den Grundwert multiplikativ überlagern
Abb. 6: Screenshot von Microsoft Excel 2007, mit der Erweiterung Analyse-it.
Abb. 7: Screenshot von PSPP
Abb. 8: Screenshot von SAP BO Xcelsius
Abb. 9: Anbieter von Standardsoftware für das Business Forecast.
III
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung ASCII American Standard Code for Information Interchange BI Business Intelligence BO Business Objects (Softwarehersteller) CRM Customer Relationship Management EIU Economist Intelligence Unit engl. Englisch ERM Enterprise Risk Management ERP Enterprise Resource Planning ETL Extract, Transform, Load FSF Free Software Foundation HPF High Performance Forecasting (Software) IBM International Business Machines Corporation (Softwarehersteller) IT Informationstechnologie lat. Latein MS Microsoft (Softwarehersteller) OLAP Online Analytical Processing PASW Predictive Analytics Software (Software) SAP Systeme, Anwendungen, Produkte in der Datenverarbeitung (Softwarehersteller) SAS Statistical Analysis System (Softwarehersteller) SKU Stock Keeping Unit SOCR Statistics Online Computational Resource SPSS Statistical Package for the Social Sciences (Softwarehersteller) SRM Supplier Relationship Management UCLA University of California, Los Angeles USD United States Dollar z.B. zum Beispiel
IV
Kurzfassung
Die Wirtschaftskrise 2008/2009 zwingt viele Unternehmen zum Umdenken wenn es um den Umgang ihrer eingesetzten Softwaresysteme geht. Integration sowie leistungsfähige Systeme zur Managerunterstützung werden verstärkt nachgefragt. Zuverlässige Prognosen sollen in Zukunft solche Wirtschaftskrisen verhindern. Hier liefern Softwaresysteme im Bereich Business Forecast qualitativ hochwertige Prognosen, indem sie verschiedene Modelle mit zukünftigen Annahmen und Aktivitäten schaffen. Dabei nimmt die Integration von allen Unternehmensdaten, die lange Zeit vernachlässigt wurde, eine Schlüsselrolle ein. Viele Unternehmen haben erst in den letzten Jahren die Notwendigkeit der Integration unterschiedlichster IT Systeme erkannt. Weit verbreitete Systeme zur
Entscheidungsunterstützung sind heutzutage ERP Systeme, Tabellenkalkulationen, OLAP Systeme und die reinen Business Forecast Systeme, die Integration untereinander oder in andere Systeme findet aber in der Praxis immer noch selten statt. American Airlines sowie andere Unternehmen zeigen auf, wie viel Potential in Unternehmen steckt, und die Rentabilität durch verbessertes Business Forecasting erhöht werden kann.
V
Aufgabenstellung
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, dem Leser einen globalen und kurzen Überblick über Standardsoftware für das Business Forecasting zu geben. Mathematische Aspekte, Formeln oder Algorithmen, die zur Erstellung eines Business Forecast benötigt werden, sollen nicht Thema dieser Arbeit sein. Auch kann diese Arbeit nicht auf alle Varianten der auf dem Markt befindlichen Softwaresysteme für das Business Forecast detailiert eingehen. Vielmehr sollen die grundsätzlichen Ideen, Entwicklungen sowie Herausforderungen der Gegenwart im Bereich von Standardsoftware für das Business Forecasting dargestellt werden.
Nach einer Einleitung in die Thematik am Beispiel aktueller Ereignisse, folgt eine kurze Definition von Standardsoftware und Business Forecast, sowie eine eine historische Einordnung von Standardsoftware für das Business Forecasting. Ab hier sollen dann die einzelnen Abschnitte aufeinander aufbauen. Zuerst soll auf die grundsätzlichen Aufgaben und Ziele eines Business Forecasting Systems eingegangen werden. Darauf weiter aufbauend, sollen die wichtigsten Überlegungen, die vor einem Einsatz von Standardsoftware für das Business Forecasting gemacht werden sollten, wie zum Beispiel Überlegungen zu möglichen Datenquellen oder der Integration von verschiedenen Systemen, beschrieben werden. Im Anschluss daran wird eine grobe Einordnung und Abgrenzung der verschiedenen Softwaresysteme im Business Forecasting in einem Portfolio dargestellt. Zeitreihenprognosen und kausale Prognosen, sollen als wichtige Modelle im Business Forecast abstrakt und kurz behandelt werden. Danach soll ein Überblick sowie einige Beispiele zu Softwareprogrammen, die als Standardsoftware für das Business Forecasting genutzt werden können, gezeigt werden.
Zum Abschluss sollen Beispiele und Anwendungen in der Praxis anhand von Unternehmen, die aktuell Standardsoftware im Bereich Business Forecasting einsetzen, gezeigt werden. Zuletzt soll ein Ausblick auf mögliche Entwicklungen von Standardsoftware für das Business Forecasting gegeben werden.
VI
1 Einleitung
Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wird von einigen Experten als größte Weltwirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. 1 Sicher ist jedoch, dass die Krise von 2008/2009 Auswirkungen auf fast jeden Bereich der Weltwirtschaft hat. In einer Studie von September 2008, die von der Economist Intelligence Unit durchgeführt wurde, sind 70% der befragten Finanzexperten der Überzeugung, dass diese Krise auf mangelhaftes Risikomanagement zurückgeführt werden kann. 2 Betriebswirtschaftliches Risikomanagement (ERM) basiert neben verschiedenster anderer Faktoren hauptsächlich auf Daten aus Analysen und Prognosen von zukünftigen Annahmen, also aus Daten von Planungs- und Budgetierungssoftware, sogenannten Business Forecast Systemen. 3, 4 Genau an dieser Stelle fehlt es aber in der Praxis an der nötigen Integration, bzw. an Schnittstellen zu den verschiedenen Systemen untereinander. Häufig gibt es keinen Rückfluss von Daten, also keinen Austausch von Ergebnissen oder Erkenntnissen, schon im Jahr 2002 wurde in einer Studie gezeigt, dass weniger als 5% der Unternehmen Daten verschiedener Planungssysteme zusammenführen. 5 Wobei gerade durch die Integration von schon vorhandener Infrastruktur, Veränderungen des Marktes, oder Abweichungen zum Planungsmodell früher erkannt werden könnten. In der aktuellen Studie der EIU von Ende 2008 geben nun schon 36% der befragten Unternehmen an das Business Forecast voll oder teilweise in andere Systeme wie dem ERM Integriert zu haben. 6 Die aktuelle Krise zeigt nun aber auf, wie wichtig Daten aus dem Business Forecast sind, und wie wichtig dabei Software und ein integriertes IT Gesamtkonzept zur Managerunterstützung ist. Dieses IT Gesamtkonzept von verschiedensten integrierten Systemen zur Managerunterstützung, zu dem auch das Business Forecast gehört, wird heute unter dem Begriff Business Intelligence zusammengefast. 7
Noch Ende des Jahres 2007 hatten über 80% der IT Verantwortlichen Lösungen im Bereich des Business Intelligence ganz oben auf der Budgetliste für 2008 angesetzt, 8 und der Markt für Business Intelligence Software stieg schon im Jahr 2007 um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, es wurden im Jahr 2007 weltweit insgesamt 5,1 Milliarden USD in Business Intelligence Software investiert. 9
1 Vgl. Balser, M., ÄSiemens verliert die Hoffnung³, In: Süddeutsche Zeitung vom 27.03.2009 (Online).
2 Vgl. Economist Intelligence Unit³7KH bigger picture´, 2008, S. 8 (Online). 3 Vgl. 6$6³(QWHUSULVH5LVN0DQDJHPHQW6ROXWLRQs´, 2002, S. 2f (Online). 4 Vgl. Oehler, K., 2006, S. 330f.
5 Vgl. Oehler, K., 2006, S. 353.
6 Vgl. (FRQRPLVW,QWHOOLJHQFH8QLW³7KHELJJHUSLFWXUH´, 2008, S. 12 (Online).
7 Vgl. Gluchowski, P. / Kemper, H-G., ³4XR9DGLV%XVLQHVV,QWHOOLJHQFH"³, In: BI-Spektrum 01-2006, S. 12-14 (Online).
8 Vgl. Weiss, H., Ä%XVLQHVV,QWHOOLJHQFHHUUHLFKWREHUVWH)KUXQJVHWDJH³, In: Computer Zeitung vom 10.12.2007 (Online).
9 Vgl. Koller, P., Ä:HOWZHLWHU0DUNWIU%,-3ODWWIRUPHQZXFKVXP3UR]HQW³, In: Computer Zeitung vom 19.06.2008 (Online).
1
Es erkennen immer mehr Wirtschaftszweige diese elementare Notwendigkeit von integrierten Planungs-, Analysen- und Prognosensystemen, darunter auch die Logistik, die eher als Neuling im Bereich des Business Forecast oder des Business Intelligence gilt. 10 Das Angebot an kommerzieller, oder standardisierter Software, gerade im Bereich der Logistik ist ebenfalls noch gering. 11
Dabei sind in der Logistikbranche leistungsfähige Analyse- und Prognosesysteme von besonderer und wichtiger Bedeutung, und das gerade auch im operativen Bereich. Um zum Beispiel die Warenverfügbarkeit sicherzustellen, besteht hier die Herausforderung darin, verschiedenste komplexe Faktoren einzuschätzen und vorauszuplanen. Dies sind z.B. Faktoren wie Zeiten, Orte und Mengen die gleichzeitig und richtig eingeschätzt werden müssen. Gerade bei Handelsunternehmen mit einem großen Warensortiment, das in einer Vielzahl von Filialen angeboten wird, ist dies wichtig, und macht eine automatisierte Lösung notwendig. Durch Business Forecast Systeme können viele Kosten für die Lagerhaltung und Kapitalbindung deutlich reduziert werden. Es können mit einem Analyse- und Prognosesystem z.B. Überbestände am Lager und in den Filialen verhindert werden. Dadurch können wiederrum die Lagerbestände um teilweise bis zu 30 Prozent reduziert werden. 12 Hier bietet sich für die Hersteller von Softwarelösungen die Möglichkeit durch standardisierte Branchenlösungen, gerade im Bereich der Logistik, den entstehenden Bedarf abzuschöpfen.
Es wird diskutiert, ob Business Forecast Systeme immer mehr Gewicht bekommen und in Zukunft den eigentlich übergeordneten Business Intelligence Systemen den Rang ablaufen werden. Die Zukunft von BI Systemen wird von einigen Experten verstärkt in den Bereichen gesehen, die eigentlich reinen Business Forecast Systemen zugeschrieben werden, nämlich auf den Gebieten Forecasting, Vorhersage-Modellierung und Optimierung. So sagte Jim Davis, der Senior Vice President von SAS, einem Hersteller von Business Forecast und Business Intelligence Software, Anfang 2009, er sei der Überzeugung das Unternehmen seit der Wirtschaftskrise 2008/2009 eher Programme des reinen Business Forecast benötigen, also Ä:DV-passiert-wenn-3URJUDPPH³, und das sogar dringend. Simulationen sollen seiner Meinung nach in Zukunft Fehleinschätzungen wie die, die zur dieser Wirtschaftskrise geführt haben, verhindern. 13
10 Vgl. Hengl, H-T., Ä%,-6\VWHPHOLHIHUQLQGHU.ULVH0HKUZHUWIUGDV0DQDJHPHQW³, In: Computer Zeitung v. 02.02.2009 (Online).
11 9JO5DGHPDFKHU5Ä,QIRUPDWLNEHUZLQGHW1HLGHIIHNWHEHL/RJLVWLNHUQ³,Q&RPSXWHU=HLWXQJYRP (Online).
12 9JO(OVDV&Ä'LVSRQHQWEUDXFKW3URJQRVHQ³,Q&RPSXWHU=HLWXQJYRP (Online).
13 Vgl. :HLVV+Ä3URJQRVHPRGHOOHHUZHLWHUQGLHNODVVLVFKH%XVLQHVV,QWHOOLJHQFH³, In: Computer Zeitung vom 30.03.2009 (Online).
2
2 Definition und Entwicklung von Betriebswirtschaftlicher
Standardsoftware für das Business Forecast
2.1 Betriebswirtschaftliche Standardsoftware
Bei Computersoftware wird immer öfter von Standardsoftware gesprochen, der Begriff Standardsoftware ist jedoch bis heute nicht genau definiert, und wird von Softwareherstellern unterschiedlich weit interpretiert. 14 Dennoch kann der Begriff Standardsoftware eingegrenzt werden. Standardsoftware soll Geschäftsprozesse möglichst vieler unterschiedlicher Unternehmen unterstützen, und basierend darauf eine Art Allgemeingültigkeit besitzen. Damit beruht Betriebswirtschaftliche Standardsoftware auf einer Annahme, die sich wie folgt formulieren lässt: Es ist möglich, für die Anforderungen heutiger Unternehmen eine gemeinsame, integrierte und prozessorientierte Software zu erstellen. Diese Annahme beruht maßgeblich auf zwei elementaren Eigenschaften heutiger Geschäftsprozesse: 1) Die meisten Geschäftsprozesse sind standardisiert, sie laufen bei Wiederholung gleich ab. 2) Es gibt ausreichend viele Gemeinsamkeiten zwischen den Geschäftsprozessen verschiedener Unternehmen, dass es möglich ist, eine gemeinsame Software Ävon der 6WDQJH³]X programmieren und einzusetzen. 15
Durch den Einsatz von Standardsoftware, können gegenüber einer aufwendigen und zeitintensiven Programmierung einer Individualsoftware Kosten eingespart werden.
2.2 Business Forecast
Der englische Begriff Ä)RUHFDVW³ VWHKW IU Prognose oder Vorhersage. 16 Im betriebswirtschaftlichen Umfeld kann es sich bei einem Forecast um eine Vielzahl unterschiedlichster Prognosen handeln, häufig sind es jedoch Mengenvorhersagen, Gewinnvorhersagen oder Preisvorhersagen (z.B. eines Produktes oder Rohstoffes). Diese sollen von einem heutigen Standpunkt aus, für einen bestimmten Zeitabschnitt (z.B. einem Quartal oder Jahr) in der Zukunft Auskunft geben. 17 Das Business Forecast ist heute eine Teildisziplin von Business Intelligence. Business Intelligence selbst umfasst neben Modell-und Methodengestützten Analysesystemen auch andere Systeme im Bereich Planung- und Budgetierung, sowie viele weitere Systeme zur Managerunterstützung, wie z.B. Systeme in den Bereichen: Ad-hoc-Analyse, Balanced Scorecard, Risikomanagement, Konsolidierung, Reporting sowie Systeme für CRM und SRM. 18
14 Vgl. Teich, I. et al., 2008, Seite 3.
15 Vgl. Staud, J., 2006, Seite 34.
16 Vgl. Schmitz, M., 2007.
17 Vgl. Büsch, M., 2007, Seite 95f.
18 Vgl. Gluchowski, P. / Kemper, H-*³4XR9DGLV%XVLQHVV,QWHOOLJHQFH"³,Q%,-Spektrum 01-2006, S. 12-14 (Online).
3
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Carsten Schmierer, 2009, Standardsoftware für das Business Forecasting, München, GRIN Verlag GmbH
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