INHALT
1 Entstehungsgeschichte des Instruments
1.1 Erste Instrumente
1.1.1 Das Naturhorn
1.1.2 Tonerde- und Holzinstrumente
1.1.3 Metallinstrumente
1.2 Vom Signalhorn zum Ventilhorn
1.2.1 Das Signalhorn
1.2.2 Das Waldhorn
1.2.3 Das Inventionshorn
1.2.1 Das Cors Omnitonique
1.2.1 Das Ventilhorn
1.2.2 Das Doppelhorn
2 Instrumentation
2.1 Vorformen und Beginn der Instrumentation im
16. und 17. JH
2.1.1 Erste Orchestereinsätze
2.1.2 Die Opernorchester Frankreichs
2.2 Instrumentation des 18. JH
2.3 Instrumentation des 19. JH
2.4 Instrumentation des 20. JH
3 Fazit
4 Literaturangaben
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1.1 Erste Instrumente
1.1.1 Das Naturhorn
Ausgangsinstrument des heute im Orchester eingesetzen Flügelhorns dürfte das Naturhorn bzw. die Hornscheide eines Tieres sein (Baines, S134). Bei einigen Naturvölkern kamen auch Muscheln, Stoßzähne und Schneckenhäuser zum Einsatz. Meist wurde einfach die Spitze abgesägt, die so entstehende Öffnung diente als Mundstück. Lediglich im afrikanischen Raum gab es Instrumente, bei denen ein seitliches Anblasloch geschaffen worden war (Baines, S.134).
Das Naturhorn als eine Art „Ur-Instrument“ ist auf der ganzen Welt vorzufinden. Bereits 2000 - 1500 v.Chr. wurden Schneckenhäuser in Assyrien bei kultischen Handlungen eingesetzt. Auch das in der Bibel erwähnte jüdische Schofar, das bei der Erstürmung Jerichos „mauerbrechende“ Qualitäten bewies, soll ein mundstückloses Widderhorn gewesen sein. Dies verweist auf eine weitere Besonderheit dieser Instrumente - seine Lautstärke. Da das Naturhorn einen kräftigen und gleichmäßigen Ton erzeugen kann, wurde es häufig als Signal- und Alarmgeber eingesetzt. Durch Überblasen ließen sich weitere Naturtöne erzeugen und ermöglichten, durch eine festgelegte Reihenfolge dieser, differenziertere Informationen zu übermitteln.
Das aus Byzanz stammende und aus Elfenbein hergestellte Olifant stellte einen Höhepunkt des Instrumentenbaus beim Naturhorns dar. Die reichhaltig geschnitzten Kostbarkeiten galten unter europäischen Rittern als Statussymbole, ähnlich dem Schwert (Sachs, S.253).
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1.1.2 Tonerde- und Holzinstrumente
Schon im 7.JH v.Chr. brachten die (vermutlich) aud der türkischen Region stammenden Etrusker Hörner aus Terracotta nach Italien. Die später über das heutige Italien herrschenden Römer bedienten sich des etruskischen `Cornu` als militärischen Signalgeber.
Die im Mittelalter in Zentraleuropa verbreiteten Zinken wurden aus zwei ausgehöhlten Holzhälften gefertigt. Diese wurden aufeinander gelegt, verleimt und bildeten so eine konische Röhre(Briner, S.58 ff.). Häufig wurden sie zusätzlich noch mit Leder umwickelt. Eine leichte Biegung des Corpus erleichterte das Erreichen der Grifflöcher (besonders ausgeprägt beim Serpent). Eine Besonderheit war das gesondert aufgesetzte Kesselmundstück aus Holz, Horn oder Elfenbein (Baines, S.373 ff.). Zinken gab es in verschiedenen Größen, und daraus folgernd, Tonumfängen: Cornettino, Cornetto, Corone und Serpent. Es stellt eine Zwitterform der heutigen Instrumente dar - auf der einen Seite durch die Tonerzeugung per Kesselmundstück, andererseits durch Grifflöcher. Diese Instrumentengruppe verschwand allerdings zum Ende des 18. JH.
1.1.3 Das Metallhorn
Erste aus Metall geformte Hörner, die Luren, fanden Archäologen in Skandinavien um 1800. Diese aus der späten Bronzezeit (1500-500 v.Chr) stammenden und im gesamten baltischen Raum vertretenen Instrumente wurden sowohl mit Kesselmundstück als auch mit Trichtermundstück gefunden (MGG, S.363). Sie dienten vermutlich auch als Signalhörner (Baines, S.193). Im Gegensatz zur griechischen Salpinx wurde die 1,5 bis 2 Meter lange s-förmige Lure nicht geschmiedet, sondern kunstvoll gegossen. Vorbild war vermutlich der Stoßzahn des Mammuts
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(Sachs, S.254). Die Tatsache, dass die Luren meist paarweise gefunden wurden, weist darauf hin, dass sie auch zusammen gespielt wurden. Auch wenn die Kelten in Mitteleuropa über lange Metallhörner, wie das Karnyx, verfügten, waren diese aus Blech gefertigten Instrumente eher geeignet, die militärischen Gegner einzuschüchtern, als auf ihnen zu musizieren (MGG, S.365). Zwar gab es auch recht ansehnliche, gegossene Instrumente, wie das Lituus, doch „..... seine musikalische Funktion
war nie so eindeutig von der symbolischen getrennt, dass man guten Gewissens von einem regelrechten Musikinstrument sprechen könnte“ (MGG, S.367).
Das Wissen um die Fertigung solch hochwertiger Metallhörner geriet in frühchristlicher Zeit in Vergessenheit. Im 15. und 16. JH wurde wieder vorrangig das Naturhorn von Nachtwächtern, Feuerwächtern, Postillionen, Bäckern, Metzgern, Hirten und Jägern benutzt (Sachs, S254 ff). Selbst die metallenen Signalhörner diese Zeit, die Hifthörner, waren häufig dem Kuhhorn nachempfunden, wenn nicht sogar an ihm geformt, und klangen eher dumpf.
Erst zum Ende des 18.JH gestaltete der Italiener Regibo das Serpent um und gab ihm eine fagottartige Form mit sechs Grifflöchern, das Ophybariton (Sachs, S.264). Dieses, auch russisches Fagott genannte Instrument war der Vorläufer des englischen Baßhorns, das zusätzlich mit 2 Klappen ausgestattet war. Der Göttinger G. Streitwolf entwickelte das Baßhorn weiter und versah es neben zwei Grifflöchern mit zehn Klappen, so dass nun jeder Halbton weitaus zuverlässiger als auf den alten Instrumenten gespielt werden konnte und so für eine Gleichstellung aller Tonarten sorgte (Sachs, S.265).
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Arbeit zitieren:
Bernward Venth, 2005, Das Horn – Über die Entwicklung eines Instruments und der daraus resultierenden Instrumentation, München, GRIN Verlag GmbH
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