2
Inhaltsverzeichnis
Theoretischer Teil
6 NA
1. Einleitung
9 NA
2. Zur Begriffsbestimmung
2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt 9
2.2. Der perfektive und imperfektive Aspekt 12
2.3. Die semantische Verbklassifikation 14
2.4. Telizität Dynamik Punktualität 16
17 NA
3. Aspekthypothese
20 NA
4. Die Verbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit
24 NA
5. Die Studien
5.1. Die Studien über Aspekthypothese 24
5.2. Studien über den Einfluss des lexikalischen Aspekts 27
29 NA
6. Bildung prototypisch morphologischen Formen
6.1. Zum Begriff Prototyp 29
6.2. Die Prototypische Verwendung des perfektiven Aspekts 30
6.3. Die Prototypische Verwendung des imperfektiven Aspekts 31
6.4. Die Prototypische Verwendung der Verlaufsform 32
Empirischer Teil
33 NA
7. Datenkorpus
7.1. Methodologie 33
7.2. Die Klassifizierung der verbalen Morphologie 34
36 NA
8. Diagnostischen Tests
38 NA
9. Die Charakterisierung der Untersuchungsperson
9.1. Gruppe I: Oberstufe 38
9.2. Gruppe I: Mittelstufe 40
42 NA
10. Untersuchungsfragen
42 NA
11. Ergebnisse von Viola
11.1. Schriftliche Wiedergabe von Viola
11.1.1. Morphologische Markierung 42
11.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 43
11.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 44
11.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 45
11.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 45
11.2. Mündliche Wiedergabe von Viola 46
11.2.1. Morphologische Markierung 46
11.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 46
11.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 47
3
11.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 48
11.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 48
11.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 48
50 NA
12. Ergebnisse von Roberta
12.1. Schriftliche Wiedergabe von Roberta 50
12.1.1. Morphologische Markierung 50
12.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 51
12.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 51
12.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 52
12.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 53
12.2. Mündliche Wiedergabe von Roberta 53
12.2.1. Morphologische Markierung 53
12.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 54
12.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 54
12.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 55
12.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 56
12.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 56
58 NA
13. Ergebnisse von Inga
13.1. Schriftliche Wiedergabe von Inga 58
13.1.1. Morphologische Markierung 58
13.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 59
13.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 59
13.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 60
13.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 61
13.2. Mündliche Wiedergabe von Inga 61
13.2.1. Morphologische Markierung 61
13.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 62
13.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 62
13.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 64
13.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 64
13.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 65
67 NA
14. Ergebnisse von Albert
14.1. Schriftliche Wiedergabe von Albert 67
14.1.1. Morphologische Markierung 67
14.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 67
14.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 68
4
14.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 69
14.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 69
14.2. Mündliche Wiedergabe von Albert 69
14.2.1. Morphologische Markierung 69
14.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 70
14.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 71
14.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 72
14.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 73
14.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 73
75 NA
15. Ergebnisse von Gabriela
15.1. Schriftliche Wiedergabe von Gabriela 75
15.1.1. Morphologische Markierung 75
15.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 76
15.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 76
15.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 77
15.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 78
15.2. Mündliche Wiedergabe von Gabriela 78
15.2.1. Morphologische Markierung 78
15.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 79
15.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 80
15.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 81
15.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 82
15.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe 82
84 NA
16. Ergebnisse von Anna
16.1. Schriftliche Wiedergabe von Anna 84
16.1.1. Morphologische Markierung 84
16.1.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 85
16.1.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 85
16.1.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 86
16.1.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 87
16.2. Mündliche Wiedergabe von Anna 87
16.2.1. Morphologische Markierung 87
16.2.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 88
16.2.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 89
16.2.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 91
5
16.2.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 92
16.2.6. Vergleich der schriftlichen und mündlichen Wiedergabe
17. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe I
17.1. Morphologische Markierung
17.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie
17.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle
17.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 98
17.5. Erwerb der Zeitformen mit Rücksicht auf die ungrammatische
Markierungsfälle 100
102
18. Zusammenfassung der Analyse für die Gruppe II
18.1. Morphologische Markierung 102
18.2. Prototypische und nicht-prototypische Morphologie 103
18.3. Die ungrammatischen Markierungsfälle 103
18.4. Die Ausbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und die
Wechselbeziehung 105
18.5. Erwerb der Zeitformen mit der Rücksicht auf die ungrammatischen
Markierungsfälle 106
108
19. Schlussbetrachtung
115
20.Literaturverzeichnis
Anhang
A) Cenicienta de los Hermanos Grimm
120
B) Die Wiedergaben der Gruppe I
Die Wiedergaben der Gruppe II
C) Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I
145
Die Verteilung der verbalen Morphologie: Gruppe I
D) Die Wechselbeziehung zwischen indefinido und TELICS und zwischen dem
Imperfekt und STATES: Gruppe I und II
159
6
Theoretischer Teil
1.Einleitung Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, mündliche und schriftliche Daten des Spanischen als Fremdsprache (L2) 1 von Erwachsenen mit der Muttersprache (L1) 2 Deutsch mit besonderem
Bezug auf den Erwerb vom lexikalischen und grammatischen Aspekt zu präsentieren. Der Erwerb beider Aspektarten wird ausschließlich mittels der Vergangenheitsmorphologie analysiert. Das Hauptinteresse liegt in der aspektuellen Opposition: Perfektiv-Imperfektiv, die man durch die verbale Vergangenheitsmorphologie realisiert. Die deutsche Sprache verfügt nicht über den imperfektiven Aspekt, deshalb ist es für Deutsche L2 Spanisch Erwerber ein Stoßstein, die korrekte Vergangenheitsform (die perfektive Zeitform-indefinido 3 oder die
imperfektive Form- imperfecto) zu wählen.
Die Analyse der Daten erfolgt im Rahmen der Aspekthypothese (AH) 4 , die im 3. Kapitel
beschrieben wird. Deshalb werden im Kapitel 2 die zentralen Begriffe erläutert, die mit dieser Theorie verbunden sind. Es wird also erklärt, wie der grammatische Aspekt (die perfektiven und imperfektiven Zeitformen) und der lexikalische Aspekt (inhärente semantische Bedeutung der Verbkategorien) in einer Sprache verstanden werden und wie der perfektive und imperfektive Aspekt zum Ausdruck gebracht wird. Darüber hinaus werden vier semantische oder lexikalische Verbkategorien (Zustandsverben, Tätigkeiten, Ausführungen, Handlungen) geschildert, die den lexikalischen Aspekt bilden. Als letztes kommen die Eigenschaften dieser semantischen Klassen vor.
Die Aspekthypothese besagt:
First and second language learners will initially be influenced by inherent semantic aspect of verbs or predicates in the acquisition of tense and aspect markers associated with or affixed to these verbs.
(Andersen und Shirai 1994: 133)
Das bedeutet, dass die Zustandsverben prototypisch mit dem Imperfekt assoziiert werden und und die telischen Ereignisse (TELICS) 5 , bzw. die Ausführungen und Handlungen, mit der
spanischen Vergangenheitsform “indefinido“ verknüpft werden. Folglich wird die verbale Morphologie von L2-Erwerber benutzt, um die aspektuellen und nicht die Tempus- Unterschiede zu markieren (Andersen 1991, 1994; Robison 1990, 1995). 1 Im Laufe der Arbeit als L2 abgekürzt 2 Im Laufe der Arbeit als L1 abgekürzt 3 Perfektive Vergangenheitstform im Spanischen (wie das Präteritum im Deutschen) 4 Im Laufe der Arbeit mit AH abgekürzt 5 Im Laufe der Arbeit als TELICS abgekürzt
7
Die AH kann in drei Unterhypothesen unterteilt werden. Diese Teile der AH vorhersehen prototypische Markierung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit und der Verlaufsform. Die Erwerbsstufen der perfektiven Vergangenheit beginnt mit den Handlungen und endet mit den Zustandsverben, und die imprefektive Vergangenheit wird am Anfang des L2-Erwerbs mit den Zustandsverben und danach allmählich mit anderen drei lexikalischen Klassen benutzt (vgl. Andersen and Shirai 1996:533).
Daher sind zwei Fragestellungen im Rahmen der AH für empirischen Teil dieser Arbeit relevant: 1) Wie weit hat der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition statt gefunden, bzw. mit welchen lexikalischen Klassen ist jede Vergangenheitsform erworben worden und, ob die vier Stufen der Verbreitung der Vergangenheitsformen offensichtlich sind.
Obwohl die aktuellste Version der AH den Effekt des lexikalischen Aspekts nicht im Gegensatz zum grammatischen Aspekt festlegt, aber die Relevanz und Einfluss des lexikalischen Aspekts am Anfang des Erwerbs von L2 enthält, hat diese Arbeit das Interesse herauszufinden, ob die morphologische Markierung der Untersuchungspersonen (UP) 6 vom
lexikalischen Aspekt beeinflusst ist. Genauer ausgedrück, 2) ob eine Wechselbeziehung zwischen dem lexikalischen und grammatischen Aspekt besteht, und ob die perfektive und imperfektive Vergangenheit zum Ausdruck des lexikalischen Aspekts gebildet wird.
Im Kapitel 4 werden die Erwerbstufen (bzw. die Verbreitung der lexikalischen Klassen innerhalb der Vergangenheitsformen) der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit nach Andersen (1989) geschildert.
Kapitel 5 stellt einige Studien und deren Ergebnisse vor, die die AH und den Einfluss des lexikalischen Aspekts untersucht haben. Viele Studien haben die Erwerbstufen der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit bestätigt. Jedoch die Studien, die den Effekt des lexikalischen Aspekts untersucht haben, haben widersprüchliche Entdeckungen gemacht. Es ist essentiell zu erwähnen, dass die Studien der AH sich mit den UP verschiedener Kenntnisniveaus beschäftigen, um feststellen zu können, wie der Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts sich entwickelt hat. Die Studien, die alle L2-Erwerber auf einem Sprachniveau haben, können eine oder mehrere hypothesierte Assoziierungen zwischen lexikalischen Kategorien und verbaler Morphologie untersuchen, jedoch können sie nicht Licht über die Änderungen im Tempus-Aspekt System verschaffen.
6 Im Laufe der Arbeit als UP abgekürzt
8
Abhängig von der semantischen Kategorie, zu der das Prädikat gehört, kann dieses eine prototypische und nicht-prototypische morphologische Form haben. Diese Theorie über prototypische Verwendung der Verben wird im Kapitel 6 vorgestellt, denn sie ist eng mit den drei Teilen der AH verbunden. Folglich besteht das Interesse festzustellen, ob die UP nur prototypische Formen bilden oder auch auf unprototypische Formen reagieren und, ob die gebildeten Formen grammatisch sind.
Der empirische Teil dieser Arbeit enthält mehrere Punkte. Zuerst im Kapitel 7 werden der Datenkorpus und die Vorgehensweise geschildert.
Die Daten stammen von sechs Personen, die Spanisch als L2 mehrere Jahre gelernt haben. Nach dem Lesen des Märchens „Cenicienta“ von Brüdern Grimm, wurden die UP aufgefordert, das Märchen auf Spanischin in der Vergangenheit zu erzählen. Von jeder Person wurde eine Aufnahme während einer mündlichen Erzählung gemacht und ich habe eine Zusammenfassung derselben Wiedergabe in schriftlicher Form erhalten (siehe im Anhang). Schriftliche und mündliche Darstellung der Wiedergaben können unterschiedliche Ergebnisse oder auch zusammenlaufende Tendenzen aufweisen. In dieser Arbeit wird angenommen, dass die schriftlichen Wiedergaben entwickeltere Ergebnisse als die mündlichen Wiedergaben aufweisen werden. Da die Sprachkenntnisse der UP sich unterscheiden, werden sie in zwei Gruppen (Oberstufe und Mittelstufe) eingeteilt.
Um die AH zu testen, ist die Einteilung der von den UP verwendeten Prädikate in lexikalische Klassen notwendig. Kapitel 8 beschäftigt sich mit den diagnostischen Tests, die in der Verteilung der Prädikate eingesetzt wurden. Hier werden die vier Kategorien von Vendler (1967) benutzt. Die Verteilung der Prädikate aus den Wiedergaben in lexikalische Kategorien erscheint im Anhang dieser Arbeit. Die in den Tabellen dargestellten Ergebnisse zeigen, ob bestimmte sematische Klassen mit bestimmter Zeitform vorkommen, bzw. ob eine Wechselbeziehung besteht, und mit welchen lexikalischen Klassen die Zeitformen indefinidound das Imperfekt erworben wurden. Die zweite Reihe in den Tabellen mit den hervorgehobenen Ergebnissen stellt den Erwerb der Vergangenheitsformen mit Rücksicht auf den ungrammatisch markierten Fällen dar (sie wurden hier nicht beachtet).
Nach der Charakterisierung der UP im Kapitel 9, werden im Kapitel 10 die Fragen der Untersuchung festgelegt. Ab Kapitel 11 fängt die Analyse jeder UP an. Der Vorhaben ist also
9
herauszufinden, wie weit der Erwerb der Perfekt-Imperfekt Opposition in jeder Gruppe zustande gekommen ist. Das Interesse ist auch zu erfahren, welche der beiden Gruppen mehr vom lexikalischen Aspekt beeinflusst ist, und ob durch die verbale Morphologie der Aspekt oder das Tempus markiert wird. Es werden bei jeder UP zuerst die prozentuelle Markierung des lexikalischen und grammatischen Aspekts betrachtet, danach die prototypischen und nicht-prototypischen Markierungsfälle, die ungrammatischen Markierungsfälle der Prädikate und letztendlich die Wechselbeziehung zwischen den beiden Aspekten und Erwerbstufen der Perfekt-Imperfekt Opposition beurteilt. Zur Feststellung der Erwerbsunterschiede werden die Ergebnisse der Gruppen miteinander verglichen und die Schlussfolgerungen gezogen.
2. Zur Begriffsbestimmung
2.1. Der grammatische und lexikalische Aspekt
Zwei linguistische Konzepte stehen im Mittelpunkt für die Untersuchung der Aspekthypothese: grammatischer und lexikalischer Aspekt. Obwohl beide Aspektarten zwei unterschiedliche linguistische Kategorien sind, es ist unmöglich in der Diskussion über den Aspekt ein Konzept von den anderen auszuschließen.
Laut Klein (1994:16): “Aspect concerns the different perspectives which a speaker can take and express with regard to the temporal course of some event, action, process, etc.”
“The term aspect refers to the internal temporal structure of events as described by verbs, verbal phrases (VP) and sentences” (nach Comrie 1976, Chung and Timberlake 1985, Smith 1991, 1997).
„Aspektualität“ dient als Oberbegriff für grammatische und lexikalische Aspektualität, und stammt ursprünglich von Bondarko (1967: 18-31). Später es wurde auch von Sacker (1983) und Maslov (1985) verwendet. Diese Klassifizierung wurde später von vielen Aspektologen verwendet.
Die Vielfältigkeit, die die Sprachen zum Ausdruck bringen können, hat die Wissenschaft dazu gebracht, eine traditionelle Unterscheidung zu machen zwischen dem Aspekt, der für morphologische Information zuständig ist, und zwischen dem Aspekt, der lexikalische Information des Verbes enthält.
Aspektuelle Unterschiede in einer Sprache können offen (beim grammatischen Aspekt) oder verdeckt (beim lexikalischen Aspekt) markiert werden. Anders gesagt, der Aspekt kann
10
lexikalisch durch ein inhärentes Verb semantisch ausgedrückt werden, wie auch durch die gegenseitige Beeinflussung eines Verbs mit direkten und indirekten Argumenten und anderen Ergänzungen oder auch morphologisch mittels Suffixen oder paraphrasiche Konstruktionen (Dowty 1986, Smith 1991, Tenny 1994, Verkuyl 1994).
Der inhärente Bedeutungsunterschied der Verben (lexikalische Aspekt) wurde von Sigurd Agrell (1908) als „Aktionsart“ benannt. Seitdem (mit kleinen Variationen durch anderen Autoren) hat die traditionelle Grammatik diesen Begriff akzeptiert und aufrechterhält die Unterscheidung zwischen „Aspekt“ und „Aktionsart“, obwohl viel Fachliteratur zu finden ist, in der der Begriff „Aspekt“ in einem umfassenden Sinne von beiden Begriffen gebraucht wird.
Prieto unterscheidet ebenso zwischen verbalem Aspekt und Aktionsart (Spanisch: modo de accion). Der Begriff „Aspekt“ bezeichnet hier nur den grammatischen Aspekt, und unter „Aktionsart“ wird der lexikalische Aspekt verstanden (vgl. Prieto 2004: 60).
Bardovi- Harling (2000:205) bezeichnet den grammatischen Aspekt als typisch morphologisch, der einer Situation eine subjektive Sichtweise verleiht (verschiedene Standpunkte, wie man eine Situation sieht). Ein lexikalisch inhärenter Aspekt oder eine Aktionsart ist dagegen rein lexikalisch und gehört zu einer nicht grammatikalischen Kategorie. Ein lexikalischer Aspekt widerspiegelt sich in lexikalisch inhärenten Eigenschaften der Verben oder in einem verbalen Syntagma.
„Lexical aspect, also known as inherent aspect, refers to the inherent semantic properties of the linguistic expression used to refer to a situation“(Bardovi 2000: 213).
Laut Vater (1991) der verbale Aspekt ist im Prinzip “die interne zeitliche Gliederung des beschriebenen Ereignisses.“
In den ersten Definitionen hat der Aspekt hat mit der Möglichkeit zu tun, ob eine Situation von einem Sprecher als beendet oder nicht beendet wahrgenommen wird, wobei ein Verb mit der perfektiven (einer abgeschlossenen Situation) oder imperfektiven Form (einer Situation, die keinen Endpunkt aufweist) verwendet werden kann. Auf diesem Niveauu ist die Definition von Wackernagel zu finden: “el aspecto indica la manera como el hablante se
11
representa la acción“(vgl.Lázaro, 1971). Daher betrachten die Linguisten den Begriff „Aspekt“ als eine subjektive Kategorie.
Zu der objektiven Kategorie gehört die Ansicht, dass die verbalen Lexeme die Information über eine beendete oder andauernde Situation enthalten, wobei der Sprecher hier ausgeschlossen bleibt. Diese aspektuelle Information teilt die Verben in Klassen ein, wobei jedes Verb zu einer bestimmten Klasse gehört, bzw. zu einer Aktionsart (vgl. de Miguel 1992: 22). Wenn nun dieser Unterschied festgelegt wird, wird der Aspekt laut Rojo (1974) zu einer Kategorie, die sich auf die interne Entwicklung der verbalen Handlung bezieht und „[… ] en sí misma considerada, sin relación con otras acciones o con la temporalidad exterior exterior a ella y conseguida mediante recursos morfológicos“ (Rojo 1974: 130). Von hier aus bildet der Unterschied zwischen den Zeitformen Perfekt und Imperfekt die aspektuelle Unterscheidung in den perfektiven und imperfektiven Aspekt.
Bache (1982) schlägt die folgende traditionelle Betrachtung vor: „Aktionsart“ gehört zu einer objektiven Kategorie und zu der Art und Weise, in der die durch ein Verb beschriebene Situation sich entwickelt. Der Aspekt ist wiederum eine subjektive Kategorie und die Sichtsweise des Sprechers und somit seine Entscheidung, die Situation als perfektiv oder imperfektiv zu betrachten. Dabei kommt er zur Schlussfolgerung, dass weder die Aktionsart immer objektiv ist, noch der Aspekt immer subjektiv ist (bzw. durch den Sprecher bestimmt). Die Aktionsart bildet nicht ausschließlich ein objektives Konzept, sondern ist auch mit einem subjektiven Charakter ausgestattet, weil das Vorkommen eines bestimmten grammatischen Aspekts nicht immer eine Auswahl des Sprechers ist, sondern durch die Aktionsart des Verbs oder durch die Anwesenheit von einigen Adverbien (z. B. „ayer“ verlangt nach indefinido), oder durch andere semantische, syntaktisch oder pragmatische Faktoren bestimmt wird. Daher ist die Auswahl einer oder anderen Zeitform nicht pur subjektiv, sondern wird durch andere Faktoren bestimmt. Bache schlussfolgert, dass die Aktionsart eine ungebundene Kategorie ist.
Der grammatische Aspekt widerspiegelt, auf der anderen Seite, wie der Sprecher die Situation wahrnimmt. So kann der Sprecher eine Situation rein subjektiv als beendet oder unbeendet repräsentieren, obwohl auch hier wegen der Relevanz des Tempus, der Grammatik oder der Aktionsart nur eine bestimmte morphologische Darstellung gewählt werden kann (vgl. de Miguel 1992: 25).
12
Es ist essentiell zu beachten, dass die Information, mit der man sich auf den Begriff „Aktionsart“ bezieht, nur ein Teil der aspektuellen Information ist, die ein Verb im Satz beitragen kann. Daher ist die Aktionsart nicht nur durch das Verb bestimmt, sondern auch durch die Stelle, an der das Verb im Satz vorkommt und durch seine Komplemente.
2.2. Der perfektive und imperfektive Aspekt
Es existieren zwei morphologisch unterschiedliche Aspektarten in den Sprachen, dessen Tempussystem Perfekt-Imperfekt Opposition hat, wie das in den slawischen und romanischen Sprachen ist. Folglich stammt die aspektuelle Unterscheidung von slawischen Sprachen (vgl. Prieto 2004: 56).
Wie oben erwähnt, beruft sich der grammatische Aspekt auf die morphologische Markierung der Zeitform (Präteritum oder Imperfekt). Ein Aspekt kann morphosyntaktisch durch die Flektierungsmorpheme des Verbs oder durch pharaphrasische Ausdrücke ausgedrückt werden. Auf dem Niveau des grammatischen Aspekts können die Sprachen einige aspektuelle Gegensätze ausdrücken. Die am meisten bekannte ist die Perfekt- Imperfekt Opposition.
In romanischen Sprachen ist der Hauptunterschied zwischen perfektiven und imperfektiven grammatischen Aspekten mittels der unterschiedlichen Vergangenheitsformen erkennbar. Im Spanischen sind das indefinido und das Imperfekt. Es gibt also zwei verschiedene Wege, wie man eine Situation betrachten kann. Die perfektive Sichtweise betrachtet die Situation von außen und beachtet die interne Struktur der Situation nicht. Dagegen betrachtet die imperfektive Sichtweise die Situation von innen und beschäftigt sich mit der internen Struktur des Verbs, ohne dass das Ende oder Anfang der Situation festgelegt wird (vgl. Bardovi- Harling 2000: 211).
Nach Smith (1991): „Perfective aspect views a situation in its entirety with its endpoints. Imperfective grammatical aspect views a situation typically as an interval, excluding endpoints“.
Die perfektive Vergangenheit beschreibt die von einem Verb verschlüsselte Handlung als beendet (eine globale Sichtsweise der Situation, die als beendet dargestellt wird). Daher enthält der perfektive Aspekt den Anfang und das Ende der Situation und ist daher an diese Situation „gebunden“. Im Kontrast ist der imperfektive Aspekt „ungebunden“ und befasst
13
sich stattdessen mit der internen Struktur der Situation, die als andauernd und ohne einen Bezug auf einen bestimmten Anfangs- und Endpunkt gesehen wird (vgl. Riemer, 1996: 246).
Folglich hat das Imperfekt und indefinido im Spanischen Einfluss auf die semantische Interpretation der verbalen Handlung. Indefinido kennzeichnet eine begrenzte, einmalige Handlung, während mit dem Imperfekt eine unbegrenzte Handlung oder Situation, die auch eine gewohnheitsmäßige oder laufende Handlung dargestellt werden kann.
Die imperfektive Vergangenheit kann eine Routine oder Kontinuität und die Sichtsweise der Situation von innen zum Ausdruck bringen. Beide Vergangenheitsformen kommen mit allen Kategorien des lexikalischen Aspekts vor (vgl. Smith, 1991).
Comrie (1976) weist darauf hin, dass „it is quite possible fort he same speaker to refer to the same situation once with a perfective form, then with an imperfective, without in any way being self- contradictory“. Folglich sind im Spanischen der grammatische und der lexikalische Aspekt frei miteinander kombinierbar, wobei der lexikalische Aspekt mit dem grammatischen Aspekt übereinstimmen muss. Im Grunde können alle lexikalischen Klassen im Spanischen sowohl mit indefinido als auch mit dem Imperfekt ausgedrückt werden.
Von einigen Autoren wird ein dritter grammatischer Aspekt berücksichtigt: der progressive Aspekt, bzw. die Verlaufsform Es ist eine Sichtweise, die das Dynamik einer Situation betont und diese Situation im Prozess darstellt. Die Verlaufsform ist ebenfalls eine imperfektive Sichtsweise. Das Imperfekt im Spanischen kann dasselbe zum Ausdruck bringen, wie das progressive past im Englischen. Es ist aber nicht der Fall, dass das Spanische Imperfekt und Englische progressive past in der Bedeutung äquivalent sind. Spanisch hat eine weitere Unterscheidung im Rahmen der imperfektiven Bedeutung: die einfache Form (bzw. das Imperfekt) und die Verlaufsform, z. B. “Inga practicaba tenis” (das Imperfekt) und “Inga estaba parcticando tenis” (imperfecto progresivo) (vgl. Bardovi- Harling 2000: 212).
Die Verlaufsform wird als eine “ situation in progress at reference time“ von Bybee & Dahl (1989) und als “action-in-progress“ von Shirai & Andersen (1995) beschrieben und für [- telisch] (bzw. nicht beendet) und [+ laufend] gehalten.
14
Es kommt häufig vor, dass gerade die Tätigkeiten (ACT) 7 mit der Verlaufsform verwendet
wird. Die Verwendung des progressiven Aspekts ist nicht obligatorisch im Spanischen (nicht im Bezug auf die Vergangenheit), sondern nur fakultativ. Daher es ist möglich den progressiven Aspekt zu benutzen, um die ACT von den anderen lexikalischen Klassen hervorzuheben und damit eine subjektive Sichtswiese, eine Handlung im Verlauf darzustellen.
2.3. Die semantische Verbklassifikation
Da der Aspekt als ein komplexes Phänomen betrachtet wird, es ist nicht erstaunlich, dass die Linguisten sich im Bezug auf ein System der verbal-semantischen Klassifizierung nicht einig sind. Während Salaberry (1999) ein Drei-Weg-Klassifizierunksystem (Zustandsverbe 8 ,
Tätigkeiten und telischen Erignisse), wählen andere Wissenschaftler eine Vier-Weg- Klassifizierung.
Kenny (1963) ergänzte das ursprüngliche zweiteilige Schema von Aristotelis (verbos de energeia y kinesis), wobei er die dritte Klasse beigefügt hat: STATES, ACT und Handlungen (telischen Ereignisse). Später hat Vendler (1967) die sogenannten Handlungen von Kenny in Ausführungen 9 (Engl. accomplishments) und Handlungen 10 (Engl.achievments) eingeteilt.
Vendler (1967) hat eine Vier-Weg-Einteilung der Prädikate eingeführt. Obwohl auch andere Linguisten, wie z. B. Dowty (1979, 1986), Tests zur Bestimmung der Verbkategorie entwickelt haben, werden diese vier Kategorien trotzdem meistens als Vendler-Kategorien bezeichnet. Es besteht also die folgende Einteilung: Zustandsverben (STATES), Tätigkeiten (ACT), Ausführungen (ACC) und Handlungen (ACH).
STATES bestehen über einen Zeitraum ohne irgendwelche Änderungen. STATES sind fortlaufend. Wird ein Zustand beendet, tritt ein neuer Zustand ein (Binnick 1991). Nach De Miguel (1999: 2976) ist STATE:
Un estado es un evento que no ocurre sino que se da; y se da de forma homogénea en cada momento dl periodo de tiempo a lo largo del cual se extiende. Un estado, por tanto, está léxicamente incapacitado para expresar un cambio o progreso durante el periodo de tiempo en el cual se da; puesto que no avanza, no puede dirigirse hacia un límite ni alcanzarlo. Se limita a mantenerse durante un periodo de tiempo (en cada 7 Im Laufe der Arbeit mit ACT abgekürzt 8 Im Laufe der Arbeit auch als STATE bezeichnet 9 Im Laufe der Arbeit mit ACC abgekürzt 10 Im Laufe der Arbeit mit ACH abgekürzt
15
momento de él), de forma que inherentemente no delimitado y durativo: continuo. En efecto, un estado no puede “parar de darse”. Algunos estados pueden cesar, “dejar de darse”, pero, mientras se dan, no se pueden interrumpir, a diferencia de otros eventos que implican duración pero son dinámicos […].
ACT (activitivities) beschreiben eine dynamische und fortlaufende Situation, in der eine Zeitspanne involviert ist. Sie haben keinen bestimmten Endpunkt, bzw. kann eine solche Situation in jedem Augenblick unterbrochen werden.
ACC (accomplishment) haben zwei Eigenschaften: einen natürlichen Endpunkt (wie die achievments), nachdem die Aktion nicht mehr fortgesetzen wird, und sie enthalten eine inhärente Laufzeit genauso wie die ACT.
ACH (achievments) weisen einen Anfang oder das Ende der Aktivität auf, jedoch keine Laufzeit. ACH kann mit einem Punkt auf einer Zeitachse verglichen werden, es ist also augenblicklich (Bardovi–Harling 2000: 215, Andersen 80).
De Miguel (1999) definiert ACH folgend:
Un verbo dinámico delimitado puede presentar una duración muy breve, admitido que resulta pragmáticamente imposible carecer de toda duración como podría invitar a pensar el término “puntual” con el que suele designarse a estos verbos; por otra parte, el contéxto sintáctico puede hacer variar la duración de un evento, dependiendo de diversos factores.
ACC und ACH können als telische Ereignisse (TELICS) bezeichnet werden (Mourelatos 1981). STATES und ACT sind wiederum als atelische Ereignisse bekannt (ATELICS) 11
(Dowty 1979, Harling 1989, Freed 1979).
Einige Wissenschaftler haben die vier Aspektkategorien sogar noch weiter eingeteilt. Beispielsweise in der Untersuchung des L2 Italienisch hat Giacalone-Ramat (1995, 1997) STATES in Zustandsverbe und mentale Zuständen eingeteilt. Robison (1995) teilt in der L2 Englisch Analyse die punktuellen Verben in die punktuellen Ereignisse (Z.B. springen, hüpfen) und in punktuelle Zustände (Z.B. bemerken).
Die inhärente aspektuelle Bedeutung eines Verbs ist durch die temporalen Eigenschaften des Prädikats in seiner Grundform festgelegt (Dowty 1986, Smith 1991, Verkuyl 1994). Deshalb 11 Im Laufe der Arbeit als ATELICS abgekürzt
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ist die Klassifizierung der lexikalisch aspektuellen Werte der Prädikate wichtig, denn viele Untersucher haben inhärente lexikalische Werte der Prädikate direkt an der Entwicklung der verbalen Morphologie gebunden. Diese Idee, ursprünglich auch lexikalische Aspekthypothese genannt, wurde ursprünglich von Andersen (1986) durch seine Analyse der verbalen Morphologie im Spanisch als L2 von zwei Erwachsenen Spracherwerber vorgeschlagen.
Aufgrund der Entsprechung der Prädikate zu den inhärenten lexikalischen Werten, ist es nicht wahr, dass ein Verb nur zu einer bestimmten Kategorie des lexikalischen Aspekts zugeordnet werden kann. Ein Verb kann ebenso zu unterschiedlichen Kategorien gehören, abhängig von der Satzkonstruktion. Beispielsweise kann ein Objekt die Telezität des Verbs verändern (Z.B. malen, ein Bild malen) und umgekehrt können beide Vergangenheitsformen mit allen vier Kategorien des lexikalischen Aspekts vorkommen. Ein Prädikat kann eine Tätigkeit mit inhärenter Dauer beschreiben, kann punktuell (bzw.augenblicklich) sein, kann einen Zustand beschreiben oder enthält zwei Elemente: die Dauer und Kulmination.
2.4. Telizität, Dynamik, Punktualität
Die Kategorien des lexikalischen Aspekts unterscheiden die Prädikate voneinander in einer einzigen Eigenschaft. Die Vendler-Kategorien weisen drei verscheidene Eigenschaften auf (drei semantische Dimensionen): ACC und ACH sind telische Prädikate (Ereignisse mit inhärenten Endpunkten), jedoch STATES und ACT sind als atelische Prädikate zu betrachten, weil sie keinen inhärenten Endpunkt haben.
Während die Telezität verwendet wird, um die aspektuelle Natur der Ereignisse auf dem lexikalischen Niveau zu beschreiben, ist die Vorstellung von „Gebundenheit“ relevant, um die Eigenschaften des grammatischen Aspekts zu beschreiben. Der Gebrauch der telischen Prädikate tendiert zu einer Wechselbeziehung mit dem perfektiven Aspekt und atelische Prädikate neigen dazu, sich imperfektive morphologische Endungen des Verbs anzueignen. Die Telizität begünstigt die Markierung des Satzes in der Vergangenheit, jedoch neigt der ateliche Aspekt wiederum nicht zur Markierung mit der perfektiven Vergangenheit. Das ist ein Befund, der konstant auf allen Sprachniveaus erhalten bleibt (vgl. Bardovi- Harling 2000: 214). Trotzdem es ist möglich, dass der perfektive Aspekt mit STATES und die imperfekte Zeitform mit ACH erscheinen.
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Olsen (1999) erweitert die Differenz zwischen semantischer Bedeutung und pragmatischer Verwicklung auf die Domäne des Aspekts. Sie behauptet, dass Telezität semantische Bedeutung ausdrückt und universell ist, während die Atelizität von Gesprächsverwicklung abgeleitet ist und daher von pragmatischer Natur ist. Diese Unterscheidung würde erläutern, weshalb die Atelizität der Tätigkeitsverben (ACT) ungültig gemacht werden kann, indem ein Objekt hinzugefügt wird. Die telischen Prädikate können jedoch nicht atelisch werden.
Die STATES können mit der Hinzufügung eines Adverbs dynamisch werden. Diese theoretische Annahme ist strittig und trotzdem stellt sie eine interessante Meinung dar, die in den zukünftigen Studien untersucht werden kann. Bis jetzt wurden keine empirischen Studien in diesem besonderen Gebiet durchgeführt (vgl. Montrual and Salaberry 2003: 63).
Die Eigenschaft [±dynamisch] unterscheidet dynamische Prädikate (ACT, ACH, ACC) von Zustandsprädikaten. Die nicht dynamischen Verben sind wiederum unvenänderlich. Die Eigenschaft [± punktuell] unterscheidet ACH von allen anderen Verben, die die Eigenschaft „unpunktuell“ haben. Diese Opposition unterscheidet die Prädikate, die augenblicklich sein können von Verben mit inhärenter Laufzeit (Shirai 2002: 456).
3. Die Aspekthypothese
Die Aspekthypothese findet ihre Wurzel in den Theorien über die temporale Semantik. Genauso wie die Studien über Morpheme, sind die Untersuchungen der AH in L2 mit dem Kinderspracherwerb verknüpft. Das heißt, die Grundlage der AH stammt von den Argumenten, die ursprünglich für die Entfaltung der linguistischen Systeme und für den L1- Erwerb gemacht wurden.
Die Aspekthypothese stützt sich auf die Theorie des lexikalischen (bzw. des inhärenten) Aspekts. Die AH setzt sich für die Beobachtung ein, dass die verbale Morphologie der Vergangenheit nicht mit allen Klassen der verbalen Prädikaten gleichzeitig auftreten kann, und stellt fest, dass die Entwicklung der Vergangenheitsmorphologie von den Prädikaten des lexikalischen Aspekts beeinflusst ist (Andersen 1986, 1991).
Wenn die verbale Morphologie in der Fremdsprache erworben wird, (Andersen 1990b), ergibt sich eine Konkordanz zwischen den beiden Arten des Aspekts: der lexikalische Aspekt beeinflusst die Wahl des Tempus. Nachdem man den lexikalischen Aspekt unnötig durch den grammatischen Aspekt markiert hat, entwickelt sich langsam eine freiere Markierung, die der
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Zielsprache entspricht. Das bedeutet, dass der lexikalische Aspekt hilft die aspektuellen Charakteristika der verbalen Morphologie zu entfalten (vgl. Riemer 1996: 248).
Diese Hypothese in ihrer starken Version wurde zuerst in den Studien über den Erwerb der Muttersprache verwendet. Man behauptete, dass die kognitive Entwicklung eines Kindes nicht zulässt, einen Bezug zu der Zeitform herzustellen. Daher verwendet ein Kind die verbale Morphologie, um die Aspektualität zum Ausdruck bringen. Folglich, wird der lexikalische Aspekt vor dem grammatischen Aspekt erworben (Defective Tense Hypothesis nach Andersen 1986, 1991).
Diese Hypothese wurde als Defective Tense Hypothesis (DTH) bezeichnet und wurde von Weist (1984) in Bezug auf L1 abgelehnt. Er wiederum behauptete, dass die Kinder keine kognitiven Beschränkungen haben und sowohl über den aspektuellen als auch über ein temporales Konzept verfügen; sie sind in der Lage beide Vorstellungen zu äußern.
Die AH von Andersen besagt, dass die anfängliche Auswahl und Verwendung der perfektiven Vergangenheit nur auf die telischen Prädikaten (ACH, ACC) beschränkt ist. Dieser Gebrauch wird eventuell auf die ACT und dann auf die Zustände ausgebreitet. Dagegen ist der Gebrauch des Imperfekts anfänglich auf die atelischen Prädikate (STATES und ACT) beschränkt. Die progressive Markierung wird den dynamischen und atelischen Prädikaten (i.e. ACT) zugeordnet (Andersen 1986a, 1991).
Die frühere Version der AH, die sogenannte DAH (Weist 1984), wurde von Andersen umformuliert. Diese Hypothese bezüglich des Fremdspracherwerbprozesses besagt, dass am Anfang des L2 Erwerbs (oder während einiger Spracherwerbstufen) nur die inhärente Aspektunterscheidung durch die verbale Morphologie verschlüsselt ist und nicht etwa die Zeitform oder der grammatische Aspekt.
Laut Andersen (1991:307):„In beginning stages of language acquisition only inherent aspectual distinctions are encoded by verbal morphology, not tense or grammatical aspect“. Diese Hypothese ist auch als Primacy of Aspect (POA) bekannt.
Auf die Arbeit von Andersen stützt sich Robinson. Er entwickelte Primacy of Aspect Hypothesis (POA):
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Aspect is primary in the sense not that morphemes that denote aspect in the target language are acquired first, but that target language verbal morphemes, independent of their function in the target language are first used by learners to mark aspect.
(Robison 1990: 316)
Von seinen eigenen Analysedaten geleitet änderte Robison seinen ursprünglichen Standpunkt. Er nahm eine mehr konservative Einstellung ein und behauptete, dass dieser Effekt nicht wie in diesem Teil der Definition erscheinen wird: ”are first used by learners to mark aspect“, sondern ändert zu “verbal morphology correlates with lexical aspect at least during some stages in the development of IL” (Robison 1990: 330). Mit dieser weniger starken Version der Hypothese (POA) wird im Gebiet des Fremdspracherwerbs gearbeitet.
Der ursprüngliche Vorschlag der AH (Andersen 1991) wurde modifiziert, weil (1) durch die letzten empirischen Daten widersprüchliche Befunde festgestellt wurden und auch (2) um die Bedeutung anderer Faktoren (abgesehen von Tempus oder Aspekt) bezüglich der Entwicklung der Vergangenheitsmorphologie einzubeziehen.
Die aktuellste Version der Aspekt Hypothese hat die Relevanz des lexikalischen Aspekts am Anfang des Erwerbs von L2 erhalten, es wird jedoch nicht explizit der Einfluss des lexikalischen Aspekts im Gegensatz zum grammatischen Aspekt festgelegt:
First and second language learners will initially be influenced by inherent semantic aspect of verbs or predicates in the acquisition of tense and aspect markers associated with or/affixed to these verbs.
(Andersen und Shirai 1994: 133)
Robison (1995) glaubt, dass der Effekt des inhärenten Aspekts sich erst dann zeigen wird, wenn der Lerner produktive Kontrolle über die verbale Morphologie aufweist.
Die AH ist häufig mit den vier Voraussagen über Form-Bedeutung-Assoziierung verknüpft: (1) perfektive Vergangenheit wird mit telischen Verben verwendet, (2) imperfektive Formen mit atelischen Verben, (3) die Verlaufsform mit den ACT , (4) die Verlaufsform nur mit dynamischen Verben (Shirai 1991; Andersen und Shirai 1996: 533).
Die telischen Ereignisse bekommen eine Markierung der Vergangenheit früher und öfter als STATES. Das Imperfekt dagegen wird in romanischen Sprachen später erworben, denn es wird prototypisch mit STATES und ACT verschlüsselt. Im muttersprachlichen Gebrauch
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kann das Imperfekt auch ACH und ACC präsentieren, als ob sie inhärente Dauer hätten. Jedoch wird laut der AH solche Verwendung später im L2 Erwerb auftreten.
Demzufolge kann die AH in drei separaten Teilhypothesen zertrennt werden. Diese Teilhypothesen beruhen auf den Verhältnis zum grammatischen Aspekt und dessen Beziehung zum lexikalischen Aspekt. Dazu werden die vier lexikalischen Kategorien von Vendler (1967) verwendet:
1. Die L2 Erwerber benutzen Vergangenheitsmarkierung (z.B. im Englischen als L2)
oder perfektive Markierung (Z.B im Chinesischen und Spanischen als L2) mit ACH und ACC, die später eventuell auf ACT und dann auf STATES erweitert wird.
2. In den Sprachen, die die Perfekt-Imperfekt Opposition enthalten, erscheint die
imperfektive Vergangenheit später als die perfektive Vergangenheit. Die Markierung der imperfektiven Vergangenheit beginnt mit STATES und ACT, dann erweitert sie sich zu ACC und letztendlich zu ACH.
3. Die Sprachen, die den progressiven Aspekt (Verlaufsform) haben, beginnt die
Markierung mit ACT, geht dann weiter zu ACC oder zu ACH.
(vgl. Andersen & Shirai 1996: 533)
Diese Tendenz wurde zuerst im Erwerb der L1 in verschiedenen Sprachen beobachtet und später wurde die Hypothese für den L2 Erwerb von Andersen (1986a) verwendet. Die Hypothese wurde für den Fremdspracherwerb in Sprachen wie Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Dänisch und Japanisch getestet. Die Erklärungen für diese Tendenz (bzw. den starken Einfluss des inhärenten Aspekts auf die morphologische Markierung) ist immer noch ein offenes Thema.
4. Die Verbreitung der perfektiven und imperfektiven Vergangenheit
Nach der Studie, in der Erwerb der spanischen Sprache als L2 bei zwei Kindern untersucht wurde (Andersen 1986a), postulierte Andersen (1989) vier Stufen im Erwerb der perfektiven Vergangenheit bzw. des Präteritums oder des indefinidos (Tabelle S.21). Nach Verwendung der ACH mit indefinido folgt die Verwendung der ACC, dann verbreitet es sich auf die ACT und letztendlich auf die STATES. Die imperfektive Vergangenheit wird später erworben und verbreitet sich in vier Stufen: von STATES auf die ACT, dann auf die ACC und letztendlich auf die ACH.
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Die Zahlen 1-8 repräsentieren die Stufen des Erwerbs des Präteritums (bzw. indefinidos) und des Imperfekts. Der Gebrauch der perfektiven Markierung erscheint zuerst und verbreitet sich von punktuellen Verben (von ACH) bis STATES in vier Erwerbstufen (2, 4, 6 und 8), während die Verwendung der imperfektiven Markierung später erscheint und sich von STATES (Stufen 3, 4,5 und 7) bis punktuellen Verben verbreitet. Obwohl das Imperfekt nach dem Präteritum (indefinido) erworben wird, überschneiden sich die Stufen. Wenn ein Spracherwerber den grammatischen Aspekt benutzt, sind zwei morphologische Formen für die lexikalische Klasse in der entsprechenden Stufe gegeben. Die Stufe 5 stellt den ersten Gebrauch der telischen Prädikate mit indefinido und Imperfekt dar. Die prototypische Form ist oberhalb der unprototypischen Form geschrieben.
Es ist essentiell zu bemerken, dass die Reihenfolge des Tempuserwerbs keinesfalls den kompletten Erwerb der Zeitformen bedeutet. Die Spracherwerber beenden nicht den Erwerb eines verbalen Morphems bevor ihr Tempus-Aspekt System das nächste Morphem zulässt. Klein (1994), Dietrich et al. (1995) und andere Wissenschaftler haben beobachtet, dass europäische Fremdspracherwerber verbale Grundformen sogar in Oberstufen der L2- Kenntnissen benutzen. Außerdem kann im Erwerb der Tempus-Aspekt-Assoziierung gar keine Zeitform abgeschlossen werden, bis das gesamte Spracherwerbsystem komplett ist. Auch der Erwerb der Kernbedeutung der morphologischen Formen ist nicht ausreichend, denn der Spracherwerber muss die Kontraste zwischen den Formen nachvollziehen (vgl. Bardovi–Harling 2000: 175).
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Viele Studien haben die Verteilung der Aspekt-Tempus-Morphologie ausschließlich nur in den Vergangenheitskontexten analysiert. In allen Sprachen erscheint die perfektive Vergangenheit als das erste Vergangenheitsmorphem. In den romanischen Sprachen folgt danach das Imperfekt.
Ein offensichtlicher stufenweiser Erwerb der Zeitformen, der von Andersen (1986a, 1991) vorgeschlagen wurde, ist weniger ausgeprägt. Dies zeigt eine Studie zur französischen Sprache mit 117 Sprachlerner im ersten, zweiten und dritten Jahr der Universitätskurse. Bergström (1995) konnte weniger Stufen bezüglich des Zeitformenerwerbs feststellen. Beispielsweise, keine Benutzung der Grundform schlägt vor, dass die Französischerwerber mehr vorgeschritten als die Spanischerwerber von Andersen waren. Er fand heraus, dass das Imperfekt zuerst mit den STATES verwendet wird (2. Jahr Studenten) und geht zu den ACT im dritten Jahr. Zusätzlich zur Textwiedergabe verwendete Bergström die zweite Aufgabe mit Lückentexten. Seine UP ergeben eine größere Unterstutzung der Aspekthypothese in den Aufgaben mit Lückentexten als in den Textwiedergaben.
Hasbún (1995) und Bergström überprüften die Aspekthypothese von gelehrten Fremdsprachlerner. Hasbún fand einen Nachweis für den Erwerb der Stufe des indefinidos (Studie über L2 Spanisch mit 80 Studenten im 1.-4. Jahr aus der Universität, schriftliche Daten). Die Erzeugung des indefinidos war viel häufiger als das Imperfekt Er fand auch die Bestätigung für den Erwerb der hypothesierten Stufen des Imperfekts. Die Daten zeigen die Verwendung des Imperfekts mit STATES (im 3. Jahr) und die Ausweitung auf die ACT im
4. Jahr. Die Anfängliche Nicht-Benutzung des Imperfekts widerspiegelt sich in der
Entstehung des Tempus-Aspekt-Systems. Solche Befunde unterstützen die ersten zwei Teile der AH.
Salaberry (1999) beobachtete in der Studie über L2 Spanisch in der Universität, dass der Gebrauch des Imperfekts ziemlich vorläufig war, jedoch nahm die Verwendung mit einem steigenden Sprachniveau zu. Daher wird indefinido vor dem Imperfekt erworben und verwendet als eine fehlerhafte Zeitform. Wenn neue Morpheme in das Sprachsystem eindringen, muss jedes davon eine prototypische Assoziation und gleichzeitig Kontraste zwischen morphologischer Form und Bedeutung schaffen.
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Die Erscheinung und Verbreitung der perfektiven Vergangenheit ist ziemlich stabil. Die Verwendung der perfektiven Vergangenheit mit ACC und ACH und die Verbreitung auf die ACT wurde in Erzählungen, Konversationen, in schriftlichen und mündlichen Daten festgestellt. Die perfektive Vergangenheit im Gebrauch mit STATES war generell erfolgreicher in Aufgaben mit Lückentexten als in weniger kontrollierten Wiedergaben beobachtet.
Die Assoziierung der perfektiven Vergangenheit mit TELICS (ACC und ACH) ist eine bestätigte Phase in der verbalen Morphologie. Der Grund dafür ist die große Anzahl der telischen Ereignisse in jeder Erzählung. Zudem werden die Morpheme der perfektiven Vergangenheit zuerst erworben. Die Bestätigung der Existenz dieser Phase wurde im Englischen (z. B. Bardovi-Harling 1998, Bardovi-Harling & Bergström 1996), Katalanischen, Dänischen, Französischen, Italienischen, Japanischen und Spanischen (Andersen 1986a, 1991, Hasbún 1995) gefunden.
Die Erscheinung des Imperfekts nach der perfektiven Vergangenheit ist gut im Erwerb des L2 dokumentiert (Andersen 1991). Die imperfektive Vergangenheit erscheint später als die perfektive und breitet sich in folgender Reihenfolge aus: zuerst kommt die Verwendung der STATES, danach der ACT, der ACC und letztendlich der ACH.
Die Studien im Erwerb des Französischen als L2 (Harley 1978, Kaplan 1987) bewiesen, dass passé composé vor dem imparfait erscheint.
Dasselbe geschieht im Italienischen: passato prossimo erscheint vor imperfetto (Wiberg 1996) und beginnt mit der Markierung der STATES, danach folgen die ACT.
Eine Studie über L2 Spanisch von Dänischmuttersprachlern analysiert, welches die letzten Stufen in der Verbreitung des Imperfekts sein könnten. Selbst wenn die Benutzung des Imperfekts sich auf den ACC und ACH ausgebreitet hat, ist die Verwendungsrate wesentlich höher mit prototypischen Verben (TELICS mit indefinido und ATELICS mit dem Imperfekt) als mit unprototypischen Formen (Cadierno 2000).
Eine Studie über Spanischlehrer mit L1 Dänisch schlägt ebenso die Assoziierung des Imperfekts mit STATES vor, obwohl die Studie nicht in Rahmen der Aspekthypothese
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geführt wurde. Die STATES bleiben sehr stabil sogar in der Sprache von fortgeschrittenen Fremdspracherwerber (García & vanPutte 1988).
Die Anzahl der STATES in einer Erzählung ist häufig auf eine halbes Dutzend beschränkt. Diese beschränkte Anzahl könnte die Verbreitung des Imperfekts durch die anderen lexikalischen Klassen hindern.
Die Verbreitung und der Erwerb der Verlaufsform wurden im Italienischen, Englischen und Japanischen untersucht.
Giacalone Ramat (1995, 1997) berichtete, dass die Erwerber des Italienischen 63 % aller Verlaufsformen mit ACT verwenden und 22 % mit mentalen STATES erscheinen. Die Verlaufsform scheint langsam in die ACC (8%) und ACH (4%) zu verbreiten. Er berichtet ebenso eine seltene Verwendung der Verlaufsform mit anderen Arten der STATES.
In einer Studie über Englisch als L2 von Bardovi-Harling und Bergström (1996) ist die ACT die einzige Kategorie, die innerhalb der ersten drei Niveaus in einem bemerkbaren Umfang verwendet wurde. Das würde bedeuten, dass die Erwerber in der Anfangsphase auf das Merkmal „Laufzeit“ der ACT reagieren, und in solcher Weise den lexikalischen Aspekt unnötig mit dem grammatischen Aspekt markieren.
Ein wichtiger Befund dazu stammt von Robison (1995: 356): “the affiliation of progressive marking with activities strengthens with proficiency level“.
In der Diskussion über den Erwerb der Verlaufsform muss auch das Tempus beachtet werden. In einer Studie zu L2 Englisch beobachteten Bardovi-Harling und Bergtröm (1996) das Erscheinen der progressiven Form ohne Hilfsverb in Vergangenheitskontexten, danach kamen die Formen in der Gegenwart und erst danach die Vergangenheit in ihrer progressiven Form.
5. Die Studien
5.1. Die Studien über die Aspekthypothese
Die Form- Bedeutung-Assoziation hat viel Aufmerksamkeit in der Literatur über den L1- und L2-Erwerb erhalten und viele empirische Studien wurden durchgeführt, um die Natur dieser Form-Bedeutung-Wechselwirkung zu entdecken.
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Die Untersuchungen zum L1-Erwerb dienten als Basis für den L2-Spracherwerb. Die Untersuchungen erwachsener Fremdspracherwerber errmöglichten ebenso, die Aussagen über die kognitive Entwicklung für Tempus-Aspekt-Verteilung im Erstspracherwerb zu testen.
Nicht unterrichtete L2-Erwerber waren die ersten Untersuchungspersonen bei der Aspekthypothese. Diese entwickeln ihre L2 eher durch die Interaktion mit Muttersprachlern. Dagegen haben Spracherwerber mit Unterricht Zugang zu expliziten Anweisungen. Im Allgemeinen herrscht die Meinung, dass die Daten von nicht unterrichteten Fremdsprachlerner das Testen der theoretischen Annahmen der AH nicht zulässt. Die Gründe dafür sind: Sie weisen keine vielfältige Verbalmorphologie auf und/oder sie entwickeln sich sehr langsam. Spätere Untersuchungen begannen unterrichtete L2-Erwerber bei der Aspekthypothese zu testen. Diese Untersuchungen schienen die AH und Einfluss des lexikalischen Aspekts zu unterstützen
Die Studien über L2 begannen in der Universität Kalifornien, in Los Angeles mit den Untersuchungen von Roger Andersen (1985, 1986a, 1986b) und einer produktiven Studentengruppe (unter denen Housen, Robison und Shirai), die von seiner Arbeit beeinflusst war. Die AH von Andersen stützt sich auf die Pionierarbeit von Vendler (1967), Weist (1984) und andere Linguisten.
In den achtziger Jahren durchgeführte Studien mit erwachsenen L2-Erwerbern sicherten die ursprüngliche Unterstützung der Aspekthypothese. Eine wichtige Rolle spielten die Studien von Kumpf (1984), Flashner (1989), Robison (1990) und Andersen (1986a, 1991). Die Studien mit einzelnen L2-Schülern (nicht aus einer Gruppe) wurden jedoch behutsam betrachtet. Meisel (1987) meinte, dass individuelle L2-Erwerber eigenartige Systeme aufweisen können, die andere Spracherwerber nicht haben. Teilweise aus diesem Grund begannen die Studien über Aspekt und Tempus als L2 größere Gruppen mit verschiedenen Kenntnisniveaus zu untersuchen. Größere Studien waren notwendig, um adäquat die Hypothesen zu testen, die durch kleinere Studien entstanden sind.
Bardovi-Harling (1992) stellte fest, dass ACH häufiger mit dem Präteritum verwendet wurden als ACT oder STATES. Andersen und Shirai (1996) waren der Meinung, dass diese Ergebnisse die AH unterstützen. Da die L2 Erwerber keine Vergangenheitsmorphologie verwendeten, um den Aspekt (auf die Kosten des Tempus) zu markieren, behauptete Bardovi-
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Harling, dass es voreilig wäre zu behaupten, dass ihre Resultate die Defective Tense Hypothesis unterstützen. Wie dem auch sei, die verbale Morphologie wurde deutlich vom lexikalischen Aspekt beeinflusst, und es stimmt mit der weniger strengen Formulierung der AH überein.
Ramsay (1990) analysierte mündliche Erzählung auf Spanisch-L2 von dreißig Englischsprachigen UP, die in fünf Niveaus eingeteilt wurden. Die Resultate gaben zu erkennen, dass die Schüler aus dem zweiten Niveau 25 % TELICS und die Schüler aus dem dritten Niveau 60 % TELCS mit indefinido markierten. Es wurden keine TELICS in diesen zwei Niveaus mit dem Imperfekt markiert. Dafür es wurden STATES mit dem Imperfekt im dritten Niveau markiert. Folglich scheint die Studie von Ramsay den Einfluss des lexikalischen Aspekts auf die morphologische Markierung zu unterstützen
In ihrer Studie konzentrierten sich Montrul und Slabakova (2003) auf den Erwerb der semantischen Verwicklung des Präteritum-Imperfekt-Kontrasts von weit fortgeschrittenen Spanischlernern als L2 Englischmuttersprachler. Diese Studie stellt die Frage, ob vollkommene Kenntnisse im Bereich des Aspekts möglich sind.
Die UP wurden in drei Gruppen eingeteilt: beinah-muttersprachliche Kenntnisse, hervorragende Kenntnisse und fortgeschrittene Kenntnisse. Die Ergebnisse dieser Studie erwiesen, dass die Sprachkompetenz eines Fast-Muttersprachlers in der Domäne der Aspektsinterpretationen erreichbar ist. Sogar die Individuen, die nicht täglich mit der Sprache beschäftigt sind oder die Individuen, die noch nicht das Fast-Muttersprachler-Stadium erreicht haben, können sehr gute Ergebnisse erzielen. 30 % aller Spracherwerber und 70 % der Fast- Muttersprachler führten alle Satzarten und alle Aufgaben wie die Muttersprachler aus.
Jedoch sind diese Ergebnisse laut sämtlicher Autoren nicht verallgemeinerbar und beschränken solche Resultate nur auf die getestete Gruppe. Erstens, wurde nur die Gruppe der Englischmuttersprachler in einer spezifischen Domäne untersucht. Zweitens, waren die Fast- Muttersprachler überwiegend Spanischlehrer und fortgeschrittene Studenten. Ob Nichtmuttersprachler mit anderen L1 Hintergründen, die nicht Lehrer sind, ebenfalls solche Aspektinterpretationsaufgaben auf einem muttersprachlichen Niveau durchführen können, bleibt eine offene Frage. Da sich die Mehrzahl der Studien über Aspekt und Tempus auf die L2-Erwerber von Mittelstufe und Anfangstufen konzentrieren, ist diese die erste Studie, die
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herausfinden wollte, ob die Formen des Aspekts im L2-Spanischen durch Erwerber der Oberstufe schon erworben wurden.
5.2. Studien über den Einfluss des lexikalischen Aspekts
Die Ergebnisse von Hasbún (1995) verursachen Zweifel über die Wahrhaftigkeit des Einflusses des lexikalischen Aspekts. Er analysiert schriftliche Daten von acht Englischsprachigen UP, die in vier Niveaus von Spanisch L2 eingeteilt wurden. Die Daten erwiesen keine Verbreitung des indefinidos von TELICS bis zu ATELICS. Ferner, erschien die erste Verwendung der Vergangenheitsform (in der ersten Gruppe) nicht mit ACH sondern meistens mit STATES.
Robison (1995: 356) beobachtete, dass der Zusammenhang zwischen ACH und „-ing“ im Englischen als L2 mit dem Kenntnisniveau abnahm, während die Assoziierung zwischen ACT und „-ing“ zunahm. Rohde (1996) betrachtete diese Tatsache als die Unterstützung für die Aussage von Buczowska & Weist (1991), dass weder der inhärente lexikalische Aspekt, noch der grammatischer Aspekt universell am Anfang des L2 Erwerbs sind. Die Morphologische Markierung ist eher vom Tempus-Aspekt-System der Muttersprache abhängig. Die L2 Erwerber können auf die Zeitformenunterschiede mehr als auf die Aspektunterschiede achten und die entsprechende Tempus-Aspekt-Morphologie von Anfang an benutzen.
Lafford (1996) untersuchte mündlichen Daten von 13 Studenten mit Spanisch als L2. Die Daten erheben mehr Fragen über die Relevanz des lexikalischen Aspekts bezüglich der Entwicklung der Vergangenheitsformen im Spanischen während der Anfangsphase des Spracherwerbs. Noch wichtiger ist: Diese Studie schlägt vor, dass die Benutzung indefinidos auch eine ungrammatische Markierung der Vergangenheitsform sein kann, denn am Anfang erscheint sie mit TELICS und ATELICS.
Rohde (1996, 1997) interessiert sich in seiner Studie für flektierte und unflektierte verbale Formen in Vergangenheitskontexten. Obwohl die meisten Vergangenheitsformen mit ACH in den Daten erschienen, bleibt diese Klasse der Verben trotzdem häufiger unflektiert als anderen Klassen. Rohde interpretierte diesen Befund folgendermaßen: die Benutzung der Vergangenheitsmorphologie wird nicht durch den inhärenten Aspekt bestimmt.
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Eine weiterer Nachweis, dass indefinido mit telischen und atelischen Prädikaten im Spanischen als L2 erscheint, wurde von Rafael Salaberry (1999) erbracht. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass für L2-Spanischerwerber der Mittelstufe die Anwendung der Vergangenheitsmorphologie nicht ausschließlich mit inhärenten lexikalischen Werten assoziiert ist. Die Analyse der mündlichen Daten von zwanzig englischsprachigen Schülern geben zu erkennen, dass die Schüler vom zweiten Semester indefinido mit allen vier lexikalischen Klassen benutzten. Diese UP zeigten einen relativ verstärkten Effekt für die Auswahl des indefinidos, jedoch entspricht das einer fehlerhaften Markierung innerhalb der lexikalischen Kategorien. Das kann daran liegen, dass Präteritum bzw. indefinido und perfektive Formen häufiger in typischen Klassengesprächen vorkommen. Daher unterstützen diese Daten das Argument, dass indefinido offensichtlich als eine falsche Markierung weniger erfahrenen Spracherwerber erkennen lässt.
Auf der anderen Seite zeigen die Daten von Schülern der Oberstufe, dass die Verwendung der verbalen Morphologie vom Effekt der inhärenten lexikalischen Werte abhängig ist. Daher kann man annehmen: Mit einem zunehmenden L2-Niveau nimmt die Wahrhaftigkeit der Hypothese zu.
In einer weiteren Studie untersuchte Salaberry (2003) den Einfluss der lexikalischen Aspektklassen auf die Verwendung von Vergangenheitsmorphologie in geschriebenen Aufgaben von 25 Schülern im dritten Semester und von 24 Schülern im sechsten Semester. Die Daten der Studenten der Oberstufe zeigten eine eindeutige Beziehung zwischen lexikalischen Kategorien und Vergangenheitsmorphologie. Das Imperfekt wurde mit STATES assoziiert und das Präteritum- mit TELICS. Die morphologische Markierung der Prädikate unter Schülern der Mittelstufe war nicht ausschließlich mit den lexikalischen Aspektklassen verknüpft, denn der Gebrauch des Präteritums erschien in allen lexikalisch aspektuellen Kategorien. Daher bestätigt diese Studie die Behauptung der Studie von Salaberry (1999). Diese Studie weist keine kategorische Abweisung der Hypothese auf. Deshalb konnte man schlussfolgern: Der Effekt des Tempus ist stärker als lexikalische Aspekt in Anfangsphasen des Erwerbs des Spanischen. Das Präteritum bzw. indefinido wird als fehlerhafte Markierung in allen lexikalischen Aspektkategorien verwendet. Der Effekt des lexikalischen Aspekts nimmt mit einem steigenden Kenntnisniveau zu.
Die Studie von Liskin-Gasparro (2000) analysiert Erzählungen von acht fortgeschrittenen Erwerbern des L2-Spanisch. Aus einer rückblickenden Perspektive auf die Protokolle
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behauptet sie, dass die Wahl der verbalen Morphologie durch mehrere Faktore beeinflusst ist: Lexikalische Semantik, Einschränkungen der Rede, Einfluss des Unterrichts, Art des zu erzählenden Textes, die Verwendung der individuellen Bearbeitungsstrategien und- das wichtigste- der Gebrauch des indefinidos als eine fehlerhafte Markierung der Vergangenheit. Ihre Studie liefert einen offensichtlichen Nachweis für das Argument, dass die Rolle der lexikalischen Aspektkategorien etwas beschränkter ist.
6. Bildung prototypisch morphologischer Formen
6.1. Zum Begriff „Prototyp“
Andersen (1991) und Shirai (1991) haben zum ersten Mal die Idee des “Prototyps” für die Charakterisierung der Zeitform-Aspekt-Morphologie eingeführt. Diese Idee, die von der Psychologin Eleanor Rosch (Rosch 1973) entwickelt wurde, wurde sowohl auf den Erwerb der lexikalischen Begriffe und grammatikalischen Morphologie in L1 als auch im L2-Erwerb verwendet. Kellerman (1978) benutzte diese Idee zum ersten Mal im L2-Erwerb für das poliseme Verb „break“, wobei eine physikalische Zerstörung (Engl. to break a vase) für mehr prototypisch gehalten wird als eine metaphorische Zerstörung (Engl. to break one’s heart).
Es herrscht die Annahme, dass prototypische lexikalisierte Einheiten früher erworben werden als weniger prototypische Mitglieder der Kategorie.
Eine prototypische Vergangenheit beschreibt eine Situation, die [+ punktuell], [+telisch] und [+resultierend] ist, bzw. beschreibt ein bleibendes, unveränderliches Ereignis, das ein offensichtliches Resultat aufweist. Das ist der wahre Grund, weshalb eine starke Wechselbeziehung zwischen Vergangenheitsmorphologie und ACH besteht (vgl. Shirai 2002: 457).
Die Muttersprachler unterscheiden sich von den L2-Erwerbern, indem sie in der Lage sind, die Tempus-Aspekt-Morphologie vom prototypischen Gebrauch zu trennen. Und trotzdem neigen sie ebenfalls dazu, die perfektive und Präteritumsmorphologie mit ACH und ACC zu assoziieren und die Verlaufsform mit ACT zu verknüpfen (Andersen 1994).
Die L2 Erwerber haben eine prototypische Vorstellung von der Verwendung des Tempus. Die Spracherwerber leiten eine prototypische Bedeutung für jede flektierte Form aus dem Input ab: „die Handlung im Verlauf“ für die Verlaufsform, „eine abgeschlossene Handlung“ für die Vergangenheits und perfektiven Markierung, eventuell „eine Änderung des Zustandes“
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als Resultat der ACH und „fortlaufende Existenz“ für die Präsensmarkierung (vgl. Andersen & Shirai 1994:148).
Die L2-Erwerber werden von einem „Eins-Zu-Eins Prinzip“ geleitet. Sie glauben, dass jedes neue Morphem nur eine Bedeutung und Funktion hat und eine prototypische Bedeutung für jedes Tempus-Aspekt-Morphem (Andersen 1984, 1993).
Laut Andersen und Shirai (1994) kann die Zugehörigkeit der Verben zu bestimmten lexikalisch-aspektuellen Klassen durch das Relevanzprinzip erklärt werden. Dieses Prinzip besagt, dass der L2-Erwerber solche Morphologie einsetzen wird, die relevant für das Verb ist und die dem Verbstamm am nächsten steht (Bybee 1985). Daher unterliegen L2-Erwerber erstens dem Eins-Zu-Eins Prinzip und assoziieren die Flexion mit einer prototypischen Bedeutung. Zweitens, werden sie vom Relevanzprinzip beeinflusst und benutzen solche verbale Morphologie, deren Bedeutung der Morphembedeutung am ähnlichsten ist.
6.2. Die Prototypische Verwendung des perfektiven Aspekts
Wenn man die Unterscheidung zwischen Aktionsart und Aspekt (bzw. zwischen lexikalischem und grammatischem Aspekt) unterstützt, kann man davon ausgehen, dass lexikalisch perfektive und imperfektive Verben existieren (prototypische Verwendung des Tempus) und dass diese Tatsache vom grammatischen Aspekt unabhängig ist.
Der Vergangenheitsprototyp stimmt mit den Prototypen des perfektiven Aspekts überein und kann folgendermaßen charakterisiert werden: [+vereinigend], [+resultierender Zustand], [+punktuell], [+Vergangenheit] (Andersen & Shirai 1994, Shirai 2002). Die perfektive Vergangenheit wird am Anfang mit ACH benutzt, die dieselben Eigenschaften haben und auf Grund des Relevanzprinzips auf solche Weise assoziiert werden. Die Ausbreitung von ACH auf ACC, danach auf ACT und letztendlich auf STATES stellt eine Erweiterung der prototypischen Assoziierung dar.
Ein typisch einmaliges Geschehnis wird lexikalisch mit ACC oder ACH assoziiert. Die ACH kann man in zwei Arten einteilen: einmalige und wiederholte ACH. Die einmaligen ACH werden nur als prototypisch betrachtet, wenn das Ereignis schon geschehen ist (vgl.Andersen 2002:94).
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Die Verwendung von hypothetischen oder widersprüchlichen Aussagen wird ebenfalls spät entwickelt. Der Grund dafür ist, dass die Vergangenheits- und perfektiven Formen prototypisch einen Bezug zu wirklichen und realisierten ACH haben. Deshalb werden perfektive Ereignisse als abgeschlossen oder vergangen interpretiert. Wenn ein Sprecher sich zu einem bestimmten Zeitpunkt auf ein Geschehnis bezieht, das faktisch und damit auch realisierbar ist, wird es als vergangen betrachtet. Deshalb wird eine Kongruenz in der morphologischen Markierung der Verben in Anfangsphasen vorkommen. Die ersten Erscheinungen der perfektiven Vergangenheit werden mit (1) ACH und vielleicht auch mit ACC, (2) mit einmaligen ACH, die gleichzeitig (3) reale, faktische und relisierte ACH sind. Folglich werden hypothetische oder widersprüchliche ACH oder Situationen in Anfangsphasen des L2 Erwerbs mit einer Grundform verwendet (vgl. Andersen 2002: 97).
Im Spanischen ist diese Dimension noch komplizierter als im Englischen, weil im Spanischen der Vergangenheitskonjunktiv (subjuntivo) für hypothetische, widersprüchliche Aussagen und Konjunktivsätze verwendet wird. Unter L2 Spanischerwerber ist es bekannt, dass der Modus von subjuntivo sehr schwierig für L2 Erwerber ist. Wie dem auch sei, der Raum und Gegenstand dieser Arbeit erlaubt keine umfangreiche Diskussion über diesen Bereich des Erwerbs.
6.3. Die Prototypische Verwendung des imperfektiven Aspekts
Die Ausbreitung des Imperfekts von STATES bis ACH repräsentiert ebenso eine prototypische Ausweitung. Während Muttersprachler die STATES mit Präteritum (bzw. indefinido) benutzen, gelingt solche Verwendung extrem spät für L2 Erwerber.
Imperfekt im Spanischen kann eine Gewohnheitssituation oder ein Geschehnis aus einer internen Perspektive darstellen. Die Aspekt Hypothese besagt, dass die Verwendung sowohl von der imerfektiven Vergangenheit als auch von Gewohnheitshandlungen beim Erwerb spät auftreten wird und schwerer zu verwenden sein wird, denn es ist entfernt von dem prototypischen Gebrauch der Verben.
Die Voraussage lautet, dass einmalige ACH vor gewohnheitsmäßigen oder wiederholten ACH eine explizite morphologische Vergangenheitsmarkierung bekommen. Bevor die Markierung der gewohnheitsmäßigen und wiederholten Ereignisse zugänglich wird, wird eine Grundform, möglicher Weise auch die Verlaufsform oder idefinido für sämtliche Ereignisse verwendet werden (vgl. Andersen 2002: 94, Shirai 2002).
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Es ist auch vorhergesagt, dass nachdem der L2-Erwerber ACT und TELICS mit der perfektiven Vergangenheit zu markieren beginnt, allmählich die gewohnheitsmäßige und wiederholte Markierung mit Imperfekt im Spanischen als L2 zugänglich wird.
Bardovi-Harling und Reynolds (1995) weisen hin, dass häufig benutzte Adverbien in Gewohnheitskontexten die L2-Erwerber fordern, eher das Präsens anstatt der Vergangenheit in obligatorischen Kontexten zu verwenden. Daher kann es bedeuten, dass L2-Erwerber keine Assoziation zwischen den Gewohnheitshandlungen und der Vergangenheitsform haben.
Folglich besteht ein Wettbewerb zwischen der verbalen Semantik und Art des Prädikats. Ein L2-Erwerber könnte die perfektiven Formen mit telischen und punktuellen Ereignissen sogar in gewohnheitsmäßigen und wiederholten Kontexten verwenden und somit die Verbsemantik beachten, oder den Normen der spanischen Sprache folgen und die imperfektive Form verwenden. Daher derselbe Sprachlerner kann eine wiederholte oder gewohnheitsmäßige Bedeutung variabel markieren. Es wird für den Spracherwerber Zeit kosten, die einbezogenen konkurrierenden Vergangenheitsformen zu unterscheiden.
Ein anderer Punkt ist wiederum die Bedeutungsränderung, die durch den grammatischen Aspekt bestimmt wird. So ist beispielsweise„supo“ (das Eintreten im Zustand, in dem man etwas weiß) schwieriger zu konzeptualisieren als „sabía“ (der Zustand, in dem man etwas weiß). Daher ist, wenn man diese semantischen Bedeutungsunterschiede als L2 Spanisch Erwerber kennengelernt hat, der Gebrauch sogar einfacher (automatisiert). Das liegt daran, dass die Spracherwerber (möglicherweise auch die Muttersprachler) einen mehr natürlichen und einfacheren Zugang zur prototypischen Bedeutung eines Verbs haben. Nicht prototypische Bedeutungen sind schwieriger zugänglich (vgl. Andersen 2002: 90).
6.4. Die Prototypische Verwendung der Verlaufsform
Eine prototypische Verwendung der Verlaufsform wird zuerst von L2-Erwerber als eine „Handlung-im-Progress“ (Engl. action in progress) erworben. Solche Bedeutung ergibt sich, wenn die morphologischen Markierungen der Verlaufsform zu ACT und ACC beigefügt werden (Shirai 1991, Shirai & Andersen 1995).
Es kann auch der Faktor der Gewohnheits- und Routinehandlungen einbezogen sein. Sollte die Bedeutung der Gewohnheit nicht einbezogen sein, ist es eine Handlung-im-Progress
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Maruta Toma, 2008, Erwerb des lexikalischen und grammatischen Aspekts im Spanischen als L2, Munich, GRIN Publishing GmbH
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