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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Zauberflöte am Weimarer Hoftheater 5
2.1. Die Begeisterung des Publikums und das besondere Engagements Goethes 5
2.2. Die Weimarer Fassung der Zauberflöte 8
2.3. Goethes Fortsetzung: Der Zauberflöte Zweiter Teil 10
3. Fazit 14
5. Literaturverzeichnis 16
„Eine Erscheinung wie Mozart bleibt immer ein Wunder, das nicht zu klären ist“, äußerte Goethe am 14.Februar 1831 im Gespräch mit Eckermann. 1 Dies ist nur ein Indiz von vielen, das zeigt, wie besonders innig Mozart von Goethe bewundert wurde. Noch heute steht in Weimar ein Mozart-Denkmal mit der Inschrift „Mozart und den Musen“. Dieses wurde im Auftrag der Herzogin Anna Amalia, die Mozart ebenso verehrte, von Goethes Kunstfreund Johann Heinrich Meyer entworfen. Mozart hatte viele Bewunderer in Weimar, doch sein prominentester war und ist Goethe. 2
In seinen Augen bildet Mozart zusammen mit Raffael und Shakespeare eine Art Trinität des Vollkommenen in der Kunst. Er sieht ihn als Inbegriff der Musik, wie er Raffael als Inbegriff der Malerei und Shakespeare als Inbegriff der Dichtung sieht. 3 Am 12. Februar 1829 sagte Goethe zu Eckermann: „Mozart hätte den Faust komponieren müssen“, als dieser ihn nach der „passenden Musik“ zu Goethes Lebenswerk fragt. 4
Als Goethe im Jahre 1791 die Intendanz des Weimarer Hoftheaters übernahm, hatte er den Vorsatz, „einen Spielplan nach hohen ästhetischen Maßstäben zu erarbeiten, der zum einen den Forderungen der Theaterökonomie mit kassenfüllenden Unterhaltungsstücken genügte, zum anderen seinem Auftrag zur ästhetischen Erziehung des Publikums entsprach.“ 5 Mit seinen „pädagogischen“ Absichten wollte er das Publikum nicht nur für Schönheit sensibilisieren, sondern ihm auch humanistische Ideale in einer ästhetischen Form vermitteln.
Unter Goethes 26-jähriger Intendanz, die bis 1817 dauerte, wurden 4806 Vorstellungen gegeben, das heißt ungefähr 300 Aufführungen pro Jahr. 6 Von den insgesamt fast rund 600 Stücken, die unter seiner Direktion am Weimarer Hoftheater aufgeführt wurden, waren 106 Opern und 31 Singspiele. 7
Wie Goethes Bewunderung zu Mozart erahnen lässt, bildeten seine Stücke eine der Hauptsäulen des Weimarer Opernrepertoires. Diese trugen wesentlich, wie von Goethe
1 Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, S. 450.
2 Vgl. Raabe, Paul: Spaziergänge durch Goethes Weimar, S. 166.
3 Vgl. Eckermann, Johann Peter: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, S. 773.
4 Ebd. S. 313.
5 Das Weimarer Hoftheater unter Goethes Intendanz, Internet: http://www.klassik-stiftung.de.
6 Vgl. Nationaltheater Weimar, Internet : http://www.nationaltheater-weimar.de.
7 Vgl. Deutsches Nationaltheater Weimar, Internet: http://www.thueringen.info.
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beabsichtigt, zur musikalischen Bildung des Publikums bei. Als meistgespieltem Komponisten gehörten Mozart insgesamt 280 Abende. Allein Die Zauberflöte, die im Jahre 1794 Premiere feierte, wurde 82mal aufgeführt und war somit die am häufigsten gespielte Oper in Weimar. Es folgten Don Giovanni und Die Entführung aus dem Serail mit 68 beziehungsweise 49 Spielabenden. Die am wenigsten aufgeführte Mozart-Oper Die Hochzeit des Figaro wurde dagegen nur 20mal gegeben, fast so oft wie das meistaufgeführte Stück aus Goethes Feder. 8
Christoph Willibald Gluck und Ludwig van Beethoven waren neben Mozart weitere bedeutende deutsche Komponisten in Weimar, die Mozart jedoch nicht übertrumpfen konnten.
Da Mozart der beliebteste Komponist und seine Zauberflöte das am meisten aufgeführte Stück am Weimarer Liebhabertheater waren, wird sich diese Arbeit mit dem Titel „Die Aufführung der Zauberflöte in Weimar unter der Intendanz Goethes“ näher mit dem besagten Thema auseinandersetzen. Dabei soll zunächst auf die Begeisterung des Publikums in Weimar und anderenorts eingegangen sowie Goethes besonderes Engagement näher betrachtet werden. Im Anschluss daran wird die Frage geklärt, in welcher Form Mozarts Zauberflöte auf dem Weimarer Spielplan stand und inwiefern diese sich vom Original unterscheidet. Des Weiteren wird sich die Arbeit mit den Beweggründen Goethes für die Fortsetzung der Zauberflöte beschäftigen und klären, ob diese an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen konnte. Im Fazit schließlich werden zum einen die Ausführungen dieser Arbeit zusammengefasst und zum anderen wird erneut das zu Beginn angeführte Zitat Goethes angesprochen.
8 Vgl. Müller-Harang, Ulrike: Das Weimarer Theater zur Zeit Goethes, S. 32.
Wie bereits erwähnt, spielte Die Zauberflöte im Repertoire des Weimarer Hoftheaters eine besondere Rolle. Seitdem sie am 16. Januar 1794 erstmalig in Weimar aufgeführt wurde, war sie wie ein Vorzeigestück „und muss auch von der gesanglichen und orchestralen Bewältigung her hohen Ansprüchen genügt haben.“ 9 Die Weimarer Bühne befand sich unter den ersten fünf, an denen Die Zauberflöte außerhalb Wiens gespielt wurde. Das geschah noch lange Zeit bevor diese Oper zum klassischen Meisterstück erklärt wurde. Prag zeigte sie 1792; Frankfurt, München und Hamburg im Jahre 1793 und schließlich Weimar im Januar 1794. 10 „Goethe gebührt der Ruhm, die artifizielle Qualität von Mozarts Opern rasch erkannt zu haben, als dessen Werk noch nicht über das seiner Zeitgenossen herausragte“, meint Hartmann. 11
Dass Die Zauberflöte auf ein so hohes Publikumsinteresse stieß, zeigt sich auch daran, dass wegen der Begeisterung an ihr sogar der Spielplan geändert werden musste. Nun fanden drei Aufführungen nacheinander statt. Innerhalb von sechs Monaten wurde sie 24mal und insgesamt unter der Intendanz Goethes 82mal aufgeführt. 12 Auch als die Zarenmutter Maria Feodorowna zwischen Dezember 1818 und Januar 1819 Weimar besuchte, stand Die Zauberflöte auf dem Spielplan. „Es ist überliefert, dass ihr die Aufführung so gut gefiel, dass sie eine zweite und sogar eine dritte Wiederholung wünschte. Bei der dritten sang schließlich Papageno-Darsteller Karl Wolfgang Unzelmann mit einem Ausdruck von Überdruss: ‚Seht, Papageno ist schon wieder da!’, eine eigenmächtige Variation, die Maria Feodorowna mit Wohlwollen aufgenommen haben soll.“ 13
Weil sich Goethe sehr für das Theaterleben anderenorts interessierte, ließ er sich von seiner Mutter aus Frankfurt am Main berichten, wie Mozarts letzte Oper dort beim Publikum aufgenommen wurde. Ähnlich wie in Weimar und anderen Städten erfreute
9 Müller-Harang, Ulrike: Das Weimarer Theater zur Zeit Goethes, S. 32.
10 Vgl. Fischer-Dieskau, Dietrich: Goethe als Intendant, S. 176.
11 Hartmann, Tina: Goethes Musiktheater, S. 281.
12 Vgl. Das Weimarer Hoftheater unter Goethes Intendanz, Internet: http://www.klassik-stiftung.de.
13 Müller-Harang, Ulrike: Das Weimarer Theater zur Zeit Goethes, S. 32f.
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Mandy Mittelbach, 2009, Die Aufführung der Zauberflöte in Weimar unter der Intendanz Goethes , München, GRIN Verlag GmbH
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