Gliederung
1. Einleitung 3
2. Jacques Lecoq und sein Weg zum Theaterpädagoge. 5
3. Einführung in das Spiel im ersten Ausbildungsjahr 5
4. Die neutrale Maske und die Dynamiken der Elemente. 6
4.1. Die vier Elemente, Naturmaterialien und Tiere 7
4.2. Übertragung der Bewegung auf die Figur. 8
4.3. Die Identifikation mit Farben, Räumen und Klängen 9
5. Figurenspiel mit expressiven Masken 10
6. Figurenspiel 11
7. Die geodramatische Reise 13
7.1. Das Melodrama 14
7.2. Commedia dell´arte - die menschliche Tragödie. 15
7.3. Die Buffons 18
7.4. Der Chor und der Held in der Tragödie. 20
7.5. Der Clown 21
8. Ausführung 23
9. Literaturnachweis 24
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1. Einleitung
Die Theaterpädagogik von Jacques Lecoq hat einen sehr interessanten und neuen Ansatz gefunden, einen Schauspieler auszubilden. Er selbst nennt den Schauspieler einen Komödianten, da er Fähigkeiten erlangt, die sich von denen in einer Ausbildung zum Schauspieler unterscheiden. Vor allem konzentriert er sich auf die Bewegung des Spielers und auf das Spiel selbst, aus dem err seine Kreativität schöpft. Die folgende Arbeit soll sich vor allem mit dem Figurenspiel befassen, welches in seiner Pädagogik verankert ist. Es ist jedoch nicht nur ein Konzept, sondern ein vielfältiges Erarbeiten verschiedener Möglichkeiten. Die erste Etappe zur Figur entsteht aus der Bewegung heraus. Verschiedenste Elemente werden in ihrer Bewegung aufgespürt und für die Charakterisierung von Figuren genutzt. Verschiedene Komponenten spielen eine Rolle, das Zusammenspiel der Figuren und vor allem der richtige Zeitpunkt. Ein Gefühl für das poetische Spiel zu bekommen, wird in der Ausbildung trainiert. Nach den theatralen Grundübungen spezialisiert sich die Figurenarbeit auf das Maskenspiel, mit der neutralen Maske und später den expressiven Masken. Die Figuren agieren und reagieren in spezifischen Situationen, die mehr oder weniger realitätsnah sind. Im zweiten Jahr der Ausbildung folgt die „Reise der Geodramatik“. Fünf Bereiche stellen sich als Pfeiler der Dramatik auf. Das Melodrama in all ihren Facetten der großen Gefühle, die Commedia dell´arte, eine rein menschliche Komödie, mit ihren existenziellen Nöten und daraus hervor kommenden hinterlistigen Plänen. Die Buffons, welche über den Weltschmerz spotten, die Tragödie, in der der Chor den Helden unterstützt und der Clown, der in seinem Spiel scheitert und Spaß daran hat. In den Bereichen treten die unterschiedlichsten Ansätze von Figurenspiel auf, welche im Laufe der Zeit nacheinander ausprobiert werden. Und diese Ansätze gilt es hier zu beschreiben. Sie alle haben einen geschichtlichen Ursprung, doch dieser wird bei der Ausbildung außen vor gelassen, um das Spiel nicht mit falschen Assoziationen zu prägen. Doch ihre Wesenszüge und Ansprüche an das Spiel bleiben erhalten. Die Darstellung der menschlichen Natur wird in jeder Form gespielt, jedoch in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen. Jede dieser Ausprägung beleuchtet von einer anderen Seite diese Natur und hat somit ein unterschiedliches Figurenspiel zur Folge. Dieses wird in jedem Bereich neu ergründet, stützt sich jedoch auf die Erkenntnisse, welche in den Vorübungen gewonnen wurden. Die Figuren sind in der Theaterarbeit ein sehr wichtiges Element, erst mit ihnen kann eine Geschichte erzählt werden. Sie erst verkörpern ein gespieltes Thema. Ohne eine Figur würde Theater nicht funktionieren, ohne sie gäbe es kein Spiel. Neben ihr stehen natürlich weitere theatrale Mittel wie Interaktion, Text, Musik sowie der Bezug zur bildnerischen
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Kunst. Sie werden bei Lecoq mit einer gleichgesetzten Wichtigkeit bearbeitet, finden sich in dieser Arbeit jedoch nicht wieder.
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2. Jacques Lecoq und sein Weg zum Theaterpädagoge
Der Theaterpädagoge Jacques Lecoq, 1921 in Paris geboren, hat durch viele verschiedene Erfahrungen seinen eigenen Weg gefunden mit dem Element Theater umzugehen. Für seine Pädagogik ist er berühmt geworden, die noch heute in der „École internationale de théâtre“ unterrichtet wird.
Über den Sport und das Turnen kam er zum Theater. Er lernte Jean-Marie Conty kennen und beide teilten ihr Interesse an der Verbindung zwischen Sport und Theater, genauer gesagt an der Bewegung und ihrem Bezug zum Theater. Später sollten vor allem die Bewegung und der bewegte Körper Ausgangspunkt seiner Pädagogik sein.
Er probierte sich über die Jahre hinweg in vielen Richtungen des Theaters aus, vordergründig lehrte Lecoq die Körpererziehung, und lernte währenddessen wegweisende Personen kennen. So wurde zum Beispiel über Conty der Kontakt zu Barrault und Artaud hergestellt. Jean Dasté aus dem Ensemble „Comédiens de Grenoble“ prägte seinen weiteren Werdegang in Bezug auf das Maskentheater und weckte sein Interesse zum japanischen Noh-Theater. Er spielte einige Zeit in der Truppe und leitete häufiger das Bewegungstraining für seine Kollegen.
Doch die Reise auf der ständigen Suche nach weiteren Praktiken sollte ihn in andere Länder Europas bringen. So unterrichtete er kurze Zeit in Deutschland. Die nächsten acht Jahre verbrachte er in Italien. Über Gianfranco DeBosio und Amleto Sartori kam er zur Commedia dell´arte, die er später in seiner Pädagogik zu einer eigenen Form ausbaute. In Zusammenarbeit entstanden einige Pantomimen, bei denen er auch Regie führte. Später entdeckte er am Piccolo Teatro in Mailand die griechische Tragödie und den Chor. Zurück in Paris gründete er am 5. Dezember 1956 die „Ecole de Mime-Mouvement-Théâtre“. Sie bot eine Ausbildung für Schauspieler nach dem Konzept von Lecoq, eine Ausbildung zum Komödianten. Der zuerst entwickelte Lehrplan, wurde während der Jahre immer wieder erweitert. Lecoq setzte seine Suche fort, um neue Ausdrucksmittel und Kunstformen zu finden. So ist er zum Beispiel auch auf die Clowns gestoßen. Bis zu seinem Tode 1999 hat er in der Schule unterrichtet, die für ihn der Lebenstraum gewesen ist. Sie wird heute von seiner Frau Fay Lecoq weitergeführt.
3. Einführung in das Spiel im ersten Ausbildungsjahr
Für die Ausbildung zum Komödianten hat Lecoq verschiedene Möglichkeiten gefunden Figuren zu erschaffen und zu kreieren. Doch bevor er sich diesen näherte, sollten sich die Schüler mit einigen Grundübungen der Bewegung befassen, welche für ihn Voraussetzung für
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kreatives Spiel sind. Die Arbeit mit den Figuren beginnt zuerst mit dem neutralen Zustand, ausgehend von der neutralen Maske. Ohne jegliche Assoziation soll die Welt durch Neugier entdeckt werden. Dynamiken der Elemente sollen erfahren werden, die der Natur, Tiere, Klänge, der Farben und des Lichtes. Diese Dynamiken sind der Ausgangspunkt für die Arbeit mit den Figuren. Dabei wird die Außenwelt der Innenwelt vorgezogen. Das „Ich“ ist dabei nebensächlich. Es soll erfasst werden, wie die Dinge oder Elemente sich bewegen und sich in uns spiegeln. Diese Impulse werden in Bewegung umgesetzt, um einen Ausdruck für die Außenwelt finden. Wenn das „Ich“ zu sehr im Spiel mitgeht, wird es schlecht. Wenn es den Spieler zu sehr betrifft, trägt er die Emotionen nach innen. Deshalb sollte immer eine Distanz bewahrt werden zwischen Figur und dem Schauspieler. Lecoq erwähnt dies bei jedem seiner Arbeitsschritte, es scheint eine grundlegende Voraussetzung zu sein. Das Publikum steht im Vordergrund, dieses muss erreicht werden. Wenn man an die Rolle glaubt oder sich mit dieser identifiziert, reicht es nicht aus, dem Publikum die Figur glaubhaft zu machen. Man muss spielen. Die Freude entwickeln, Spaß daran zu haben, in eine Figur zu schlüpfen und in ihr jede Situation ausspielen zu wollen. Ein anderes Konzept einer Schauspielkunst. Sie geht von der Bewegung aus, welche im Zusammenhang mit der Dynamik des Spieles steht. Es gibt Gesetze für die Bewegung, ausgehend von der menschlichen Körpererziehung. Die Techniken, die gelehrt werden, dienen dem Ausdruck der Körpersprache. Gesten dienen den Figuren, die sie einsetzen, um sich auszudrücken. Die äußeren Bewegungen müssen mit dem Innenleben im Einklang sein, sonst wirken diese aufgesetzt, nicht authentisch. In den Übungen werden die Schüler auf die Bereiche des Dramatischen vorbereitet, in denen der Rhythmus des Spieles sehr wichtig ist. Dieser wird in den Improvisationen geschult, sowie auch das Gespür von Spannung und Entspannung. Und die Bewegungen sind dabei die Grundlage. Im Spiel wird das Innenleben nach außen gekehrt durch Bewegungen, die einer objektiven Technik unterliegen. Sie ermöglichen wiederum den Weg von Außen ins Innere.
4. Die neutrale Maske und die Dynamiken der Elemente
Durch die Masken kommt Lecoq zum Figurenspiel. Die neutrale Maske ist nur eine Übungsmaske, welche Ausgangspunkt für alle anderen Masken ist. Im Spiel mit der neutralen Maske erleben die Schüler eine Entspannung, die sich vor allem im Gesicht zeichnet. Es herrscht eine Ruhe im Körper und Geist, die für die Umwelt empfänglich macht, die Wahrnehmung schärft. Der Körper ist noch nicht geformt, Bewegungen laufen nach keinen Assoziationen ab, sie sind neutral. Die Distanz, die wie schon erwähnt grundlegend ist, wird durch die Größe der Maske hergestellt. Diese sollte entweder größer oder kleiner sein als das
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Arbeit zitieren:
Anne Buntemann, 2007, Jacques Lecoq und die Figurenarbeit in der Ausbildung zum Komödianten, München, GRIN Verlag GmbH
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