Inhaltsverzeichnis
1 LEHRPLANFORDERUNGEN FÜR DEN ERFAHRUNGS- UND LERNBEREICH
NATUR 4
1.1 BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE 4
1.2 DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE 4
1.3 LEHRSTOFF 4
2 DER LEBENSRAUM WIESE 5
2.1 WIESENARTEN 6
2.2 DIE STOCKWERKE DER WIESE 7
2.3 DIE WIESE IM JAHRESKREIS 8
2.4 TIERE UND PFLANZEN AUF DER WIESE 9
2.4.1 Tiere 10
2.4.2 Pflanzen 12
3 DER EINSATZ FACHSPEZIFISCHER ARBEITSWEISEN 15
3.1 SUCHEN SAMMELN 15
3.2 BETRACHTEN 15
3.3 BEOBACHTEN 17
3.4 BESCHREIBEN 17
3.5 ORDNEN ZUORDNEN STRUKTURIEREN KLASSIFIZIEREN 17
3.6 EXPERIMENTIEREN 18
3.7 HANDHABUNG EINFACHER GERÄTE 18
3.8 LERNERGEBNISSE FESTHALTEN 18
3.9 EINFACHE BESTIMMUNGSÜBUNGEN 19
4 RICHTIGES VERHALTEN AUF DER WIESE 21
5 NATURERFAHRUNGSSPIELE DIE WIESE MIT ALLEN SINNEN ERLEBEN
22
5.1 SEHEN 22
5.2 HÖREN 22
5.3 RIECHEN 23
5.4 SCHMECKEN 24
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5.5 FÜHLEN 25
5.6 WIESENBASTELEIEN 26
6 MATERIALIEN FÜR DEN WERKSTATTUNTERRICHT 28
6.1 WAS IST WERKSTATTUNTERRICHT 28
6.2 WERKSTATTPLAN 29
7 DIVERSE ARBEITSMATERIALIEN 30
8 LITERATURANGABEN 31
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1 Lehrplanforderungen für den Erfahrungs- und Lernbereich Natur
1.1 Bildungs- und Lehraufgabe
„Die Arbeit im Erfahrungs- und Lernbereich Natur geht von der Begegnung des Schülers mit der Natur und den Erfahrungen mit dem eigenen Körper aus. Anzustreben ist ein Verständnis für die Natur als der Lebensgrundlage des Menschen und für den Menschen selbst als einen Teil der Natur. Die Unterrichtsarbeit muss über das Gewinnen von Grundkenntnissen zum Erlernen fachspezifischer Arbeitsweisen und schließlich zu verantwortungsbewusstem Verhalten gegenüber der Natur und dem eigenen Körper führen“ (BMBWK, 2003, http://www.bmbwk.gv.at/medienpool/3999/VS7T_Sachunterricht.pdf [10.3.2005], S. 2).
1.2 Didaktische Grundsätze
„Die didaktischen Überlegungen für den Lernbereich Natur müssen sich auf die Tatsache stützen, dass das Grundschulkind [...] besonderes Interesse an der lebenden Natur zeigt. Die beste Voraussetzung für Lernmotivation und effektiven Unterricht ist die direkte Begegnung mit der Natur. Dabei muss auf Natur- und Umweltschutz Bedacht genommen werden.
Wo die unmittelbare Begegnung mit der Natur nicht möglich ist oder zur Veranschaulichung nicht ausreicht, muss die Nachbildung der Wirklichkeit herangezogen werden (zB Filme, Präparate, Dias, Folien). [...] Die Schüler sollen in den Gebrauch altersgemäßer Bestimmungsbücher eingeführt werden. Durch Vernetzung des Lernbereiches Natur mit den anderen Bereichen des Sachunterrichts wird die Vertiefung verantwortungsvollen und umweltgerechten Verhaltens angestrebt“ (BMBWK, 2003, http://www.bmbwk.gv.at/medienpool/3999/VS7T_Sachunterricht.pdf [10.3.2005], S. 23).
1.3 Lehrstoff
Die Inhalte, die auf der Grundstufe 1 erarbeitet wurden (erste Begegnungen, Erfahrungen etc.), finden auf der Grundstufe 2 ihre Weiterführung (Erweiterung, Vertiefung etc.).
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Lebensvorgänge, biologische und ökologische Zusammenhänge
- Begegnungen mit der Natur, dabei spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen, festigen, erweitern und bewusst anwenden
- Einsichten in Lebensvorgänge, biologische und einfache ökologische Zusammenhänge gewinnen
Formenvielfalt in der Natur
- Begegnung mit der Natur, dabei spezifische Arbeitsweisen und Fertigkeiten erlernen, festigen, erweitern und bewusst anwenden
- Formenkenntnisse über Pflanzen und Tiere gewinnen, festigen und erweitern
Verantwortungsbewusstes Verhalten gegenüber der Natur
- Die Beziehung des Menschen zur Natur verstehen lernen
- Verständnis für die ökologischen Auswirkungen menschlichen Handelns gewinnen
- Die eigene Verantwortung gegenüber der Natur allmählich erkennen
- Sich eigenverantwortlich umweltgerecht verhalten
2 Der Lebensraum Wiese
Als „Wiese“ bezeichnet man eine Fläche mit Gräsern und Blütenpflanzen (z.B. Kräuter und Wildblumen), aber ohne Sträucher und Bäume. Alle Pflanzen zusammen bilden ein dichtes Geflecht, in dem auch viele Tiere leben oder sich verstecken. (z.B. Schnecken, Marienkäfer, Bienen und Wespen, Schmetterlinge, Regenwürmer, Ameisen). Besonders das Insektenleben auf Wiesen ist sehr reich. Sie holen den Nektar aus Blüten und sorgen dabei für die Bestäubung. Heuschrecken und Grillen machen sich als Musikanten auf der Wiese bemerkbar.
Auf einer Wiese leben die Pflanzen und Tiere in einer Lebensgemeinschaft zusammen. Sie sind voneinander abhängig. Manche von ihnen können nur auf einer Wiese leben. Dazu gehören auch Heilpflanzen und Kräuter, die von uns Menschen gebraucht werden. Viele Tiere ernähren sich von Wiesenpflanzen oder fressen andere Wiesentiere. Manche Tiere (z.B. Insekten, Vögel) helfen bei der Verbreitung der Samen, andere verbessern den Boden (z.B. Regenwürmer) Wenn es keine Wiesen gäbe, würden weniger Pflanzen- und Tierarten bei uns leben.
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2.1 Wiesenarten
Wiesen schmücken Bergeshöhen, Hänge und Täler. Es gibt auch verschiedene Wiesenarten. Wie eine Wiese aussieht, hängt unter anderem von den Nährstoffen und der Feuchtigkeit im Boden ab. Man unterscheidet verschiedene Wiesenarten:
Feuchte Wiesen
Auf feuchten Wiesen wachsen harte Gräser, die gute Einstreu, aber schlechtes Futter abgeben. Sehr feuchte Wiesen können nur einmal spät im Jahr gemäht werden. Um das feuchte Grünland besser nutzen zu können, wir des oft durch Gräben entwässert. Auf dieser Wiesenart sind z.B. das Pfeifengras; das Wiesenschaumkraut, die Sumpfdotterblume, der scharfe Hahnenfuß, die Kuckucklichtnelke oder die Herbstzeitlose zu finden.
Fette Wiesen
Wiesenpflanzen dienen frisch oder getrocknet als Viehfutter. Damit die Pflanzen schnell und kräftig wachsen, düngen die Landwirte ihre Wiesen. Nährstoffreiche, gedüngte Wiesen heißen Fettwiesen. Hier wachsen z.B. Wiesenkerbel, Brennnessel, Weiß- und Rotklee, Löwenzahn, Wiesenbärenklau oder Wiesen-Sauerampfer.
Trockene Wiesen
Auf trockenen Wiesen und Weiden wachsen viele, bunt blühende Kräuter. Sie brauchen lange Wurzeln, um sich tief im Boden mit Wasser zu versorgen. Wiesenschlüsselblume, Wilde Möhre, Echtes Labkraut, Wiesensalbei, Schafgarbe oder Wiesenflockenblume sind auf trockenen Wiesen anzutreffen.
Die meisten Wiesen gäbe es nicht ohne den Menschen. Eine Wiese entsteht nämlich dadurch, dass sie regelmäßigen im Jahr geschnitten oder von Vieh (Kühe, Schafe etc.) abgeweidet wird. Daher spricht man auch von Mähwiesen oder (Vieh-) Weiden. Ein Teil der Mahd wird sofort verfüttert, aber der Großteil wird getrocknet (= Heu) und als Winterfutter für die Tiere verwendet. Geschieht das nicht, siedeln sich allmählich Sträucher und Bäume an – die Wiese verwandelt sich langsam in einen Wald.
Echte Wiesen (unberührte Naturwiesen) gibt es meistens nur mehr am Rand von Städten oder oberhalb der Baumgrenze. Die naturnahen Wiesen werden zwar auch
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vom Menschen genutzt, aber nur fallweise oder gar nicht gedüngt und beweidet und nur einmal im Jahr gemäht.
Ein Rasen ist eine „künstliche Wiese“. Sein Wachstum und sein Aussehen werden von den Menschen gelenkt. Blumen und Unkraut sind hier nicht gern gesehen. In regelmäßigen Abständen wird der Rasen gemäht und so möglichst kurz und dicht gehalten. Er bietet daher nur wenigen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Durch eine bestimmte Grassorte oder eine besondere Grasmischung entsteht eine dicke, teppichartige Grasfläche, die gut beansprucht werden kann. Der Rasen dient als Grünfläche – in Parks und Gärten – oder als Sportfläche auf dem Fußballplatz, auf Golf- und manchen Tennisplätzen.
2.2 Die Stockwerke der Wiese
Der Aufbau einer Wiese ist vergleichbar mit einem mehrstöckigen Haus. Das hängt damit zusammen, dass eine Wiese eine Gesellschaft von verschiedenen Pflanzenarten darstellt, welche unterschiedliche Wuchshöhen aufweisen. Dadurch ergibt sich ein vielschichtiger Stockwerkbau.
Die Wiesenbewohner haben sich ihren Lebensraum aufgeteilt. In jedem Stockwerk wohnen verschiedenen Tiere und Pflanzen. So können alle Tiere Nahrung finden.
Ganz oben, auf dem „Dach“ einer Wiese, befindet sich die Blütenschicht bzw. das Blütenstockwerk. Die Pflanzen wachsen der Sonne entgegen und entwickeln ihre farbenfrohen Blüten. Sie locken z.B. Schmetterlinge, Bienen und Hummeln an, die den Nektar daraus trinken oder Blütenpollen sammeln. Da es von diesen Insekten hier so viele gibt, lohnt es sich für die Vögel, auf der Wiese vorbeizuschauen, denn hier finden sie reichlich Nahrung.
Im „ersten Stock“ ist die Krautschicht bzw. das Blätter- und Stängelstockwerk zu finden. Zwischen den Blättern und Stängeln können die Spinnen ihre Netze bauen und auf Beute lauern. Vielleicht verfängt sich eine Fliege, eine Schmetterlingsraupe eine Mücke oder ein Käfer in ihrem Netz. Diese Tiere wiederum fressen Pflanzenteile oder andere Insekten. Blattläuse und Wanzen bohren die Stängel oder Blätter an, um den Pflanzensaft zu trinken.
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Im „Erdgeschoss“, also in der Streuschicht bzw. auf der Erdoberfläche wachsen die Wiesenpflanzen dicht an dicht aus dem Boden. Den Boden bedecken hauptsächlich niedrige Moose, die gut im Schatten der anderen Pflanzen leben können, und die es mögen, dass es immer ein bisschen kühl und feucht bleibt. Hier suchen Schnecken nach Grünfutter und die flinken Ameisen eilen auf unsichtbaren Straßen hin und her. Unter den Blättern sitzen die lichtscheuen Asseln, die auch in Kellern zu finden sind. Auch Frösche, Igel, Käfer sind am Erdboden unterwegs.
Den „Keller“ der Wiese bildet die Wurzelschicht. Unter der Erdoberfläche halten sich die Pflanzen mit ihren Wurzeln fest und saugen das Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Im Boden leben auch viele Regenwürmer, die durch ihre Grabarbeiten die Erde auflockern. Dadurch können die Pflanzen besser wachsen. Regenwürmer dienen vielen anderen Tieren als Futter, z.B. den Wühlmäusen oder Maulwürfen. Diese graben unterirdische Gänge und Höhlen, in denen sie sicher vor Feinden leben können.
2.3 Die Wiese im Jahreskreis
Das Kleid der Wiese ändert sich während des Jahres viele Male. Die Pflanzen wachsen, werden abgemäht und wachsen von Neuem in die Höhe. Weil die Wiesenpflanzen zu unterschiedlichen Zeiten blühen, ändert sich auch ständig die Farbe der Wiese.
Im Frühling erwacht die Wiese zu neuem Leben. Viele Kräuter wachsen und blühen jetzt. Mitunter sind Wiesen von den Blüten der Frühblüher übersät. An warmen Tagen werden die Insekten und Spinnen aktiv. Die Wiesenvögel sind in der Balz und beginnen die Jungenaufzucht. Töne, Düfte und Farben wirken auf unsere Sinne. Im Frühjahr sind die Wiesenpflanzen noch ganz niedrig. Als Erste blühen Gänseblümchen und Schlüsselblumen. Eine charakteristische Frühlingsblume ist auch die Kuhschelle bzw. Küchenschelle, die für uns zwar giftig, aber für Bienen und Hummeln ein begehrtes Ziel ist. Sobald es wärmer wird, beginnen die Pflanzen zu wachsen. Von da an sollten Wiesen nicht mehr betreten werden.
Die warme Jahreszeit – der Sommer – ist angebrochen. Im Mai oder Juni wird auf einigen Wiesen das erste Mal gemäht. Den ersten Wiesenschnitt im Jahr bezeichnet
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Arbeit zitieren:
Olivia Frey, 2005, Lernwerkstatt Wiese, München, GRIN Verlag GmbH
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